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Der Aal OmU

Der Aal OmU4 Sterne bei 1 Bewertung
Drama
GenreDrama
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DarstellerKoji Yakusho, Misa Shimizu, Fujio Tsuneta
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RegieShohei Imamura

Bewertungen

Sa, 11.11.2017 von 8martin
Ein preiswürdiger Aal4 Sterne
Shohei Imamura hat hier die Geschichte vom Aal ganz konventionell mit seinen beiden Lieblingsschaupielern erzählt. Nur einige Male ist er bei der Retro in optische Spielereien verfallen, wenn der Antiheld nach dem Brief taucht, den es vielleicht gar nicht gibt. Das Besondere an diesem Aal ist, dass er ‘zuhören kann‘, weiß sein Besitzer Takuro (Koji Yakusho), wenn er mit ihm spricht. Er hatte im Affekt seine Frau erdolcht und seine Strafe abgebüßt. Jetzt beim Neuanfang rettet er Keiko (Misa Shimizu) vor dem Suizid. Zwei Außenseiter können sich nicht näher kommen. Takuro leidet immer noch unter seiner Tat, die er – wie er sagt – aus Liebe begannen hatte. Und Keiko, die sich am Ende als recht wohlhabende Vizedirektorin outet, wird vom mitgiftjagenden Freund – einem Riesenarschloch - verfolgt. Der wird am Ende eine Massenschlägerei in Takuros Friseursalon auslösen, an der der Hausherr wegen seiner Bewährung eigentlich nicht teilnehmen sollte. Keiko hat immer noch Albträume von ihrem großspurigen, zur Gewalt neigenden Freund und der durchgeknallten Mutter, die säuft und ständig Bolero tanzt. Neben diesem Bösewicht gibt es noch den Müllmann, einen ehemaligen Knastkollegen von Takuro. Der bringt Spannung, wenn er ihn reizt, eine Bluttat zu begehen. Und am Ende wird er sogar den Brief, der seine Frau der Untreue bezichtigt hatte, relativieren. Klar dass bei der Schlägerei das Aquarium zu Potte geht. Und Ruhe kehrt erst wieder ein, als Keikos Schwangerschaft verkündet wird. Stille! Wer ist der Vater? Imamura bleibt konsequent bis zum Finale: das Liebespaar verabschiedet sich mit einem Händedruck. Sie wird auf ihn warten und nicht abtreiben, nachdem Takuro sich zu seiner für ihn und alle anderen überraschenden Vaterschaft bekannt hat. Die innere Isolation, legt sich um die Betroffenen wie ein seelischer Panzer. Es wird sehr sensibel geschildert, wie die Liebenden sich von der Schuld verfolgt fühlen und das soziale Umfeld das auch noch zusätzlich erschwert. Sie würden schon wollen, wenn sie nur könnten. Keiko macht es Takuro zwar leichter, aber die mehrmals ihm nachgebrachte Anglerverpflegung kann sie ihm erst beim Abschied überreichen. Der Film zeigt, dass man selbst in der Gemeinschaft mit viel Trubel außen rum einsam sein kann. Um dem zu entkommen braucht es offenbar viel Zeit und Geduld aller Beteiligten. Die Hoffnung spitzt am Ende so ganz leise um die Ecke.War diese Bewertung hilfreich?
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