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Di, 23.07.2013
TV | Die schönen Wilden
Monsieur & Madame Robinson3 Sterne
Der Bonus für diesen Film ist die Tatsache, dass es Regisseur Rappeneau gelungen ist, zwei Ikonen der 70er Jahre vor die Kamera zu holen: Catherine Deneuve und Yves Montand. Beide sind in der Blüte ihrer Jahre, beide sind schön und auch ganz schön wild. Egal was sie hier machen, es ist amüsant und sehenswert. Nicht nur weil es die einzige Szene gibt, in der die sonst zu züchtige Deneuve einmal blank zieht. Das Ökoabenteuer auf einer einsamen paradiesischen Insel wird nur am Rande als Gegenpol zum Raubtierkapitalismus dargestellt. Die böse Ehefrau und ihr Parfumkonzern stören nicht weiter. Da verbreitet die von ihr eingesetzte Spionin schon mehr Heiterkeit oder Deneuves Verflossener, ein italienischer Macho. Stattdessen gibt es viel turbulenten Klamauk. Und bei der Kabbelei der beiden ‘Nicht-Verliebten‘ wird weibliche List gegen männliche Muskelkraft eingesetzt. Er kocht für sie, sie beklaut ihn. Es macht Spaß die beiden so locker und entspannt in Aktion zu sehen. Das Happy End wird gekonnt verzögert. Immer wieder werden optische Hindernisse eingebaut: Fotos, falsche Blondinen etc. Rappeneau hat darauf gebaut, dass die Zuschauer es erwarten. Und dem kommt er auch endlich nach. Ein Sommerspaß, der Urlaubsgefühle aufkommen lässt. Anspruchslos, aber nicht wertlos.
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Mo, 22.07.2013
TV | Tiger & Dragon
Kauernder Tiger, verborgener Drache4 Sterne
Eindrucksvolle Bilder und atemberaubende, ballettartige Luftkämpfe, in denen es kaum Tote und ebenso wenige Verletze gibt, sind in etwas längere Dialoge mit einem Hauch Lebensphilosophie eingebettet. Die Kämpfer scheinen die Schwerkraft überwunden zu haben. Die Handlung selbst ist von sekundärer Bedeutung. Es ist unwichtig, dass es um ‘das grüne Schwert der Unterwelt‘ geht, ob Jadefuchs (Cheng Pei-pei) zur Strecke gebracht wird und Meister Li (Chow Yun-Fat) gleich ins Jenseits mitnimmt. Auch der Titel sagt uns wenig. Aus der Handlung schälen sich zwei Stränge heraus: das alte Liebespaar: Meister Li und Yu Xiu Lian (Michelle Yeoh). Er traut sich nicht und sie wartet frustriert. Erst im Tode… Die Zukunft gehört dem jungen Pärchen. Der freiheitsliebende Bandit ‘die schwarze Wolke‘ (Cheng Chang) und die bezaubernde, schwertgewandte Yu Jiao Long (Zhang Ziyi). Sie liefert nicht nur die besten Kampfszenen, sondern bringt auch noch Spannung, weil sie anfangs vermummt kämpft. Und sie verkörpert die Message des Films ‘Steh‘ zu dir selbst‘. Und natürlich auch zu deiner Liebe, was Li und Yu Xiu Lian nicht konnten. Dazu passt der geniale Schluss: ein Sprung vom Berg als Erfüllung aller Wünsche. Yu Jiao Long tut es und fliegt davon. Einfach großartig!
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So, 21.07.2013
TV | Fasten auf Italienisch
Der Italiener4 Sterne
Kad Merad steht als Dino oder Mourad im Mittelpunkt des Films. Ein algerischer Einwanderer, der sich als Italiener in Frankreich ausgibt. Probleme gibt’s im Ramadan, weil er seine wahre Herkunft verleugnet. Von 5.58 Uhr bis 22.01 Uhr nur Fasten, Beten und kein Sex. Obwohl der Film voller lustiger Gags ist, behandelt er doch ein erstes Thema, inklusive der Abschiebung als Lösung. Er sprüht vor Lebensfreude, hat den Charme des Südens mit jeder Menge Emotionen, Sonne und einem flotten Soundtrack. Kad Merad ist nicht nur das übliche Schlitzohr, denn er liebt aufrichtig. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Beispiel sagte Freundin Hélène (Valérie Benguigui) auf der Tanzfläche ‘Oh Gott, mein Slip!‘ Er fragt darauf ‘Was ist?‘ Sie antwortet ‘Ich hab keinen an!‘ oder als sich eine etwas dusselige Freundin fast verquatscht hätte ‘macht er den Ra‘. Soll heißen ‘Raben füttern, Rasen mähen oder Radio hören‘. Auch das fiktive Petting ist äußerst erheiternd. Der latente Rassismus wird ebenso karikiert wie die doppelte Staatsbürgerschaft. Nach Tiramisu-Test und einer Polizeikontrolle durch einen muslimischen Mitbruder treffen sich die Liebenden beim Kauf eines Hochzeitskleides wieder. Hier geht’s zum emotionalen Höhepunkt und einem warmherzigen Happy End. Die Komik kommt von der verheimlichten Herkunft der Hauptfigur her und der Diskrepanz zwischen dem gesprochenen Wort und dessen wahren Inhalt, den wir sehen. Und natürlich von einem putzmunteren Kad Merad. Sonnige, herzerwärmende Unterhaltung mit ernstem Hintergrund.
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So, 21.07.2013
TV | Alles koscher!
Schiit oder Shit4 Sterne
Die Integration ist ein ernstes und aktuelles Thema. Hier wird es allerdings recht amüsant und in der Sache neu dargeboten. Das liegt am Superstar Omid Djalili, der den Moslem Mahmud spielt, der feststellen muss, dass er jüdischer Abstammung ist. Er inszeniert sich in seiner Egozentrik selber und macht manche Szene (Tanzeinlagen) zum Klamauk. Daneben gibt es aber durchaus gelungene, handfeste Komik, wie die in der Adoptionsbehörde. Es werden Klischees bedient, wie die Eifersucht der viel zu jungen Ehefrau Saamiya (Archie Panjabi) und es gibt Einblicke in jüdisches Leben (eine Bar Mitzwa), ins islamische (die Burka) und mit der Hochzeit auch ins Indische. Überraschend werden die Gedanken der Figuren manchmal optisch umgesetzt. Die Fundamentalisten werden der Lächerlichkeit preisgegeben und am Ende liegen der Koran und die Bibel nebeneinander. Lessings Ringparabel lässt grüßen. Wie Mahmud den möglichen Schwiegervater und ausgemachten Fundamentalisten Al Masri öffentlich entlarvt, ist zwar etwas weit hergeholt, geht aber im allgemeinen Freudentaumel unter. Interessanterweise geht es auf den Demos nicht gegen Israel, sondern nur gegen die Zionisten. In der deutschen Fassung geht einiges verloren. Im Englischen liegen z.B. der ‘Schiit‘ und die ‘Scheiße‘ verbal dicht neben einander. Der Reiz des Films liegt in seinem hohen Unterhaltungswert, der aus echtem Verständnis für die religiöse Vielfalt herrührt und gleichzeitig eine ironische Distanz dazu wahrt.
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Sa, 20.07.2013
TV | Im inneren Kreis
Der einsame Eli2 Sterne
Randvoll mit ewig vielen Dingen, die nicht zwangsläufig alle etwas miteinander zu tun haben: ein PR Mann als Promigehilfe, der Zeuge eines Mordes wird; hinter den Kulissen werden Seilschaften gezogen, die um politischen Einfluss ringen. Erpressung, Korruption, das volle Programm. Es geht in Opiumhöhlen und Vergnügungstempel. Es wird geschnupft, geschluckt, Pillen werden eingeworfen und als Roter Faden versucht der PR Mann Eli (Al Pacino, hier mal mit fluffy Föhnfrisur) eine Benefizveranstaltung zu organisieren. Er, der todkranke, tablettenabhängige führt uns durch diesen Dschungel. Al Pacino verkörpert den Kaputtnik recht eindrucksvoll. So reicht er seinen Frust an die Zuschauer weiter und mit seinem unerwarteten, ungeklärten Ende macht sich fast so etwas wie Erleichterung breit. Überhöht wird dieser Schluss nur noch durch seine Zusage zuvor an Freundin Victoria (Kim Basinger) endlich mit ihr aufs Land zu ziehen. Sie ist der einzige, warmherzige Pol in dieser Promiszene. Egal, ob man da die ‘Leute trifft, die man kennt‘ (Originaltitel) oder zum ‘inneren Kreis‘ dazugehört. Jeder ist allein. Ab und zu blitzen kleine Perlen in den Dialogen auf wie ‘Wo du nichts verloren hast, hast du auch nichts zu suchen.‘ oder -‘Ich nehm‘ die falschen Pillen.‘ –‘Nein, du bist die falsche Pille.‘ Aber die inhaltliche Fülle lässt keine Spannung aufkommen und schafft ein Gesellschaftsbild, das aus einem endlosen Sumpf menschlichen Elends zu bestehen scheint. Das zieht ganz schön runter.
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Sa, 13.07.2013
TV | Dieses obskure Objekt der Begierde
Der Hampelmann4 Sterne
Was für ein poetischer Titel, der doch nichts anders bezeichnet als ‘Die Frau‘ schlechthin. Die Romanvorlage trifft da schon eher den Nagel auf den Kopf mit ‘Das Weib und der Hampelmann‘. Zu einem solchem macht sich der alte Mathieu (Fernando Rey, das männliche Gesicht der Bunuel-Filme). Das Geniale aber ist hier das einmalige Experiment im Film: eine Rolle, die sich zwei Schauspielerinnen teilen. Carole Bouquet und Angela Molina spielen abwechselnd Conchita. Die treiben Mathieu in den Wahnsinn mit ihrer Hinhaltetaktik. Sie verzögern, weisen ihn ab, scheinen ihn zu erhören und eröffnen doch immer weiterführende hoffnungsvolle Perspektiven. Auf eine Demütigung folgt eine Ermutigung. Gerade wollte Mathieu mit einer Conchita ins Bett, da will sie doch nicht etc…Die Erniedrigungsspirale dreht sich für Mathieu immer weiter. Ewige Liebesschwüre wechseln mit Beschimpfungen. Er beschenkt sie, küsst ihr die Füße und darf zusehen, wenn es eine Conchita treibt. Mathieu ist der absolute Hampelmann. Der zweite Geniestreich von Bunuel ist der Doppelguss aus einem Eimer als Erklärung. Einmal am Anfang und einmal am Ende, nach dem Motto ‘Wie du mir…Und als krönenden Abschluss kann es dann nur eine Explosion geben, nachdem immer wieder mal Meldungen von Terroristen im Radio verkündet wurden. Einmalig anders und konsequent und noch mit einem Schuss Humor. Ja es gibt es wohl nicht dieses obskure Objekt in seiner Einzigartigkeit. Es existiert nur in der Vielfalt.
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Sa, 13.07.2013
Kino | Frida
Schmerz und Einsamkeit4 Sterne
Die mexikanische Malerin Frida Kahlo und ihr leidvolles Schicksal waren bis dato nur in Insiderkreisen bekannt. Lange waren mexikanische Künstler in Europa nur eine exotische Sehenswürdigkeit. Umso anerkennenswerter ist diese gelungene Biographie, die von Salma Hayek nicht nur mitproduziert, sondern auch gleichzeitig mit ihr als Hauptdarstellerin besetzt wurde. Sie sieht der Frida wirklich verblüffend ähnlich. Ein stimmungsvolles Sittengemälde mit eindrucksvollen Bildern aus dem Künstlermilieu der wilden 20er Jahre. Es gibt heiße Liebesszenen, Sauf- und Raufanlässe, revolutionäre Lover und viel linke Ideologie. Frida hatte in ihrem Leben zwei Unfälle: einen auf der Straße, der sie teilweise lähmte und einen in der Begegnung mit Diego Rivera (Alfred Molina als ihr ebenbürtiges Alter Ego). Das war der schlimmere. Diese Hassliebe prägte auch ihre Kunst. Anhand ihrer Gemälde kann man ihren künstlerischen Weg vom Realismus über den Symbolismus zum Surrealismus nachvollziehen. Durch Animationen wird die Kernaussage ihrer Bilder noch besonders hervorgehoben. Hier werden Schmerz und Einsamkeit thematisiert oder symbolische Vergleiche gezogen: Diego als King Kong. Aber auch ihr Elternhaus und die Begegnung mit Trotzki (Geoffrey Rush) werden erwähnt. In den gehaltvollen Dialogen treten eine ganze Reihe von Stars in kleineren Rollen auf: u.a. Antonio Banderas als linker Revolutionär, Ashley Judd als lesbische Tangotänzerin, Edward Norton als Geldmagnat u.v.a. Ihr Ende wie auf einem Gemälde in einem brennenden Bett. ‘Ich hoffe der Abgang ist erfreulich.‘ Die Oscars sind berechtigt.
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Sa, 13.07.2013
TV | Up in the Air - Wie im Flug
In die Luft gehen3 Sterne
Wenn der Film nicht die Realität wiederspiegeln würde, könnte man ihn recht amüsant finden. Die Dialoge gehen flott von der Lippe und versprühen dabei jede Menge Witz und Geist. So aber erschreckt uns der Zynismus mit dem hier George Clooney und sein Azubi Natalie (Anna Kendrick) zur Sache gehen und Mitarbeitern verkünden "Sie sind gefeuert!" Was den Unterhaltungswert angeht schwanken beide zwischen Herzlosigkeit und Mitgefühl, zwischen Professionalität und Menschlichkeit hin und her. Sie werden dabei fast zu Lyrikern, wenn sie Euphemismen verwenden wie 'Wir übernehmen die Menschen in ihrem zerbrechlichsten Moment und überlassen sie den Wellen'. In diesem Job lebt man aus dem Koffer und ist wie George sich nennt 'der Mann mit dem leeren Rucksack'. Eine Beziehung ist nicht möglich nur One-Night-Stands. So muss auch der Versuch mit Kollegin Vera Farmiga scheitern. Das überrascht keineswegs. Es gibt aber noch Raum für die Folgen der Kündigung, der Azubi kündigt selber und George hat Nostalgiegefühle an seine Schulzeit. Sein erfolgreicher Versuch seinen zukünftigen Schwager doch zur Hochzeit zu überreden wirkt etwas aufgesetzt und fungiert als Füllsel. Für George kann und darf es keinen Schluss geben und schon gar keinen glücklichen. Er geht einfach wieder in die Luft.
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Fr, 12.07.2013
TV | Ein verrücktes Huhn
Ein ganz zartes Hühnchen3 Sterne
Die beiden französischen Superstars der 70er Jahre Annie Girardot und Philippe Noiret sind hier in bester Spiellaube unterwegs. Sie als Kommissarin, er als Professor. Beide drehen unheimlich auf: das alte Mädchen und der etwas bedächtig, tapsige Gelehrte. Sie als hyperaktive, etwas schusselige Polizistin, er in liebenswerter Langsamkeit. Das ist so flott in Szene gesetzt, dass man bei all der witzigen Komik fast vergisst, dass die beiden in ihrer Romanze ohne heiße Sexszenen auskommen. Bei Regisseur Philippe de Broca kann es natürlich nicht bei einer bloßen Liebeskomödie bleiben. Da kommt noch Mord dazu und korrupte Politiker. So gesellt sich zur amüsanten Unterhaltung auch noch etwas Spannung hinzu. Ebenso ist es auch mit dem Hinweis auf die Pariser Studentenrevolte. Die erinnert nur den Professor an seine aufmüpfige Jugendzeit. Und die Kommissarin muss den Unschuldigen dann auch noch verhaften. Bei ihr zu Hause leben Tante (Paulette Dubost) und ihre Mutter fast wie mit ‘Spitzenhäubchen‘ und runden das angenehm lustige Ambiente ab. Einfach klasse! Der Film lebt von den superben Darstellern und dem Witz der Story.

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TV | Notruf Hafenkante
Krimi mal anders5 Sterne

Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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