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Sa, 15.06.2013
TV | Carriers
Die Infizierten4 Sterne
Formal gesehen spricht einiges für den Film. Die stringente Hinführung zum Thema ‘Viruspandemie‘ erscheint ebenso gelungen wie die Steigerung der Spannung durch den Handlungsablauf. Auch die Atmosphäre der menschenleeren Gegend bringt das Endzeitszenario glaubhaft rüber. Und schließlich gelingt es den Brüdern Pastor, trotz der beklemmend schockierenden Handlung, das ganze Unternehmen zu einem leicht wehmütigen, nostalgischen Ende zu führen. Die vorerst Überlebenden reden sich ein, glücklich zu sein. Die wohldosierten und im Genre unüblich echten Horrorszenen (nur 3!) genügen für den Transport der Message. Mit diesem Minimalismus von grauenhaften Schockern mit viel roter Farbe setzt sich der Film wohltuend vom Mainstream ab. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf dem menschlichen Aspekt in einer Ausnahmesituation. Bei der alles entscheidenden Frage ‘Ich oder Du?‘ sieht sich Brian (Chris Pine) gezwungen seine infizierte Freundin Bobby (Piper Perabo) zurückzulassen. Und wer nicht hilfsbereit ist, wird erschossen. Um das eigene Überleben zu sichern, erschießt Danny (Lou Taylor Pucci) sogar den eigenen infizierten Bruder Brian. Hier wird das ganze Ausmaß dieses menschlichen Dramas deutlich. Brudermord als einzige Möglichkeit zu überleben. Das kann einen schon ins Grübeln bringen, denn Brians oder Dannys Handeln wird nicht bewertet. Der etwas andere Endzeithorror. Spannend und ohne Pathos.
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Di, 11.06.2013
TV | Cocktail für eine Leiche
Das Seil2 Sterne
Es ist Hitchcocks harmlosester Film – eher ein Comedy-Thriller. Wobei sich das Komödiantische in Grenzen hält: schrullige, ältere Dame (Constance Collier noch aus dem 19. Jahrhundert) und unschlüssiges Mädel (Janet Chandler) mit Kopfverdrehungs-Ambitionen bei den um sie buhlenden, jungen Männer. Wenn es zu Beginn nicht ganz kurz einen angedeuteten Mord gegeben hätte, könnte man meinen im falschen Film zu sein – zumindest in keinem Hitchcock-Krimi. Die beiden Täter sind der Zyniker Brandon (John Dall) und der Angsthase Phillip (Farley Granger). Es passiert nicht viel. Dreiviertel des Films sind Small Talk einer wohlhabenden Gesellschaft. Nur gelegentlich im letzten Drittel blitzt Hitchcocks Genialität kurz mal auf, wenn sich die Handlung auf die Truhe konzentriert. Doch wie Professor Cadell (James Stewart), der im Gegensatz zu den anderen Gästen scharfsinnig und neugierig ist, den Mördern auf die Spur kommt ist schon recht boulevardesque. Erst beim zweiten Mal hinschauen entdeckt man die Initialen im falschen Hut. Und der Schluss? Sirene!? Die Gesellschaft kommt?! Wie jetzt?! Da scheint die Frage viel bedeutsamer: Wo ist Alf? Ich habe ihn nicht entdecken können.
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Di, 11.06.2013
TV | Die letzten Amerikaner
Bequemlichkeit des Südens3 Sterne
Der deutsche Titel ist ambivalent, wobei das Deutungsspektrum von ‘Die sind ja wirklich das Letzte‘ bis hin zu ‘Gibt es sonst keine echten Amis mehr?‘ reicht. Der Film stammt aus den 80er Jahren, als Amerika die Erfahrung aus dem Vietnamkrieg zu verarbeiten begann und etwas Distanz zum Geschehen erlagt hatte. So gibt es hier quasi einen Dschungelkrieg im eigenen Land. Eine Militärübung in den Everglades. Da leben die Cajuns, eine kleine Gruppe frankophoner Bewohner. Hollywoods zweite Promigarde (Peter Coyote, Frank Ward u.a.) kommt hier zum Einsatz und sie erfahren alles andere als die ‘Bequemlichkeit des Südens‘. Diese kleine Truppe aus Machos, Rassisten und Kindsköpfen legt sich mit den Bewohnern der Sümpfe an. Recht spannend werden die Feindseligkeiten untereinander beschrieben und die Teilnehmerzahl z.B. durch Fallen à la Rambo I reduziert. Die beiden übrig gebliebenen sind Keith Carradine und Powers Boothe. Der Showdown ist das parallele Nebeneinander von volksfestähnlicher Gastlichkeit bei den Cajuns und der Überlebenskampf der beiden Übriggebliebenen mit ihren einheimischen Jägern. Das schier undurchdringliche Dickicht schafft eine beängstigende Atmosphäre und die lauernden Cajuns übernehmen die Rolle der Indianer aus den früheren Filmen. Ein harter, herber Männerfilm mit vielen Opfern auf beiden Seiten. Action ohne Tiefgang, aber mit tollem Soundtrack.
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So, 09.06.2013
TV | Caprona - Das vergessene Land
Zurück in die Steinzeit3 Sterne
Der Film von Kevin Connor stammt aus einer Zeit, als die Monster noch aus Plastik und Gummi waren, die Vorlage vom Tarzan-Erfinder Rice Burroughs. In diesem Abenteuerfilm ist noch alles echt: Feuer brennt richtig heiß, Bäume stürzen um und die Genossen von Gozilla schwingen unter fürchterlichem Geheul ihre Riesenkörper durch die Gegend. Ausgangspunkt ist der 1. Weltkrieg, in dem sich deutsche und Amerikaner erst bekämpfen und sich dann gegen den gemeinsamen Feind verbünden. Aus dem ewigen Eis geht es problemlos in tropische Gefilde. So gebastelt wie die Kulisse ist auch die Dramatik mit Stunts aus der Zirkusshow. Ist alles nett anzusehen und lässt einen schmunzeln ob der Harmlosigkeit. Lisa (Susan Penhaligon) ist als einzige Frau mit von der Partie. Sie darf aber nur einige wenige Sätze loslassen und ist nur Anlass für eine Riesenprügelei unter den Neandertalern. Mit ihr überlebt Mr Tyler, der Held, (Doug McClure) als einziger Promi aus der damals populären ‘Shiloh Ranch‘. Und so endet das Pärchen wie im Märchen ‘…und wenn sie nicht gestorben sind…‘ Ein hübscher Einfall mit der Flaschenpost verbindet den Anfang mit dem Ende dieser unglaublichen Geschichte – oder umgekehrt. Neben dem archivarischen Wert des Films sind pazifistische Ansätze zu erkennen. Und wie schon zu Tarzans Zeiten steckt auch hier wieder die Sehnsucht drin nach einem Leben im Einklang mit der Natur. Echt abenteuerlich.
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So, 09.06.2013
TV | 12 Monkeys
12 und mehr Affen1 Stern
Hier hat sich Terry Gilliam aber kräftig vergaloppiert. So sehr ich seine Filme an sich mag, dieser hier ist eine einzige Katastrophe. Erst beim 3. Versuch ist es mir gelungen, das Ende mit offenen Augen zu erleben. Man checkt es nicht so ganz, wohin es unseren Helden Cole (Bruce Willis) treibt. Und so geht auch das Interesse verloren. Er irrlichtert durch Irrenanstalten und verschiedene Zeitebenen. Dicht gefolgt von seiner Psychiaterin Railly (Madeleine Stowe). Ihre Rolle ist noch unklarer als die von Cole. In diesem nebulösen Gespinst steht Jeffrey (Brad Pitt) als einziger schauspielerischer Höhepunkt wie ein Fels in der Brandung des kryptischen Geschehens. Pitt spielt diesen Psychopathen grandios. Da weiß man wenigstens woran ist. Die übrigen Zutaten wie Tierversuche und Tierbefreiung, Traumata aus der Kindheit oder Coles Zweites Gesicht dienen nur dazu, dass das Bild nicht stehen bleibt und die Kamera sich weiterdreht. ‘Vertigo‘ bringt einen kurz ins Grübeln, doch bevor man damit etwas anfangen kann sind Held und Handlung schon wo anders unterwegs. Alles wirkt zu abgehoben abstrakt, unterbrochen von selbstgemachter Hektik und Hin- und Her blenden. So wird keinerlei Wirkung erzielt. Und für das Ende braucht man schon eine Einführung, denn das, was man da sieht, ist Konfusion pur. Eine Groteske, die sich selbst in den Schwanz beißt. Da fühlt man sich dann schon verschaukelt und keineswegs unterhalten. K.V.
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Sa, 08.06.2013
TV | 28 Tage später
Einen Monat später4 Sterne
Ein gut gemachter Horrorschocker mit Niveau. Atmosphärisch ist das menschenleere London eine hervorragende Ausgangssituation zur Produktion von Gänsehaut. Die infizierten Zombies sind da nur ein Teil der Miete. Daneben gibt es noch brutale Gewalt – hier auch gegen Frauen. Die wohldosierten Schockeffekte werden hervorragend vorbereitet. Meistens geht ihnen eine längere, ruhigere Phase voraus. Das wird mit Chorälen oder auch dem ‘Ave Maria‘ unterlegt. Dann bricht das Unheil allerdings mit doppelter Lautstärke urplötzlich über die Zuschauer herein. Dieser ständige Wechsel von Entspannung und Anspannung ist eine der packenden Wirkungen des Films. Außerdem haben die Flüchtenden Jim, Selena, Frank und Hannah ein Ziel vor Augen: erreichen sie Manchester sind sie gerettet. Und hier kommen sie in eine Restgesellschaft, die nur aus Männern besteht. Da wird sexueller Kohldampf geschoben, dem Selena (Naomie Harris) zu begegnen weiß. Sie beschützt die kleine Hannah (Megan Burns). Die hat ihren Vater Frank (Brendan Gleeson) durch Infektion verloren. So kommt noch eine echt tragische Komponente ins Spiel. Die Zombies werden fast zur Nebensache. Dabei geht es um die Zukunft der Menschen, um Überleben durch Töten und um die Feststellung, dass Frauen die Zukunft bedeuten. Dass Jim (Cillian Murphy), der Held, erschossen überlebt, ist ein Zugeständnis an den Götzen Mainstream. Überhaupt ist der ganze Epilog ‘nochmal 28 Tage‘ mitsamt dem sonderbaren Happy End die einzige Schwachstelle des Films. Aber superspannend mit menschelnden Auswirkungen.
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Do, 06.06.2013
TV | The Astronaut's Wife
Zwei Minuten3 Sterne
Die inhaltlichen Anleihen sind nicht zu übersehen, auch wenn sie hier eine andere optische Qualität besitzen. Der Film ist streng durchgestylt: Jillian (Charlize Theron) eine schöne Frau und Spencer (Johnny Depp) ein schöner Mann in einem schönen Ambiente. Da hinein wird das Böse verpflanzt, genauer in Jillians Bauch, als ihr Mann für zwei Minuten im Weltraum unbeobachtet war. Genaues weiß man aber nicht. Der Film stapelt nur Vermutungen und Andeutungen aufeinander, die sich gegen Ende allerdings verdichten. Ein Märchen bietet eine Interpretationshilfe. Großes Rätselraten begleitet die Handlung. Winzige Hinweise müssen gespeichert werden, die nicht unbedingt auf der Hand liegen. Als zusätzlicher Publikumsmagnet dient das Gesicht der leidenden Charlize Theron. Vielleicht auch Johnny Depp, der von der Mimik her so zwischen Diabolo und Latin Lover angesiedelt ist und der sich erst am Schluss outet und in drei Sätzen alles erklärt, fast alles. Beim grandiosen Finale mit Wasserspielen wird es dann endlich richtig spannend. Spencer macht einen highlandermäßigen Abgang. Und einen mysteriösen Nachschlag gibt es obendrein. Charlize mit neuer Frisur, neuem Mann und einem Satz, der von der Pythia stammen könnte. Alles in allem ganz passabel.
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Do, 06.06.2013
TV | Last Cowboy Standing
Rupert & Evert3 Sterne
Zwei Söhne Rupert und Evert rekapitulieren die Trennung der Eltern und deren Tod. Als Volljährige (Ilmari Järvenpää und Onni Tomila) lassen sie noch einmal ihre Kindheit vor ihrem geistigen Auge vorüberziehen. Diese Story ist so ausgelutscht wie ein alter Drops. Doch wie Zaida Bergroth das darstellt, ist schon bemerkenswert. Anfangs erschreckt sie den Zuschauer noch mit kurzen surrealen Sequenzen. Hinzu kommen Magic Effects und kleine Animationsspielchen. Dann erzählt sie etwas lückenhaft, wobei das Entscheidende nur angedeutet wird, verteilt Einzelszenen in Retrospektive und Jetztzeit bunt gemischt. Das individuelle Drama von Vater und Mutter erschließt sich erst nach und nach. Die Musik lässt mit den Ohrwürmern von Millie Small ‘My Boy Lollipop‘ und den Rubettes ‘Sugar Baby Love‘ die 70er Jahre wieder auferstehen mit all dem dazugehörigen spröden Charme. Dazu passt der Braun-Gelb-Grün Filter und die Ausstattung. Aber leider auch die etwas hölzerne Spielweise und die umständlichen Dialoge. Die einzelnen Szenen ziehen sich in die Länge, weil kaum geschnitten wird. Was als eine Art Lausbubengeschichten beginnt, endet als tragisches Vater-Söhne Drama. Und das geht schon am Ende unter die Haut. Den deutschen Titel vergisst man, weil der Bezug fehlt, den Film nicht. Für die Spaßgesellschaft zu ernst, für Mainstreamer zu ungewöhnlich.
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Mi, 05.06.2013
TV | Nummer 5 lebt
Kurzschluss3 Sterne
Ein nettes Sci-Fi Märchen aus den achtziger Jahren, das sich inzwischen vorzüglich für große und kleinere Kinder eignet. Heute ist man dem Phänomen ja schon beträchtlich näher gekommen mit Cyborgs und so. Hier trifft den Roboter Nummer 5 ein Blitzeinschlag mit Kurzschluss (Titel!) und der entwickelt daraufhin menschliche Züge, d.h. er hat spontane Reaktionen und kann über Witze lachen. Sein Erfinder Newton (Steve Guttenberg) rettet ihn vor den bösen Militärs, die ihn zerstören wollen. Manche meinten darin eine pazifistische Tendenz zu entdecken. Eine Tierfreundefraktion gibt es allerdings in Form von Stephanie (Ally Sheedy), die Nummer 5 rettet und sich in Newton verliebt. Das ist alles recht unterhaltsam gemacht. Nummer 5 ist nicht so emotional wie E.T. und liebenswürdiger als Alf. So im Sinne von ‘Roboter sind die besseren Menschen‘. Lockere Sprüche gibt’s genug ‘Hey Lazer-Lippe, alte Blechdose!‘ Stephanies Ex-Freund ist die ‘Rache der Mutation‘ und der indische Assistent redet nur in Sprichwörtern, die er aber ständig verdreht. Im Fernsehen gibt es natürlich Szenen aus John Badhams ‘Saturday Night Fever‘ mit John Travolta. Am Ende kriegen die Feel-Good-Movie-Fans noch ganz kurzfristig einen klitzekleinen Schock, bevor das Trio dem Sonnenuntergang entgegen fährt. Nett, lustig mit dem Charme der 80er Jahre.
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Di, 04.06.2013
TV | Gauner wider Willen
Ich vertraue dir3 Sterne
Die Ausgangslage der beiden Protagonisten ist durchaus realistisch. Alessandro (Alessandro Besentini) schlägt sich als kleiner Trickbetrüger durch und Francesco (Francesco Villa) hat ein Master Degree und spricht drei Sprachen. Beide sind arbeitslos. Der eine ist überqualifiziert, der andere gar nicht. Wie sie sich gegenseitig aus der Patsche helfen ist nett erzählt, bisweilen sogar lustig, selten platt. Aber es ist keine italienische Posse, sondern es gibt auch nachdenkenswerte Szenen, die an die menschliche Seite appellieren. Viel wird auf Bekanntes gesetzt: so verheimlichen beide z.B. die Arbeitslosigkeit vor der eigenen Frau oder man kauft bei Ikea ein. Zusätzlicher Schwung kommt von einem mafiösen Geldverleiher, der Alessandros ‘Kronjuwelen‘ bedroht. Die Tricks werden immer lukrativer und die Gauner tricksen sich gegenseitig aus. Am Ende landen sie einen Coup gemeinsam, den der Zuschauer nicht sogleich als solchen erkennt. Und so bewahrheitet sich am Ende der Originaltitel ‘Ich vertraue dir‘, denn bei allen Gaunereien muss jeder dem andern vertrauen, sonst klappt’s nicht. Beide Männer haben ihre Selbstachtung wiedergefunden. Und damit hebt Regisseur Massimo Venier den Stoff auch noch auf eine moralische Ebene. Unterhaltsam und charmant.

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Krimi mal anders5 Sterne

Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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