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Eins, zwei, drei

Fr, 11.10.2024, 23:55 Uhr - 01:45 Uhr | SRF 1

Eins, zwei, drei4 Sterne bei 1 Bewertung
Komödie, USA 1961 | VT150
Eins, zwei, drei

C. R. MacNamara (James Cagney) ist ein erfolgsgewohnter Manager in den besten Jahren. Der Posten in Westberlin und die Aufgabe, Coca-Cola hinter dem damals noch bestehenden Eisernen Vorhang zu lancieren, ist für ihn nur eine Stufe auf der steilen Karriereleiter. Da schickt ihm der Chef seine 17-jährige Tochter Scarlett (Pamela Tiffin) für zwei Monate ins Haus. MacNamara überlässt das verwöhnte junge Mädchen der Obhut seiner Frau Phyllis (Arlene Francis). Doch Scarlett verschwindet, und als sie wieder auftaucht, bringt sie einen heimlichen Ehemann mit. Der Auserwählte, Otto Ludwig Piffl (Horst Buchholz), ist nicht nur DDR-Bürger, sondern auch ein überzeugter Kommunist. MacNamara ersinnt einen perfiden Plan, um Otto unter Spionageverdacht in einem Ostberliner Gefängnis verschwinden zu lassen. Doch von dort muss er zurückgeholt werden, als sich herausstellt, dass Scarlett schwanger ist. Auch hierfür findet MacNamara eine Lösung. Aber jetzt steht er vor einem anderen Problem: Wie bringt er seinem Vorgesetzten, dem Präsidenten eines multinationalen Konzerns, bei, dass er einen kommunistischen Schwiegersohn hat?
«One, Two, Three» ist nach «A Foreign Affair» der zweite Film, den Billy Wilder (1906 bis 2002) nach dem Krieg in Deutschland drehte. In Berlin wurde gerade die Mauer errichtet, als die wahnwitzige Komödie aus der Zeit des Kalten Krieges herauskam, was nach dem Dafürhalten von Drehbuch-Mitautor I. A. L. Diamond einer der Gründe für den damaligen Misserfolg des Films war: Man fand das nicht lustig. Der Film wurde 1985 neuentdeckt und sowohl von der Kritik als auch vom Publikum als gelungene Satire auf die aggressive US-amerikanische Wirtschaftspolitik und das deutsche Obrigkeitsverhalten gefeiert. Neben dem umwerfend agilen James Cagney als MacNamara spielen Horst Buchholz den rückgratlosen Piffl und Liselotte Pulver eine hinreissend beschränkte Sexbombe, die nicht nur ihrem Chef, sondern auch der russischen Delegation den Kopf verdreht.

GenreKomödie
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Jahr1961
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LandUSA
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DarstellerJames Cagney, Horst Buchholz, Liselotte Pulver, Pamela Tiffin, Arlene Francis, Howard St. John
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RegieBilly Wilder
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DrehbuchI.A.L. Diamond, Billy Wilder
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KameraDaniel L. Fapp
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MusikAndré Previn

Bewertungen

Mo, 06.02.2017 von 8martin
Cola für den Osten4 Sterne
Billy Wilder hat nicht nur wieder einmal bewiesen, dass er Comedy kann, sondern so ganz nebenbei sieht man rasende Autos durch das damals noch ziemlich zerstörte Berlin brettern (1960/61). Diese Außenaufnahmen sind unwiederbringbar. Obwohl dialoglastig ist der Film so flott inszeniert, dass man gar nicht merkt wie die Zeit verfliegt. Der alte Ost-West Antagonismus des Kalten Krieges bietet heute immer noch jede Menge Gags. Wenn z.B. der Cola Chef von Westberlin MacNamara (James Cagney) von seiner Frau Phyllis (Arlene Francis) mit “Mein Führer!“ angeredet wird oder Cagney sagt “Napoleon hat versagt, Hitler hat versagt, Cola ist besser,“ belegt das das pointenreiche Drehbuch, an dem Wilder auch mitgearbeitet hat. Aus der Schwarzwälder Kuckucksuhr winkt statt dem Kuckuck Onkel Sam. Und es geht natürlich gegen die ‘Dreckskommunisten‘, denen MacNamara das ‘braune, süße Gift‘ verkaufen will. Parallel dazu läuft die Aktion, hindert Scarlett die Tochter des Chefs (Pamela Tiffin) daran Dummheiten zu machen. Da schlägt die Stunde für die deutschen Leinwandlieblinge Lilo Pulver einzig und allein mal ein scharfes Teil (Striptease auf dem Tisch und Horst Buchholz als Ludwig Piffl, der als Scarletts Ehemann vom Kommunisten zum Kapitalisten umgepolt wird. Hans Lothar als serviler Angestellter, der immer noch die Hacken zusammenschlägt, wenn er von MacNamara einen Auftrag erhält. Die Musik wird hier zur Verstärkung der Komik zielgerichtet eingesetzt. Sei es der ‘Säbeltanz‘ oder die Dauerberieselung mit ‘Itsy bitsy teeny weeny yellow Polka Dot Bikini‘, mit der Ludwig Piffl ein Geständnis abgerungen wird. 1960 war das ein Riesenhit. Und wenn man genau hinsieht, erkennt man dass, MacNamara am Ende keine Coca Cola aus dem Automaten holt… Wilders politischste Komödie, in der mit den ‘Bösen Russen‘ noch recht charmant umgegangen wird. Dokument und Comedy für Feinsinnige.War diese Bewertung hilfreich?
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