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Mi, 01.10.2014
TV | Stanley und Iris
Lesen & Lieben3 Sterne
Es ist praktisch ein Zweipersonen-Stück. Wobei Robert de Niro etwas authentischer wirkt als Jane Fonda. Nichtsdestotrotz lohnt es sich den Film anzuschauen, obwohl der Inhalt nicht wahnsinnig aufregend oder neu ist: die Liebe macht einen liebenswerten Analphabeten zum Leser und damit erfolgreichen Geschäftsmann. Bemerkenswert wie Martin Ritt (1990) das Gänseblümchen der nicht vorhandenen Lesekunst entblättert und in die Handlung mit einbaut: Kontoeröffnung, Straßenschilder lesen oder seinen Namen schreiben (‘So bin ich ein Nichts‘.). Die Liebesglut zwischen den beiden wird ungewöhnlich lange auf ganz kleiner Flamme gehalten, ohne dass die menschliche Nähe darunter leidet. Das Ende kennt man gleich nach dem Anfang. Aber wie dieser Schluss gemacht ist, geht doch stark in Richtung Schmonzette: kübelweise Erfolg und Reichtum zusammen mit dem Heiratsantrag… Na ja!? Bis kurz vorher war es noch eine warmherzig herbe Liebesgeschichte. Mit dem Ausgang schwebt man in einer Wolke von Puderzucker davon. Das will nicht so recht zum bisher Gesehenen passen. Es wird aber auch recht schnell ohne viel Engagement runtergespult. Nur die Schauspielkunst der beiden Hauptdarsteller hält einen am Bildschirm nicht der Plot. So bleibt der Film summa summarum nur gehobener Durchschnitt.
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Di, 30.09.2014
TV | Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika
Ehrfurcht vor dem Leben3 Sterne
Im Grunde kennt man ja die Vita des berühmten Doktors aus dem Elsass, der in Lambarene ein Krankenhaus betrieb und Weltruhm erlangte. Der Film endet mit seiner Rede anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises, der Krönung seines Lebenswerkes. Trotzdem hat Gavin Millar nochmals die wichtigsten Facetten seines Lebens zusammengestellt: ganz persönliche mit Frau (Barbara Hershey) und Tochter Rhena (Jeanette Hain). Sie diskutieren sehr heftig, ob Vater Albert seinen Freund Albert Einstein (Armin Rohde) unterstützen, sich des Vorwurfs ein Kommunist zu sein erwehren und die Atombombe ablehnen soll. Außerdem wird die allgemeine politische Großwetterlage der 50er Jahre berücksichtigt, als der Kommunistenjäger McCarthy sein Unwesen trieb. Auch die CIA lässt Schweitzer beobachten und liest seine Briefe. Hier wird ganz geschickt ein PR Mann (Samuel West) eingebaut, dessen zwielichtiges Spiel für etwas Spannung sorgt. Das ist notwendig, da sich auch einige Längen einschleichen. Und natürlich gibt es auch im Krankenhaus selber Probleme. Hier zeigt sich Krankenschwester Susi (Jennifer Ulrich) als vorübergehend renitent. Schließlich und endlich ist da noch die ‘provisorische Regierung‘ von Gabun, die mit der Schließung des Hospitals droht. Das ist unterhaltsames und informatives Kino getragen vom Titelhelden Jeroen Krabbé, der einen beachtenswerten Albert-Schweitzer-Look draufhat. Auffallend viele deutsche Schauspieler sind am Set (E. Weisgerber, H.-W. Meyer u.a.). Konventionell gemacht. Die Persönlichkeit Albert Schweitzers wird gewürdigt. Nur die letzten Bilder wirken etwas überhöhend. So bekommt der Zuschauer auch etwas ‘Ehrfurcht‘ vor dem großen Mann.
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Mo, 29.09.2014
TV | Blind Side - Die große Chance
Die ungeschützte Seite2 Sterne
Der Film ist ein Biopic, aber ein durch und durch Amerikanisches. Das liegt nicht nur am American Football, der hier unter anderem im Mittelpunkt steht, sondern es ist der Cinderella-Effekt, der bei den Amis so gut ankommt. Und wenn Großzügigkeit mit etwas menschlicher Wärme, spontane Hilfsbereitschaft mit selbstloser Freundlichkeit kombiniert werden, ist der Erfolg sicher. (siehe ‘amerikanische‘ Oscars!) Ein treibendes Element in diesem Märchen ist der Rassismus und der Gegensatz zwischen Reich und Arm, Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Hier werden die üblichen Klischees bedient. Auch das amerikanische Pathos kommt zum Einsatz: ‘Mut kann jeder Idiot haben, aber Ehre…‘ will sagen ‘Ehre ist wichtiger als Mut. Und damit es nicht alles so bilderbuchmäßig glatt verläuft, werden noch zwei Problemchen eingebaut: Mikes Herkunft aus den Slums mit den entsprechenden Kumpels und die Möglichkeit, dass die Millionärsfamilie ihn (Quinton Aaron) gekauft hat, weil er auf ihr Privatcollege gehen soll, das von ihnen finanziert wird. Beides bleibt harmlos. Auch Leigh Annes (Sandra Bullock) Freundinnen beim Kaffeeklatsch sind wie immer arrogant und dämlich. Literarische Querverbindungen zu ‘Ferdinand dem Stier‘ oder zu Charles Dickens sind ganz nett, reißen aber auch nichts, ähnlich wie Kathy Bates‘ Cameo. Alles läuft wie geschmiert vorgetrieben von einem allumfassenden Optimismus. An der ‘ungeschützten Seite‘ des Spektakels treffen sich vom Gehalt her ‘Die Bunte‘ und die ‘Pilcher‘. Märchenstund‘ mit Gold im Mund. K.V.
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So, 28.09.2014
TV | Solitary Man - Herzensbrecher a.D.
Der Einsame3 Sterne
Von der ersten bis zur letzten Einstellung beherrscht Michael Douglas souverän die Szene. Zwei bezeichnende Zurufe verdeutlichen gleich zu Anfang seine Situation: ‘Opa!‘ und ‘Dad!‘ Dazu erklingt Johnny Cashs Titelsong. Ben ist geschäftlich erfolgreich und ein etwas in die Jahre gekommener Womanizer, der alles was bei drei nicht auf den Bäumen ist… Jetzt mit 60 bekommt er Probleme. Mit dem äußeren Abstieg werden auch seine inneren Schwächen deutlich. Im Grunde ist er ein menschliches ‘Arschloch‘. Ihm nahestehende Personen wie seine Ex (Susan Sarandon), seine Tochter Susan (Jenna Fischer) und sein alter Jugendfreund Jimmy (Danny DeVito) begleiten ihn wohlwollend und stützen ihn. Aber eigentlich braucht er sie gar nicht. Er führt nach wie vor einen bumsfidelen Lebenswandel, bekommt Prügel und akzeptiert seine sich ständig verschlechternde Situation. Auf die Frage ‘Ist alles OK?‘ antwortet er ‘Es ist, wie es ist.‘ Und Schuld sind natürlich immer die anderen. Über seinen Gesundheitszustand kann man ebenso spekulieren, wie über die Frage, ob er aus seinen Lebenserfahrungen eine Lehre ziehen kann. Seine Ex und seine Tochter Susan legen den Finger in die Wunde des ewigen Jugendwahns und geben Denkanstöße. Der Film bleibt eine Antwort schuldig. Seine Ex stellt ihm nur die Frage ‘Willst du deiner Jugend ewig hinterherlaufen oder akzeptierst du dein Alter? Entscheide was du wirklich willst.‘ Der Zuschauer weiß, es ist letzteres, ansonsten kommt der Titel zum tragen. Ben braucht diese Erkenntnis auch gar nicht. Ihn rettet der Gong (Abspann). Diskussionswürdig.
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Fr, 26.09.2014
TV | My Week With Marilyn
Tiefenpsychologische Draufsicht4 Sterne
Michelle Williams hat die Marilyn sehr gut drauf: ihr Lächeln, den Schmollmund, ihre Bewegungen und ihren hüftenschwingenden Gang. Aber natürlich ist sie nur eine gute Kopie der Leinwandgöttin. Dabei kommt eine Fülle von Facetten ihres Wesens zum Vorschein, die wir zwar alle bereits kannten, aber hier werden sie nochmals gebündelt. Angefangen von Äußerlichkeiten wie denen, dass ein ganzes Filmstudio stundenlang auf sie warten musste oder ihr Gedächtnis, das man mit einem Schweizer Käse verglichen hat (Ihre legendären Hänger!). Neben ihrer Unzuverlässigkeit kommen aber auch ihre Verletzlichkeit und Unsicherheit zum Vorschein oft gemischt mit einem Touch Naivität. Auch ihre Alkohol- und Tablettenabhängigkeit wird erwähnt. Diese Informationen verdanken wir Colin Clark, der siehe Titel mit MM befreundet war. Der Wahrheitsgehalt lässt sich schwerlich nachprüfen, aber es entsteht ein in sich schlüssiges Bild der Norma Jean mit all dem Starrummel, der Fehlgeburt und letztlich immer wieder ihrer Liebesbedürftigkeit. Ihr Leben war ein Drama voller menschlicher Tragik. Dazu kamen stets die falschen Ehemänner. Wenn sie Kollegen und Regisseure (Kenneth Branagh) an den Rand des Wahnsinns trieb (außer Billy Wilder) erfuhr sie möglicherweise auch Zuspruch von Vivien Leigh (Julia Ormond) und Sybil Thorndike (Judi Dench). Die Beziehung zu Colin Clark – egal ob wahr oder übertrieben – fährt voll auf der emotionalen Schiene und beeindruckt durch Tiefgang. In diesen Szenen ist Eddie Redmayne ihr durchaus ebenbürtig. Simon Curtis‘ Debutfilm ist eine eindrucksvolle Charakterstudie voller Details. Man kann ihn aber auch als einen Beitrag zur Wahrheitssuche verstehen. Als Film kann es über ihn keine zwei Meinungen geben. Star ist, wenn alles um sie herum verblasst!
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Do, 25.09.2014
TV | Der Retter
Sachen gibt's...2 Sterne
‘Am Anfang‘ war alles ganz einfach. Betrug leicht gemacht. Beruht auf einer wahren Begebenheit. Philippe (Francois Cluzet) führt einen ganzen Ort an der Nase herum. Er beginnt einen Autobahnbau, den es offiziell gar nicht gibt. Klar, dass das irgendwann einmal auffliegen muss. Und so kommt auch wenig Spannung auf. Man folgt Philippe staunend und wundert sich ‘Das kann doch wohl nicht wahr sein‘. Verblüffend wie leicht und problemlos ohne Geld im luftleeren Raum agiert werden kann – eine gewisse Zeit zumindest. Und am besten funktioniert das bei den Frauen. Obwohl zwei von ihnen hier die einzig tragischen Figuren sind. Das Zimmermädchen Monika (Stéphanie Sokolinski) arbeitet später für Philippe und ahnt etwas und leidet darunter. Sie verehrt Philippe aus der Ferne. Die Bürgermeisterin Stéphane (Emmanuelle Devos) kommt ihm auch drauf, aber da war sie schon mit ihm im Bett. Auf ihr ‘Warum?‘ antwortet er ‘Weil es möglich war.‘ Stimmt. So einfach ist das. Lediglich der Ganove Abel (Gérard Depardieu) lässt durch seine physische Präsenz etwas Spannung aufkommen. Ein Strohfeuer, das mit dem Abspann erlischt. Eine Dokumentation eines Riesenschwindels, der buchstäblich auf Sand gebaut war und dessen Unterhaltungswert recht tief anzusetzen ist. Sachen gibt’s… K.V.
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Mi, 24.09.2014
TV | Die Nacht ist jung
Schlechtes Blut3 Sterne
Das ist Arthouse pur und dazu noch at its best. Die Promiriege lässt den Zuschauer den Atem anhalten. Das liegt zum einen an der komplexen Story und zum anderen an der Art und Weise wie sie erzählt wird. Es geht um Geld und Liebe, um Lust und Frust, eventuell sogar um Raub und Tod. Die anspruchsvollen Dialoge und die teils willkürliche, überraschend ungewöhnliche Abwechslung der Szenen erleichtern das Verständnis nicht. Sie führen zu einem Verfremdungs-Effekt, den wir bei eingefahrenen Sehgewohnheiten schwerlich überwinden können. Hinzu kommt noch eine Gangsterballade mit Verrat, einem Bruch und einem Operntod. Zentrales Thema ist: Wenn Liebe ohne Liebe ist, wird man von einem tödlichen Virus befallen. So ergeht es einem jungen Pärchen (Denis Lavant verliebt sich erneut und Julie Delpy ist ahnungslos auf der Flucht). Ein anderes ist im gemischten Alter (Michel Piccoli und Juliette Binoche). Er ist cool und wohlwollend, sie traurig und unwissend verliebt. Amor schießt überkreuz. Das kann ‘böses Blut‘ machen (Originaltitel) oder ist etwa das Blut der Betroffenen verseucht? Die Deutung geht in Richtung AIDS, der deutsche Titel voll daneben. Schwer vorstellbar, dass Léos Carax versucht hat, die Lyrik von Rimbaud zu verfilmen. Hier haben die üblichen Kriterien wie Spannung und Handlungsverlauf ihre Gültigkeit verloren. Bleibt die Optik als letzte Bastion auf hohem Niveau. Anspruchsvoll!
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Di, 23.09.2014
TV | Mosquito Coast
Eis für die Indios2 Sterne
Der Roman von Paul Theroux liest sich recht spannend. Der Film wird von zwei Superpromis getragen: Helen Mirren und Harrison Ford, es gibt zwei spektakuläre Feuersbrünste und einen Hurrikan. Und trotzdem will der Funke nicht so recht überspringen. Anfangs noch ein Gegensatz zwischen Zivilisation und reiner Natur verflacht die Handlung zu einer Familienexpedition in den Dschungel mit einem enthusiastischen Idealisten als Vater, Allie Fox. Das ist die einzige Figur, die etwas an Konturen gewinnt und zwar die eines autoritären Spinners, der jegliche Bodenhaftung verloren hat. Aber Harrison Ford eliminiert gleichzeitig die manchmal aufkommende Spannung durch seine Dauerpredigten. Es quasselt unentwegt. Frau und Kinder verstummen. Helen Mirren verblasst zum Muttchen, das geduldig den Anweisungen ihres Mannes Folge leistet. Erst als nach einer Stunde einige Guerilleros auftauchen, kommt vorübergehend etwas Spannung auf. Die Eisfabrik brennt ab. Aber schnell geht alles wieder ohne Komplikationen weiter. Dazu kommen aber immer wieder eine Reihe von logischen Fragezeichen, die der Roman so nicht zulässt. Das Umweltproblem geht völlig verloren und Harrison Ford gibt den Löffel ab. So treiben Frau und Kinder mit dem zerzausten Boot aufs Meer hinaus… Das ist kein offener Schluss, der ist einfach hohl und leer. Passt allerdings wiederum zu der Idee von Allie Fox, den Indianern im Urwald Speiseeis zu bringen. K.V.
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Sa, 20.09.2014
TV | Indiana Jones und der Tempel des Todes
Indy als Wohltäter3 Sterne
Diese Tetralogie war für Harrison Ford der absolute Durchbruch. Und es ist durchweg spannende Unterhaltung: diese Mischung aus perfektem Abenteuer mit Exotik und einem Schuss Komik. Aber kennst du einen, kennst du alle. Und jeder hat auch so seine Schwächen. Es beginnt hier voller Tempo und mit fast slapstickhaften Gags (s. das Fläschchen mit dem Gegengift). Im Mittelteil hängt der Film dann etwas durch. Die Tunnelfahrt mit der Kipplore ist zu lang und die Opferzeremonie ist weder komisch noch spannend einfach dämlich wegen der albernen Theatralik. Auch wenn Indy nur so tut…Gottseidank sind diesmal nicht die Nazis die Bösen, sondern die Inder. Aber dafür kommen pfiffige Dialoge und spaßige Situationen ins Spiel. Und dafür ist meistens Willie (Kate Capshaw) zuständig. Sie kreischt zwar ein bisschen viel, aber das gehört wohl so dazu. Sie ist kein Ersatz für Sean Connery. Im Schlussteil geht die Spannungskurve dann nochmal steil nach oben. Da kommt Harrison Ford fast an 007 ran, obwohl John Wayne meistens von der Kavallerie gerettet wurde. Für einen Wissenschaftler teilt er aber ganz schön aus. Die detektivische Kleinarbeit gerät hier etwas in den Hintergrund. Dafür gibt es einen sozialen Touch, der Spielberg wohl am Herzen liegt: Kinderarbeit. Hier wird Indy dann auch noch zum Heilsbringer hochstilisiert. Na ja, eine Familie hat er ja bereits. Insgesamt ist der ‘Tempel‘ etwas schwächer als ‘Schatz‘, ‘Kreuzzug‘ und ‘Kristallschädel. Aber dennoch gut zum Downchillen wie die anderen drei.
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Do, 18.09.2014
TV | Tilt
Game Over4 Sterne
Ein Liebesgeschichte aus Bulgarien als die ‘Mauer‘ einbrach, d.h. auch Bulgaren können nach Westdeutschland reisen. Die politische und davon abhängig auch die individuelle Atmosphäre dieser Wende im osteuropäischen Land werden realistisch wiedergegeben: düster, brutal und furchterregend. Angeheizt wird das Ganze, weil Becky (Radina Kardjilova) die Tochter eines hohen Polizeibeamten ist und die alten Seilschaften keineswegs tot sind. Vorübergehend arbeiten Stash (Yavor Baharov) und seine Kumpels in der BRD. Sie wollen Geld verdienen, um die Bar TILT eröffnen zu können. Verrat und handfeste Festnahmen verhindern das aber. Der soziale Abschaum wird nach oben gespült und dient den alten und neuen Machthabern als Erfüllungsgehilfe. Es kann mit der Bar nicht klappen. Doch die Liebe hält. Beckys Vater (Georgi Staykov) zieht immer noch die Fäden. Er macht Stash ein Angebot wie zwischen Pest und Cholera. Da er das Land nicht verlassen will, rutscht er ehrenhaft in die Kriminalität ab. Gefängnis, Becky wartet. Die Liebe besiegt zwar langfristig das archaische, verkrustete System. Es ist aber ein Pyrrhus-Sieg mit viel Schmerz und Leid errungen. Viktor Chouchkov erzählt diese Geschichte ungeschönt. Man kann erkennen, wie sich die Verhältnisse im Land langsam ändern: der Westen hält äußerlich Einzug, aber die Machtstrukturen erhalten sich und gegen dieses Bollwerk läuft ein Außenstehender vergeblich an. Es sei denn, er passt sich an. Sonst gilt TILT ‘Game over‘. Sehr anschaulich.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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