Sa, 21.09.2013TV | Lone StarDie Bar 'Einsamer Stern'Ein Krimi mit rassistischem Hintergrund, eine lebenslange Liebe und die Entzauberung eines allseits beliebten Helden der Stadt. Dieses Handlungsdreieck liegt an der mexikanischen Grenze, wo ein buntes Völkergemisch lebt. Regisseur John Sayles nimmt als Dreh- und Angelpunkt eine Bar gleichen Namens. Hier gehen nur Farbige hin. Und so kommt es, dass auch die Army hier eine Rolle spielt. In geschickten Rückblenden, in denen die Kamera am gleichen Ort einen Schwenk macht, wird in zwei Ebenen erzählt. Dabei gibt es einen steten Wechsel zwischen längeren Dialogen und Szenen in denen es vor Spannung nur so knistert. Die kurzen Auftritte von Kris Kristofferson als korrupter, mordender Cop sind beeindruckend. Daneben agiert Sheriff Deeds (Chris Cooper) als Ordnungshüter, der ohne Ansehen der Person ermittelt, auch in der eigenen Familie. Er gerät in ein komplexes Geflecht sozialer Beziehungen, die aber nicht dramatisiert werden. Selbst als sich herausstellt, dass Sheriff Deeds Jugendliebe Pilar (Elizabeth Pena) seine Halbschwester ist, wagen die beiden händchenhaltend einen Neuanfang, denn der Sheriff ist ohnehin der Meinung, dass die Wahrheit niemandem gefallen würde, und man schlafende Hunde nicht wecken sollte. Darüber kann man anschließend noch trefflich diskutieren. Insgesamt aber bietet der Film anspruchsvolle, spannende Unterhaltung. | |
Fr, 20.09.2013TV | Good Morning KarachiDie AufsteigerinBei diesem Film drängen sich Vergleiche mit Cinderella oder anderen Märchen auf. Echte Sozialkritik bleibt Fehlanzeige. Die schöne Rafina (Amna Ilyas) stammt aus ärmlichen Verhältnissen und steigt zum Top Model auf. Damit gerät sie in Konflikt mit der konservativen Tradition des Landes und mit ihrem Zukünftigen. Der ist der böse Macho, dem die Karriere seiner Braut gar nicht gefällt. Aber alles bleibt schön glatt an der Oberfläche. Dabei ist die Botschaft so offensichtlich, dass man sich nur an den bunten Folklorebildern erfreuen kann. Der Kontrast zwischen der Glamourwelt der Models und dem Elend der Slums ist wie die Story selbst ‘Bollywood at its best‘. Fehlen nur die Tanzeinlagen.
Der Versuch noch eine zusätzliche Facette hinzuzufügen, indem man den Bräutigam Arif (Yasir Aqueel) in dubiose terrorverdächtige Aktivitäten verstrickt, wirkt ebenso aufgesetzt wie der Anti-Amerikanismus von fundamentalistischen Demonstranten. Glaubhaft bleibt nur der zielstrebige Aufstieg von Rafina. Auch wenn es am Ende arg in Richtung Märchen geht: Zurück bei Mama ist Rafina plötzlich eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Na toll!
So ist der Film kein ernstzunehmendes Beispiel für Emanzipation, eher ein Bilderbuch aus einer schönen anderen Welt, das uns zeigt, wie es gehen könnte. Ein Wunschtraum vielleicht? Ein Mutmacher? Träumen darf man ja, zum Mutmachen fehlt es an Substanz. | |
Mi, 18.09.2013TV | Die Mothman ProphezeiungenBotschaften aus dem JenseitsBeruhend auf Tatsachen und unterstützt von Zeugenaussagen spielt dieser mysteriöse Horrorfilm auf eine nachvollziehbare Art und Weise mit irgendwie bekannten Gedankenvorgängen aus der Parapsychologie. Als Erklärung fallen Sätze wie ‘Die Motte ist die Personifizierung der Seele‘ oder ‘wir finden entsprechende Darstellungen schon in der Höhlenmalerei‘. Hier ist es Professor Leek (Alan Bates) der teilweise enträtselt aber auch zugleich weitere Rätsel aufgibt. Nur sensible Menschen erkennen diese überhaupt.
Es geschehen ständig unerklärbare Dinge und wenn es darauf ankommt unterstützt ein Soundtrack bestehend aus Rauschen, Brummen und Pfeiftönen die Ereignisse. Dabei nähert sich die Handlung wohl dosiert und überraschend behutsam dem Psi-Phänomen durch zutreffende Vorhersagen von einem anscheinend alles wissenden Wesen. Wiederholte Andeutungen oder Bilder aus der Vergangenheit halten die Spannung in mehrfacher Hinsicht hoch. Das Finale ist ein Höhepunkt wie in einem echten Katastrophenfilm.
Ganz nebenbei hat sich noch eine Lovestory zwischen John (Richard Gere) und der Dorfpolizistin Connie (Laura Linney) entwickelt, die angenehm in die Länge gezogen wird.
Egal, ob man den Mottenmann in eine Schublade mit den OFOs steckt oder nicht, es geht hier ja nicht ums Glauben sondern um gut gemachte, spannende Unterhaltung, bei der man nicht wie so oft für dumm verkauft wird. Außerdem hat dieser Horror auch angenehme Facetten und ein sanftes, wohltuendes Ende. | |
Di, 17.09.2013TV | Le CaméléonNicky is a FakeAus dem Nichts taucht nach Jahren Nicky (Marc André Grondin) auf und behauptet Sohn und Bruder zu sein. Schwester Kathy (Emilie de Ravin) freut sich, die drogensüchtige Mutter (Ellen Barkin) ist skeptisch, der Bruder Brendan (Nick Stahl) testet ihn und das FBI forscht nach.
Lange Zeit lässt uns die Story im Unklaren, ob der Junge entführt oder einfach abgehauen ist. In diesem unentschiedenen Schwebezustand entwickelt sich dank der guten Darsteller ein packendes Familiendrama. Hier überragt Ellen Barkin als Mutter schauspielerisch alle Akteure. Ähnlich gut ist die FBI Agentin Jennifer (Famke Janssen). Bei ihr schimmert auch noch eine nachhaltig schmerzliche Erfahrung durch. Selbst als es immer deutlicher wird, dass Nicky einen psychischen Schaden hat und mit der Masche durch die Lande zieht auf der Suche nach Geborgenheit, bietet uns Regisseur Salomé noch eine dritte Lösung an. Und nun überdreht er. Die Story mäandert durch unglaubwürdige Nebenkriegsschauplätze, verliert an Schwung und der Zuschauer das Interesse. Eine Endlos-Rolle wird abgespult. Die letzte halbe Stunde ist so überflüssig wie ein Kropf und schadet dem anfangs recht guten Film. So aber… K.V. | |
Di, 17.09.2013TV | Der MaulwurfSchläfer wach auf!Ein Agentenfilm der 80er Jahre, der durch pfiffige Dialoge (‘Fürchte drei Dinge: Krieg, Pest und den Sicherheitsdienst‘) sowie drei gute Hauptdarsteller punktet. Michel Piccoli überzeugt durch seine süffisante Ironie gegenüber Lino Venturas gespielter Ahnungslosigkeit. Mit seinem Dauergrimm im Gesicht, beweist der wieder einmal mehr, dass er ein echter Hau-Drauf-Typ sein kann. Neben den Größen des französischen Films wie Crémer und Fresson fällt nur noch Krystyna Janda auf. Heinz Bennents blutiges Ende eröffnet den Reigen der Leichen. Und den Dieter spielt der Dieter Mohr (der spätere TV Moderator) als einen unschuldigen Studenten. Die bösen Gegner sind natürlich vom KGB. Und hier verkörpert wieder das Gruselgesicht den bösen Vergewaltiger, ‘der aus dem Regen kam‘.
Seine Spannung bezieht der Film aus der Tatsache, dass er bewusst vage bleibt und wichtige Informationen in Schlagzeilen der Zeitungen verpackt. Darüber hinaus ist es die Balance zwischen Contenance, Misstrauen, Heuchelei und Lüge, die für heute schwerlich nachvollziehbares Interesse sorgen. Auch wenn Lino Ventura am Ende auf Charles Bronson macht und ‘Rot sieht‘, muss er zum Ärger seiner Fans leider doch ins Gras beißen. (Agentenschicksal!).
Typisch für den ‘Kalten Krieg‘, kann der Film immer noch beeindrucken, wenn einen der Anspruch nicht abschreckt. | |
Mo, 16.09.2013TV | Gilles' FrauElise lächeltEin leiser Film, der über weite Strecken ohne Worte auskommt. Man hat sich in dieser ländlichen Gegen Belgiens eben wenig zu sagen. Dafür erzählt die Kamera, indem sie Gesten und Blicke einfängt. Die Dreierkonstellation wird schon früh sichtbar. Ehemann Gilles (Clovis Cornillac) betrügt seine Frau Elise (Emmanuelle Devos) mit ihrer Schwester Victorine (Laura Smet). Das ist nichts Besonderes. Doch Gilles lässt sich von Elise beraten, wie es mit Victorine weitergehen soll. Und die macht das auch! Wären da nicht Elises Wutausbrüche, könnte sie zur Heiligen mutieren. Sie wartet ab und lächelt. Inzwischen hat sie ein drittes Kind bekommen. Beichte hilft auch nicht. Der Pfarrer brummt ihr als Absolution 10 Rosenkränze auf.
Ja, die Macht der Männer ist halt die Geduld der Frauen. Doch in letzter Konsequenz bekommt Regisseur Fonteyne kalte Füße. Und so bietet es uns einen Schluss an, in der die Bilder auf dem Kopf stehen. Und Elise entfleucht etwas unscharf, indem sie im oberen Stock das Fenster öffnet und hinaustritt. Ganz unspektakulär und für den Zuschauer völlig überraschend. Da kommen in den Gedankenblasen schon etliche Fragezeichen auf.
Was bleibt, ist eine Sozialstudie aus der Vor-Fernseh-Zeit mit angedachten Eheproblemen. | |
So, 15.09.2013TV | Shadow und der Fluch des KhanDer SchattenmannIn diesem Fantasy Abenteuer konnte sich Russell-Highlander-Mulcahy voll mangamäßig austoben. Wer die Animation und die Tricks der Stunts mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Story ist ohnehin klar: der Kampf Gut gegen Bösen und der Sieger bekommt die blonde Frau. Den finalen Rettungskuss gibt es allerdings erst ganz am Schluss. Da kann Alec Baldwin als der gute Schatten schauspielerisch nicht brillieren. Er kann nur durchschnittlich sein. Sein böser Gegenspieler John Lone kommt etwas pathetisch daher und schafft so unfreiwillige Komik. Und auch das Blondchen Penelope Ann Miller muss nicht kreischen sondern nur staunen und locken. Allein der alte Professor Ian McKellen stellt einen Typen dar, der sich wohltuend vom Rest abhebt. Dafür knallt und funkt es allerorten, (zwei Pistolenkugeln treffen sich). Manche Traumsequenz ist gar nicht schlecht ebenso wie einige Animationseinfälle. Bei genauem Hinhören fallen einem auch manche Gags in den Dialogen auf. Einer fällt vom Hochhaus, sagt einer unten ‘Hört sich an, als käme da jemand‘ oder ‘Sie brauchen Benzin‘ (Tankanzeige auf Leer) und das Auto rast in einen Tanklaster.
Lockere Unterhaltung eigentlich nur für Fans. | |
Fr, 13.09.2013TV | Ein WeihnachtsmärchenDie RückenmarktransplantationEin Weihnachtsmärchen ist das wirklich nicht, obwohl sich die Großfamilie mit Anhang im Haus der Eltern zum Fest trifft. Vielmehr geht es darum, einen Knochenmarkspender zu finden, denn Mama Junon (Catherine Deneuve) hat Leukämie. Da wird Weihnachten zur Nebensache.
Zwei Dinge fallen ins Auge: erstens sehen wir eine große Anzahl von Personen, bei denen man Schwierigkeiten hat, sie ins Familienspektrum einzuordnen. Neben den Eltern fallen unter den vielen Kindern und Enkeln besonders Henry der Säufer (Mathieu Amalrik) und seine Schwester Elisabeth (Anne Consigny) auf, die schreibt und ist depressiv. Seltsamerweise sind alle fast im gleichen Alter.
Zweitens ist die expressive Erzählweise äußerst ungewöhnlich. Harte Schnitte trennen die einzelnen Szenen von einander. Und eine ist nicht notwendigerweise die Fortsetzung der vorherigen. Der Zuschauer stolpert gedanklich oft erstaunt ins Ungewisse. Wie bei einem Gemälde der Pointilisten werden sie zu mehr oder weniger großen Punkten und ergeben erst gegen Ende – wenn man quasi einen Schritt zurück machen kann, um etwas Abstand zu gewinnen – einen Gesamteindruck. So entsteht tatsächlich eine komplexe Familienatmosphäre, aber keine weihnachtliche. Neben langen Dialogen, die manchmal entwaffnend offen und dabei oft verletzend ironisch sind, geht es auch schon mal bei Meinungsverschiedenheiten handfest zur Sache.
Regisseur Desplechin legt großen Wert auf medizinische Korrektheit. Für Laien geht er dabei buchstäblich bis an die Schmerzgrenze. Interessant. | |
Do, 12.09.2013TV | In the BedroomVaters RacheEine großartige Ensemble-Leistung vor einem wunderschönen Ambiente. Es beginnt mit einer Familienidylle und endet in einem Rachedrama. Anfang und Ende spielen im ‘Schlafzimmer‘. Dazwischen liegt die Ermordung des geliebten Sohnes Frank (Nick Stahl), der ein Verhältnis mit einer Mutter von zwei Kindern hat. Das wird ihm zum Verhängnis.
Viel Wert wird hier auf die Trauerarbeit der Eltern gelegt. Vater Matt (Tom Wilkinson) macht es anders als seine Frau Ruth (Sissy Spacek). Sie macht die Freundin für den Tod verantwortlich. Vor lauter Verbitterung bleibt die Liebe zu Matt dabei auf der Strecke. Der Dialog zwischen Matt und Ruth hat psychologischen Tiefgang. Ihre Freunde sind aber eine echte Hilfe. Sie bringen Verständnis auf, bieten Ablenkung an und zeigen echte Anteilnahme. Selbst ein Gespräch mit dem Pfarrer ist nicht sinnlos.
Gedanken kreisen ums Vergeben, vergessen können es die Eltern ohnehin nicht. Wenn dann noch die Mühlen des Gesetzes sich an die Bestimmungen halten, ergreift Vater Matt eine ‘amerikanische Initiative‘ Es wird etwas spannend, weil man nicht genau weiß, was Matt vorhat.. Das ist zwar emotional nachvollziehbar, aber keine echte Lösung.
Das mag erschrecken und kann für Diskussionsstoff sorgen, während die Kamera über der schlafenden Stadt kreisend sich verabschiedet. Nicht schlecht. | |
Di, 10.09.2013TV | Tod im RegenwaldDas MassakerDer Film ist ein schockierendes Dokument eines Massakers an einem Volk der Indios. Geldgierige Großkopferte vertreiben zum Zweck der Urwaldrodung die indigene Bevölkerung durch Bomben, Massenerschießungen und schrecken sogar vor einer tierischen Vergewaltigung einer Frau nicht zurück. Ramiro (Hugo Carvana) ein weißer Säufer macht nicht mit. Er rettet sogar noch Ava (Macsuara Kadiweu), einen kleinen Jungen und muss sich nun in einer Irrenanstalt verstecken. Der Alki wird ruhig gestellt, verfällt aber zusehends.
Bis hierher ist es nur eine südamerikanische Unmenschlichkeit. Doch was dann folgt, kann und wird auch anderswo so passieren. Pater Bruno (Jonas Bloch) hilft und wird gemeuchelt, Ramiro und Ava schweigen aus Angst um ihr Leben. Die Journalistin Clara (Renata Sorrah) bringt den Fall ins Fernsehen, denn ‘was nicht im Fernsehen ist, hat nie stattgefunden‘. Ein zuständiger Ermittler der Polizei bekommt kalte Füße und hält sie plötzlich still. Die Politiker verschanzen sich hinter Sprechblasen, verharmlosen den Vorfall und tragen nichts zur Aufklärung bei. Die Devise lautet Schwamm drüber und totschweigen. Man ahnt die Übermacht von Oben. Unsichtbare Seilschaften verhindern die Aufklärung. Ava spürt die eigene Hilflosigkeit und greift zur Selbstjustiz. Das ist zwar verständlich, aber letztlich keine Lösung.
Bleibt die Anklage nicht nur wegen der unmenschlichen Brutalität des Vorgehens, sondern auch und vor allem der Hinweis, dass der Mensch durch solche Aktionen die Kultur der Eingeborenen vernichtet und die Lunge der Erde zerstört und damit auf dem Weg ist, sie unbewohnbar zu machen. Wichtig und schockierend zugleich. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.