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Do, 19.12.2013
TV | Barney's Version
Barney Alzheimer4 Sterne
Es beginnt als locker lustige Gesellschaftskomödie, in der Barney Panofsky (Paul Giamatti) seine drei verflossenen Ehen revuepassieren lässt. Die drei äußerst gut aussehenden Mädels Clara (Rachelle Lefebre), die zweite Mrs P. Minnie Driver und Miriam (Rosamund Pike) traut man Barney nicht so recht zu. Zumal Paul Giamatti (keineswegs ein Beau) sonst eher als Trottel oder Bösewicht glänzen konnte. Doch mit Vater Izzy Panofsky (Dustin Hoffman) erweitert sich der Spielraum der Handlung zu einer ernsten Komödie mit Qualitätszuschlag. Vater Izzy sorgt für die Jokes : - ‘Das Hühnchen ist köstlich.‘ - ‘ Das ist Fisch!‘ - ‘Ohne Scheiß?‘ und Sohn Barney kriegt Alzheimer. Hier reichen die Andeutungen ohne viel Theatralik. Besonders Miriam versteht hier den Spagat zwischen in Liebe erkalteter Ehefrau und krankenschwesterlicher Freundin erstaunlich gut rüber zu bringen. Die Krankheit kommt wie ein Überfall und schreitet bis zum Ende beharrlich fort. Ganz nebenbei läuft noch eine Mordanklage gegen Barney. So wird noch etwas für Anspannung gesorgt. Unterm Strich bleibt eine amüsante Unterhaltung, eine gelungene Mischung aus ernst und lustig mit tollen Darstellern.
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Mi, 18.12.2013
TV | Legenden der Leidenschaft
Im Herbst des Lebens3 Sterne
Das ist einer der amerikanischsten Filme aus Hollywood, ein Familienepos vom Leben auf einer Ranch, mit Cowboys und indianischen Hilfskräften. Hier lebt der Patriarch William Ludlow (Anthony Hopkins) und seine drei Söhne: Samuel (Henry Thomas), Tristan (Brad Pitt) und Alfred (Aidan Quinn). Alle drei sind sehr unterschiedlich, nur in einem Punkt sind sie sich ähnlich: sie lieben alle der Reihe nach Susannah (Julia Ormond). Es wird gestorben und geliebt, die Söhne verlassen das Haus und kehren wieder zurück und alles vor einer wunderschönen Landschaft als Kulisse. Gegen Ende wird die Geschichte dann allerdings etwas unübersichtlich mit Alkoholschmuggel, Alfreds politischer Karriere und Susannahs Abgang. Und ganz am Ende kommt die typisch amerikanische Lösung aller Probleme mit der Knarre. Das befremdet etwas diesseits des Atlantiks, denn wir haben das Faustrecht schon lange überwunden. Außer man bezieht sich auf Mord aus Leidenschaft. Dann dürfen die Ludlows alles niederballern. Und über allem wabert die große Liebe zwischen Tristan und Susannah. Beide heiraten in entgegengesetzte Richtung und unter der Oberfläche glimmt die Glut ihrer Leidenschaft. Wenn Tränen eine Kriterium für Herz-Schmerz-Filme sind, dann trifft das hier voll zu. Man wird von Stoßseufzer zu Stoßseufzer gejagt, kann mitleiden und schön emotional ergriffen sein.
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Mi, 18.12.2013
TV | Home for Christmas
Stille Nacht, laute Nacht2 Sterne
Es ist nicht unbedingt ein Anti-Weihnachtsfilm, sondern der Heilige Abend ist halt ein Abend wie jeder andere im Jahr – nur ein bisschen anders. Es wird geliebt und gelacht, betrogen und geholfen und es gibt auch Spaß und zwar etwas einseitig, je nachdem von welcher Seite man es betrachtet. Hier ist der Verlassene als Weihnachtsmann verkleidet und die Ex macht ihn in der Küche an. Falsche Eheversprechen mit aufschiebender Wirkung klärt Regisseur Hamer auf seine eigene Art: ohne Kommentar. Da tragen Ehefrau und Geliebte den gleichen roten Schal in der Kirche…Der wilde Liebhaber hat das mit dem Fest der Liebe wohl allzu wörtlich genommen. Alte Jugendliebe trifft sich wieder, ist erkaltet. Alte Liebe, die die Goldene überdauert hat, hält stumm Händchen und lächelt. Tod und Geburt liegen nahe bei einander. Ein Mediziner hilft Flüchtlingen mit ihrem Neugeborenen beim Weiterkommen. Hamers herber Humor kann lustig sein, geht ansatzlos in menschliche Dramen über und wird plötzlich todernst. In der nächsten rührenden Episode kann er uns Honig in die Seele träufeln und uns kurz danach mit seinem Realismus erschrecken. Es ist mitunter eine ‘Stille Nacht‘. Die Flüchtlinge aus dem Kosovo sehen das Nordlicht und wir hören den Song ‘Home for Christmas‘. Ein übertrieben versöhnliches, angeschmalztes Ende. Da ist dann doch zu viel Puderzucker auf dem Christstollen.
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Di, 17.12.2013
TV | Vorsicht Sehnsucht
Narrenkraut2 Sterne
Eine kleine Geschichte erzählt Alain Resnais ganz großartig. Marguerite (Sabine Azéma) wird die Handtasche geklaut und George (André Dussollier) findet ihre Brieftasche. Daraus ergeben sich Irrungen und Wirrungen von Gefühlen der beiden auf einander zu und voneinander weg. Ihre Aktivitäten werden von einem Off-Kommentar begleitet, der in einfacher Sprache philosophischen Tiefgang erreicht. Resnais arbeitet wie immer mit Wiederholungen und Rückwärtsspulen. Um die fehlende Handlung etwas fülliger zu gestalten, wird George eine Ehefrau Suzanne (Anne Consigny) und Marguerite eine Freundin (Emmanuelle Devos) zur Seite gestellt. Beide befürworten die diversen Treffen der ‘Liebenden‘ bis hin zu einem gemeinsamen Flug. Das Ende ist bewusst kryptisch gehalten: Absturz oder ménage à trois? Kunstflug wegen offenem Hosenlatz? Dann eine kindliche Frage, die nichts mit dem Film zu tun hat (‘Wenn ich eine Katze wäre, dürfte ich dann Kroketten essen?‘). Es gibt halt Sehnsüchte. Jeder hat welche, normale und absonderliche. Ein etwas exzentrisch abgehobenes Ende, das man nur wegen der hypnotischen Schauspielkunst der interessanten Darsteller erlebt.
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Mo, 16.12.2013
TV | Blutmond
Menschenjäger4 Sterne
Die uralte Version von Michael Mann ist mindestens genauso gut wie die mit den ‘Schweigenden Lämmern‘, ‘Hannibal‘ oder dem ‘Roten Drachen‘. Unspektakulär aber bolzengerade im Spannungsaufbau kann man hier erfolgreiche Polizeiarbeit nachvollziehen. Alles läuft aufs Finale hinaus: der coole aber clevere Cop (William L. Petersen) und der erst spät auftretende Unhold Francis Dollarhyde (Tom Noonan). Der wirkt allein schon durch seinen unproportionalen Körperbau und seine unheimlichen Bewegungen. In seiner ganzen Liebesunfähigkeit gleitet er ins Verbrechen. Vor dem finalen Duell der beiden steht jedem noch ein weibliches Wesen zur Seite, das auch in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Neben dem menschlichen Monster steht die blinde Reba (Joan Allen) und neben dem Cop Molly Graham (Kim Greist). Die weibliche Komponente als balancierender Kontrast zur männlichen Rationalität und Grausamkeit macht das Schaudern noch schöner. Die Morde sind grässlich, die Ermittlungen kompliziert. Fotos genügen sowie die Parallelität von Ermittlungen und brutalen Ansätzen um ein Knistern zu erzeugen. Routiniert gut.
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Mo, 16.12.2013
TV | Hope Springs - Die Liebe deines Lebens
Der doppelte Colin1 Stern
Das ist Mark Hermans schwächster Film. Mit dem ‘Pyjama‘ den ‘Pauken und Trompeten‘ und ‘L.V. (Elvie) der Kleinen Stimme‘ hat er das hinlänglich bewiesen. Vielleicht musste der Brite ja etwas Geld verdienen. Er macht dabei aber Europa zu einer Außenstelle Hollywoods. Das Ergebnis ist eine uninspirierte Liebesschmonzette mit vorhersehbarem Ende, kaum Komik und verschwindend geringem Witz. Die neckischen Herz-Schmerzspielchen sind so nebulös, weil auf ihnen zu viel Staub liegt oder die Bartwickelmaschine zu laut brummt. Das zentrale Pärchen Colin und Mandy (Colin Firth und Heather Graham) zicken fade umeinander rum nach dem Motto ‘ Verklemmter Brite bumst geile Amise‘. Beide haben keinen Plan. Lediglich Mary Steenburgen und ihr Faktotum Fisher versuchen etwas in Richtung Comedy. Straucheln bei ihren Auftritten aber immer wieder und landen mit ihrem Allerwertesten im Einheitsbrei des Lächerlichen. Das ist alles zu platt. A pro Po: der Bürgermeister Oliver Platt macht seinem Namen hier alle Ehre. Er ist ein Vertreter der albernen Witzchen. Selbst die sonst so umtriebige Minnie Driver kann keinen rechten Schwung ins Unternehmen bringen. Alles zu brav, zu hausbacken schlicht. Der Brunnen der Hoffnung wird hier zum Morast der Langeweile. Diese ‘Liebe deines Lebens‘ ist nicht zu vergleichen mit dem gelungenen ‘ersten Mal‘.
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Mi, 11.12.2013
TV | Sightseers
Die Killer1 Stern
Ein Pärchen (Alice Lowe und Steve Oram) macht Urlaub im Wohnwagen. Beide sind nicht so ganz knusper in der Birne, eher etwas aus der Abteilung leichte Behinderung. Tina ist infantil für ihr Alter und Chris, noch etwas unreif, ein pedantischer Jähzorn,. Wer sich ihnen in den Weg stellt oder auf den Senkel geht, wird umgehauen. Na toll! Hier gilt noch das Faustrecht. Zurück auf die Bäume ihr Affen. Was soll daran komisch sein? Vielleicht einer der wenigen Jokes ‘Wenn der Wohnwagen wackelt, wird drinnen geschnackelt.‘ Und der wackelt bei den beiden häufiger. Ist auch nicht gerade lustig. Sie bewegen sich auf der Ebene Pennälerfantasien unterste Schublade. Vielleicht mögen manche ja den Ekeleffekt, wenn der Hund die Kotze frisst. Ich finde das überhaupt nicht lustig sondern dämlich und kann keine Komik erkennen nur Lächerlichkeit. Auch die ausdrucksarme Mimik der beiden verfängt nicht. Die schauen halt so wie sie sind. Hier kommt der alte Sinnspruch zur Anwendung: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Und übrigens, was hier an den Killern ‘eng gestrickt‘ ist, weiß der Himmel. K.V.
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Mo, 09.12.2013
TV | Bad Lieutenant
Böser Polizist3 Sterne
All das, was eigentlich ein anständiger Mensch nicht tun sollte, hat Regisseur Abel Ferrara hier hineingepackt. Und dann auch noch auf einen Polizisten bezogen. Und der sollte solche Sachen schon gleich gar nicht machen: saufen, koksen, dealen, flotte Dreier, ertappte Diebe laufen lassen und die Beute einstreichen oder Landpomeranzen zu aufreizenden Mundbewegungen zwingen und dazu onanieren… Er agiert in einem rechtsfreien Raum, in dem es auch keinen Gott zu geben scheint. Bei der Aufklärung einer Vergewaltigung einer Nonne (Frankie Thorn) entwickelt sich der Film zu einem theologischen Seminar. Als Überleitung steht der Gekreuzigte mitten in einem Kirchenschiff und der böse Polizist will demütig seine durchbohrten Füße küssen, landet aber vor einer alten Frau. Und die Nonne verteidigt die Vergewaltiger ‘Sie haben sich doch nur genommen, was sie brauchten‘. Sie vergibt ihnen, er heult und fragt den Gekreuzigten ‘ Wo warst du?‘ Hilf mir!‘ Er winselt um Vergebung und macht doch weiter wie bisher: jenseits der Legalität. Bekifft und angetrunken torkelt der böse Polizist durch seine Ermittlungen bis zu seinem plötzlichen Ende. Keine (Er)Lösung, keine Rechtfertigung, vielleicht eine Bestrafung…Grausam! Nur Harvey Keitel als abstoßendes Beispiel lohnt sich wie immer. Erdrückender und abstoßender als andere Fassungen dieses Themas, weil grobkörniger und ungeschönt.
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Mo, 09.12.2013
TV | Himmel über der Wüste
Die Wüste ist tot2 Sterne
Um es gleich vorweg zu nehmen: den Roman habe ich gemocht, den Film nicht. Bei der Druckvorlage hat die Fantasie freien Spielraum und erhält nur von Zeit zu Zeit Denkanstöße. Im Film verzaubern einen die wunderschönen Wüstenlandschaften bei Tag und bei Nacht, aber die Akteure bleiben farblos eindimensional ebenso wie die ganze Handlung. Das Ehepaar im Film ist unerfreulich unentschlossen, irgendwie hin und hergerissen, abweisend fremd. Im Roman begreift man das Verhältnis als klar distanziert und emotionslos. Ehefrau Debra Winger reist mit Mann (John Malkivich) und Freund (Campbell Scott) durch Nordafrika. Ein Selbstfindungstrip also, für alle Beteiligten. Was sie findet und ob überhaupt etwas sei dahingestellt. Sie schaut immer nur so gedankenverloren drein. Selbst nach dem Tod ihres Mannes und der Transformation zur Beduinenfrau, weiß man nicht so recht, was sie eigentlich will. Ehe kaputt, Ehemann tot, die große, endlose Wüste eine einzige Leere. Wenigstens nimmt ein Beduine den Dampf aus ihrem Kessel. Aber nur für kurze Zeit. Also auch keine Lösung. Als Rahmenhandlung tritt ein alter Mann in Erscheinung und rundet das Geschehen durch seine philosophischen Betrachtungen ab. Es ist der echte Romanautor! Einziger Lichtblick ist das mitreisende Mutter-Sohn Pärchen: Jill Bennett und Timothy Spall setzen mit ihrer unfreiwilligen Komik eine Kontrapunkt zur dahindämmernden Handlung. Bleibt ein schaler Geschmack beim Blick zum Himmel, der laut Originaltitel ja schützen soll.
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Sa, 07.12.2013
Kino | Blue Jasmine
Die doppelte Luftblase4 Sterne
Woody Allen hat wieder zu alter Größe zurückgefunden. Mit diesem Film ist ihm das, was ihn zu einem ganz Großen gemacht hat, erneut gelungen. Viel Wortwitz und Situationskomik, die immer wieder durch psychologischen Tiefgang unterbrochen werden. Menschlich anrührende Erkenntnisse bewegen den Zuschauer zu verständnisvollem Kopfnicken. Die Figuren, vor allen Dingen die großartige Titelheldin Cate Blanchett (eigentlich eine Anti-Heldin), liegen quasi bei Woody auf der imaginären Couch. Was Cate hier abliefert ist der Höhepunkt ihrer bisherigen schauspielerischen Karriere. Eine Seelenschau, in der sie immer wieder gegen Wände läuft, weil sie sich selbst im Weg steht. Die großartige Mimik gekennzeichnet von Alkohol- und Tablettenkonsum verdeutlicht ihren Tunnelblick. Das geniale Drehbuch vergleicht die kapitalistische Luftblase an der Börse, der ihr Ehemann Alec Baldwin zu Opfer fällt, weil seine verbrecherischen Methoden von einer gewissen Zockermentalität bestimmt werden, mit dem ganz persönlichen menschlichen Fiasko dieser Frau. Ihr wäre fast ein erneuter Aufstieg zu gesellschaftlicher Anerkennung geglückt. Geplatzt! Überraschend gut gecastet ist hier Sally-Happy-Go-Lucky-Hawkins als ihre Schwester Ginger. Sie ergänzt als Antipode in hervorragender Weise Jasmine, weil sie noch etwas mehr geerdet ist, obwohl auch nicht gerade vom Erfolg verwöhnt. Bleibt noch die Feststellung, dass Woody Allen hier nicht nur präzise sondern hoch aktuell ist. Genial nahe am Puls der Zeit.

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Krimi mal anders5 Sterne

Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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