Genre | Biographie |
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Jahr | 2009 |
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Land | USA |
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Länge | 123 Minuten |
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Filmstart | Do, 03.09.2009 |
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Darsteller | Amy Adams, Meryl Streep, Stanley Tucci |
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Regie | Nora Ephron |
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Originaltitel | Julie & Julia |
Di, 15.09.2009 von merliniBiederer Blog-BrutzlerJulie bekommt ihre Midlife-Crisis vor ihrem 30. Geburtstag und entschließt sich, ein Kochbuch der in Deutschland eher unbekannten amerikanischen Köchin Julia Childs nachzukochen. 524 Rezepte gilt es innerhalb von 365 Tagen zu schaffen.
Und da es sich um die gehobene französische Küche handelt, ist dies keine leicht zu bewerkstelligende Aufgabe für die junge Frau. Diese vernachlässigt nach erstem medialen Interesse auch schon bald ihre Beziehung, die sich seicht am Rande abspielt.
Parallel wird mittels Retrospektive das Leben der Julia Childs in der viel länger als einem Jahr währenden Entstehung ihres Erfolgs-Kochbuches angerissen. Diese Parallele soll wohl das Rollenbeispiel der Emanzipation der Julia Childs einer altbackende Werte entdeckenden jungen Frau der Neuzeit gegenüberstellen.
So stellte Julia Child damals eine Femme Fatale dar, die sich gegen die Männerdomäne der Köche durchsetzte. Julie hingegen lechzt nach Aufmerksamkeit als Autorin, derweil sie ihren Lebensunterhalt als Verwaltungskraft fristen muss. Beide nutzen das Kochen als Ausbruch aus dem Alltag und als Mittel zur Selbstverwirklichung.
Hingegen dies bei Julia Childs noch einen Selbstzweck hatte, nämlich der amerikanischen Gesellschaft das Kochen beizubringen und so lukullische Geschichte zu schreiben, besteht der Zweck der ganzen Aktion Julies darin, neu über ihr bisheriges Leben zu befinden. Sie stiehlt ihrem Vorbild ein wenig die Biografie, sucht in ihr einen Mutterersatz und vor allem die Anerkennung, die ihr durch ihre eigene ständig nörgelnde Mutter nicht zukommt.
Meryl Streep und Amy Adams spielen sicherlich so gut, dass sie die flache Handlung übertünchen, wenngleich man Amy Adams ein leichtes Overacting nachsagen muss. Stanley Tucci besticht in seiner Rolle tatsächlich und verdient, in seiner Nebenrolle als bemerkenswert bezeichnet zu werden.
Die Dialoge sind meist flach und wenig witzig und einige Handlungen sind sogar plump.
Die Kameraführung ist genauso wie die Beleuchtung hervorragend.
Insgesamt ist die Geschichte seicht und plätschert dahin. Gefühlskino sieht anders aus, das stand allerdings auch nicht in Aussicht. Die beiden miteinander verknüpften Lebensgeschichten zu erzählen, vermag das Buch deutlich besser zu vollbringen.
Es ist ein typischer Film, der, wenn er im Abendprogramm im TV läuft, nicht zu partnerschaftlichem Streit führen wird, wenn ein Telefonanruf stört oder ein kurzes Gespräch zwischendurch geführt wird. Für einen Kinofilm ist es schade, die Zeit aufzuwenden und man sollte sich auf viele Filmlängen gefasst machen.
Zudem finde ich persönlich es schade, dass nach 30 Jahren Emanzipationsbewegung ein solcher Film ein Rollenverhalten als Selbstfindung und -verwirklichung vermittelt, welches meines Erachtens vor geraumer Zeit bereits abgeschafft wurde. Da es sich nach Realitätsbezügen in Form zweier miteinander verknüpften Biografien richtet, mag ich allerdings nur wenig darüber urteilen, zumal ich mich das als Mann kaum traue. ;-)War diese Bewertung hilfreich? |
Wo läuft "Julie & Julia"?
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