So, 28.06.2015TV | Redemption - Stunde der VergeltungErlösungDie Freude von Jason Stathams Action-Szenen kommen auch hier voll auf ihre Kosten. Joey der Held fliegt mit Armen, Beinen und Fäusten gegen die Bösen wie immer. Ob man ihn deswegen gleich mit einem Kolibri vergleichen kann, wie es der Originaltitel tut, ist die Frage. Nur gibt es hier zwei ungewohnte neue Komponenten, die den Film auch für andere Zielgruppen interessant machen. Zunächst das doppelte Outfit des Helden: mal als Penner, mal als smarter Banker ist abwechslungsreich und dient der Unterhaltung. Sein Zusammentreffen mit der extrem schlanken Cristina (Agata Buzek), die auch noch in Nonnenkluft daherkommt belebt den ganzen Film durch die Gegensätze des Pärchens. Statham kann mal Emotionen zeigen, Cristina sie kaschieren und bei beiden führt das zu Verunsicherung fast Hilflosigkeit, denn sie betreten gefühlsmäßiges Neuland. Und beide können durch ihr Erscheinungsbild punkten. Der überaus Schlafkräftige und die ungemein Zerbrechliche. Natürlich wissen die Zuschauer, dass Joey die Schwester von ihrer klerikalen Zuordnung befreien wird, aber selbst die letzte Einstellung der beiden als Pieta ist aussagekräftig und wirkt lange nach. Sie widerspricht der herkömmlichen FFE – Happy End Mentalität.
Der Titel hat allerdings nichts mit Vergeltung zu tun, sondern eher mit Erlösung. Und das bietet ja auch noch eine ironische Ambivalenz an: Wer erlöst hier wen? Der deutsche Untertitel dient wohl nur zur leichteren Unterscheidung zu den anderen Redemptions - Verfilmungen.
So gesehen ist es alles in allem ein recht guter Statham, der von Kameraikone Chris Menges in Bilder gefasst wurde. | |
So, 28.06.2015TV | Mord in HaitiNach dem BebenBis der Titel in die Tat umgesetzt wird, muss man bis zum Schluss warten. Da entlädt sich die Spannung dann bei einem Gewitter. Hauptsächlich geht es hier um zwischenmenschliche Beziehungen und zwar auf mehreren Ebenen: da ist das einheimische ältere Ehepaar (Alex Descas und Joy Olasunmibo Ogunmakin ) das zur gebildeten Oberschicht des Landes gehört und jetzt nach dem Erdbeben in den Ruinen seiner Villa haust. Sie vermieten an den NGO Mitarbeiter Alex (Thibault Vincon), der mit seiner Geliebten Andrémise genannt Jennifer (Lovely Kermonde Fifi) einzieht.
Die beiden Frauen verstehen sich und kommen sich näher, die Männer eher nicht. Bei einem gemeinsamen Abendessen werden Herkunft und Intentionen aller Anwesenden deutlich. Jenny will von Alex mit nach Frankreich genommen werden, dient ihm aber nur als Matratze. Im Grunde wollen alle Jenny nur bumsen. Das ältere Ehepaar trauert um den Verlust ihres Stiefsohnes, der unter den Trümmern begraben liegt. Hier herrscht eisige Trauer. Sie sind von der lebendigen Gesellschaft quasi abgeschnitten. Nachts schreit Jenny vor Lust und stört die Alten. Kurze Dialoge beleuchten den Kolonialismus. Dabei werfen sich Jenny und der Alte gegenseitig vor, sich zu prostituieren. Es entsteht eine wohl typisch haitianische Hierarchie: an der Spitze stehen die Alten, wohlhabenden, die jetzt alles verloren haben. Dann kommen die NGO Mitarbeiter, die angeblich helfen sollen und die alles haben. Sie sind die neuen Kolonialherren. Ganz unten stehen die armen, ungebildeten Haitianer, die wieder ausgebeutet werden und zwar von NGO und der oberen Hälfte der Gesellschaftspyramide.
Da bekommt der Mord symbolische Bedeutung und ist doch zugleich dramaturgischer Höhepunkt des Films. Das wird deutlich wenn am Ende alle drei friedlich bei einander stehen, als sei nichts geschehen. Nur Jenny ist weg. Atmosphärische Dichte ohne Karibik Feeling. Eher eine postkolonialistische Abrechnung. Toll! | |
Do, 25.06.2015TV | Summer of SamHitzewelle in New YorkSpike Lee zeigt wieder einmal ein Bild seiner Heimat: Brooklyn. Dass er sich auskennt, belegen die authentischen Figuren. In einer Atmosphäre, die geprägt ist von Gangs, Nutten, Tunten und Drogen, erzählt er schier unglaubliche Geschichten. Zeitgemäß riskieren die Jungs eine ganz schön lockere Lippe. Dass die Cops oft gemeinsame Sache mit der Unterwelt machen (hier vertreten durch ein Cameo von Ben Gazzara) ist nicht neu, dass sie aber einen Serienkiller fangen wollen, weil die ‘Bullen‘ dazu nicht in der Lage sind, überrascht schon.
In diese Ausgangssituation stell Lee zwei ganz unterschiedliche Pärchen: der Bandenchef Vinny (John Leguizamo), ein Machogockel, der alles bumst, was nicht bis drei zählen kann, kleinwüchsig, dominant und verheiratet. Offiziell liebt er Dionna (Mira Sorvino). Und der Punker Richie (Adrien Brody, hier mal mit gegelter Igelfrisur oder auch blondem Irokesenschnitt), ein eher ruhiger Typ, der Probleme mit seinem Stiefvater hat. Er freundet sich mit Ruby an (Jennifer Esposito). Die kommt zwar aus dem horizontalen Gewerbe, fällt hier aber weiter nicht auf. Vinny durchlebt einen religiös begründeten Sinneswandel mit fortan keuschem Lebensstil. Doch Dionna durchschaut ihn und geht. Richie ist anders als die Gang. Er macht Musik und nicht jeden Unfug mit. So eignet er sich idealerwiese als Prügelknabe in einer aufgeladenen Atmosphäre, die zusätzlich noch von einer Hitzewelle heimgesucht wird. Stromausfall, Plünderungen, Bürgerwehr: alle suchen den Son of Sam.
Höhepunkt dieser Entwicklung ist der sprechende Black Dog, der befiehlt ‘Töte!‘ So weit kann Hysterie gehen.
Am Ende werden durch eine gute Schnittfolge, viele Handlungsstränge parallel gezeigt. So entsteht ein abgerundetes Bild, nicht unbedingt ein vollständiges.
Sinatra singt ‘New York‘ und wir erfahren, dass Elvis 1977 gestorben ist. Sehenswert. | |
Mi, 24.06.2015TV | Fenster zum SommerReise nach FinnlandRegisseur Handloegten spielt mit der Zeitschiene und zwar recht intelligent. Anfangs mag es ja noch reichen, wenn er einer seiner Figuren den Satz in den Mund legt ‘Der Verstand kann keine Sache des Herzens erklären‘. Typisch Romantiker! Doch wie er dann die Handlung zeitlich mischt, wiederholt und neu knüpft macht eine Allerweltsgeschichte zu einer interessanten Psychostudie. Juliane (Nina Hoss großartig wie immer in ihrer ganzen weiblichen Mystik!) trägt den Film, in dem sie aus der Zeit fällt. Sie gerät in eine andere Umgebung mit lauter vertrauten Gesichtern. Es wird entblättert: zwei Männer gibt es: Philipp (Lars Eidinger) quasi ihr Mann und August (Mark Waschke) quasi ihr Zukünftiger. Und den Unfalltod ihrer Freundin Emily (Fritzi Haberlandt).
Diese drei Pfähle stehen fest auf der Piste von Julianes Leben. Sie umfährt sie auch schon mal aus verschiedenen Richtungen. Mal erkennen sie sie (dann sind wir in der Vergangenheit), mal erkennen sie sie nicht, dann sind wir in der Zukunft oder Gegenwart.
Die Zeitpfeile gehen in verschiedene Richtungen z:B. ‘Am 8. Mai werde ich mich in dich verlieben‘, schreibt Juliane August oder ‘Es gab eine Zeit, da waren wir ein Paar‘.
Dramatisch wird es, als Juliane versucht in die Zukunft einzugreifen, weil sie die Vergangenheit kennt. Das geht natürlich schief. Aber sonst kann man sich die Liebesgeschichte zusammenreimen.
Durch das Verlassen einer fest vorgegebenen Zeitebene verliert man die Bodenhaftung und schwebt mit den Akteuren für kurze Zeit davon, bis man mit Juliane und August wieder gemeinsam landet und das Fenster zum Sommer wieder schließt. | |
Mi, 24.06.2015TV | Tanguy - Der NesthockerRaus!Als Regisseur Chatiliez 2001 den Nesthocker (‘Fils casanier‘) als lockere Komödie anging, ahnte er nicht, dass diese Situation heute gang und gebe ist: die erwachsenen Kinder bleiben im Hotel Mama. So werden hier leidgeprüfte Eltern vor Vergnügen laut aufjaulen, die Kids wegen ähnlich gemachter Erfahrung mit den Zähnen knirschen. Eine zeitlose Komödie mit drei grandiosen Hauptdarstellern. Vor allem Titelfigur Eric Berger scheint für die Rolle die Idealbesetzung zu sein, die man nicht mehr toppen kann. Er schafft den Spagat zwischen arroganter Unverschämtheit und liebendem Sohnemann. Aber auch die Eltern spielen die vielen Situationen wahnsinnig gut durch. Auch wenn Mutter Edith (Sabine Azéma) manchmal etwas überdrallert daherkommt, so wird sie vom Ehemann Paul (André Dussollier) immer wieder charmant auf den Boden der Tatsachen runtergeholt. Von Anfang an treffen die Dialoge einen ironischen Unterton nicht nur damit was gesagt wird, sondern auch jeweils wie sie es tun.
Das Vergnügen und die Spannung kommen vom Drehen an der Schmerzschraube der elterlichen Aktivitäten, um Tanguy zum Auszug zu bewegen: anfangs sind es nur Peanuts wie Stromausfall und Fischgeruch in seinem Zimmer. Doch dann kommen massivere Aktionen zum Einsatz: ein Tennisaufschlag von Paul schießt Tanguy krankenhausreif. Als das Liebesleben der Eltern leidet, selbst nachdem er ausgezogen ist, behandelt ihn Paul wie ein Kind, Mutter Edith macht ihn an der Uni lächerlich. Wie das zu einem amüsanten Ende geführt wird, ist schon genial, vor allem weil die Eltern in ihrer ganzen Hilflosigkeit fast zu tragischen Figuren mutieren. Und Oma Odile (Hélène Duc) begleitet alles mit realistischen Kommentaren. Ein zeitloser Spaß, dem der Ernst des Lebens im Nacken sitzt. | |
Di, 23.06.2015TV | SaskatschewanTypisch 50er JahreAllein das Poster des Films hat einen gewissen Sammlerwert. Damals wurden sie noch von eigens dafür ausgebildeten Plakatmalern angefertigt.
Saskatschewan gibt es wirklich. Es liegt mitten in Kanada und man lebt dort nach dem Motto ‘die Stärke vieler Völker‘. Und da lebten ja auch Indianer, die hier nicht per se die Bösen sind. Raol Walsh hat einen Standard-Western gedreht, wie es sie in den 50er Jahren massenhaft gab. Zwei Protagonisten: Alan Ladd (O’Rouke, Originaltitel!) und Shelly Winters (Grace) kriegen sich erst am Ende (da wird es wenig ‘Happy‘, keine Zeit, um das zu genießen). Der eher schmächtige Held überzeugt durch innere Ruhe und erkennt sofort, dass Grace zu Unrecht über was auch immer verdächtigt wird. Er verfolgt die gleiche Masche wie der ebenfalls kleinwüchsige Glen Ford. Zuvor muss er noch alle Konkurrenten aus dem Weg räumen bzw. ausstechen. Die üblichen Hahnenkämpfe. Alle Goodies und Badies sind klar auszumachen. Der dritte Hauptdarsteller ist die wunderschöne Landschaft und für die Spannung sorgen die Indianer. Je nach Situation wird das noch unterstützt durch ohrenbetäubende, fanfarenähnliche Blechmusik von einem größeren Orchester. Man verfolgte offensichtlich das Ziel je schriller desto spannender.
Man war halt damals leicht zufrieden zu stellen. Die Poster verbreiten mehr Spannung als die Handlung. Von Ladd und Winters einer ihrer schwächsten. Nur für Archivare. | |
Mo, 22.06.2015TV | Zwei ungleiche FreundeSpeed Dating‘Ich ziehe es vor, dass wir Freunde bleiben‘, so der Originaltitel. Doch was Toledano und Nakache hier abgeliefert haben, wird wohl kaum dazu beitragen.
Der Titel ist Inhaltsangabe. Man hat nur vergessen auf Speed Dating hinzuweisen. Sonst wäre alles gesagt. Es fängt mit zwei Witzen an. Ach was?! Zwei Kalauer als Einführung. Unheimlich witzig! Da gibt’s was auf die Schenkel. Was die Partnervermittlung hier nicht schafft, besorgt der gute Freud Serge (Gérard Depardieu, 2005 noch schlank und rank). Klar, dass er hier der große Womanizer ist, obwohl geschieden und auch letztlich allein bleibt wie sein Freund und Nobody mit der Halskrause Claude (Jean-Paul Rouve). Er macht auf verklemmt und schüchtern, die männliche From des ‘Hässlichen Entleins‘. Beide werden von Klischee zu Klischee weitergereicht bis sie schließlich in der märchenhaften Absurdität auf der anderen Seite des Atlantiks untergehen. Beide schauen uneingeladen auf Hochzeiten vorbei und Claude verliebt sich sofort in die Braut (Caroline Frank), trifft sie kurz darauf in New York, dem Dörfchen von nebenan. Seine Liebe wird dann doch nicht erwidert, Freund Serge ist plötzlich zur Stelle, schaut halt mal gerade so vorbei, umarmt und tröstet. Die Römer nannten das den ‘deus ex machina). Der gerät hier allerdings zur Witzfigur.
Wenn ich es nicht gesehen hätte, ich würde es nicht glauben. Zu so einem Unfug lässt sich der große Gèrard hinreißen? Und auch Annie Girardot hat zwei kurze Auftritte. Sie hat es mit ihrer Mutterrolle leichter: Alzheimer Light!? An Lionel Abelanski ist der Zug des Lebens auch vorbeigefahren.
Außer den beiden erzählten Witzen ist sonst weit und breit keiner zu finden. Nix mit französischer Leichtigkeit., Esprit oder Charme. Höchstens plumpe Stolperakrobatik durch aufgeblasene Nichtigkeiten. Ein nostalgischer Stoßseufzer, wenn ich an Depardieus und Richards Kongenialität denke. Hier geisterten noch ‘Hornochsen‘ und ‘Spaßvögel‘ durch die kassenfüllenden Titel. Aber das hier ist reiner Quatsch und absoluter Unfug. Es begann nicht sehr hoch und sank dann weiter im Niveau ab. K.V. Goldene Gurke. | |
Mo, 22.06.2015TV | Die AttentäterinLaues LüftchenIm Film des Libanesen Ziad Doueiri geht es nicht um das Warum? sondern nur um das Wieso? Der renommierte Chirurg Amin (Ali Suliman) fest etabliert in der israelischen Gesellschaft muss erfahren, dass seine Frau Siham (Reymond Amsalem) bei einem Selbstmordattentat ums Leben kam. Der Film schildert die stufenweise Erkenntnis Amins, dass es seine Frau war, mit der er lange verheiratet war und die er doch wohl nicht so genau kannte. Rückblenden zeigen den Beginn dieser großen Liebe, die durch das Attentat relativiert wird. (Siham: ‘Jedes Mal wenn wir auseinander gehen, stirbt ein Teil von mir.‘) In langen Diskussionen werden viele damit zusammenhängende Fragen diskutiert: Schicken die Palästinenser nur die Schwachen, weil die leichter zu manipulieren sind? Was tut Amin, wenn er einen Bombenleger auf dem OP-Tisch hat? Siham ist eine selbstständige Frau. Sie braucht Amin keine Rechenschaft über ihr Tun zu geben. Israel benutzt Siham als Begründung für Gegenmaßnahmen. Sie hatte doch ein erfülltes Leben. Frauen begehen Attentate, um ihre Ehre wiederherzustellen. Etc…
Auf all diese Fragen bekommen wir keine Antwort. Vielleicht weil es keine gibt. Ich hätte aber schon von einem Insider eine erwartet. Für den Film geht so die Spannung verloren. Da hat Doueiri von Tarantino nicht viel gelernt. Nur Atmosphäre und ein redliches Bemühen reichen nicht. So gesehen ist der Film überbewertet. Keine Zeitverschwendung, aber auch nicht packend. Wir werden entlassen mit einem lauen ‘Ja so ist das halt nun mal‘. Auch wenn du reich bist, alles im Leben hast – außer Kindern – kann es sein, dass man sich zu so einer Wahnsinnstat hinreißen lässt.
K.V. | |
So, 21.06.2015TV | ToastKrieg in der KücheEin Biopic über den berühmtesten TV Koch der Insel, Nigel Slater, der am Ende ein Cameo hat.
Gelungen ist der Charme der 60er Jahre mit Minirock, Teekannenwärmer und Mixer als Hightech in der Küche. Die Witze sind ganz passabel mit manch guten Einfällen wie im Vorspann die Namen der Darsteller als Markenartikel auf den Produkten. Aber getragen wird der Film von der prolligen Stiefmutter Helena Bonham Carter. Sie kann dem Stiefsohn glaubhaft gefährlich drohen oder ihm auch schmeicheln. Sie ist schlagfertig und nimmt kein Blatt vor den Mund. Anfangs nur Putze in High Heels und ständig rauchend. Nigels Elternhaus kommt in der Überzeichnung – aber gar nicht mal so untypisch für die damalige Zeit - ganz gut als herzlose Strafanstalt rüber. Vater (Ken Stott) ist ein ewig grantelnder Tyrann, Mutter (Victoria Hamilton) ist leidend, liebesunfähig, kücheninkompatibel und stirbt früh. Deshalb dann die Stiefmutter. Nigels Hinführung zu Düften und Geschmäckern wird plausibel geschildert. Und wenn es gar nichts anderes gibt, kommt halt ein Toast auf den Tisch.
Der Kleinkrieg in der Küche zwischen Nigel (jetzt Freddie Highmore) und HBC ist witzige Unterhaltung, die allerdings auch Opfer fordert. Vater isst sich zu Tode. Die gängigsten Köstlichkeiten der Briten wie Scones, Shepherd’s Pie und Trifle kommen ebenso vor wie wohlklingende Highlights der französischen Küche.
Ein wenig Klassenunterschiede gibt es auch noch auf einer Party und die legendäre ‘Pinta a day‘ (von Maggie Thatcher gleich Anfang der 70er Jahre abgeschafft) kommt dramaturgisch zum Einsatz. Kotz!
Musikalisch rundet Dusty Springfield das Zeitbild ab. Klar Britisch, zeitgemäß bunt, einfach nett. | |
Sa, 20.06.2015Kino | Dancing ArabsGeliehene IdentitätDer israelische Regisseur Eran Riklis schildert den Alltag einer Palästinenserfamilie im dem von Israel beherrschten Gebiet. Er macht das mit sehr viel Empathie für seine Figuren auf beiden Seiten. Es ist ein ernster, engagiert gehaltvoller Film über das Verhältnis der herrschenden Israelis mit ihrem ganzen Postkolonialismus zu den unterdrückten Arabern der Region. Riklis zeigt schon Kante, gruppiert unzählige Randprobleme um die Akteure herum, kann so schon mal kleine Szenen abbrechen.
Nur bei überdurchschnittlicher Intelligenz wie bei Eyad (Tawfeek Barhom) gibt es die Möglichkeit, eine israelische Eliteschule zu besuchen und zu studieren. Hierbei ist immer mit Mobbing zu rechnen. Eyad macht Sozialdienst bei dem an Muskelatrophie erkrankten Israeli Yonathan (Michael Moshonov). Der Palästinenser sieht dem Israeli auffallend ähnlich (sic! Symbolik), kopiert dessen Pass und macht für ihn Examen, danach zum zweiten Mal für sich. Erstaunlich die Hürden, die die jüdische Gesellschaft errichtet, doch Eyad schafft es. Nur in der Liebe hapert es: Naomi (Danielle Kitsis) will zum Militär. Da sind Kontakte zu Arabern unerwünscht.
Der Austausch der Identitäten der beiden jungen Männer hat nicht nur symbolischen Wert, hier kommt der Bestattung noch eine eigene Wertschätzung hinzu.
Hart an der Realität gibt es keinen Silberstreifen am Horizont. Die Atmosphäre wird bestimmt von Angst und Misstrauen auf beiden Seiten. Riklis beschönigt nichts, ist aber bemüht die Emotionen unter der Decke zu halten. Die Einzelschicksale machen schon einen tiefen Eindruck. Ebenso wie die Hoffnungslosigkeit, gegen die alle immer wieder ankämpfen. Es scheint eine Sisyphus-Arbeit zu sein, bei der die eigene Tradition und Religion das einzige ist, das Halt verspricht. Von den beiden englischen Titeln passt für diesen großartigen Film nur die ‘Geliehene Identität‘. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.