So, 17.08.2014TV | All Beauty Must DieAlle Schönheit muss sterbenDer Originaltitel ist der des Bioladens, den David (Ryan Gosling) und Kathie (Kirsten Dunst) aufmachen, der deutsche appelliert mehr an die Vergänglichkeit der Schönheit, was im Prinzip richtig sein kann, aber auf den Film kaum zutrifft. Es geht dem Regisseur Andrew Jarecki nicht um die Aufklärung der Morde, sondern anscheinend um das mörderische Ende einer Liebe. Die schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarsteller ist unbestritten großartig. Auch die Steigerung von Davids Radikalität ist nachvollziehbar: erst redet er laut mit sich selbst, dann will er keine Kinder, schließlich randaliert er und verprügelt seine Frau, zerrt sie in aller Öffentlichkeit an den Haaren von einer Party. Kathie demonstriert die übliche Leidensfähigkeit der Frauen. Trotz Schläge Rückkehr an den heimischen Herd. Wahre Begebenheit hin oder her, die Folgemorde sind etwas überraschend unglaubwürdig. Da kommen dann so Fragen auf, die mit ‘Wieso sollte eigentlich…?‘ anfangen. Die amerikanische Justiz sieht hier mal wieder alt aus, trotz Wiederaufnahme des Verfahrens nach fast 20 Jahren.
Trotzdem hätte ich gern gewusst, wo Kathie abgeblieben ist. Und ob David sie wirklich getötet hat. Hat er wahrscheinlich auch. Nix genaues weiß man nicht. So bleibt ein ungutes Gefühl zurück. | |
Sa, 16.08.2014Kino | Hectors Reise oder Die Suche nach dem GlückGlück gefunden ?!Die erste Stunde ergeht sich in lärmendem Prollgeschrei mit einem nur ansatzweise ernstzunehmenden Plot. Doch dann - mit der Gewaltszenerie im finstersten Afrika - entwickelt sich ein immer besser werdender Abenteuer- und Liebesfilm auf der Suche nach dem Glück. Wir erhalten viele Versionen, was das denn sei, dieses Glück. (z.B. ist es nicht die Vermeidung von Unglück oder Glück ist, wenn man so geliebt wird, wie man ist). Das tolle an einem durchdachten Drehbuch ist die Tatsache, dass alle drei Gefühlselemente, die später sichtbar gemacht werden, in diesem ersten Teil vorkommen: Angst, Glück, Trauer. Das wird unterstützt durch vier längere Cameos: Stellan Skarsgard als Multimillionär, Jean Reno als Gangsterboss, Toni Collette als Jugendfreundin Hectors (Simon Pegg), die die intellektuelle Aufarbeitung übernimmt und grandios meistert und Christopher Plummer als Professor, der Gemütszustände sichtbar machen kann. Er ist die Krönung von Hectors Suche. Und diese vier sind die Stufen zum gereiften Hector, der am Ende sogar frei nach Goethe weinen darf (‘Die Träne quillt, die Erde hat ihn wieder.‘) Da tropft dann zwar mal ganz kurz ein wenig der Schmalz, aber nur ein wenig, wenn Hector mit Freundin Clara (Rosamund Pike) telefoniert, die die Nutznießerin dieses Erwachsenwerdens ist. Viele kleine, feine Fäden ziehen sich durch die Handlung und gewinnen später erneut an Bedeutung: z.B. ein Foto oder ein Kugelschreiber. Und natürlich der fotogene Mops. Die Szenen mit seinem ersten Auftritt/Abgang erinnert in ihrer Heftigkeit an manchen Bond-Beginn.
Heiter, spannend, herzerwärmend. Und nachdem man den Film gesehen hat, kann man zumindest erahnen was ‘Glück‘ ist. | |
Do, 14.08.2014TV | Naokos LächelnTränen statt LächelnDer Film könnte auch Naokos (Rinko Kikuchi) Tränen heißen, denn hier wird nie gelächelt dafür aber viel geweint. Ein Lächeln klingt vielleicht besser, hat aber mit dem Film soviel zu tun wie Thunfisch mit Tunwort. Größtenteils ist es der Student Toru (Ken-’ichi Matsuyama), der auf der Suche ist. Er will sich selbst finden, Erwachsenwerden und seine weiblichen Mitmenschen begreifen. Zu diesem Zweck probiert er einige Mädels aus, die selbst noch etwas unreif sind und zwischen Weinkrämpfen, Weltschmerz und unentschlossener Langeweile hin und her pendeln. In langen Dialogen geht es um den Charlotte Roche Titel, ohne dass eine Antwort gefunden wird. Größtenteils wird der Ton von den wimmernden Geigen überdeckt, und man kann nur die beeindruckende Landschaft genießen. Zur zeitlichen Einordnung sehen wir Bilder von Studentenunruhen, die aber mit der Handlung nichts zu tun haben und zur Erklärung für manch unerfüllte Liebesnacht erklingt ‘Norwegain Wood‘ von den Beatles. Ist auch einer von mehreren Auslandstiteln. Da musste auch John in der Badewanne allein schlafen. Und am Ende ist Schluss. Wer hätte das gedacht. Es bleibt ein kryptisches Gewirr aus impressionistischen Versatzstücken von Liebe und Tod in stürmisch schöner Natur. K.V. | |
Do, 14.08.2014TV | The Birdcage - Ein Paradies für schrille VögelNoch ein Käfig voller NarrenHier treffen gesellschaftliche Welten aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Sohn eines Homo-Pärchens, das einen Travestie Club hat, will die Tochter eines erzkonservativen Senators heiraten.
Als süße ‘Eltern‘ posieren Robin Williams und Nathan Lane, der seinem Partner hier glatt die Schau stielt. Auch die Gegenseite ist hochkarätig besetzt. Der Senator ist Gene Hackman und Dianne Wiest seine Frau.
Das Treffen wird genial vorbereitet, weil die schrillen Vögel in Erwartung der hohen Gäste alles tun, um normal zu erscheinen: Haus umrüsten, Manieren und Bewegungen ändern. Das ist Spitzenkomik vom Feinsten. Und das Tollste dabei ist, dass sich die Schwulen selbst auf den Arm nehmen. Dabei wird kein Vorurteil ausgelassen. Interessanterweise haben der Senator und Nathan Lane als verkleidete Mutter, der schon mal die Perücke verrutscht, dieselben Ansichten. Sie sind beide gegen Schwule oder die Abtreibung. Aber es wird auch noch gegessen, getrunken, getanzt und gesungen. Da dreht das Ensemble aber voll auf. Das war schon ein Höhepunkt des Films, doch es kommt noch einer. Und das ist der grandiose Schluss. Nach den ironischen Seitenhieben auf die Paparazzi ist klar, dass der Bird Cage Club von ihnen belagert wird. Wie kommen der Senator und seine Familie an ihnen unerkannt vorbei? Sie wählen eine Verkleidung, die sie an sich total ablehnen. Toll!
Mike Nichols ist eine schrille Komödie gelungen. Hochkarätig besetzt mit Witz und sehr viel Tempo. | |
Mi, 13.08.2014TV | Das SpielzeugEric AlmightyDas ist eine eindringliche Gesellschaftssatire, die neben der durchschlagenden Komik auch noch einen pädagogischen Touch hat. Einer der besten Filme mit Pierre Richard. Der ist hier Francois Perrin, Journalist und arbeitslos und wird vom Multimillionär Rambal-Cochet (Michel Bouquet) als Spielzeug für dessen elfjährigen Sohn Eric (Fabrice Greco) gekauft. Der Bub hat alles und darf alles. Die Stärke der Gags wird, obwohl gut dosiert, und von nur lustig über prekär bis hin zu richtig böse so gekonnt gesteigert, dass man immer noch die ernsten Absichten dahinter erkennt. Natürlich hat der Komiker einzelne Spezialeinsätze zu absolvieren. Ist es zunächst noch das Aufsitzen auf einem Pferd, stürzen Francois und sein neuer Freund Eric die Gartenparty des Vaters in ein Chaos, weil beide ihre Rollen konsequent durchziehen mit einem Showdown à la Western und der Rettung durch die Kavallerie. Da spielen sogar die Gewerkschaften mit. Bei den komischen Situationen schwankt der Actionpegel zwischen reinem Spaß und latentem Ernst hin und her mit wechselnden Siegern. So kommt die Sahnetorte erst mit Verzögerung zu ihrem viel effektvolleren Einsatz. Durch die gemeinsame Zeitung (‘6000Angestellte, 6000 Spielsachen‘) erkennt Eric die kapitalistische Machtfülle des Übervaters. Der darf aber immerhin wenigstens noch die Frage stellen ‘Wer ist hier das Monster? Der, der den Befehl erteilt oder der, der ihn ausführt?‘ Und Francois Perrin wollte dem kleinen Eric eine Chance geben, ein Mensch zu werden. Chapeau! Ein gelungener Spaß mit ehrenwerten Absichten. Oder ganz allgemein gesagt eine Kapitalismusschelte. | |
Mi, 13.08.2014Kino | Ein Augenblick LiebeEin TreffenLisa Azuelos hat eine federleichte Liebesgeschichte geschaffen. Elsa (Sophie Marceau) und Pierre (Francois Cluzet) sind die unglücklich Glücklichen. Die Chemie zwischen den beiden ‘Helden‘ ist so gut, dass momentane Empfindungen durch Großaufnahmen in ihrer Mimik wie in einem offenen Buch lesen lassen. Auch die jeweilige häusliche Situation: verheiratet bzw. alleinerziehend wird kein Problem. Die Situation mit den Kindern ist durchaus realistisch und dient eher der Erheiterung. Das Entscheidende an dieser Romanze ist aber, dass alle Sexualität ausschließlich in der Fantasie der beiden Beteiligten stattfindet. Und das ist so raffiniert geschnitten, dass man es vorübergehend für die Realität hält. Will sagen die Liebenden leben ihre sexuellen Wünsche nicht realiter aus. Dem Zuschauer wird so nichts vorenthalten, was er heutzutage von einer Liebesgeschichte erwartet. Er muss aber immer wieder begreifen, dass das, was er sieht, so nicht wirklich passiert ist. Auf diese Weise wird eine Art Schwebezustand erreicht, in dem die Verliebten umherflattern, ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Pierres Ehefrau Anne (gespielt von der Regisseurin selbst) bringt nur etwas Frust oder einen Hauch von Eheproblematik mit hinein. Das stört aber weiter nicht, da es immer nur ein kleiner Einschub ist. Der deutsche Titel passt für die Momente, wenn sich Elsa und Pierre begegnen, immer wieder. Nur der geniale Schluss passt dann nicht so recht: die letzte Zettelbotschaft lautet nämlich ‘Unsere Liebe für die Ewigkeit‘, nicht für den Augenblick. Drum heißt der Film auch im Original nur ‘Ein Treffen‘. Erfrischende Sommerunterhaltung. | |
Di, 12.08.2014TV | A Gang Story - Eine Frage der EhreDie LyonerEin spannendes Gangsterepos mit Tiefgang. Manche fühlen sich an den Paten erinnert, andere an ‘Es war einmal in Amerika‘. Das liegt zum einen an den spektakulären Morden (inklusive Dobermann), zum anderen an der Jugendfreundschaft von Serge (Tchéky Karyo) und Momon (Gérard Lanvin).
Das halbseidene Milieu ist stimmig, mit leichten Anspielungen auf Momons Herkunft: die Zigeuner. Die Story ist sehr detailliert mit geschickt eingebauten Rückblenden und die Darsteller sind durchweg überzeugend. Es entsteht ein fast kumpelhaftes Verhältnis zwischen der Polizei und Gangstern, die sich über Jahre miteinander beschäftigen. (‘Wir frieren uns draußen die Eier ab und schauen euch beim Ficken zu.‘) Es herrscht Gewalt auch gegen Frauen. Und hier ist es Momons Frau Janou (Valeria Cavalli), die der Handlung neben der Killerei eine weitere Qualität verleiht. Sie stellt als Gewissen von Manon, die Fragen, die Gangster gar nicht mögen und ist relativ eigenständig.
Blutige Schocker sind an der Tagesordnung und gehören ja wohl zum Geschäft wie der Croissant zum Kaffee. Nicht so alltäglich ist der Deal, den Momon mit der Polizei macht, als er erfährt, dass Serge jahrelang ein Verräter (Polizeispitzel) war. Aber das tut er mit Würde und ist aller Gangsterehren wert. Ein klasse Krimi: spannend, packend und voll menschlicher Tragik. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.