Fr, 10.04.2015Kino | GallipoliAustralier im KriegEin fast vergessenes Kapitel der australischen Geschichte. Peter Weir hat daraus einen Kriegsfilm gemacht. Die Handlung konzentriert sich auf zwei Freunde Archy (Mark Lee) und Frank (Mel Gibson), die in ihrer Freizeit gerne und schnell laufen (Sprintstrecke). Sie melden sich freiwillig zur Armee.(1. Weltkrieg)
Man sieht den damals üblichen Patriotismus fröhliche Urstätt feiern, wie es auch in Europa empfunden wurde. Doch was hat Australien vom anderen Ende der Welt damit zu schaffen? Wie wir unsere Freiheit schon mal am Hindukusch verteidigt haben, so taten es die Australier damals für die britische Krone an den Dardanellen gegen die mit Deutschland verbündeten Türken. Die erste Hälfte ist eine Mischung aus Abenteuerurlaub und Feriencamp. Erst in der letzten halben Stunde wird ein Kriegsfilm draus. Da hat uns Peter Weir aber bereits eingelullt, sodass wir das kurze Schlachtengetümmel nur recht unbeteiligt miterleben.
Freilich gibt es hier wieder widersinnige Befehle und fatale Zufälle. Allein Frank, der anfangs ein Happy-Go-Lucky-Typ war, entpuppt sich als Feigling (1981! als Mel noch ein Jungspund war, lange vor Braveheart). Als Meldeläufer überlebt er zwar, weil sich Archy opfert.
Dieser Krieg ist wie jeder andere sinnlos leider wird er auch emotionslos dargestellt. Nur mal aus dem Schützengraben raus ins offene MG-Feuer ist als Kriegsfilm zu dünn. Vielleicht war Australien doch zu weit ab von Geschehen. Der schreiend mörderische deutsche Untertitel stammt ja wohl auch von einem deutschen Verleiher. | |
Mi, 08.04.2015Kino | Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)Der VogelmannWenn man bereit ist, dem Regisseur Inarritu zu folgen, kann man in diesem Film ins Land der Fantasie gelangen, wo alles möglich ist – auch wie ein Vogel fliegen.
Wenn man das ist, wird man den Film für groben Unfug halten. Eine Reihe von durchgeknallten Typen arbeiten sich aneinander ab, bis sich der Hauptdarsteller (ganz großartig Michael Keaton, das muss jeder zugeben) die Nasenspitze wegschießt.
Und falls man glaubt, den Film verstanden zu haben, sollte man sich gedanklich mit seinem Untertitel beschäftigen. Ahnungslosigkeit kann eine Tugend sein, wenn man wie Riggan Schauspieler aus dem Bauch heraus ist. Da wiegen dann die menschlichen Schwächen nicht allzu schwer. Und wenn die Glanzzeit vorüber ist, redet der Bruder Innerlich immer noch mit Birdman und steuert seine Handlungsweise. Dazu kann auch fliegen gehören. Zuvor haben wir schon gesehen, dass Birdman Riggan ‘Möbel rücken‘ kann, geschieden ist, seine Tochter Sam (Emma Stone) vernachlässigt hat und hinter jedem Rock (hier vor allem Andrea Riseborough) her ist, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Allein seine Ex Sylvia (Amy Ryan) versteht ihn – und hält sich deshalb auch phasenweise von ihm fern. Sein Kollege Mike (ebenso grandios Edward Norton) profiliert sich als Birdmans Alter Ego und würde Kollegin Lesley (Noami Watts) am liebsten auf der Bühne vernaschen.
Zwischen diesen ganzen Turbulenzen ragt nur eine Szene heraus, die man so für sich genommen verstehen kann. Riggan/Birdmans Gespräch mit der Rezensentin der Times Tabitha (Lindsey Duncan). Gnadenlos, unerbittlich vernichtend.
Bleibt die Frage nach dem offenen Schluss: Ist Birdman geflogen oder nicht? Sam schaut aus dem Fenster und lächelt…Anspruchsvoll! | |
Mo, 06.04.2015Kino | London BoulevardDas Gesetz des DschungelsWilliam Monahan hat eine Großstadtballade gemacht, die zeigt, wie man unter die Räder kommt, auch wenn man sich noch so sehr dagegen stemmt. Hier gilt das Gesetz des Dschungels. Die äußeren Umstände sind so, dass es nicht gelingt von der schiefen Bahn auf der anständigen Ebene zurückzukommen. Mitch, der Exknacki (Colin Farrell), versucht es, nimmt sogar einen Job als Bodyguard bei Promi Charlotte (Keira Knightley) an. Sie fürchtet die Paparazzi, die ihr Haus belagern. Im Gesamtbild ist sie allerdings nur Staffage, dagegen ist die Schwester von Mitch Briony (Anna Friel) so locker drauf, dass sie sich keinen Kopf um ihr mögliches Ende macht, das uns in letzter Konsequenz erspart bleibt. Mitch hatte sich mit dem großen Gangsterboss Rob Gant (Ray Winstone) angelegt. Briony ist seine Schwachstelle. Zwischen den beiden ‘Kampfhähnen‘ knistert es nur so vor Hass und verletzter Eitelkeit. Beide schenken sich nichts. Nur hat Rob mehr ‘Indianer‘.
Alle Figuren bewegen sich in einer bedrohlichen Atmosphäre, in der sich die Handlung ganz unaufdringlich durch die Gefahrenzonen bewegt. Hinter jeder Ecke, bei jedem Treffen lauert der Tod und kann blitzschnell und unvorbereitet zuschlagen. Selbst der korrupte Kommissar Bailey (Eddie Marsan) bleibt auf der Strecke. Andere kleine Nebenhandlungen sind Farbtupfer, die das Bild vom London Boulevard vervollständigen. Wenn Kameralegende Chris Menges die Bilder einfängt, sieht das alles schön aus. Schön gefährlich. | |
Mo, 06.04.2015TV | Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des KönigsKönig AragornVielleicht weil man sich an die Dauerklopperei gewöhnt hat, erscheint einem der letzte Teil als der Schwächste der drei.
Stattdessen tauchen in gedanklichen Sprechblasen nur zwei Fragen auf ‘Wann und wie kehrt der König heim?‘ und bekommt Arwen (Liv Tyler) ihren Herzbube Aragorn (Viggo Mortensen)? Ihre Mitbewerberin Eowyn (Miranda Otto), die ’Pferdeliebhaberin‘, geht leider leer aus. Dafür kann sie sich aber im Kampf als Drachentöterin – quasi Georgina - bewähren. Das nimmt man ihr schon eher ab als dem kleinen Legolas (Orlando Bloom) der die Riesenmammuts umlegt. Die tauchen hier ebenso neu auf wie die Flugsaurier – eine Anleihe bei Jules Verne. Wohltuend anders auch Frodos Kampf mit der Riesenspinne. Nach der spannenden Action kann man schon eine Verschnaufpause gebrauchen, aber dass der Abschied fast eine halbe Stunde dauern muss, ist doch wohl das Guten zu viel. Alle schauen nochmal vorbei und verabschieden sich. In der Endphase staubt es nur so vom Puderzucker des Glücks und es klebt alles vom süßen Honig der vertrauten Heimat.
Bleibt die Frage, ob Frodo mit Gandalf in die Todesbarke steigt oder in Urlaub segelt. Das sollte man dann doch besser beim alten Tolkien nachlesen.
Nachdem ich alle drei Teile gesehen habe, muss ich doch meine abschließende Bewertung nach Teil 1 etwas relativieren. Da ist zwar viel Licht, aber auch ‘ne ganze Menge Schatten. | |
Sa, 04.04.2015TV | Der Herr der Ringe - Die zwei TürmeSauron und SarumanDer Mittelteil einer Trilogie hat es erfahrungsgemäß immer am schwersten. Er liegt oftmals zwischen einem hoffnungsvollen Anfang und einem fulminanten Finale. Hier ist aber auch Teil 2 gelungen, weil die Entwicklung weitergeht und neue Komponenten hinzukommen. Und letztlich liegt es an Peter Jacksons Machart.
Die beiden Bösewichter Sauron und Saruman (Christopher Lee) werden für den Schluss aufgespart. Nach der innovativen Reiterschlacht auf Riesenhyänen ist natürlich das nächtliche Schlachtengetümmel bei der Erstürmung einer Felsenburg der Höhepunkt des Films. Das kam nicht so ausführlich und prall bei Tolkien vor, aber der Schnitt unterteilt die Handlung in drei bzw. vier Stränge, die parallel zueinander laufen Das erhöht die Spannung. Und wenn die ‘Ents‘ auftreten (laufende und sprechende Bäume, die Felsbrocken werfen) naht die Rettung. Neben den ausführlich geschilderten Kämpfen ist Platz für eine zarte Liebesgeschichte zwischen Aragorn (Viggo Mortensen) und Arwen (Liv Tyler). Das ist nicht nur problematisch, weil er sterblich und sie unsterblich ist – und sie ihren Status dadurch verlieren würde, sondern es gibt noch eine zweite Frau, die Aragorn liebt: Eowyn (Miranda Otto).
Am Ende folgt der Hinweis auf den dritten Teil ‘Die Schlacht um Mittelerde hat erst begonnen‘, denn man ‘muss weiterkämpfen für das Gute in der Welt‘. Man kann sich auf den 3. Teil dieser gehaltvollen und äußerst spannenden Unterhaltung freuen. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.