Sa, 04.04.2015TV | Der Herr der Ringe - Die GefährtenDer Gott der RingeJ.R.R. Tolkien dreht sich nicht im Grabe rum, sondern er könnte sich eher erstaunt die Augen reiben, wenn er Peter Jacksons Trilogie sehen würde.
Für uns bringt es den Vorteil, dass er die etwas langatmige Handlung griffig zeitgemäß bündelt und doch so nah wie nötig am Roman dran bleibt. (u.a. z.B. Zeichnungen!) Klar, dass es da massive Kürzungen und auch aus dramaturgischen Gründen Änderungen geben muss. Die drei Geschichten um Frodo (Elija Wood), Gandalf (Ian McKellen), Bilbo (Ian Holm) und Aragorn (Viggo Mortensen) aber auch um Arwen (Lichtgestalt Liv Tyler) und Galadriel (Cate Blanchet nur vorübergehend die Böse) um nur einige zu nennen, bieten durchaus spannende Unterhaltung. Sie bewegen sich zwischen Märchen und Abenteuer, zwischen Mystery und Mittelalter.
Das Verständnis wird erleichtert durch die Tatsache, dass die Guten meistens in Weiß daherkommen und die Bösen in tiefdunklem Schwarz. Dazu schleicht sich ein musikalischer Ohrwurm ins Gedächtnis, der als Entspannung gut zu der actionreichen Handlung passt.
Tolkiens nachhaltigste Erfindung die ‘Hobbits‘ wurden vor einer atemberaubenden Kulisse in Szene gesetzt. Die Optik ist zum Zunge schnalzen, die Dramatik dem Genre angepasst. Jackson macht es sehr geschickt, wie er die putzigen Wesen kleiner als die ‘Großmenschen‘ erscheinen lässt.
Der HERR DER RINGE ist neben AVATAR sicherlich eine der gelungensten filmischen Errungenschaften des frühen 21. Jahrhunderts. | |
Fr, 03.04.2015TV | Der PolizistJuden gegen JudenDer deutsche Titel beschönigt nicht nur die beschriebene Situation, sondern er ist auch schlichtweg einfach unzutreffend. Denn Yaron (Yiftach Klein), der Mann im Mittelpunkt der Handlung ist der Anführer einer Antiterroreinheit in Israel. In seiner Truppe ist der Teamgeist das absolute Nonplusultra. Es ist das altbekannte Motto ‘Einer für alle, alle für einen‘. Aber Regisseur Nadav Lapid legt auch Wert auf ganz persönliche, ja intime Details als Hintergrundinformation: Yaron massiert seine schwangere Frau ausgiebig und bandelt schon mal mit hübschen Kellnerinnen an.
Auf der anderen Seite formiert sich eine linke israelische Terrorgruppe, die vorhat israelische Milliardäre auf einer Hochzeit zu kidnappen. Ihre Anführerin ist Shira (Yaara Pelzig), da der eigentliche Anführer ‘nicht frei ist für die Liebe‘. Shira hat Probleme in der Liebe, verkopft wie sie ist. Die Botschaft, die die Terroristen vor Fernsehkameras verlesen werden lautet ‘Arme sollen reich werden. Reiche sollen sterben.‘
Oberflächlich betrachtet bietet der Film den Zuschauern die Möglichkeit, der Aktion der Ordnungsmacht zuzustimmen oder sich auf die Seite der Terroristen zu schlagen, falls man deren Forderungen für gerechtfertigt hält. Erst beim genaueren Hinschauen bemerkt man den Dilettantismus der Linken und die professionelle, emotionslose Erledigung eines Jobs durch Yarons Truppe. Auf ihrer Seite steht wohl auch Nadav Lapid. Bevor es dann zum erwarteten Angriff kommt, rechnet der Brautvater mit Shiras Jungs ab und zum Auffüllen des Spektrums gibt es noch ein Vater-Sohn Drama.
Durchaus spannend erzählt, mit vielen ausschmückenden Beiwerken eröffnet der Film neue Fronten. Nicht schlecht. | |
Fr, 03.04.2015TV | Hier und dortHeimat und FremdeEin typischer Festivalfilm. Der Titel weist auf die Problematik: zu Hause ist ‘Hier‘. Da leben Frau und Töchter. Hier wohnt Pedros Herz. Hier kann man aber kein Geld verdienen. Schon gar nicht wenn man wie Pedro (Pedro de los Santos) Musiker ist. ‘Dort‘ ist das ‘Gelobte Land‘ wo es Arbeit gibt. Also muss Pedro dorthin und seine schwangere Frau zurücklassen.
Der flüchtige lokale Erfolg reicht nicht für einen sicheren Lebensunterhalt. Auch eine Band zu gründen (Die Copa Kings) erweist sich als schwierig. Eheprobleme werden durch Schweigen sichtbar, das Verhältnis des Vaters zu seiner ältesten Tochter Lorena nur angedeutet. Auch einer nachfolgenden Generation, einem Breakdancer, ergeht es nicht besser. Es ist eher eine Neuauflage von Pedros Schicksal.
Ein kurzer Ausschnitt aus seiner Musik überzeugt ebenso wie der Text ‘Ich trinke auf alles was ich erreicht habe‘. Optimismus ist notwendig um dieses hoffnungslose Schicksal zu meistern.
Die Kamera ist oft fest fixiert, die Personen wandern kaum umher. Manchmal sind die Gesprächspartner gar nicht im Bild.
Es ist das uralte Thema von der Heimkehr aus der Fremde mit dem Wissen, dass es hier keine Zukunft gibt. Und ‘Dort‘ ist nicht die Heimat. Dort liegt das Geld. | |
Do, 02.04.2015TV | Trapped - 24 Stunden AngstIn der FalleMan kennt die über 1000 gefühlten Geiseldramen mit Lösegeldforderungen. Davon wird hier auch einiges ‘verbraten‘. Ohne gewisse Zutaten geht es halt nicht. Die kleinen logischen Unebenheiten tun der Spannung aber keinen Abbruch. Und die ist lange superhoch.
Die Handlung verfolgt drei Wege parallel. Der Anführer der Gang ist Joe (Kevin Bacon). Er hat Mutter Karen Jennings (Charlize Theron) in seiner Gewalt und er ist teuflisch gut. Unterschätzt aber seine Gegenspielerin. Sie gewinnt, indem sie ein Skalpell an seine Kronjuwelen hält. Seine Ehefrau Cheryl (Courtney Love) hat Karens Ehemann Will (Stuart Townsend) in der Mangel. Der macht sich seinen Beruf als Arzt zunutze. Und der etwas behinderte Marvin (Pruitt Taylor Vince) hält die kleine Abby versteckt, die unter Asthma leidet. Marvin hat noch nie einer Fliege etwas zu leide getan. (Auch in früheren Filmen nicht!). Joe und Cheryl waren selbst Eltern. Sie verdächtigen Doc Jennings natürlich fälschlicherweise.
Die Handlung gleitet auf psychologischen Pfaden einher: menschliche Schwächen werden ausgenutzt, verlockende Versuchungen angeboten und abgelehnt. Die Jennings versuchen die Gangster auseinanderzudividieren, denn jeder von ihnen hat einen Soft Spot. Diese Dreidimensionalität der Handlung hält sie lange Zeit spannungsgeladen in der Schwebe Zumal die Jennings geschickt zurückschlagen: Patronen aus dem Colt, Abby mit Handy auf der Flucht. Zum Finale dreht der Film dann nochmals richtig auf: mit einem Kleinflugzeug auf dem Highway und einer Massenkarambolage.
Auch wenn die Musik wie in alten Zeiten die Aktionen akzentuiert, stört das nicht weiter. Ist aber unnötig, denn es bleibt spannend allemal. Regie, Drehbuch und Darsteller ergänzen sich kongenial. | |
Do, 02.04.2015TV | Zwischen allen StühlenPlätscher-plätscherEs gibt Filme wie diesen, da fragt man sich ‘Was hat sich der Regisseur dabei eigentlich ‘Fisches Nachtgesang‘ von Ringelnatz. gedacht?‘ Der Originaltitel sucht eine Hortense, die nie auftaucht und die keiner im Film wiederentdecken kann und der deutsche Titel ist so vielsagend wie
In wenigen Szenen schimmert sogar ein wenig Charme durch die Ritzen der luftigen Handlung. Man erkennt etwas von Abschiebeproblematik, Eheproblemen und einem Comingout des Vaters (Claude Rich). Der Sohn ist altklug und alles läuft unter dem Motto ‘das Leben geht weiter‘. Man traut sich fast nicht den nichtssagenden Inhalt zu wiederholen: Ehefrau Iva (Kristin Scott Thomas) geht fremd, Ehemann Damien (Jean-Pierre Bacri) schmeißt sie raus, bevor er sie am Ende wieder in den Arm nimmt, weil es mit der jungen Aurore (Isabelle Carré) nicht geklappt hat.
Die Flüssigkeit von fast jeder Szene tröpfelt in ein Löschpapier. Alles bleibt ohne Wirkung. Ab und an spielt Regisseur Bonitzer mit dem Zufall. Das ist so auffällig, dass man sich verärgert auf den Schenkel klopft und schreit ‘Ach neh, ne?!‘
Selbst die vielgepriesene französische Leichtigkeit ist nicht zu entdecken. Wenn man nicht nach langem Gähnen eingeschlafen ist, kann man vielleicht Sägespäne im Mund verspüren – ohne Wasser. Es staubt. | |
Mi, 01.04.2015TV | Young AdultJugendliche ErwachseneAllein dem schauspielerischen Talent von Charlize Theron ist es zu danken, dass man über diesen mittelmäßigen Film kein böses Wort verliert. Sie spielt die etwas unreife, für Teenies schreibende Enddreißigerin erschreckend überzeugend. Die anderen Figuren bleiben blass. Die Ausgangssituation ist wie in unzähligen amerikanischen Filmen bereits geschildert, die Heimkehr nach vielen Jahren in den Ort, wo man aufgewachsen ist. Nur dass Mavis (Theron) beabsichtigt ihren Jugendschwarm (Patrick Wilson), der glücklich verheiratet und gerade Vater geworden ist, zurückzuerobern. Das Vorhaben muss scheitern, aber wie das geschieht, verdeutlicht nur die Hauptdarstellerin bravourös.
Es ist keine Komödie, eher ein Psychogramm einer gestörten, gescheiterten Frau, die man nur bemitleiden kann. Ihr wunderschönes Gesicht verfinstert sich, erstarrt in Eiseskälte, wobei es eine potentielle tödliche Gefahr ausstrahlt oder es wirkt nach durchsoffener Nacht leicht derangiert. Sie zeigt neben kurzen Einblicken in ihr Innenleben auch noch Reaktionen auf diese hinterwäldlerische, spießige Welt von Losern. Da bleibt vieles aber an der Oberfläche. Lediglich das Geschwisterpaar (Collette Wolfe, Patton Oswalt) hebt sich durch differenziertere Darstellung von den übrigen etwas ab. Diese beiden geben Mavis sogar Impulse für eine mögliche Weiterentwicklung, deren Auswirkungen aber am Ende offen bleiben. Man fragt sich, ob Mavis ein anderes, neues Leben beginnen kann? So ist das alles nichts Besonderes.
Jeder wird älter, aber nicht jeder wird erwachsen. | |
Di, 31.03.2015TV | Perfect Sense - Eine moderne LiebesgeschichtePerfekter MurksEine Science Fiction Parabel über den Verlust der Sinne: erst verschwindet der Geruch, dann der Geschmack und schließlich das Gehör. Und das Ganze im Rahmen einer Liebesgeschichte. Ein sonderbares Pärchen: der Koch Michael (Ewan McGregor) und die Epidemiologin! Susan (Eva-dieTräumerin-Green) verlieben sich in einander. Die Symptome der Erkrankung sind nachvollziehbar: Völlerei, Aggressivität als Vorstufen. Das Ende der Zivilisation deutet sich an. Das A-Loch-Spiel ist keine Erkenntniserweiterung, der Kuss durch den Mundschutz schon.
Es beginnt ein Leben jenseits von Fett und Mehl und jetzt werden wir mit Optimismus zugedeckt. Wir setzen die rosarote Brille auf und ab geht es und ins Reich der Wunschträume. Die Menschen sind dankbar überlebt zu haben und sind für einander da. Alles wird besser, die Menschen erlangen ein neues Bewusstsein, weil sie erkennen, was wirklich für sie wichtig ist. So wird am Ende alles besser. Ob man es glaubt oder nicht, das letzte Heilmittel ist die Liebe. Wahrlich keine neue Erkenntnis. Dann wird es dunkel, denn das Sehvermögen von Michael und Susan schwindet auch noch. Das der Zuschauer ebenfalls und das muss man nicht bedauern.
Etwas eindimensional läuft die Story ins Leere, will sagen ins Dunkele. Das Interesse schwindet. Dunkelheit kann durchaus wohltuend sein. Und der Titel? Egal ob ironisch gemeint oder als Behauptung. Völlig unklar, wie der Film größtenteils. K.V. | |
Sa, 28.03.2015Kino | Zu Ende ist alles erst am SchlussOma & ihr LieblingsenkelEs ist keine Tragödie, obwohl es zwei Todesfälle gibt. Aber Regisseur Rouve (hier als Hotelier zu sehen) kommt mit so viel herzerwärmendem Charme seiner Figuren daher, dass man eher zu Tränen gerührt ist. Dabei geht es eigentlich um erste Dinge: Oma Madeleine (Annie Cordy) soll ins Heim, ihre Söhne angeführt von Michel Blanc verkaufen hinter ihrem Rücken ihre Wohnung und seine Frau Natalie (Chantal-MadameClaude-Lauby) will sich von ihm scheiden lassen. Dabei wird die Geschichte vornehmlich aus der Perspektive von Enkel Romain (Mathieu Spinosi) erzählt, einem echten Charmebolzen mit Witz und Humor. In seiner Person laufen alle Handlungsfäden zusammen. Und zwar vor allem die der Alten, denn er ist ja der Jüngste in der Familie. Er ist so überaus nett und versteht Eltern und Oma besser als sie sich. Sogar in der Liebe kann beim ihm der Erfolg nicht ausbleiben.
Das Drehbuch verfolgt die gut gesetzten Gags nach dem Muster ‘Man begegnet im Leben allem und jedem immer zweimal‘: Anfangs kommt Romain zu spät zu Opas Beerdigung, am Ende verpasst seine Neue (Flore Bonaventura) die seiner geliebten Oma. Erst holt sich der Sohn Rat bei einem Tankwart, später der Vater. Und da gibt es volle Kanne aus der Taschenpsychologie: ‘Wenn das im Heute nicht weitergeht, beginnt das Morgen aus dem Gestern‘ oder ‘Die Realität liegt in der Evidenz, weil die Evidenz in der Realität liegt‘. Das braucht einen aber nicht weiter zu beunruhigen, denn der Gefragte versteht es auch nicht. Chantal erzählt z.B. wie sie sich in Michel verliebt hat. Später spielt er das genauso nach. Wenn Oma in ihrer alten Schule von den Kindern befragt wird, ist das ein echtes Highlight. Da verfolgt man den Abspann entspannt beim untertitelten Softsong ‘Lass dich gehen für die Dauer eines Kusses‘. Ein durch und durch Feel-Good Movie, das mit einem nichtssagenden deutschen Titel leben muss. | |
Fr, 27.03.2015TV | Auf offener StraßePolizeialltagEin Film über den Polizeialltag, Abteilung Drogendezernat. Das ist ganz interessant, aber keineswegs spannend. Tavernier war nie massenkompatibel. Hier kommt er fast dokumentarisch daher. Es baut sich keine Handlung auf, es entwickelt sich auch kein Drama. Nur der Kommissar ‘Lulu‘ (Didier Bezace) geleitet uns durch die Aktivitäten der Abteilung. Er sieht eher aus wie ein Oberlehrer mit großer Hornbrille bzw. ein Zwillingsbruder von Cyrano de Bergerac. Es wird verfolgt, festgenommen und versohlt. Ab und an schon mal jenseits der Legalität. Die ganze Abteilung ist eher ein Witz: Scherze wechseln sich mit Brutalitäten ab, Lulu hat eine Frau, aber auch eine Geliebte, die drogenabhängig und für ihn Spitzeldienste leistet.
Alles hat durchaus einen Bezug zur Realität, bietet aber lediglich mittelmäßige Unterhaltung, vieles ist bekannt, manches seltsam, weniges neu. Heute schwer nachvollziehbar, wieso der Film Anfang der 90er Jahre so viel Wirbel gemacht hat. Er lüftet kein Geheimnis, stellt niemanden bloß, es kracht nicht. Farblos wie der Titel. Er verzichtet auf einen Kommentar. Er kann nur einen Preis für seinen Minimalismus bekommen. Kollege Philippe Torreton als einzige Promiunterstützung und Charlotte Kady als optisches Feigenblatt, damit es kein reiner Männerfilm wird.
Der Originaltitel verweist auf einen Artikel der gesetzlichen Regelung der öffentlichen Gesundheit in Frankreich. K.V. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.