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Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula

Mo, 12.02.2018, 00:50 Uhr - 02:50 Uhr | SRF 1

Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula3 Sterne bei 1 Bewertung
Spielfilm (Krimi / Thriller), USA 1990
Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula

Der Kleinkriminelle Sailor (Nicolas Cage) wehrt sich gegen einen auf ihn angesetzten Killer mit exzessiver Gewalt und wandert deshalb für zwei Jahre ins Gefängnis. Die Auftraggeberin des Mörders war die Mutter von Sailors Freundin Lula (Laura Dern), Marietta (Diane Ladd), eine besitzergreifende Frau. Sie befürchtet zudem, dass Sailor zu viel von ihren dunklen Geschäften weiss. Als dieser zwei Jahre später aus der Haft entlassen wird, wartet Lula auf ihn. Die beiden fliehen vor Mariettas Rache Richtung New Orleans. Doch Marietta schickt ihnen nicht nur ihren gutmütigen Freund Johnnie Farragut (Harry Dean Stanton), sondern auch weitere Killer hinterher. Das Liebespaar ist aber den Verfolgern immer einen Schritt voraus. In einem texanischen Kaff lernen sie den widerlichen Bobby Peru (Willem Dafoe) und dessen Freundin Perdita (Isabella Rossellini) kennen. Auch Bobby ist ein auf Sailor angesetzter Auftragsmörder. Zum Schein freundet er sich mit dem Paar an und überredet Sailor, ihn bei einem Banküberfall zu unterstützen. Er plant, ihn dabei zu erschiessen.Als David Lynch 1990 für «Wild at Heart» die Goldene Palme für den Besten Film des Festivals von Cannes überreicht wurde, kommentierte die Presse den Entscheid der Jury höchst kritisch. Viele lehnten die grellen Gewalt- und Sexszenen entschieden ab. Doch gab es auch überschwängliche Begeisterung. So schrieb Andreas Kilb in «Die Zeit»: «Lynchs Kino ist der vollkommene amerikanische Alptraum: perfekt, pervers, postmodern. (...) Der Film fährt durch die Hölle, von Schock zu Schock, er ist zugleich schön und obszön. 'Wild at Heart' ist der erste grosse Film der 90er-Jahre: eine Offenbarung, ein Menetekel.» Einig hingegen waren sich alle über die formale Perfektion des Roadmovies: Visuell ist «Wild at Heart» ein Meisterwerk, und David Lynch hat auch mit einer aussergewöhnlichen Tonspur und einem überwältigenden Soundtrack neue Standards gesetzt. Die Höllenfahrt durch den amerikanischen Alptraum basiert auf dem gleichnamigen Roman von Barry Gifford. Lynchs Drehbuch lädt den Stoff aber wie gewohnt mit apokalyptischen Visionen und surrealen Szenen auf, mit denen er erstaunliche Bezüge zu «The Wizard of Oz» schafft. Den Möchtegern-Elvis Sailor verkörpert Nicholas Cage in einer Schlangenlederjacke. Die Frauenrollen wurden mit Isabella Rossellini und Laura Dern besetzt, die beide schon in «Blue Velvet» (1986) mitwirkten. Lulas teuflische Mutter Marietta wird von Laura Derns richtiger Mutter Diane Ladd verkörpert, die für ihre Rolle für einen Oscar nominiert wurde. Als widerlicher Auftragskiller und Verbalvergewaltiger Bobby Peru ist Willem Dafoe zu sehen.

Bewertungen

Di, 13.02.2018 von 8martin
Wilde Welt3 Sterne
An Regisseur David Lynch scheiden sich die Geister und die Kritik reicht von ‘über alle Maßen gut‘ bis ‘unterirdisch‘. Für mich ist neben der durch Schnitte zerfetzten Szenen vor allem die blutige Ausbeute an fast splattermäßigem Blutvergießen das auffallendste Merkmal dieses Roadmovies von einem Pärchen auf der Flucht, das von Killern gejagt wird. Andererseits macht die wilde Hin- und Her-Cutterei den Plot auch irgendwie interessant. Zwischendurch gibt es akustische Leckerli wenn der Held Sailor (Nicolas Cage) für seine Angebetete Lula (Laura Dern) wie Elvis singt oder situationsmäßige Peperoni, wenn eine Nutte mit gespreizten Beinen nach unten schaut und den Helden auffordert ‘Beiß mal in den Pfirsich!‘ Das gelegentliche Auftauchen von Lulas Mutter Marietta (Diane Ladd) erinnert an die böse Schwiegermutter aus dem Märchen. Sie ist nicht nur dem Wahnsinn verfallen, sondern auch noch eine Liebhaberin der roten Farbe. Ansonsten ist sie in guter Gesellschaft: David Lynch hat ein Sammelsurium von skurrilen Kaputtniks vor die Kamera geholt. Hier ist Bobby (Willem Dafoe) der Schlimmste was Geilheit und Kriminalität betrifft. Perdita (Isabella Rossellini) ist keineswegs ‘verzweifelt‘, trägt aber auch nicht zur Erhöhung der Spannung bei. Es sei aber nicht vergessen, dass es Passagen gibt, die sinnfrei oder zusammenhanglos daherkommen, mit Ausflügen ins Surrealistische. Typisch Lynch eben. Darüber kann man lachen oder aufjaulen, doch der Schluss geht sonderbar in die Hose: Sailor, der gerade von einer Straßengang zusammengeschlagen worden ist, nachdem er sich von Lula und Sohn getrennt hatte, bedankt sich dafür und hat eine Erscheinung frei nach Fatima und spricht mit seiner Schicksalsfee. Dann kommt ihm eine Erkenntnis und er stürzt laut nach Lula schreiend die Straße zurück… Kein Unfug, nur nicht jedermanns Sache. Zum Verständnis braucht man wohl ‘ein wildes Herz‘ oder wie Lula sagt ‘Die Welt hat ein wildes Herz und ist total verrückt geworden.‘ Recht hat sie!War diese Bewertung hilfreich?
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