Di, 28.05.2013TV | Alien IIIFamilienmitgied RipleyDavid Fincher hat das Alien-Quartett gut weitergeführt mit Repliken aus vorausgehenden Filmen (u.a. der Androide Bishop). Im Gegensatz zu den vorigen Folgen setzt er aber nicht so sehr auf technischen Schnickschnack, sondern auf zwischenmenschliche Probleme, die z.B. entstehen, wenn eine Frau allein unter Männern ist. Dabei hat Fincher eine Reihe Promis mit an ‘Bord‘ (Charles Dance, Charles S. Dutton, Pete Postlethwaite, Paul McGann u.a.). Heldin Ripley (Sigourney Weaver) beeindruckt hier durch angeschlagenen Gesichtsausdruck mit blutunterlaufenem Auge und Kurzhaarfrisur. Wir sind nach einer Bruchlandung in einer Strafkolonie für männliche Schwerverbrecher auf dem Planeten Fiorina. Die Zuschauer warten über eine Stunde auf das Alien, was natürlich zu Lasten der Spannung geht. Aber dann explodiert in der letzten halben Stunde förmlich die Handlung und entschädigt für alles. Ein Inferno bringt Hochspannung! Die vom Alien geschwängerte Ripley jagt das Biest. Sie gehört jetzt quasi zu seiner ‘Familie‘. Und nur sie weiß, wie man mit der Bestie umgehen muss. Ripley ‘Es ist wie ein Löwe. Immer in der Nähe des Zebras‘.
Sie bietet ihren eigenen Tod an und findet eine selbstbestimmte, ultimative Lösung. Das könnte das Ende des Aliens sein, wenn nicht…Schau ‘mer mal. | |
Mo, 27.05.2013TV | Der Ruf des KaisersDas TodesbankettMan kennt die langen Einstellungen, die fliegenden Krieger aus der Martial Art Kiste, die prachtvollen Kostüme und die bombastische Ausstattung dieser Filme aus Fernost. Auch die Shakespeare–Themen werden gerne auf eine historische Situation aus dem Reich der Mitte umgedeutet. All das hat Regisseur Xiaogang hier angewendet. Und die zwei prominentesten weiblichen Darstellerinnen nach Gong Li unter Vertrag genommen: Zhang Ziyi als mächtige Kaiserin Wan und Zhou Xun, die unglücklich Liebende, die nur ein Spielzeug in den Händen der Kaiserin ist und die am Ende den ‘Sterbenden Schwan‘ mimen darf.
Trotz Tempowechsel zwischen steifem Hofzeremoniell und dem Luftkampf der fliegenden Schwerter wird die Zeit doch etwas lang, trotz Polo und manch sprudelnder Fontäne aus menschlichen Leibern mit viel roter Farbe. Die Dialoge sind nicht dazu angetan Spannung zu erzeugen. Dafür wird viel zu viel Wert auf äußeren Pomp gelegt. Allein die beiden Frauenfiguren versuchen emotionalen Tiefgang. Kaiserin Wan, hasserfüllt und machtbesessen wird erst nach langer Verzögerung und Verzicht zum Racheengel. Mit ihr setzt Xiaogang am Ende einen komödiantischen Kontrapunkt, als alle bereits tot sind. Wir wissen nicht wer’s war. Stattdessen hört man einen Song, der vom ESC stammen könnte. Es ist nicht das Gegenteil von Kurzweil, nur anders. | |
Mo, 27.05.2013TV | Vertraute FremdeWeit wegDen deutschen Titel kann man auch umdrehen zu ‘Fremde Vertraute‘. Beides ist gleich nichtssagend. Der des Originals beschreibt den Tatbestand schon eher. Der junge Thomas (Léo Legrand) ist plötzlich wieder 14 und will den Verlauf seiner Familiengeschichte ändern. Hier: der Vater verlässt die Familie. Am Anfang und am Ende steht einen Ohnmacht. Dazwischen balanciert der Film auf einem schmalen Grat zwischen Heute und Damals. Nur der junge Thomas hat das Wissen von heute und verhält sich entsprechend. Er scheitert am Unverständnis der anderen Personen, die verunsichert reagieren – wie auch sonst. So gelingt kein echtes Fußfassen in der einen oder anderen Welt. Der Film bewegt sich in einem imaginären Zwischenbereich, der letztlich doch farblos bleibt. Die subtile Vorgehensweise vermag nicht das Offensichtliche sichtbar zu machen. Das artifizielle verdeckt die Wirklichkeit. Alles bleibt vordergründig, mangamäßig eben. Viele kleine Szenen sind schmückendes Beiwerk, das nichts erklärt, sind ebenso kryptisch wie die winkenden Äste der Bäume im Wind. Alexandra Maria Lara versucht als Mutter in ihrem limitierten Rahmen Emotionen rüberzubringen. Da passt die reglose Mimik von Pascal Greggory als älterer Thomas schon eher zum Plakativen.
Garbarski hat einen sehr persönlichen Film gemacht (siehe auch Widmung!). Hat sich aber inhaltlich daran verhoben. Den Comic Charakter abgestreift und durch nichts substantiell ersetzt. Simply Arthouse?! Oder was? Zu wenig. | |
So, 26.05.2013TV | Der Schnee am KilimandscharoDer arbeitslose RäuberDer Titel verleitet die Oldies zum Lossingen und bei entsprechender Musik machen sie Tanzschritte zum Blues ‘zwei links, eins rechts‘. Inhaltlich passt der Song von Pascal Danel natürlich besser zu Henry Kings gleichnamigem Film. Hier ist er nur Ausdruck der französischen Lebensweise (‘Savoir vivre‘). Robert Guédiguian hat nicht nur wieder eine Liebeserklärung an Marseille (immer wieder Hafenansichten) und die Arbeiter dieser Stadt gemacht, sondern einen eindringlichen Appell an Solidarität formuliert. Und das tut er in unglaublicher Konsequenz: der Arbeitslose Michel (Jean-Pierre Darroussin) und seine Frau Marie-Claire (Ariane Ascaride) werden von einem ebenfalls arbeitslosen, allein erziehenden Kollegen überfallen und ausgeraubt. Es folgt eine unglaubliche Reaktion der Betroffenen, unaufdringlich untermauert mit Hinweisen auf den großen Jean Jaurès. Keineswegs langweilig, sondern ernsthaft zwar, aber mit viel Witz und warmherzigem Charme (z.B. Telefonat: ‘Schläfst du noch?‘ – ‘Nein, ich rede im Schlaf!‘). Der Film zeigt Verständnis für beide Seiten und erfreut mit kleinen Details. Bei so viel Solidarität kann einem eigentlich fast nichts passieren. Man muss es halt dem Zuschauer und im Film den eigenen erwachsenen Kindern erklären.
Verblüffend in der Konsequenz; grenzüberschreitend regt der Film zum Nachdenken an. Hass und Rache waren gestern, heute in der globalisierten Welt hilft nur die Solidarität. | |
Fr, 24.05.2013TV | Ein Fisch namens WandaZweimal WandaObwohl der Film in den 80er Jahren gemacht wurde, zündet seine Komik immer noch. Das liegt zum einen an den grandiosen Schauspielern, die vor Spielfreude nur so überschäumen, zum anderen an der Situationskomik. Hier wird nach der echten Monty Pythons Methode mit Wiederholungen gearbeitet (wie die alte Dame und ihre Hündchen oder die Autounfälle mit Nachruf) was die Lacher potenziert und das Drehbuch liefert jede Menge Wortwitz (‘das ist besser als mich anzuschwulen‘ oder ‘ein Pullover mit einem höheren IQ als du!). Dabei kommt der Gegensatz Amerika-England nicht zu kurz. Hier duellieren sich verbal und handgreiflich Archie (John Cleese) als Vertreter der Krone und Otto (Kevin Klein, der selbstverliebte Deo-Fetischist) als eifersüchtiger, ‘dämlicher‘ Ganove. Zwischen allen Parteien kocht Wanda (Jamie Lee Curtis) ihr eigenes Süppchen und lässt dabei nichts anbrennen. Die Spitzenkomik in diesem Himalaya von Klamauk liefert der stotternde Ken (Michael Palin). Unvergesslich seine Folter, in der seine Nasenlöcher mit Pommes verstopft werden, während Otto seine Fische verspeist (‘Fish & Chips‘ eben). Die Story wird so tempo- und einfallsreich auf die Spitze getrieben, dass man auch das Ende ohne viel nachzudenken akzeptiert, wo jeder gegen jeden kämpft inklusive Happy End. Zeitlose, sprühende Edelkomik der Spitzenklasse ohne Verfallsdatum. | |
Fr, 24.05.2013TV | La Lisière - Am WaldrandDer tote LandarztVon Anfang bis Ende ein düsterer, wortkarger Film, der allein von der Atmosphäre und der Konsequenz lebt: das ist Misstrauen und Distanz. Alles wird durch eine düstere Optik verstärkt, die nach dem Motto verfährt ‘Schwarzafrikaner bei Nacht im Tunnel‘. Hier lässt sich in einer Neubausiedlung ein junger Landarzt Francois (Melvil Poupaud) nieder. Er erregt das Interesse einer Jugendgang. Da nicht viel geredet wird und man auch nicht viel erkennen kann, bleibt es ein konfuser Brei mit inhaltlichen Schwächen, die viele Fragen aufwerfen: Warum manövriert sich Francois in diese zweifelhafte Situation? Was treiben die Kids da eigentlich genau am Waldrand? Warum klappt es bei Francois mit seiner Freundin nicht? Wer hat denn nun die Fahrerflucht begangen? Die Erwachsenen bewegen sich etwas sonderbar und distanziert. Hier verliert sich Hippolyte Girardot in seiner kleinen Rolle.
Der Wald kann als Fluchtpunkt der Jugendlichen gesehen werden, wo sie in einer Anti-Welt nach ihren eigenen Gesetzen verfahren. Coming-Off-Age-Rituale. Gruppenzwänge. Mutproben bei Petting und Sex eventuell. Teeny Schwärmereien der Mädels. Nichts Genaues weiß man nicht. Die deutsche Synchronisation tut ein Übriges, um das Verständnis zu erschweren.
So bleibt am Ende eine Idee und eine Interpretationsvielfalt, die allein auf der Schwäche des Films beruht. Ein unbefriedigendes Kopfschütteln bleibt. K.V. | |
Do, 23.05.2013TV | Aliens - Die RückkehrRetterin RipleyJames Cameron hat den ersten Alien-Teil von Ridley Scott fortgesetzt und was Spannung und Technik angeht, noch etwas gesteigert. Manches ist ähnlich wie Heldin Ripley (Sigourney Weaver), manches anders: hier Kind Newt (Carrie Henn) statt Katze. Der menschliche Roboter Bishop (Lance Henriksen) ist ein verbessertes Modell und tut diesmal Gutes.Mit Ripleys anfänglichen Albträumen weist Cameron auf den dritten Teil hin. Das Drehbuch setzt nicht auf Charakterzeichnung sondern auf Materialschlacht. Der nette Bösewicht Burke (Paul Reiser) bleibt blass und auch der eventuell hilfsbereite Corporal Hicks (Michael Biehn) kommt nicht so recht zum Zuge. Dafür gibt es gleich zwei Highlights: die Rettung von Newt und die finale Auseinandersetzung mit der eierlegenden Alien-Königin. Ripley ertrinkt fast in einer Gewaltorgie aus Flammen und Schleim mit quietschenden Monstern. Effekte, Darsteller und Kulisse von diesem Inferno sind spektakulär und am Ende besonders wirkungsvoll, weil sie quasi als Nachschlag kommen, als alles bereits in trockenen Tüchern zu sein scheint. Auch als Ripley in einer Kampfmaschine sitzt, bekommt die Auseinandersetzung eine neue fast persönliche Dimension. Es wird zu einem individuellen Kampf zweier Gegner, die sie hassen.
Auch Sigourney Weaver hat sich hier nochmal durch Kampfeinsatz und behände Stunts gesteigert. Wenn sie und Newt den Rückflug verschlafen, kann das Publikum sich entspannen und durchatmen. | |
Do, 23.05.2013TV | Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden WeltPromi-Sterben im WeltraumRidley Scott hat den ersten der drei Teile übernommen. Es ist quasi die Einleitung, mit viel technischem Beiwerk, Sci-Fi-Raumfahrt eben.
Die Spannung beruht auf einem doppelten Wechselspiel: von unterschiedlichen Situationen akustisch und optisch unterstützt von Schnitt und Machart. Da kann die Stimmung von einem gemütlichen Kameradschaftsabend im Raumschiff urplötzlich von einem krachenden Schocker ersetzt werden. Man sieht ganz kurz etwas ungeahnt Schreckliches. Oder der Vorlauf ist eine längere ruhige Phase, ohne Musik, nur gleichförmiges Atmen und dann bricht es herein, dieses Wesen aus einer fremden Welt: schleimig und mit säurehaltigem Blut. Und man sieht immer nur Ausschnitte des Monsters. Dann folgt eine längere Suchaktion. Gedehnte Spannung… sie steigt.
Den vielen Promis (Skerritt, Holm, Hurt, Stanton, Kotto) ergeht es wie den ‘zehn kleinen Negerlein‘. Nur Ripley (Sigourney Weaver), die neue weibliche Heldin bleibt und siegt. Sie wird im Verlauf der nächsten Teile zu einer tragischen Figur. Hier präsentiert sie uns in einem effektvollen Spannungsnachschlag eine zufriedenstellende Lösung. Fesselnde Unterhaltung vor richtungsweisender, technischer Kulisse. | |
Mi, 22.05.2013TV | Red CornerDie rote EckeAls lyrischer Rahmen muss der Bambus herhalten, der darauf wartet gestreichelt zu werden. So erklärt es uns wenigstens Bai Ling am Anfang und am Ende des Films. Sie ist die Pflichtverteidigerin des amerikanischen Managers Richard Gere. Dass der seinen One-Night-Stand (Jessey Meng) nicht ermordet hat, glaubt ohnehin niemand, wieso auch. Der größte Teil des Films ist eine Gerichtsverhandlung. Es ist nicht der offizielle Scheinprozess, wie man ihn kennt, sondern reiner Klamauk. Soviel freie Rede kann kein autoritäres System zulassen. Gericht und Anklagevertreter wirken hilflos und unprofessionell. Die süße Pflichtverteidigerin mutiert zu einer Dissidentin und dehnt den Fall zu einer offiziellen Frage der Menschenrechte aus. Ihr werden erst jetzt die Augen geöffnet, dass ihr Vater in der Kulturrevolution gedemütigt wurde und so gerät das gesamte kommunistische System auf den Prüfstand. Das ist kaum nachvollziehbar. Die wenigen Funken zwischen Gere und Bai Ling sind so zündend wie Zündhölzer unter Wasser.
Wenigstens die Hintergrundmusik nötigt zum Schmunzeln: Marvin Gay singt da nämlich ‘I heard it through the Grapevine‘. Nachtigall ich hör dir trapsen.
Eine glattgebügelte Schmonzette mit einem vorhersehbaren Happy End. Lassen wir Richard Gere lieber in der roten Ecke. Er findet aus diesem Labyrinth leicht hinaus. Realitätsfern und spannungsarm. | |
Di, 21.05.2013TV | From HellBriefe aus der HölleVon den zahllosen Filmen die Jack the Ripper thematisieren ist der hier von den Brüdern Hughes der gelungenste, den ich kenne und zwar aus zwei Gründen: Sie begegnen dem bisher nicht aufgeklärten und wahrscheinlich nie aufzuklärendem Kriminalfall mit der richtigen Einstellung. Der Film bleibt bewusst so unklar wie nötig und doch so genau wie möglich. Dabei greift er mehrere in der Kriminalistik dieses Falles auftretende Deutungen auf. Es werden die üblichen Verdächtigen benannt: die Gangster, die die Nutten kontrollieren, der königliche Leibarzt (Ian Holm), die Freimaurer, bis hin zu einem Mitglied der Royals. Auch rassistische Äußerungen, die einen Juden als Täter vermuten, werden kurz in Betracht gezogen.
Dass man sich auf eine Graphic Novel stützt, muss ja kein Nachteil sein. Man merkt es halt am glutroten Londoner Himmel oder am blutroten Beefsteak. Aber man hat gut recherchiert. Und so entsteht eine düstere Atmosphäre von Englands Hauptstadt Ende des 19. Jahrhunderts, (inklusive Queen Vicky) wo Mr. Abbeline (Johnny Depp), der opiumsüchtige, Absinth trinkende Inspektor ermittelt. Das passt ebenso ins ungewöhnliche Bild, wie seine Liebe zur Hure Mary Kelly (Heather Graham). Und über allen schwebt, trotz seiner Körperfülle, Sergeant Godley als Mädchen für alles, vor allem für die Komik zuständig. Selbst das Ende ist sonderbar gelungen.
Gut gemacht, spannend, stimmungsvoll und allumfassend in der Sehweise. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.