Di, 03.09.2013TV | R.I.F. - Ich werde dich finden!Im Interesse der FamilieFranck Mancuso, der Experte für Polizeiarbeit behandelt hier einen brisanten Fall aus dem Alltag der Ermittlungsarbeiten: das spurlose Verschwinden von Menschen. Hier ist es Valérie, die Frau des Polizisten Monnereau (Yvan Attal). Der prägt den Film mit seiner vielschichtigen Persönlichkeit: mal ruppig, mal aufbrausend emotional, aber immer todernst. So bringt er Schwung und sogar etwas Spannung in die solide Polizeiarbeit. Die Suche nach der Frau gestaltet sich wie die berühmte nach der Nadel. Und auch hier werden drei Möglichkeiten angeboten: Valérie hat ihn verlassen oder sie wurde gekidnappt oder aber Monnereau hat sie selbst beseitigt. Verschiedene Signale kommen aus ihrem Umfeld und wir bekommen auch mit, wie dem kleinen Théo seine Mutter fehlt. Dieser ganz persönliche Aspekt ist neu, tut der Handlung aber gut. Im entscheidenden Moment ist Mancuso immer recht wortkarg: Schrei – Schuss – Dunkel. Und dann hat er noch eine vierte Lösung im Köcher, will sagen, dass manchmal ein Verbrechen ein weiteres initiiert und der Zufall Regie führt.
Ein grundehrlicher Film, der dank Yvan Attal nicht schlecht ist. | |
Mo, 02.09.2013TV | PapillonPapillon & DegaEs ist ein Klassiker unter den Abenteuerfilmen.. Dabei wird ein unmenschliches System des französischen Strafvollzugs angeprangert, das inzwischen abgeschafft worden ist. Es gibt authentische Einblicke in den Umgang mit Strafgefangenen. Die beiden Hauptdarsteller sind ganz große Klasse. Der titelgebende Steve McQueen gibt den harten Hund, der nur ein Ziel kennt: weg von der Insel. Gut gemacht, wie er physisch verfällt bei dem Versuch, ihn zu brechen. Aber sein Leidensgenosse Dega (Dustin Hoffman) spielt ihn glatt an die Wand. Unvergesslich seine Mimik und sein Aussehen. Vor allem die Brille mit Gläsern wie aus dem Boden einer Colaflasche geschnitten. Und er bringt mit seinen Emotionen echte menschliche Tiefe in diese Männerfreundschaft der Ausbrecher. Er ist immer dabei und bleibt am Ende doch zurück. Ein Genie mit Herz von Visagisten fast bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. In der spannenden Handlung gibt es noch einen kurzen Hauch von Südseeromantik bevor das ungewöhnliche Ende kommt. Zu dem Zeitpunkt kann man die Titelmelodie schon mitpfeifen. | |
So, 01.09.2013TV | Das Meer am MorgenRacheEin kleiner Film von Volker Schlöndorff, der sich schon immer mit der Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland beschäftig hat. Hier ist es die Besatzungszeit der Nazis. Als Vergeltung für einen Anschlag der Résistance auf einen deutschen Offizier werden französische Geiseln erschossen. Das Unglaubliche dabei ist die kühle Zwangsläufigkeit der Ereignisse. Nach unseren üblichen Sehgewohnheiten kommt da doch immer eine Rettung in letzter Sekunde. (Im Western war es die Kavallerie!) Hier geht es zur Exekution. Damit es nicht ganz dokumentarisch wird, sind noch einige kurze Szenen eingebaut, die menschliches Elend und Schmerz enthalten: Frau und Freundin kommen ins Spiel. Es gibt aber immer nur so viel davon zu sehen, dass die Emotionen nicht allzu hoch kochen. So bleibt es en Ensemble-Film mit einem unbekannten gar nicht mal schlechten Hauptdarsteller Léo Paul Salmain. Der einzige Promi ist der Abbé Moyon (Jean-Pierre Darroussin) und der benennt die heiklen Fragen der Gewaltspirale.
Ein Erinnerungsdenkmal an die düsterste Zeit zu unserem westlichen Nachbarn. Die Logik und die Konsequenz sind erschütternd, der Anflug von Lyrik im Titel ist eher ein Euphemismus. Beides kompensiert die fehlende Dramatik. | |
Fr, 30.08.2013TV | Monty Python's Der Sinn des LebensDer Sinn ist der UnsinnDer Sinn des Lebens ist wohl der Unsinn.
Anhand von Einzelsketchen entfalten die Montys ein Kaleidoskop von Absonderlichkeiten von der Wiege bis zu Bahre. (Geburt und Tod). Hier sind sie vielseitiger als bei den ‘Rittern‘ oder bei ‘Brian‘. Gleichbleibend ist die unverfrorene Respektlosigkeit vor altehrwürdigen Institutionen wie der Kirche (Verhütung) oder der Schule (praktischer Sexualkundeunterricht).
Die Komikertruppe überschreitet leicht und locker die Grenzen der bisherigen Komik und testet z. B. mit der großen ‘Kotzszene‘ das Ausmaß der Erträglichkeit. Das ist durchaus grenzwertig.
Die Komik kommt von den Dialogen (‘Nietzsche mit ‘S‘ oder ‘das abbe Bein‘), von der Diskrepanz zwischen Ambiente und Anlass (wertvolle Rokokouhr als Geschenk im Schützengraben), zwischen Wort und Bild und natürlich von den superkomischen Darstellern. Da wird auch schon mal die Reihenfolge vertauscht: erst die Beerdigung und dann plumpst der Tote ins Grab.
Es ist diese Kombination des an sich Unmöglichen, das die Komiker möglich machen wie z.B. wenn ein Haus wie ein Schiff übers Land fährt. Da ist die musikalische Begleitung durch ein Bachkonzert für ein Rugbymatch noch das Harmloseste.
Unerreicht witzig und gnadenlos frech. Einsame Spitzenklasse. Für manchen zu viel des Guten. | |
Do, 29.08.2013TV | Do the Right ThingHeißes Pflaster BrooklynRegisseur Spike Lee, der auch eine tragende Rolle als Mookie übernommen hat, ist es gelungen die flirrende Hitze von Brooklyn einzufangen und den ganzen Charme des fast ausschließlich von Farbigen bewohnten Stadtteils einzufangen. Aber das eigentliche Thema ist der Rassismus.
Lee ist ein Film gelungen, der erst die Voraussetzungen verbaler Natur schafft, damit es dann am Ende eine glaubwürdige, fatale Entwicklung geben kann. Manche Szenen wirken etwas theatralisch inszeniert, unterstützt von farbenfrohem Design. Die Atmosphäre und die Komik der Situationen sind allerdings authentisch. Die Akteure reden erst miteinander, dann beschimpfen sie sich (häufig wird ‘Nigger‘ verwendet!) und am Ende prügeln sie auf einander ein. Für Stimmung im Viertel sorgt der fast nicht zu erkennende Samuel L. Jackson als DJ.
Aber die Message kommt klar rüber: ‘Gewalt ist unmoralisch‘. Die zentrale Figur Sal (großartig Danny Aiello) versucht es zwar, aber es gelingt ihm nicht ganz. Er rastet aus und löst eine Lawine der Gewalt aus. Sein Sohn Pino (John Turturro) hingegen ist ein ausgemachter Rassist (‘Fühle mich hier wie auf dem Planet der Affen.‘).
Eine nachvollziehbare Gewaltspirale, die den Finger in die Wunden legt, die der Rassismus schlägt, die aber auch die Hoffnung auf Besserung nicht ausschließt. | |
Mi, 28.08.2013TV | Die verrückten ReichenBürgerliche NarreteienBereits der Titel ist Programm für Claude Chabrol. Diesmal ist er nicht bissig, und nur ein bisschen blutig. Die Handlung umfasst fünf Personen. Ehepaar mit Tochter (Sydne Rome), eine Geliebte (Ann Margaret) und ein Casanova (Jean-Pierre Cassel).
Schriftsteller William (Bruce Dern) hat eine Schreibblockade und Ehefrau Claire (Stéphane Audran) ist Nymphomanin.
Die dahinplätschernde Handlung erhält von Zeit zu Zeit aufreizende optische Einschübe. Es sind Tagträume, boshaften Wunschvorstellungen, morbide Fantastereien und erschreckende Albträume der Reichen, die hier Chabrol sichtbar macht. Dies könnte allerdings ebenso für normal Sterbliche gelten wie Eifersucht, Zickenalarm und Seitensprünge, Lust, Frust sowie sexuelle Obsessionen und Ängste (Penisverlust). Schmuck als Anstecknadel wird zur blutenden Trophäe auf nackter Haut. Die Einschübe sind grotesk, überraschend, aber nachvollziehbar.
Wenn schon nicht bissig, dann wenigstens ein Hauch von Komik (Charles Aznavour fährt als Blinder Auto!). Auch das Personal ist durchgeknallt. Hier besonders nett der Kurzauftritt von Maria Schell. Kurt Jürgens ist nicht weiter erwähnenswert.
Ein abwechslungsreiches Gesellschaftsbild, mit langen Dialogen und einem sexy Pep zwischendurch. | |
Di, 27.08.2013TV | Der letzte TycoonEnde einer ÄraEs gibt eigentlich nur zwei Gründe, sich diesen Film anzuschauen: erstens man will die vielen Promis mal in ihrer Jugend sehen (1976). Die Darstellerliste liest sich wie das Who-is-who von Hollywoods Prominenz. Und zweitens ist der kurze Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik für Film Freaks nicht uninteressant. Ansonsten lahmt Elia Kazans letzter Film, für dessen Titel es kein deutsches Wort gibt, schon etwas. Trotz eines Anflugs von Leidenschaft gibt es keine Dramatik. Dafür entschädigen allerdings die Solopartien der Weltstars: z.B. Jeanne Moreau als genervte Diva, Tony Curtis als verunsicherter Schönling, Jack Nicholson als schlagkräftiger Vertreter der Drehbuchschreiber u.v.a.m.
Es wird auch der Stabwechsel der Generationen angesprochen: die alte Garde der Hollywood Produzenten wird hier von Robert Mitchum und Ray Milland verkörpert. Sie siegt am Ende über den ach so mächtigen Jungspund den titelgebenden Tycoon Robert De Niro. Filmszenen wechseln mit dem realen Leben und zeigen, dass das Eine mit dem anderen nichts zu tun hat.
Es ist letzten Endes eine Parabel auf Hollywood: hier buhlt die Macht (De Niro) um die unbekannte Schönheit (Ingrid Bouting) und die Schönheit spielt mit der Macht, vorübergehend. Dann erlischt das Feuer buchstäblich im Kamin und Robert De Niro verschwindet im Dunkel. Ein Abgesang auf das alte Hollywood der 70er Jahre und Kazans eigene Elegie auf sein Lebenswerk. | |
Mo, 26.08.2013TV | Letzte Runde4 Oldies & 1 UrneJeder, der einmal in einem Pub den Ruf des Originaltitels gehört hat, weiß, dass es Zeit wird, sein letztes Pint zu bestellen.
Vier Freunde drehen hier eine letzte Runde mit der Urne ihres Freundes Jack (Michael Caine), um eine Seebestattung vorzunehmen. Das großartige Promi-Ensemble (Hoskins, Courtenay, Hemmings, Windstone) ist in Höchstform und passt haargenau auf die Personen, die sie verkörpern. Helen Mirren ist unaufdringlich präsent – wenn auch in der zweiten Reihe immer noch eindrucksvoll. Sie ist die weibliche Ergänzung und verkörpert sowohl Komik als auch Tragik.
Es ist eine der besten Tragikomödien des beginnenden Jahrtausends, die diese Bezeichnung verdient. Und die beiden Standbeine sind gleichmäßig verteilt: Dialoge und Situationen sind wirklich komisch und Jacks debile Tochter sowie seine Schulden bieten echte Tragik.
Es ist mehr als nur ein bloßer Kneipenfilm. Das Verhältnis Eltern und erwachsenwerdende Kinder wird ebenso beleuchtet wie der Rückblick auf die Zeit, als alle noch jung waren. (vgl. Frisuren!) Gerade diese gelungenen Retrospektiven machen einen Teil des Charmes aus. Sie sind hier als Stilmittel von eminenter Bedeutung, denn die Oldies erinnern sich: gemeinsam als Saufkumpels und allein auf dem Klo packt jeden einzelnen echter Jammer. Das ist durchaus anrührend und eröffnet einen lyrischen Schluss, wenn Jacks Asche ‘vom Wind fortgetragen wird, bis die Asche zu Wind wird und der Wind zu Jack.‘ Einfach großartig! | |
Fr, 23.08.2013TV | Green ZoneEnde einer LegendeDer erste ernstzunehmende Film, der die Lüge des amerikanischen Präsidenten Bush entlarvt, dass es im Irak Massenvernichtungswaffen (WMD) gab. Es wird hier klar herausgearbeitet, dass es nur der fadenscheinige Vorwand war, gegen den Diktator Saddam Hussein Krieg zu führen. Hohe Beamte haben Dokumente gefälscht, um Argumente für den Kriegseinsatz zu liefern. Das weiß man alles inzwischen. Hollywood hat 2010 nachgezogen.
In bester Kriegsfilmmanier wird hier durchaus spannend eine historische Unwahrheit aufgedeckt. Roy Miller (Matt Damon), ein Vertreter des Militärs, gibt den unerschrockenen Aufklärer, der sich auch von getürkten Presseberichten nicht beirren lässt. Er wird vom CIA Mann Martin Brown (Brendan Gleeson) unterstützt. Doch den politisch Verantwortlichen gefallen ihre Nachforschungen nicht.
Die Verkündigung von George W., dass Amerika den Krieg gewonnen habe, kommt gut als Farce rüber. Ebenso die leeren Phrasen der Politiker, dass ‘Jetzt die Freiheit im Irak beginnt ‘. Aber wir sehen auch kurz die Uneinigkeit der Iraker untereinander. Streit lähmt hier den Fortschritt der Ereignisse. Da muss doch Amerika helfend eingreifen.
Regisseur Paul Greengrass hält sich bei der Schilderung auffallend zurück. Es gibt keine Wertung. Die Fakten sprechen für sich.
Die Ironie dabei ist, dass gerade in der ‘Green Zone‘, die als besonders gesichert galt, die Kriegstreiber am Werk sind, die den Krieg als Geschäft nutzen. Klasse. | |
Do, 22.08.2013TV | Spring FeverEin Homo, eine Frau und ein BiWas hier unter ‘ Frühlingsgefühle‘ subsumiert wird, ist eine Parabel auf alle möglichen sexuellen Ausrichtungen: homo- und heteroerotische, getrennt und miteinander. Es gibt sogar einen flotten Dreier. Für uns Europäer ergeben sich dabei nur zwei Schwierigkeiten: erstens sind die Bilder bewusst sehr dunkel, so dass man z.B. in der letzten Einstellung nicht genau sehen kann, ob der Transvestit mit einem Mann oder einer Frau im Bett liegt, zweitens haben wir ‘Langnasen‘ Schwierigkeiten, zwischen den Figuren von ihrer Physionomie her zu differenzieren.
Dabei geht es wild durcheinander aber keineswegs ausgeglichen zu: die homoerotische Seite wird entschieden überbetont. Da geht es im griechisch-römischen Stil zur Sache. Man verlässt sich und findet sich wieder, man streitet und prügelt sich. Ja man verletzt sich buchstäblich.
Zwei absonderliche Nebenhandlungen bietet uns Regisseur Lou Ye: die monetären Transaktionen von Frau Li (Tan Zhuo), da wird viel mit Handcam gearbeitet und die lyrischen Karaoke Passagen. (‘Jeder Mensch ist eine gefallene Blume und kann sich wieder aufrichten.‘)
Es zeigt, dass die Grenzen der sexuellen Neigungen fließend sind. Man sieht es, aber kann es nur schwer emotional nachvollziehen. Filmisch gesehen kann der Reiz in der Andersartigkeit liegen. Für die überwiegende Mehrheit der Normalos ist das alles ohnehin Science Fiction. Geht dann aber auch in Richtung von mehr Toleranz. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.