Anzeige
Home » Profil von 8martin » 

Bewertungen

Bewertungen

So, 10.11.2013
TV | Die Akte Odessa
Organisation der ehemaligen SS Angehörigen4 Sterne
Vom Inhalt her ist es ein wichtiger Film von der Spannung her ist es einfach gut gemachte Unterhaltung, auch wenn manches heute etwas hölzern wirkt. In diesem Klassiker geht es um die Frage, wie konnten nach der Entstehung der BRD viele Nazis wieder in Amt und Würden kommen? Man ließ die Vergangenheit bewusst ruhen und genoss das ‘Deutsche Wirtschaftswunder‘. Ronald Neame hat sich für die exakte Faktizität der Romanverfilmung Unterstützung von Simon Wiesenthal, dem erfolgreichsten Nazi-Jäger, geholt und ihn sogar in die Handlung mit eingebunden. Kleine lokale Ungenauigkeiten oder nicht zeitgemäße Requisiten tun nichts zur Sache. Die Liste der deutschen Schauspieler liest sich wie das Who-Is-Who der 70er Jahre (z.B. Klaus Löwitsch als Killer, Hannes Messemer und Günter Strack als Edelnazis u.v.a.). Für sie sind die Rollen der bösen Nazis reserviert. Neben Schwester Maria als tränenreiche Mutter in einer kleinen Rolle steht Maximilian Schell als ehemalige SS Kommandant Roschmann, der Schlächter von Riga, im Mittelpunkt der Recherchen von Journalist Peter Miller (Jon Voight). Warum er den mit neuer Identität Versehenen sucht und findet, wird erst am Ende enthüllt. Im finalen Showdown versucht Roschmann das Verdienst der Nazis am deutschen Wiederaufbau zu betonen. (Eine weit verbreitete Meinung!) Am Ende macht der Film einen Sprung nach Yad Vashem, der an den Schluss von Schindlers Liste erinnert. Solider Polit-Krimi über die Aufarbeitung der Nazi Verbrechen.
Trennstrich
Fr, 08.11.2013
TV | Invasion der Barbaren
Freundeskreis am Sterbebett4 Sterne
Ähnlich wie beim Titel des ersten Teils fragt man sich, was der hier mit dem Film eigentlich zu tun hat. Familie und Freunde versammeln sich am Sterbebett das todkranken Rémy Girard, der in seinen besten Zeiten Womanizer und Professor war, aber auch Ehemann und Vater. Die geistige Elite philosophiert über Gott und die Welt. Man redet über die –Ismen des 20. Jahrhunderts und über gesellschaftliche Größen aus dem Pop- und Showgeschäft (Francois Hardy, Julie Christie u.a.) ebenso selbstverständlich wie über Plato und Aristoteles. Dabei ist man sich einig, dass die Intelligenz verschwunden ist und heute nur noch ‘Barbaren‘ ihr Unwesen treiben (siehe Titel!). Einer sagt ‘Man kann sein Leben doch nicht auf den Texten von Schlagern aufbauen.‘ Ganz nebenbei werden familiäre Unebenheiten an die Oberfläche gespült, eine Vater-Sohn Problematik aufgedeckt. Und ganz locker über Sex geredet (‘Ihre Titten sind größer als ihr Hirn‘). Wie bei den 68ern nicht unüblich, besorgt der Sohn Sébastien (Stephane Rousseau) dem Vater gegen die Schmerzen Heroin. Selbst als es mit Rémy zu Ende geht, kommen keine Sentimentalitäten auf, wegen des geistigen Überbaus des Intellektualismus‘, der auf dem ganzen Geschehen liegt. Was nicht ausschließt, dass Emotionen doch kurz aufblitzen. Aber die allgemeine Gemengelage ist voll von geistreicher Ironie und makabrem Witz. Und als Beweis, dass die Herzen noch nicht ganz tot sind, gibt es am Ende noch kurze Gefühlsausbrüche mit wunderschönen Bildern. Anspruchsvolle Unterhaltung auf hohem Niveau.
Trennstrich
Do, 07.11.2013
TV | Wild about Harry - Ein Koch spielt verrückt
Der zahme Harry2 Sterne
Ein nettes Filmchen mit nicht gerade neuen Ideen: TV Koch (Brendan Gleeson) verliert Gedächtnis und fällt ins Koma. Vorher war ein Kotzbrocken in der Familie und im Beruf, aber jetzt ist er die Liebenswürdigkeit in Person. Seine Frau Ruth (Amanda Donohoe) will es nicht so recht glauben. Der Zuschauer auch nicht. Als es nach der Beischlafpause wieder mal zwischen den beiden geklappt hat, fragt Ruth ihn ‘Glaubst du ein kleines Nümmerchen könnte alles verändern?‘ und fügt selbst hinzu ‘Nein, aber vielleicht zwei!‘ Rums, Rolle rückwärts. Auf dem Niveau mit voller Vorhersehbarkeit agieren die beiden. Sie scheuen auch nicht vor der Tränendrüse zurück, obwohl die Szene zum Ganzen Tenor des Films passt wie Sonne und Sonnenöl. Allenfalls die soapmäßigen Szenen im Kochstudio können bestenfalls als Groteske durchgehen – aber nur als superflache. Meistens plätschert der Film so seicht dahin. Vom britischen Humor ist nicht viel auszumachen und die aufgesetzte Dramatik mit Killerabsichten eines verarschten Zuschauers (James Nesbitt) ist nur peinlich. Die Darsteller sind alle samt unterfordert. Das Ganze ist übertrieben einfach. Und das macht mich wild!
Trennstrich
Mi, 06.11.2013
TV | The Good Cop
Polizist zwischen den Fronten2 Sterne
Der Titel dieses Softkrimis mit komödiantischen Einlagen ist ja wohl ironisch gemeint. Kann denn ein Polizist (Kim Bodnia) Kleinkriminelle zu seinem engsten Freundeskreis zählen? Das macht vielleicht den unterkühlten, dänischen Humor aus, zu dem die etwas schlicht geratenen Jungs allerlei beitragen, wenn sie z.B. einen Bronzearm als Brecheisen verwenden wollen oder der werdende Vater im Schlafanzug durch Kopenhagen irrt. Das Wortspiel mit dem ‘Stoff‘ ist auch noch ganz nett: einmal ‘Seide‘ und dann ‘Heroin‘. Eine plötzliche Exekution im Fahrstuhl schockiert. Die Flüchtlinge im Container werden hingegen unbeeindruckt abgewickelt. (Eigentlich ein eigenes, ernstes Thema! Interessiert aber weiter nicht!). Die Bodenständigkeit des Polizisten soll wohl durch geräuschvolles Pinkeln beim Telefonieren unterstrichen werden. Und den Dicken Mulle (Nicolas Bro) kriegt natürlich die Mafia. Da ist von vielem manches drin. Passt aber nicht so recht zusammen. Die Komik versauert, der Krimi bleibt im Großen und Ganzen doch seicht. Und beim fulminanten Finale mit Pyro-Effekten sind wir wieder voll im Mainstream. Dann kommt auch noch die ‘Kavallerie‘ per Helikopter und rettet alles, sodass der Verirrte rechtzeitig am Wochenbett Händchen halten kann. Na, ja!?
Trennstrich
Di, 05.11.2013
TV | Switch - Ein mörderischer Tausch
Eric rennt2 Sterne
Das ist wirklich ein Actionfilm und nichts anderes. Neunzig Prozent ist die arme Sophie (nicht schlecht Karine Vanasse) auf der Flucht. Erst vor der Polizei - hier vertreten durch Eric Cantona – dann noch vor der Unbekannten, die ihr nach dem Leben trachtet. Da hat man schnell vergessen, dass der Auslöser für Sophies Wohnungstausch etwas konstruiert erscheint, ebenso wie die Zufallsbekanntschaft im Park. Und der Schluss? Na ja!? Nicht nur qualvoll, sondern auch etwas gequält, will sagen flacher Abgang. Aber dazwischen geht es flott ab. Tempo und Schnitte sind atemberaubend. Und Sophie ist zu Fuß unterwegs! Das geht alles so schnell, dass bisweilen die Dialoge auch etwas überhastet sind. Aber sonst ein flotter Streifen. Das ist etwas für Geschwindigkeits-Fetischisten. Als Gegenpol muss hier Cantona agieren. Wenn er mit Sophie um die Wette rennt, fühlt er sich sichtbar unwohl. Nicht nur, weil er zweiter Sieger ist. Ich glaube er würde liebend gern zum ‘Schwarzen Schmetterling‘ rüber Switchen.
Trennstrich
Mo, 04.11.2013
TV | Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam
Die Landvermesser4 Sterne
Eine der warmherzigsten Romanzen von der Insel. Sie lebt von der großartigen Ensembleleistung, von dem detailgenauen Ambiente und der Atmosphäre des Dorfmilieus. Die Komik spielt mit dem besonders für Inselbewohner nachvollziehbaren Gegensatz zwischen Engländern und Walisern. Bei letzteren ist ersterer ein Schimpfwort. Und natürlich kann diese Geschichte nur im grünen Wales spielen. Hier wimmelt es nur so vor schrulligen Käuzen, von denen jeder Evans oder Jones heißt. Bei Zwillingen nennen die Locals sie dann Thomas Tom und Thomas Tom 2. Andere Beinamen sind zwecks Unterscheidung Morgan der Bock (Colm Meaney), Jones das Gesetzbuch oder Johnny Granatengeschockt (Ian Hart), ein Heimkehrer von der Front. Wie die Bewohner von Ffynnon Garw die beiden englischen Landvermesser Hugh Grant (etwas linkisch und schüchtern) und Ian McNeice (korpulent und kein Abstinenzler) dazu bringen, länger zu bleiben als vorgesehen und der Hügel auf die erforderlichen 1000 Fuß wächst ist ein Mordsspaß, der in wunderschönen Bildern erzählt wird. Hier passt sich die Liebesgeschichte zwischen Hugh Grant und Tara Fitzgerald hervorragend in die Handlung ein, ja beflügelt sie noch. Der Hügel/Berg bekommt eine mehrfache Bedeutung. Ein Teil des Schlusses erinnert an manch unterhaltsames Ende von Jane Austen, ein anderer Teil aus der Neuzeit an Sisyphus. Ein Feel-Good Movie durch und durch.
Trennstrich
Mo, 04.11.2013
TV | Ein Affe im Winter
Gabriel & Albert3 Sterne
Es beginnt mit der Bombardierung von Tigreville durch deutsche Flugzeuge und endet in einem Feuerwerk. Doch es ist keine Groteske, sondern eher eine melodramatische Komödie. Nichts zum Schenkelklopfen, keine Brüller, aber ein absonderlicher Titel, den der letzte Satz im Abspann so erklärt ‘Und der Mann begab sich in einen langen Winter.‘ So gesehen könnte man meinen, der Mann ist der Affe und der Winter das Leben. Irgendetwas machen die Chinesen mit den Affen im Winter. Ist das etwa das was die beiden mit Gabriels Tochter Maire machen? Damit kann man auch nicht viel anfangen… Die Ehe des inzwischen trockenen Schluckspechts Albert Quentin (Jean Gabin) ist kalt wie der Nordpol, worunter besonders seine Frau Suzanne (Suzanne Flon) leidet. Wenn Albert dann doch eine Sause mit dem jungen Gabriel (Jean-Paul Belmondo) macht, sprengen die beiden alle komödiantischen Grenzen. (‘Besoffen sterben, heißt aufrecht sterben!‘)Wann singen die beiden schon mal und torkeln durch die Dünen? Ebenso ungewöhnlich Gabriels Flamenco auf dem Tisch oder sein Stierkampf mit vorbeifahrenden Autos. Vieles wird nur angedeutet. Das tut dem Charme des Films keinen Abbruch, es wirkt nur etwas langatmig. Man schaut den Helden zu, ohne zu wissen, wohin die Reise geht. Das offene Ende mit möglichen Perspektiven bleibt ein Buch mit mehr als sieben Siegeln.
Trennstrich
So, 03.11.2013
TV | Donnie Brasco
Under Cover allein zu Haus4 Sterne
Es ist nicht wie vom Verleiher angekündigt der beste Mafia-Film aller Zeiten, sondern dieser Film ist nur anders. Voraus schicken muss man noch, dass zwei Superdarsteller hier in Action sind: Al Pacino als Lefty, ein in die Jahre gekommener Mafiosi, dem die Zügel zu entgleiten drohen. Er muss ständig beweisen, dass er immer noch der große alte Mann ist, der den Überblick hat. Drum sagt er zu Donnie ‘Du pinkelst die falsche Laterne an.‘ Und der supercoole Titelheld (Johnny Depp). Der arbeitet Under Cover zusammen mit und gegen Lefty und ist aber auch noch Familienvater. Und diesen Spagat thematisiert Mike Newell eigentlich. Da ist Donnies Ehefrau Maggie (Anne Heche) durchaus überzeugend in ihrer Hassliebe zu ihrem Mann. Daneben entwickelt sich zwischen Donnie und Lefty fast ein Vater-Sohn Verhältnis. Doch Donnie kann jeder Zeit enttarnt werden. Blut fließt gelegentlich, für mafiöse Verhältnisse relativ wenig. Bemerkenswert wie sich Lefty auf seinen vermeintlich letzten Gang vorbereitet. Genaueres sieht man nicht. Und Donnie zwar im Polizeidienst ausgezeichnet, aber letztlich doch allein gelassen. Eine wahre Geschichte. Mit einem edel-herben Ende. Toll! Mal was anderes.
Trennstrich
So, 03.11.2013
TV | Ask the Dust
Bandini und die Frauen1 Stern
Das Beste an dieser Edelschmonzette ist der Off-Kommentar. Der kommt von der Romanvorlage. Ansonsten fällt der arme Schriftsteller Bandini (Collin Farrell) zwischen zwei Frauen hin und her. Camilla (Salma Hayek) zickt ständig rum und nervt und Vera (Idina Menzel) ist nicht ganz knusper. Selbst das Erdbeben in L.A. ist so aufregend wie Pferdeäpfel im Schnee. Der Film kommt einfach nicht in die sogenannten ‘Puschen‘. Stattdessen reiht sich eine Peinlichkeit an die andere: wie z.B. Nacktbaden im Meer!? (obwohl Salma nur Parfüm trägt) oder die infantilen Dialoge. Die beiden kabbeln sich wie Pennäler ‘Zieh du die Hose aus.‘ - ‘Nein, Du zuerst.‘ Erst prügeln dann vögeln. Schwaches Drehbuch! Als einziger schauspielerischer ‘Leuchtturm‘ überragt - trotz seiner Kurzauftritte - Donald Sutherland als freundlicher Alk aus der Nachbarschaft alle Kollegen. Nach der überlangen Einleitung im Schnellimbiss: Bandini benimmt sich daneben, Camilla gibt ihm einen aus etc etc…gibt es logische Löcher in der Handlung wie Vera, die Frau aus dem Nichts oder Farrells finanzieller Aufstieg trotz Schreibblockade. Und zu guter Letzt wird kräftig auf die Tränendrüse gedrückt. Salmas Husten war mir immer schon suspekt. Kaum auszuhalten der Heiratsantrag auf dem Totenbett. Das war wie der größte Teil des Films nicht in den Staub, sondern ‘In den Mist geschrieben.‘ Platt, hohl, seicht. K.V.
Trennstrich
Sa, 02.11.2013
TV | Ein einfacher Plan
Mord ohne Moral3 Sterne
Der Plan ist schon einfach: ein Sack voll Geld fällt in der Einsamkeit des Winters drei Typen vom Himmel direkt vor die Füße. Klar, es wird geteilt. Aber wie und wann das so von statten gehen soll, bringt Probleme. Und dann gibt es auch noch viele Tote. Immer wieder stellen sich Leute in den Weg zum Reichtum. Da hilft die amerikanische Lösung! All das wird spannend erzählt. Die unterschiedlichen Typen sorgen unter anderem dafür. Von den zwei Brüdern ist Hank (Bill Paxton) der cleverere und Jacob (Billy Bob Thornton) der schlichte, der nur aus dem Bauch heraus reagiert. Lou, der Dritte im Bunde, ist die fleischgewordene schlichte Gier. Und Hanks Frau Sarah (Bridget Fonda) hat nochmal andere Pläne. Und es gibt dazu noch emotionale Momente von Bruderliebe und ehelicher Zuneigung. Die Handlung läuft dann auf eine Lösung zu, in der es nicht um Schuld und Sühne geht, sondern nur noch um Gewissensbisse. Man kann die Morde nicht ungeschehen machen, man kann sie nur vertuschen und mit dem Schatten der Erinnerung weiterleben. Daran erinnern uns die immerwährenden Raben, die hier nur die stillen Beobachter sind. Schwarze Seelen sind keine Moralapostel.

Neueste Bewertungen

Sa, 12.07.2025 von antoniawarda

TV | Das 1% Quiz
sehr schlecht gemachte Quizsendung1 Stern

richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...

Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum

TV | deep und deutlich
strange3 Sterne

Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...

Fr, 30.05.2025 von Coa60

TV | Die Carolin Kebekus Show
Frau Baerbock2 Sterne

Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...

Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net

TV | Die Insel
20:15 Uhr bis 22:55 Uhr: ohne jedweden Tiefgang1 Stern

1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...

Sa, 19.04.2025 von frge

TV | Notruf Hafenkante
Krimi mal anders5 Sterne

Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

Ihre Lieblingsfilme und Serien auf DVD und Blu-ray.