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Do, 30.04.2015
TV | Black Rainbow - Der schwarze Regenbogen
Halbherzig2 Sterne
Da ist Mike Hodges voll auf der Esoterikwelle (1989) mitgeschwommen. Am Anfang lässt er die Zuschauer noch im Ungewissen, ob das mit dem Medium klappt oder nicht. Manche Vorhersagen von Martha (Rosanna Arquette) sind zutreffend, andere nicht. Sieht so aus wie Trial and Error. Dann entwickelt sich da eine Vater-Tochter Problematik. Vater Walter (Jason Robards) säuft und macht Kasse, Tochter glaubt an sich und leidet unter Vater und toter Mutter. Als der Reporter Gary (Tom Hulce) auftaucht wird es eine Coming-Out Love Story und als ein Killer hinter Martha her ist, wird es sogar ein Krimi mit mäßigem Spannungspotential. Gary – so glaubt der leitende Redakteur - ist der geeignete Mann für diese Story, denn ‘er ist Agnostiker und ein Arschloch‘. Soviel zum Humor des Films. Doch Hodges bezieht keine klare Position. Lediglich der Eindruck wird immer stärker, dass Martha ein weiblicher Scharlatan ist, der das aber nicht weiß. Der Killer erschießt durch Marthas Geist hindurch den Vater (Mystery!), der bereits das ganze Kapital des Duos verzockt hatte. Man kann sich nur Garys Einschätzung anschließen. Nachdem er Martha genossen hatte (oder hat sie ihn verführt?) findet er ihre öffentlichen Auftritte nur ‘peinlich‘. Selbst das Publikum im Saal ist blass. Halbherziger Gulasch, der nicht anbrennt, selbst wenn man nicht umrührt! Mann-oh-Mann! Bei dem schwarzen Regenbogen verfinstert sich der Himmel. K.V.
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Do, 30.04.2015
TV | Der Tag bricht an
Rolle rückwärts4 Sterne
Ein Klassiker seines Genres, der durch genial durchkomponierte Bildfolgen glänzt, eine Handlung mit echt tragischer Ausweglosigkeit hat und eine zarte, unerfüllte Liebesgeschichte, die ihres Gleichen sucht. Dabei wird vom Ende her erzählt. Es beginnt: man hört einen kurzen Streit, ein Schuss fällt, ein Blinder findet einen Toten. Wenn Francois (Jean Gabin) in seinem engen, von der Polizei belagerten Zimmer auf und ab geht, wird es mit gleichförmiger Hammondorgel unterlegt. Die besondere Lage dieses Raums hoch oben über der Stadt ist unvergesslich, die Nachbarschaftsbeziehungen machen aus Francois einen traurigen Helden, dessen Arbeiterleben durch zwei Beziehungen geprägt wird: eine rein sexuelle zu Clara (Arletty) und eine tief empfundene zu Francoise (Jacqueline Laurent). Die eine ist nicht das Wahre (nur eine Not- und Schlafgemeinschaft), die andere verhindert der Bösewicht vom Dienst Valentin (Jules Berry) oder ‘das Ekel‘ wie Francois ihn nennt. ‘Er ist schlecht wie verdorbene Früchte‘ und kann an berühmte Vorbilder anknüpfen wie z.B. Shakespeares Iago. Er treibt dann auch Francois bewusst zu seinem Mord im Affekt. Er ist die fleischgewordene Verkörperung der Lust am Untergang. ‘Ich werde nicht geliebt, aber ich gefalle.‘ Die lyrischen Bilder in s/w zeigen graue Industrieanlagen und stehen in diametralen Gegensatz zur blühtenreinen fast kindlichen Liebesgeschichte (mit Teddybär und Brosche). Selten ist Jean Gabin so zartfühlend wie hier und ebenso selten sind die Einblicke, die uns Arletty gewährt. Die Zwangsläufigkeit der fatalen Umstände ist beispielhaft für das Genre. Der Realismus ist wunderschön verpackt. Drama statt Happy End. Eine Klasse für sich.
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Di, 28.04.2015
TV | Verbotene Spiele
Nebenkriegsschauplatz4 Sterne
Wir sind im 2. Weltkrieg. Fliegerangriff auf einen Flüchtlingstreck. Die Eltern der kleinen Paulette (herzergreifend Brigitte Fossey) kommen um, eine Bauernfamilie nimmt sie vorübergehend auf. Zusammen mit Michel (Georges Poujouly) versuchen beide Kinder spielerisch das Kriegsgeschehen zu verarbeiten. Sie legen heimlich einen Friedhof an‘, damit die Toten sich nicht langweilen‘. Dazu klauen sie von überall her Kreuze. Statt der Namen schreiben sie ‘Maulwurf‘ oder ‘Feldmaus‘ drauf. Der wirkliche Krieg bleibt in weiter Ferne, stattdessen bekämpfen sich zwei verfeindete Bauernfamilien wegen an sich alberner Vorwürfe. Sie entweihen den Friedhof durch ihre Prügelei. Da sind sogar spaßige Szenen dabei. Eine lange Tradition in Frankreich und auch anderswo, die ländliche Bevölkerung etwas schlicht darzustellen. Die Kinder lernen Beten, (beim ‘Vater Unser‘ sagt Michel ‘Gib uns lieber Brot‘), sie lernen das Kreuzzeichen machen, die Bedeutung des Wortes ‘ Amen‘ und Michel geht zur Beichte. Die Unbefangenheit der Kinder, wie sie mit dem Tod umgehen ohne zu dramatisieren, wie es oft die Erwachsenen tun, ist beeindruckend. Das heißt nicht, dass sie nicht traurig sind oder sich fürchten. Das schon, aber es ist gradliniger und ehrlicher. Wenn der Bauer Dollè Michel verprügelt, weint Paulette und die Steine weinen mit ihr. Und als jemand beim Roten Kreuz den Namen ‘Michel‘ sagt, wiederholt ihn Paulette immer wieder: suchend, tieftraurig, herzzerreißend bis das Wörtchen FIN über die Leinwand flimmert. Zuvor hatte Michel noch einen Deal mit seinem Vater versucht: Kreuze gegen Paulette, doch Bauer Dollé hält sein Wort nicht. So müssen auch die Kinder im Krieg Opfer bringen. Die emotionale Schiene wird durch den Ohrwurm ‘Romance Anonimo‘ unterstrichen. Es ist die Version, die Meister Narciso Yepes auf der Zehnsaitigen spielt.
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Mo, 27.04.2015
TV | Peace, Love & Misunderstanding
Grace die alte Socke4 Sterne
Bruce Beresford (Jahrgang 1940) hat einen Film gemacht – quasi ein Déjà-vu für Nostalgiker der Woodstock Generation. Für die damals Beteiligten ist der Inhalt wie ein Treffen mit alten Freunden. Da ist aber auch fast nichts ausgelassen worden. Kleidung, Einstellung zum Leben, Demofreudigkeit, lockerer Sex und natürlich viel Gras. Im Zentrum dieses turbulenten Familienswings steht Oma Grace (Jane Fonda). Sie spielt sich die alte Hippie-Seele aus dem Leib, steht zu ihren ‘Jugendsünden‘ fit wie ein Turnschuh. An ihrer Person will Beresford wohl auch demonstrieren, dass man an den ‘alten Werten‘ immer noch nicht aus Nostalgie hängt sondern aus Überzeugung. Er zeigt, dass die Woodstock People zwar durchgeknallt waren, aber nicht ungebildet. In Gesprächsfetzen fliegen schon mal Eugene O’Neill oder Arthur Miller übern Tisch und beim Stichwort ‘Dylan‘ wird schon mal nachgefragt ‘Bob‘ oder ‘Thomas‘? Die drei Worte des Titels werden gleichberechtig abgehandelt über drei Generationen hinweg. Typisch, dass der größte Gegensatz zwischen Grace und ihrer Tochter Diane (Catherine Keener) besteht. Für deren Kinder Zoe (Elizabeth Olsen) und Jake (Nat Wolff) ist Diane wiederum eine echte ‘Bumsbremse‘. Dennoch machen sie ihre ersten Liebeserfahrungen, während Mutter Diane sich scheiden lässt. Tut aber keinem so richtig weh. Den farblosen Ex (Kyle MacLachlan fast nur eine Cameo) ist sie los und mit Jude (Jeffrey Dean Morgan) steht Ersatz bereit. Es ist alles auf Hochglanz poliert inklusive Vollmond, Lagerfeuer und Weißkopfadler. Und mit Jakes preisgekröntem Film gelingt Beresford eine wiederholende Gesamtschau der Szene und würzt zusätzlich mit etwas Qualität. Atmosphärisch überzeugend, locker und witzig. Generationenübergreifend interessant.
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Mo, 27.04.2015
Kino | Hitchcock
Alf & Alma4 Sterne
Der Film ist nicht nur was für Cineasten, obwohl man ihn schon mehr genießen kann, wenn man mit der Materie etwas vertraut ist. Im Mittelpunkt steht ein Abschnitt aus dem Privatleben der Hitchcocks. Und bei denen kann man Privates kaum von der offiziellen Arbeit trennen. Regisseur Gervasi hat sich dabei zeitlich die Vorbereitung, die Durchführung und das hochgelobte Ende von ‘Psycho‘ ausgesucht. Unter den gut gecasteten Darstellern für dieses Projekt fällt vor allem James D’Arcy als Anthony Perkins auf. Nicht nur weil er dem Original ähnelt, sondern sich auch so zuckend bewegt. Da hat es Scarlett Johansson als Janet-Leigh-Darstellerin schon schwerer. Sie kann nur mit ihrer äußeren Schönheit punkten. Helen Mirren als die Ehefrau von Hitch kann schauspielerisch überzeugen mit ihrem großen Herzen für das kleine, dicke Kind. Aber auch inhaltlich überrascht sie durch den maßgeblichen Anteil am Gelingen des Films. Die ehelichen Stichleien und Eifersüchteleien sind ebenso geschliffen wie die Fachsimpeleien der beiden, ihre gegenseitigen Abhängigkeiten ebenso wie ihre individuellen Eskapaden. (klasse Drehbuch von John J. McLaughlin). Alle überragt natürlich Anthony Hopkins in der Titelrolle. Die Visagisten haben ihr Möglichstes getan, damit er Hitch sehr ähnlich sieht. Die Körperfülle stimmt auch. Aber wie er spricht und dabei die Lippen ausstülpt ist echt Alf-like. (So als rede er mit vollem Mund!) Es ist ein Einblick in einen kurzen Lebensabschnitt des Meisters des ‘Suspense‘, aber der ist sehr intensiv und anschaulich. Bevor die finalen Lobhudeleien einsetzen, menschelt es anrührend zwischen Alf und Alma. Und der schwarze Vogel, der sich auf Alfs Schulter setzt weist auf das nächst Hitch-Projekt hin. Unterhaltsam, beeindruckend und informativ.
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So, 26.04.2015
TV | Cleanskin - Bis zum Anschlag
Gesetzlose Rächer1 Stern
Tele 5 hat einen andern Film gesendet : OUTLAW
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Fr, 24.04.2015
Kino | Big Eyes
Spaß und Rührung4 Sterne
Die Preise für dieses Biopic sind voll gerechtfertigt. Tim Burton hat nicht nur über ein hervorragendes Drehbuch verfügen können, sondern er hatte auch noch zwei grandiose Darsteller vor der Kamera. Die Lebenswege des Malerehepaares Walter (Christoph Waltz) und Margaret Keane (Amy Adams) werden äußerst sensibel dargestellt. Wie sie durch Betrug und Selbstbetrug reich werden. Dabei geht es Walter nur ums Geld (und da ist er ein echtes Verkaufsgenie) und Margaret neben der Selbstverleugnung als Künstlerin auch um ihre neue Rolle als emanzipierte Frau. Wir sind in den 50er Jahren, als Ehefrauen ohne die Zustimmung ihres Mannes nicht voll geschäftsfähig waren. Amy Adams zeigt eine Frau zwischen Angst und Unsicherheit, zwischen dem damals herkömmlichen Rollenverständnis der Frau mit allem damit verbundenem Unterordnungszwang und der Notwendigkeit ihre künstlerische Neigung zu verleugnen. Dabei liebt sie diesen Walter doch… Der Kampf tobt in ihr und sie kommt allmählich dazu auch gegen Walter zu kämpfen. Der überrollt sie lange Zeit mit seiner Eloquenz und Machtposition. Obwohl man weiß, dass er die Bilder nicht gemalt hat, bleibt es weiterhin spannend. Der kommerzielle Erfolg treibt immer weitere Blüten (Poster, Postkarten) und auch die Kritiker rühren sich. Ein wahres Actionhighlight ist die Auseinandersetzung zwischen Walter und dem gaaanz coolen John Canaday (Terence Stamp), der eine Gabel als Angriffswaffe zwei Zentimeter vor seinem Auge stoppt. Christoph Waltz gibt Walters Weg in den Wahnsinn (Schizophrenie) grandios wieder - und bleibt bis zum Schluss doch ein Charmeur. Dabei gerät es fast außer Acht, dass die Kinderbilder mit den übergroßen Augen manchem den ästhetischen Magen umdrehen. Die Gerichtsszenen sind der absolute Höhepunkt des Films. Und die Lösung, mit der öffentlich dokumentiert wird, dass Margaret die Bilder gemalt hat, ist wahrlich genial. Beste Unterhaltung die bewegt und beide Arten von Tränen provoziert.

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richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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