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So, 16.11.2014
TV | Die Frauen von Stepford
Cyborgs und Machos3 Sterne
Über die Notwendigkeit eines Remakes kann man durchaus geteilter Meinung sein. Dieser Film von Frank Oz hat einfach einen anderen Ansatz. Die Spannung ist ähnlich wie bei der Erstverfilmung. Hier liegt die Betonung mehr auf flachem Klamauk. Hier werden technisch hochwertige Exponate und Spezialeffekte vorgestellt mit funkensprühender Elektrizität in einer quietschebunten Umwelt. Die Aufteilung der Gesellschaft in Macho-Männer und Ehefrauen als weibliche Sklavinnen ist ja ganz nett, aber das neu hinzugekommene Ehepaar Joanna (Nicole Kidman) und Walter (Matthew Broderick) besetzt einen Zwischenraum, von dem man nicht genau weiß, wo sie hingehören. Ist Joanna inzwischen auch ein Roboter oder nicht? Ebenso ist es mit Walter. Einzig und allein Betty Midler macht hier mal als Gegenpol eine klasse Figur. Glen Close traut sich was als irre Gehirnchirurgin, die die Roboter gebaut hat. Sie gibt ihren Part selten unsympathisch und bleibt doch unglaubwürdig. Da kommt Gatte Christopher Walken schon wenigstens etwas geheimnisvoller daher. So bleibt es bei der Eindimensionalität nach der Aufklärung der Verhältnisse und die klischeehafte Umkehr der Männerrolle: sie kaufen jetzt ein. Die Frage, die der Roman von Ira Levin in den Vordergrund stellt ist ‘Will man einen perfekten Menschen?‘ Den, den man liebt, der hat ja auch irgendwelche Macken. Ist es gut, wenn man die ausmerzt und nur ein perfektes, barbyähnliches Wesen anhimmelt, das ohne eigenen Willen und nichts als schön ist? Ira Levin verneint das natürlich. Hier gibt es aber Passagen, die den Machos durchaus gefallen (Nicht nur die Frau als Geldautomat!). Ebenso wie die Erinnerung, dass diese servilen Mädels vor ihrem Umbau zum Cyborg früher einmal eine große Nummer in der Wirtschaft und Politik waren. So tief reicht hier die spaßige Unterhaltung nicht. Chance vertan.
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So, 16.11.2014
TV | Die Waffen der Frauen
Mit Können und Kurven4 Sterne
Da hat der Altmeister Mike Nichols eine amerikanische Erfolgsstory abgeliefert mit eingebauter Verwechslungskomödie. Das Arbeitermädchen Tess (Melanie Griffith) schafft den Aufstieg nach ganz oben. Natürlich mit den ‘Waffen der Frauen‘. Der deutsche Titel ist griffiger als der des Originals. Tess ist hübsch, clever und ehrgeizig. Ihre Chefin Katherine (Segourney Weaver) wird von ihr überrundet und als Zugabe fällt ihr auch noch der schnuckelige Jack (Harrison Ford) buchstäblich in den Schoß. Schon in den 80er Jahren bekundeten Frauen Veränderungen in ihrem Umfeld mit neuen Frisuren. Tess macht das hier ebenso: von der prolligen Mähne zur schnittigen Kurzhaarfrisur. Und zu Jack sagt sie, dass sie ein ‘Gespür fürs Geschäft und einen Körper für die Sünde habe.‘ Recht hat sie. Der Knaller vor dem Showdown mit Katherine ist ein Telefonat, das Jack im Bett auf Tessy liegend führt. Allein durch dieses Gespräch und den anschließenden Dialog bekommen wir eine äußerst überraschende Hintergrundinformation. Die liegt aber zwischen den Zeilen. Man kann sich alles selbst zusammenreimen, wenn man hört: ‘Skiunfall‘ und ‘Krankenhaus‘. Das fulminante Damenduell als Klimax läuft nach galanter Vorbereitung auf einer Party mit gekonnter Hinauszögerung bis zum erwarteten Happy Ende. Das ist zwar süß, aber nicht überzuckert. Um das Wohlfühlgefühl noch zu steigern singt Chris de Burgh ‘Lady in Red‘. Die Bilder lieferte Michael Ballhaus. Von den drei Hauptdarstellern bringt es Melanie Griffith besonders überzeugend rüber. Etwas weiblicher gebaut als die knöchrige Katherine, weicher, anschmiegsamer und geschmeidiger in jeder Situation. Harrison Ford muss da erst noch etwas geschubst werden, bis er sich traut. Mir hat’s gefallen.
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Sa, 15.11.2014
TV | City by the Sea
Mein Vater der Cop4 Sterne
Egal ob auf einer wahren Begebenheit beruhend oder nicht, man muss das erst einmal in ein Drehbuch zwängen, regie-mäßig umsetzen und auf ein hervorragendes Darsteller Ensemble zurückgreifen können. All das konnte Michael Caton-Jones. So entstand einer der besten Cop-Thriller auf der Vater-Sohn Basis. Auf der Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Gegenwart steht der Polizist Vincent LaMarca (Robert De Niro). Das Drama liegt in dem Ballast aus der Vergangenheit den er, wie jeder, mit sich rumschleppt. Da geht es um Verlassen Werden und um falsche Beschuldigungen. LaMarca lernt aus seinen üblen Erfahrungen mit seinem Vater. Die Geschichte könnte sich wiederholen, wenn man nichts ändert. LaMarca tut es und rettet seinen Sohn Joey (James Franco). Jedem ist natürlich klar, dass Joey unschuldig ist und alle Verdächtigungen sich in Luft auflösen werden, aber wie das hier geschieht mit Hilfe eines profunden Drehbuchs ist jenseits vom Mainstream. Dazu kommt noch die menschlich rührende Komponente. Neben der Vater-Sohn Problematik gibt es noch die Annäherung zwischen Opa LaMarca und seinem Enkel. Das ist Insulin pur fürs Zucker-Herz. Und auch seine Freundin Michelle (Frances McDormand) ist eine echte Stütze. LaMarcas Ex Maggie (Patti LuPone) gibt nur die keifende Nebelkrähe als Gegenpol zu den Guten. Da ist nichts übertrieben, alles verständlich und nachvollziehbar. Das ganze Umfeld ist nur Farbkolorit und rundet die Story ab. So wird man spannend unterhalten und von menschlichen Regungen gepackt, die vielen nicht unbekannt sind. Eigentlich nichts Außergewöhnliches. Und doch wird man gepackt.
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Fr, 14.11.2014
TV | Bibliothèque Pascal
Mona im Bordell4 Sterne
Ein verstörend bitteres Märchen, in dem Inhalt und Form zueinander passen wie der Mond zur Erde. Und auch der Titel bezieht sich auf einen Vergnügungstempel in Liverpool, in dem es keine Bücher gibt. Es ist die Geschichte von Mona (Orsolya Török-Illyés), die schwanger wird und im Bordell landet. Sie will ihre Tochter zurück. Die Ganoven sind nicht zimperlich. Es gibt Schläge, Drogen und bezahlten Sex. Gleich von Anfang an inszeniert Szabolcs Hajdu mit der Kamera eine Distanz zu den Darstellern, indem sie lange stumme Fahrten an ihnen vorbeimacht. Auch wenn man im Freien ist, wirkt die Atmosphäre immer irgendwie künstlich. Meistens ist es ein Jahrmarkt oder ein Zug, ein Bahnhof oder ein Wohnwagen. Zu einer weiteren Verfremdung kommt es durch special effects: z.B. das Pärchen sitzt reglos als Spanier verkleidet, Kunstlicht, seltsame Töne. Und die Kamera ist immer ganz dicht dran. Der Ausflug ins Surreale wird konsequent durchgehalten, sogar immer weiter bestimmend. Monas erschossener Vater befreit sie mit einer Blaskapelle aus dem Bordell. Bis hin zum Ende als Mona und ihre Tochter von leeren Tellern essen, aus leeren Gläsern trinken und die Möbelabteilung eines Kaufhauses ihr Kinderzimmer ist. Dazu hören wir das bekannteste Weihnachtslied. Ende gut, alles gut. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber auch die Gebrüder Grimm waren ja nicht ganz ohne, was so Tod und Teufel betrifft. Durch die Verfremdung und die wunderschönen Bilder wirkt Monas Schicksal erträglicher und wird aus der Horrorecke geholt. Beeindruckend ist es allemal.
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Do, 13.11.2014
TV | Event Horizon - Am Rande des Universums
Snip!1 Stern
Weltraum-Splatter mit viel Peng, Poch und Funken. Es rumst, blitzt und dampft was der Bildschirm aushält´. Eine pyrotechnische Gewaltorgie. Und zwischendurch erzählt sich die Crew unter Laurence Fishburne was von schwarzen Löchern und von einem Feuer in der Schwerelosigkeit. Danach kommt aber gleich der nächste Schocker mit Sturzbächen von Blut, alten Bekannten mit leeren Augenhöhlen und bunten Knalleffekten. Üblicherweise sucht man ein verschwundenes Raumschiff, findet es auch, aber die Besatzung ist im Jenseits. Nur einer blickt durch: Der Wissenschaftler Dr. Weir (Sam Neill). Der hat zwar das Raumschiff selbst gebaut – ehrlich, jetzt?! – verrät aber nichts. Mit zwei pfiffigen Wendungen versucht Regisseur Paul Anderson das rettende Ufer zu erreichen. Erst verschwindet der ganze Weltraumschrott in einem schwarzen Loch und weil das nicht genügt, kommt noch eine zweite Rettungscrew und beruhigt die angezählten Überlebenden mit ‘Alles wird gut! Ihr seid sicher!‘ Nur einmal braucht man raten, wer im Raumanzug des Anführers steckt, als der seinen Helm aufklappt… Bei manchen Leuten soll der Film ja eine Gruselwirkung erzielen. Vielleicht bis zum dritten Knaller. Das Plakat verspricht übrigens ‘Unendlicher Raum, unendlicher Terror‘. Das kann man nur ergänzen mit ‘Unendliche Sinnfreiheit‘. Der Film ist nach dem Raumschiff benannt: ist also etwas, das am Horizont der Ereignisse so schnell verglüht wie der Funken eines Feuerzeugs, das keine Flamme entfacht. Snip!
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Do, 13.11.2014
TV | J'accuse - Ich klage an
Mein Name ist 'J' accuse'4 Sterne
Ein erster Teil zeigt die Stimmungslage in Frankreich zu Beginn des 1. Weltkrieges (Volksfestcharakter). Wenn man sich in die Stummfilmsituation eingefunden hat, ist der Film vom Inhalt und von der Darstellung her immer noch anschauenswert. Alle Personen dieses Dreiecksverhältnisses Edith, Diaz (Dichter) und Francois (Ehemann) werden schmerzlich in die Wirren des Krieges mit hineingezogen und müssen teuer bezahlen. Briefe von Soldaten bereiten die emotionale Ebene vor und Skelette tanzen Ringelreihen. Der zweite Teil beinhaltet das Ehedrama. Edith (Maryse Dauvray) wird von Deutschen vergewaltigt. Es fallen vor allem die Zwischentexte auf: ‘Das Unglück schlich auf leisen Sohlen heran‘ und ‘über allem schwebt der Geist des Bösen‘. Und immer wieder ‘J’accuse‘. Wenn Diaz (Romuald Joubé) seine ‘Ode an die Sonne‘ vorträgt, sieht man nur Bilder. Später Edith als Opfer vor einem Kreuz. Sie ist Ehefrau, Geliebte, Mutter, und Tochter. Lange vor Asterix steht eine Figur, die Obelix sehr ähnlich sieht, als Anführer der Franzosen in vorderster Front: ‘Der Gallier‘. Das visionär beeindruckende, optische und gedankliche Finale gipfelt in einer bitterbösen Abrechnung mit allen für den Krieg Verantwortlichen. Erst Kreuze, dann Gefallene, schließlich Auferstandene kehren heim und fragen ‘Hat unser Opfer etwas bewirkt oder sind wir umsonst gestorben?‘ ‘Unter ihren Schritten konnte man in die Erde hineinschauen‘. Split Screen: oben Heeresmassen, unten Paraden. Diaz klagt auch die Sonne an, die alles ‘stumm, sanft und ohne Abscheu beleuchtet hat, wie ein grausiges Gesicht mit abgeschnittener Zunge‘. In technischer Qualität und Aussagekraft kann man Abel Gance durchaus als einen Vorläufer von Lewis Milestone und Sergei Eisenstein halten.
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Mo, 10.11.2014
TV | New York, I Love You
Ganz schön was los3 Sterne
In diesem zweiten Episodenfilm ist allen 10 Beträgen die Atmosphäre der Stadt gemeinsam. Big Apple schläft nie, egal ob im Freien oder innerhalb von Restaurants oder Hotels. Überall herrscht hektische Betriebsamkeit und immer wieder Taxis. Die einzelnen Beiträge sind sehr unterschiedlich, was den Inhalt und den Gehalt betrifft. Da gibt es Edelsteine wie ‘Central Park‘ von Brett Ratner mit James Caan und Olivia Thirlby, der angeblich gelähmten Tochter im Rollstuhl oder Fatih Akins ‘Chinatown 2‘. Hier fertigt ein Maler (Ugur Yücel) ein Portrait einer Verkäuferin (Shu Qi) mit Maggi und Senf an mit fatalen Spätfolgen. Oder ganz abstrakt arthousemäßig ‘Upper East Side‘ von Shekhar Kapur mit Julie Christie und John Hurt. Hier lädt eine ältere Diva einen Kellner zu einem Glas Sekt ein mit visionären tödlichen Folgen. Dann gibt es Halbedelsteine wie ‘Diamond District‘ von Mira Nair mit Natalie Portman, die außerdem auch noch einen eigenen Beitrag beigesteuert hat. Hier sind Perücken und kahle Köpfe im Focus. Auch ganz nett ist ‘Brighton Beach‘ von Joshua Marston mit dem alten Eli Wallach, der mit seiner Frau Cloris Leachman den 63. Hochzeitstag am Strand verbringt. Die beiden tutteligen Oldies bilden einen würdigen Abschluss. Manche Episoden kann man einfach nur als kurzen Witz erzählen wie z.B. ‘SoHo‘ von Yvan Attal. Hier baggert (sic!) Ethan Hawke eine Nutte (Maggie Q) an. Ebenso aus der gleichen Geschichte das philosophische Gespräch vor einem Restaurant zwischen Chris Cooper und Robin Wright Penn, die sich anscheinend gerade erst begegnet sind. Dabei praktizieren sie lediglich den heutigen strengen Raucher-Code. Ganz unterhaltsam.
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So, 09.11.2014
TV | Cloud Atlas - Der Wolkenatlas
Der Wolkenatlas5 Sterne
Dieser Film erschlägt einen. Optisch eine Granate, inhaltlich ein komplexes Geflecht, das durch die Jahrhunderte fegt und dessen einzelne Komponenten eigentlich fast nichts miteinander zutun haben: angefangen in grauer Vorzeit mit einem Mystery Touch, geht es in den Sklavenhandel des 19. Jahrhunderts, bezieht einen Komponisten mit ein und ein paar Cops von heute und landet schließlich in der Science Fiction Etage im Jahre 2321 mit geklonten Wesen. Was es für den Zuschauer so anstrengend macht, ist die Tatsache, dass ständig in diese ganz unterschiedlichen Ebenen hineingewechselt wird. Im Grunde ist es die Jagd nach einem Musikstück, dem Wolkenatlas Sextett, aber es geht dabei um Macht, Gewalt und Freiheit. Raum und Zeit werden überwunden. Das Ganze vollzieht sich in einem atemberaubenden Tempo mit schwindelerregenden Bildern. Bei der inhaltlichen Fülle ist sogar Platz für Klamauk und Komik. Tom Tykwer und die Wachowskis haben sich noch einen zusätzlichen Gag ausgedacht: die Weltstars spielen zwischen vier und sieben Rollen und sind von den Maskenbildnern bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. So beginnt bei den Zuschauern ein munteres Ratespiel darüber, wer wen zuerst erkennt. Dadurch wurde die Einzigartigkeit des Individuums aufgehoben und seine Einmaligkeit beseitigt. Es ist alles möglich. Ziel und Absichten treten schon mal in den Hintergrund, weil man sie nicht mehr so ganz blickt, wegen der Vordergründigkeit von rasanter Action und immer wieder erneut sprudelnden Aspekten. Der Roman von David Mitchell liest sich hingegen viel leichter. Hieraus der letzte Satz ‘Erst wenn du deinen letzten Atemzug getan hast, wirst du begreifen, dass dein Leben nicht mehr gewesen ist als ein Tropfen in einem grenzenlosen Ozean. Was aber ist ein Ozean anderes als eine Vielzahl von Tropfen.‘ Richtungsweisend für die Zukunft des Films. Der Zuschauer ist gefordert. Der Film ist hoch virtuell, äußerst anstrengend aber beeindruckend und unglaublich vielschichtig.
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So, 09.11.2014
TV | Gefühlsverwirrungen
Die neuen Nachbarn2 Sterne
Zwei Ehepaare, ein älteres Carole und Jacques (Nathalie Baye und Jean-Pierre Bacri) und ein jüngeres Edith und Francois (Isabelle Carrè und Melvil Poupaud) werden Nachbarn. Das kennt man ja: dann fängt der ältere Ehemann ein Verhältnis mit der jüngeren Nachbarin an. Man ist übertrieben lustig und grenzenlos freundlich zu einander. Auch klar, dass es rauskommt und Ärger gibt. Neu ist hier der Chor – eine farbenfroh gemischte Truppe - die das Geschehen musikalisch und inhaltlich kommentiert, wie in der griechischen Tragödie. Manchmal lustig, manchmal ernsthaft. Der Gesang ist zwar oftmals gewöhnungsbedürftig, endet aber ganz zum Schluss in einem harmonischen vielstimmigen Akkord. Neben der üblichen Eheproblematik gibt es vier lustige Einlagen, die das Komödiantische betonen sollen: Jacques, der ältere Ehemann beschmiert sich beim telefonieren selber im Gesicht, eine Großaufnahme von Ediths Badehose wird zum Heißluftballon, eine Nachricht mit einem Penis kommt durch Animation in Bewegung und ein nicht näher definierter chinesischer Einbrecher taucht auf und verschwindet wieder. Nur die Reaktion der beiden Frauen lohnt das Anschauen: Carole tobt und flucht und wird schwer verletzt. Edith heult gnadenlos und irrt von einem zu anderen. Carole wächst an der Problematik. Gibt sogar das Trinken auf. Edith bleibt ein armes hilfloses Hühnchen, das nicht rafft, was es da angerichtet hat. Die Mädels reißen es darstellerisch raus. Aus der locker leichten Liebeskomödie wird ein fast tragisches Drama. Allen vier Akteuren bleibt nur eine Erinnerung und der Chor meint zu Ediths und Jacques‘ Liebelei ‘Du bist der König der Welt‘ und ‘Du bist die Königin der Welt‘. Aber nur für kurze Zeit. Na ja. Geht so.
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Sa, 08.11.2014
TV | Die Taube
Dornröschen2 Sterne
Stille. Schweigen, Einsamkeit. Das ist nicht nur ein leiser Film, sondern ein ganz ganz leiser. Anne (Sandrine Kiberlain), eine Außenseiterin, verweigert sich jeder menschlichen Annäherung. Einzige Begleiterin ist die Kamera, die sie an sich ranlässt. Auch was um sie herum passiert, nimmt sie nur insofern war, dass der Zuschauer nicht den Faden verliert: eine Anmache des Küchenkollegen Raphael (Clément Sibony), ein missglücktes Kennenlernen eines Unbekannten, ein Pärchen beim Liebesspiel, das man nur hört. Ganz unverblümt und ohne Worte dazwischengeschaltet Retrospektiven: Baby, Ex-Ehemann, Hausverkauf. Dann kommt eine Taube in ihre Wohnung. Das Friedenssymbol berührt sie, kommt aber um. Anne kremiert sie und besucht Raphael, der ihr Job und Bett angeboten hatte. Eine Psychostudie, die so sanft und zartfühlend an den Stoff herangeht, dass er zu Blätterteig zerbröselt. Es staubt im Gemüt der Zuschauer beim Anblick dieses Dramas. Selbst der Hoffnungsschimmer am Ende – Anne lächelt zu ersten Mal und auch noch in Richtung Raphael – bleibt alles emotionslos trocken. Und dann noch der Hinweis auf das Märchen von Dornröschen. Das ist ja wenigstens ein kleiner Lichtblick. Die Franzosen nennen es ‘die Schöne, die im Wald schläft‘. Aber auch die ist allein, bis der Prinz kommt. Das soll hier wohl Raphael sein. Zu leise, zu langatmig, zu leer.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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