Di, 04.06.2013TV | Mörderische FerienBald dunkelDie Handlung ist in mehrfacher Hinsicht etwas unglaubwürdig. Die Girlys machen zwar heute schon alles selber, aber, dass sie zwei ausgewachsene Gangster herhauen, fällt schon schwer zu glauben. Nachdem die schwarzhaarige Ellie (Odette Anable Yustman) die Jungs des Dorfes heiß gemacht hat, braucht sie sich nicht zu wundern…Der Streit, der zur Trennung von ihrer blonden Freundin Stephanie (Amber Heard) führt, ist an den Haaren herbeigezogen und die Dorfbewohner reagieren abweisend, weil sie die Süßen nicht verstehen (Sprachbarriere!). Der nette Retter Michael (Karl Urban) muss sich ja später als Bösewicht outen und der gute Polizist ist ein korrupter Bösewicht.
Die mittelmäßigen Schauspieler quälen sich durch die Dialoge, die nach dem Prinzip ‘Stop–and-Go‘ funktionieren. Da wird das dramatische Ende einer Szene mit dem Aufsetzen der Sonnenbrille gesetzt. Ganz kurz kommt im letzten Drittel etwas Spannung auf. Blacky macht den Abgang und Blondy geht heim zu Mama und Papa. Die übermächtige Vorhersehbarkeit hängt der Handlung wie ein Mühlstein um den Hals. Da ist die titelgebende Dunkelheit schon wirklich ein Segen. K.V. | |
Mo, 03.06.2013TV | Micmacs - Uns gehört Paris!Machenschaften & MauscheleienEine Untergrundorganisation voller äußerst skurriler Typen, die aber alle eine besondere Fähigkeit haben, die beim späteren Coup eingesetzt wird, bekämpft zwei Waffenhändler (André Dussollier und Nicolas Marié). Jeunet hat eine Abrechnung mit den Waffenhändlern, den ‘Todeshändlern‘ wie sie hier genannt werden, vorgenommen. Das macht er äußerst witzig, voller Überraschungen und betrachtet die ‘Machenschaften‘ durch eine Gelbfilterbrille. Ein Starensemble (Marielle, Pinon u.a.) agiert in einer sonderbaren Mischung aus Märchen mit surrealistischen Zügen. (Ein bisschen ‘Amelie‘ und ein bisschen ‘Delicatessen‘ kann man schon rausschmecken.) Es knistert nicht gerade vor Spannung, ist aber keineswegs langweilig, wegen der Fülle von lustigen Einfällen. Im Mittelpunkt steht Bazil (Danny Boon) der Mann mit der Kugel im Kopf. Er hat Grund genug gegen die Todeshändler vorzugehen. Es ist der Kampf David gegen Goliath, dessen Ausgang wir kennen. In Bazils Umfeld hat Tambouille (Yolande Moreau) als Mutter der Kompanie die Zügel in der Hand. Aber es werden auch die Abnehmer der Waffen wie IRA und ETA genannt. Die Krönung des Feldzuges ist dann eine akustische Vortäuschung einer Entführung der Bösewichter nach Afrika. Die Truppe baut quasi ein Potemkin’sches Dorf aus Sound und Schall und vernichtet sie via Internet. Großartige, niveauvolle Unterhaltung. | |
So, 02.06.2013TV | Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ichAus 2+2 wird 4+2Eine Fortsetzung, die fast ein bisschen besser ist, als der erste Teil. Da vor und hinter der Kamera fast die gleichen Leute stehen, können es nur die beiden Superstar Dustin Hoffman und Barbra Streisand (Die Fockers!) sein, die hier neu dazugekommen sind. Allein ihre schauspielerische Leistung lässt den Film in der Werteskala emporschnellen. Beide sprühen nur so vor Spielfreude. Es treffen hier zwei Weltanschauungen aufeinander: die ausgeflippten Alt-Hippies sind offen und menschlich locker. Ganz im Gegensatz zur Familie Byrnes (Robert de Niro und Blythe Danner), die erzkonservativ, verklemmt und spießig ist. Aus diesem Gegensatz speist sich die Komik. Sie wird allerdings noch durch Hund und Katze erweitert und durch den pfiffigen Enkel ‘Little Jack‘. Für ausreichend Gesprächsstoff sorgt die üppige Haushälterin Isabel. Manche Gags bauen auf Situationen aus dem ersten Teil auf oder Figuren begegnen uns erneut. Manche Wiederholung übernimmt eine andere Person. Jetzt sagt Little Jack zu Opa Jack ‘Aaaschloch‘! und trifft damit genau den Nagel auf den Betonkopf. Der etwas zu langatmig geratene Abgang erweckt den Eindruck als suche Regisseur Roach nach einem Ende. Dabei hat er die meisten Zuschauer doch schon ‘fockerisiert‘. | |
So, 02.06.2013TV | Falling Down - Ein ganz normaler TagD-FensEine spannende und gut nachvollziehbare Psychostudie mit erschreckenden Seitenblicken auf eine gewaltbereite Gesellschaft. Jeder hat das schon mal erlebt, dass an einem Tag alles schief zu laufen scheint. Aber normalerweise fängt man sich ja wieder. Nicht so Bill Foster (Michael Douglas). Er tritt eine Gewaltspirale mit fatalem Ende los. Indem sein persönliches Umfeld (seine Mutter, seine Ex) beleuchtet wird, erfährt man, warum er so ein gestörter Psychopath ist, der in der Vergangenheit lebt und unter starkem Realitätsverlust leidet. Ironischerweise arbeitet Bill für einen Rüstungskonzern und ist kurz zuvor entlassen worden. (Sein Nummernschild: ‘D-Fens‘!)
Michael Douglas beweist hier, dass er auch im Charakterfach zu Hause ist. Nicht nur in den Straßen von Frisco oder bei der Diamantenjagd, als Banker oder Womanizer. Sein Gegenspieler Polizist Prendergast (Robert Duvall) erlebt dagegen seinen letzten Arbeitstag und glänzt besonders im Finale als erfahrener, cooler, aber auch irgendwie menschlicher Ordnungshüter. Seine Ehefrau Amanda (Tuesday Weld) setzt ihm als keifendes Eheweib zu. (Achtung Komik!). Bill hat interessante Begegnungen auf seinem Weg ins Verderben: ein Highlight ist Nicks Militärladen. Eindrucksvoll Frederic Forrest als rassistischer Faschist.
Bis sich die beiden am Ende mit gezogener Pistole gegenüberstehen: hier der Amokläufer und da der Polizist wird spannend erzählt und konsequent zu Ende gedacht. Klasse! | |
Sa, 01.06.2013TV | Zu zweit ist es leichterDer alte Mann und das MädchenDer Film ist nett und französisch leicht, ohne oberflächlich zu sein.
Er beschreibt eine vertraglich abgesicherte Wohngemeinschaft zwischen dem Rentner Joseph (Michel Galabru) und einer Schülerin einer Kosmetikschule. Der Alte ist ein herrlicher Isegrim und Marilyn (Luce Radot) eine erfrischende Neuentdeckung.
Die Annäherung und Abweisung zwischen den beiden wird gefühlvoll und mit leisem Humor, aber mit vielen genau beobachteten, liebevollen Details geschildert. Sowohl Joseph als auch Marilyn lernen, dass sie einander brauchen, und müssen nicht auf ihre Unabhängigkeit verzichten. Dabei sind die Nebenhandlungen gut eingepasst. Ihre Schule und seine Schwester (Alexandra Stewart) beflügeln und stützen das Thema, bieten aber auch eine zusätzliche Möglichkeit für Spekulationen: kann sich Joseph von der mächtigen Schwester befreien und wie geht es weiter, wenn sich Marilyn verliebt?
Intime Details: ihre Reizwäsche in der Waschmaschine, eine Gesichtsmaske, sogar eine Ohrfeige bringen leises Schmunzeln und man meint zu wissen, worauf das Ganze hinausläuft. Im Zusammenleben ging es anfangs bergauf, dann plötzlich bergab und dann pendelte sich die Handlung irgendwo mittig ein und ermöglicht einen unsentimentalen, befreienden Schluss. Joseph und Marilyn haben sich emanzipiert. Schön für sie! | |
Fr, 31.05.2013TV | Der englische PatientDie Krankenschwester & der TotkrankeÜber die Qualität dieses Epos gibt es ja wohl keine zwei Meinungen und das liegt nicht nur an den neun Oscars. Es sind eigentlich zwei Filme: ein Liebesdrama und ein Kriegsdrama. Beide spielen in Afrika und Italien. Und beide sind nochmals unterteilt in einen Abenteuer- und Forschungsplot, eine Kolonialgeschichte und eine Spionageaffäre.
Wie dies alles in grandiosen Bildern (besonders die Luftaufnahmen von der Wüste beeindrucken) erzählt wird, die Handlungsstränge teils parallel teils in einander verwoben werden, ist erste Sahne. Unter den großartigen Schauspielern ragt Hana (Juliette Binoche) besonders heraus. Nicht nur weil sie Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist, sondern weil sie als Krankenschwester aufmuntert und dennoch ganz tief mitempfindet. Sie zieht sich quasi selbst aus dem Sumpf des Selbstmitleids und rührt zu Tränen. Ein optisches Highlight der besonderen Art ist die Besichtigung der Fresken mit Fackeln und Seilzügen. Beim ‘englischen Patienten‘ (Ralph Fiennes) macht die Hautmaske die Hälfte der darstellerischen Miete aus. Selten wurde Kristin Scott Thomas als seine Geliebte Katharine so locker, aber auch leidend, so amüsant und vorteilhaft ins Bild gesetzt wie hier.
Die traumhafte Bildervielfalt am Ende federt den Schmerz des Melodrams ab und lässt den Zuschauer mit dem Flugzeug in die Wüste entschwinden. Trotz der schmerzhaften Liebesgeschichte ohne Happy End ist es ein Feel-Good-Movie. Großartig! | |
Do, 30.05.2013TV | Eine vernünftige LösungSzenen zweier EhenVom Titel her betrachtet ist es eine Themaverfehlung, denn es gibt hier keine ‘vernünftige‘ Lösung. Viel schlimmer: es gibt gar keine! Bei zwei befreundeten Ehepaaren funkt es über Kreuz. Doch nach der Gier kommen die Skrupel. Zumal zunächst alle unter einem Dach wohnen werden. Da liegt es doch auf der Hand, dass es zwei von ihnen bumsfidel gut geht, und zwei nebenan leiden wie die Tiere. Es wird viel diskutiert, jeder versucht auf seine Art und Weise mit der Situation klar zu kommen. Die starken Männer sind schwach und hilflos – selbst der bumsfidele Erland (Rolf Lassgard). Einzig und allein seine ‘alte‘ Frau (Stina Ekblad) wächst über sich hinaus und geht. Und die anderen drei? Machen weiter wie bisher? Man weiß es nicht.
Vielleicht ist es eine Grundlage für eine Diskussionsrunde. Da muss dann jeder für sich eine Lösung finden. Kann man aber auch ohne den Film gesehen zu haben. Ätsch! Auf den Titel wohl reingefallen wie? Glatte Zeitverschwendung. Das Beste ist noch das Plakat. Auch die Schauspieler geben ihr Bestes. K.V. | |
Do, 30.05.2013TV | Alien - Die WiedergeburtSchwacher AbgangRegisseur Jeunet hat den vierten und letzten Teil des Alien-Quartetts übernommen. Wie auch in seinen anderen Filmen wirken hier Bilder und Farben. Aber es baut sich keine Spannung auf. Wir werden nur durch grässliche Bilder wie z.B. konservierte Missbildungen erschreckt. Und selbst die überraschenden Auftritte des Aliens werden oft durch Schleim oder andere Spurenelemente vorher angekündigt. Seine Unterbringung hinter Glas erinnert an King Kong. Es gelingt nicht diesem Film ein eigenes Profil zu verleihen, was bei den ersten drei ganz gut geklappt hat. Ripley (Sigourney Weaver) steht wieder im Zentrum und glänzt hier schauspielerisch mit einem Gefühlscocktail aus latenten mütterlichen Gefühlen für das Monster und dem Drang, es zu eliminieren. Die beiden prominenten Androiden (Dominique Pinon und Ron Perlman) wirken clownesque und lassen eher Frohsinn aufkommen. Lediglich die kleine Call (Winona Ryder) kann sich in diesem Trio profilieren, als menschlich programmierter Roboter.
Es folgt eine kryptische Phase mit Ripleys abtauchen in die Gebärorgane der Alien-Königin und dem Auftritt dieser seltsamen Wiedergeburt. Die wirkt fast sympathisch mit ihrem Kopf halb Totenschädel, halb Robbenbaby mit großen Augen.
Bleibt die Frage, ob man den Film wirklich so mit Rettung der Welt und Rückkehr zur Erde fast wie in einem biblisch anmutenden Märchen ausklingen lassen musste? Die Qualität hat das jedenfalls nicht verbessert. | |
Mi, 29.05.2013TV | Männer die auf Ziegen starrenUnglaublichDer skurrile Titel ist Programm. Dabei wäre ja durchaus die Möglichkeit gegeben, dass es ein total durchgeknallter Streifen hätte werden können. Ist es aber nicht. Das Script zwängt die Superstars in eine Handlung, die ein bisschen New Age, Esoterik pur und ein Versuch in Richtung M.A.S.H. ist. Die Handlung wurde auch noch durch Phänomene des Irakkriegs und der Hippies angereichert. Die Helden irrlichtern durch ein konfuses Sammelsurium von Situationen, die durchaus eine reale Basis haben und die werden auch so präsentiert und uns als echtes Leben verkauft. Alles wirkt etwas aufgesetzt. Jeff Bridges versteht sich und die Welt nicht, Clooney versucht verzweifelt mit Blicken einen Lacher zu provozieren und McGregor staunt unbedarft mit den Zuschauern um die Wette. Kevin Spacey ist bemüht einen coolen Charakter darzustellen. Insgesamt sind die Dialoge keineswegs witzig, eher peinlich.
So entwickelt sich ein leerer Hohlbau, in dem eigentlich nichts Greifbares existiert. Im Innern nichts und außen geschmacklose Pappkameraden. Das ist keine Parodie, weil alles zu vage und zu konfus ist. Es fehlt vor allem an echter Komik. Nur Superstars gibt’s genug. Vielleicht hatten die ja wenigstens ihren Spaß beim Dreh?! K.V. | |
Mi, 29.05.2013TV | Am wilden FlussAbenteuer mit GangsternDieser Film von Curtis Hanson zeichnet sich durch mehrere Dinge aus. Zunächst einmal die hervorragenden Darsteller, die die turbulenten Situationen auf dem strudelnden Fluss grandios meistern. Die Handlung verläuft auf zwei parallelen Ebenen: Eheprobleme der Familie Hartmann (sic!) und die eigentliche Flussfahrt als Abenteuer mit zwei Gangstern (Kevin Bacon und John Reilly). Beide Handlungsstränge ergänzen sich und bauen so die Spannung kontinuierlich auf, indem sie auf ein glückliches Ende zutreiben. Und dann gibt es noch eine clevere Lösung am Ende, die schon zwischendurch gut vorbereitet wird, so dass es ein echt verdientes Happy End ist.
Gail Hartmann (Meryl Streep) eröffnet den Film großformatig und sportiv. Sie ist ortskundig und Expertin für Rafting. Ihr Mann Tom (David Strathairn) arbeitet mit dem Kopf. Beides passt überzeugend zur erfolgreichen Lösung, ebenso wie der Hund, die Rauchzeichen und Taubstummensymbole an einem Baumstamm. Die ganze Zeit hat man immer die schier unüberwindbaren Stromschnellen der Höllenschlucht im Hinterkopf, auf die sie zutreiben. Durchs Toms erfolgreiche Flucht eröffnet sich eine zweite Front und lässt die Spannung nochmals steigen. Der Showdown mit einer einzigen Patrone wird äußerst spannend inszeniert und bringt die Handlung auf den Siedepunkt.
Spannendes Abenteuer mit Tiefgang vor malerischer Kulisse überzeugend gespielt. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.