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Di, 01.01.2013
TV | Der Untergang des Römischen Reiches
Der Anfang vom Ende3 Sterne
Es ist zwar nicht der Untergang des römischen Reiches, den wir hier sehen, sondern eher der Anfang vom Ende. Eine düstere Schau mit viel schwarz, Kälte und Schnee. Ewig lange, prächtige Paraden und Aufmärsche unter Fanfarenklängen sorgen für gedehnte Unterhaltung. Dafür liegen die Dialoge weit über dem sonst üblichen Niveau dieses Genres und die hervorragenden Schauspieler können jeweils einen ausgeprägten Charakter darstellen. Allen voran Christopher Plummer als Commodus. Er gibt den flatterhaften, unreifen Sohn des Marc Aurel (Alec Guinness) und verfällt dem Größenwahn. Sein Rivale ist Livius (Stephen Boyd), der ernsthafte, aufrichtige und von fast allen geliebte Militärtribun. James Mason sorgt als griechischer Philosoph Timonides für geistigen Tiefgang und hält Reden von Frieden und Freiheit (Pax Romana). Alle werden überstrahlt, wenn Lucilla (Sophia Loren) auftritt. In ihrer Person vereinigen sich menschliche Tragik, eine tiefe Liebe zu Livius und das Machtbewusstsein der Kaisertochter. Sie verleiht der Handlung Glanz und verdeckt so manchen Anflug von Pathos. Da ist mehr Pomp als Spannung im Spiel. Der letzte der ‘Big Six‘ der klassischen Sandalenfilme. Insofern ist sein Titel Programm: ein Abgesang. Anthony Mann bemüht sich anfangs um historische Authentizität, verliert sich aber im Verlauf in einer selbst gestrickten Story. Vor allem das Ende bleibt etwas kryptisch. Der tanzende Pöbel symbolisiert das alte Motto ‘Brot und Spiele‘. Heute würden wir sagen ‘Party‘.
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So, 30.12.2012
TV | Shoot 'Em Up
Ballermann Reloaded3 Sterne
Gleich zu Anfang gibt es viel Brutalität und Ballerei, aber auch menschliche Wärme. (Killen und Gebären). Beide Elemente werden durch coole Sprüche und flotte Stunts verbunden. Die Darstellung hat etwas Comikhaftes an sich. Hier killt der Held und Möhrenliebhaber mit seinem Lieblingsgemüse. Und die Dialoge enthalten oft lustige Passagen wie ‘Eier sollten nicht mit Steinen tanzen.‘ Dabei sind die Rollen klar verteilt und hervorragend besetzt: Clive Owen ist der Held, Monica Bellucci die Hure mit Herz und Paul Giamatti der sadistisch schmierige Fiesling. Und damit wenigstens noch etwas ‘Butter bei die Fische‘ kommt, geht es um Knochenmarkspenden und die Waffenlobby. Und groteskerweise kämpft man hier weder um einen Koffer oder eine CD, sondern um ein Baby. Der kleine Zwerg ist lustig animiert mit wechselndem Gesichtsausdruck. Und der sicherste Ort liegt in einem Panzer. Viele muntere Gangs beleben die Szene, wie z.B. der Antrieb eines Karussells mittels Ballermann. Und der ist stets im Einsatz: beim Koitus wie beim Fallschirmabsprung. Alles verläuft relativ glatt in diesem problemfreien Streifen. Da dienen selbst Brutaloszenen wie Fingerbrechen als Belustigung. Hier fällt es dem Zuschauer leicht, alles leicht zu nehmen. Das dritte Auge verfolgt den Plot stets mit einem Zwinkern. Das ist gut gemachte Ballermann-Unterhaltung, nicht mehr und nicht weniger.
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Mi, 26.12.2012
TV | Die zauberhafte Welt der Beatrix Potter
Miss-Stimmtdoch-Potter4 Sterne
Eine herzzerreißend tragische Liebes- und eine erstaunliche Erfolgsgeschichte über eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen (‘Peter Rabbit‘). Die Story ist wie aus einem Märchen, abgesehen vom nicht ganz erfüllten Happy End. Es funkt zwischen den beiden Hauptfiguren Beatrix (Renée Zellweger) und Norman (Ewan McGregor). Und der Funke springt über in diesem warmherzigen und mit viel Charme ausgestatteten autobiographischen Film. (z.B. bei der gesungenen Liebeserklärung). Auch Normans Schwester Millie (Emily Watson) überzeugt in ihrer Rolle als Freundin und Stütze von Bea. Die drei sind großartig. Ihre Mimik zeigt ihre Unsicherheit (aus der Zeit um 1900 heraus durchaus verständlich), aber auch ihren geistreichen Witz, tiefen menschlichen Charme und ihre Entschlossenheit, für ihre Ideen einzutreten. Das hat Regisseur Noonan wunderbar aus ihnen herausgekitzelt. Die Animation der Potter-Zeichnungen ist wirklich gelungen und eine echte Werbung für ihr Werk. Erwähnenswert ist auch die Bedeutung des zeitgebundenen Klassenunterschiedes bei der Liaison. Norman der Verleger ist ein ‘Gewerbetreibender‘. Ein Schimpfwort in höheren Kreisen. Der Inhalt der Dialoge in Bezug auf die finanzielle Unabhängigkeit der Frau ist immer noch wahr. Auch Beas Landschaftsschutz wird erwähnt. Die spätere Ehe mit William Heelis (Lloyd Owen) bleibt unerwähnt, dafür eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch zu Musik von Filmikone Rachel Portman. Ein Weihnachtsfilm wie Punsch für die Seele.
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Mo, 24.12.2012
TV | Flirting with Disaster
Geschwätzig1 Stern
Eine arg geschwätzige Komödie, die recht albern daherkommt. Dass sie typisch für Ben Stiller sein soll, macht sie auch nicht besser. Im Gegenteil: eine weitere sinnfreie Sandbüchse am beruflichen Wegesrand dieses liebenswürdigen Schauspielers. Es wird viel über alle möglichen Eheprobleme geredet, wobei der äußerliche Grund für den Interruptus noch das Lustigste ist. Die alten Eltern bieten noch den besten Klamauk. Sie sind ganz sie selbst. Das ist OK, nervt aber auf die Dauer. Allen voran Alan Alda und Lily Tomlin sowie Altstar George Segal. Im Grunde hat hier keiner wirklich etwas zu sagen. Alle quatschen nur und das meistens auch noch durcheinander. Die Suche von Mel nach seinen Eltern ist nur Mittel zum Zweck und wird nur durch dämliche Wendungen mühsam aufgelockert. Wie verklemmt gerade die Jungen hier sind, wird deutlich, wenn nette Bekannte gleich über einander herfallen, so wie beim Begattungsversuch im Flur (Stiller / Leoni). So ist halt die meiste Situationskomik flach und schal. Der ganze Film ist ein Unheil, dem man nur abhelfen kann, indem man es nicht anschaut. K.V.
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So, 23.12.2012
TV | In weiter Ferne, so nah!
Von Engeln und anderen Helden5 Sterne
Das ist nicht nur eine Fortsetzung, das ist eine Steigerung! Es beginnt mit dem titelgebenden Zitat ‘Ihr wähnt uns in weiter Ferne, dabei sind wir so nah. Wir sind Boten.‘ Das Märchen wird aus der Perspektive eines Engels (Otto Sander) erzählt, der wegen einer guten Tat die Fronten wechseln muss. Hiermit ist Wim Wenders ein weiterer Geniestreich gelungen. Er hat einen sehr komplexen, märchenhaften Mix geschaffen, der die deutsche Nazi-Vergangenheit streift und zusätzlich noch einen Krimi mit hineinverlegt, bei dem Zirkusartisten mit einer Trapeznummer rettend eingreifen (u.a. Solveig Dommartin). Und es gibt sogar lustige Szenen. Außerdem hat er einigen legendären Zeitgenossen mit einem Kurzauftritt ein Denkmal gesetzt. Neben seinem ‘Haus-Ensemble‘ sehen wir Weltstars wie Peter Falk und Willem Dafoe. Das alles hat Kameramann Jürgen Jürges in unvergessliche Bilder gefasst, mit kreisender Vogelperspektive vom Brandenburger Tor und der ‘Gold Else‘. Dabei wechselt er aus dramaturgischen Gründen zwischen Farbe und s/w. Als Bindeglied zwischen den verschiedenen Ebenen gibt es philosophische Betrachtungen z.B. über die Zeit: ‘Time is not money, it is the absence of it. Optische Hinweise auf Hoyerswerda oder der Name des halbseidenen, symbolträchtigen Emit Flesti (‘Time itself‘ Horst Buchholz) vergrößern den Qualitätsanspruch. Die Stofffülle wird sehr unterhaltsam verpackt, was wieder einmal beweist, dass große Kunst auch spannend sein kann.
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So, 23.12.2012
Kino | Pieta
Liebe, Tod und Geld4 Sterne
Hier hat sich Kim Ki-duk - ganz untypisch für ihn - eine äußerst blutrünstige und grausam-brutale Story vorgenommen. Es geht um Liebe, Tod und Geld, eine fatale Mischung. Die optischen Schocker sind so geschickt eingesetzt, dass sie die Grenze des Erträglichen von menschlichen Qualen überschreiten. Das ist schlimm genug. Der Aufmacher, ein Selbstmord geht dabei fast unter. Die Spannung kommt von der Erzählweise. Da wird manches angedeutet, was man sich erst am Ende zusammenreimen kann, unkommentiert werden Szenen eingeblendet: z.B. sieht man eine Tiefkühltruhe und hört lautes Wehklagen oder einen Pullover. Der Zuschauer bleibt fast bis zum Schluss auf demselben Erkenntnisstand wie Lee Kang-do (Lee Jung-jin), der gnadenlose Schuldeneintreiber. Eine Frau, (unheimlich ausdrucksstark Jo Min-su) behauptet seine Mutter zu sein. Sie wird von Kang-do missbraucht und in übelster Weise gedemütigt und geht dabei weiter als es die Mutterliebe erlaubt. Der Film spielt oftmals mit den konventionellen Erwartungen des Zuschauers, nur um sie immer wieder zu enttäuschen. Das ist seelische Folter. Was sich dann da am Ende als teuflischer Rachefeldzug einer Mutter entpuppt, ist schlimm genug. Selbst nachdem man das Motiv von Frau Jo erkannt hat. Die Darstellung der Pieta auf dem Poster zeigt auch nicht ganz deutlich, um wen sie hier trauert. Nachdenkenswert! Es bleibt eine Racheparabel von shakespeareschen Dimensionen. Man kann Kim vorwerfen, zu viel Brutalität hineingepackt zu haben. Aber so ist nun mal das Leben…
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Fr, 21.12.2012
TV | Charlie und die Schokoladenfabrik
Zartbitter3 Sterne
Ein aufwendig gemachtes Märchen. Die Promis, allen voran Johnny Depp als Willy Wonka sind hervorragend und mit viel Spaß bei der Sache. Ihm kann nur noch der Nachwuchsstar Charlie Bucket (Freddie-Klang-des-Herzens-Highmore) schauspielerisch das Wasser reichen. Er stellt auch immer die richtigen Fragen und ist am Ende der große Sieger. Eine typische Geschichte von Roald Dahl: zartbitter! Am Anfang genießen wir noch die seltsame Familienidylle mit Eltern und Großeltern im Vierer-Doppelbett, wenn es dann aber in die Schokoladenfabrik geht, wird es makaber. Mit tollen visual effects werden wir in ein Wunderland entführt. Und was da passiert, ist nicht immer wirklich lustig. Hier werden Fresssucht, Konsumterror, Massenproduktion und das Wegrationalisieren von Arbeitsplätzen angeprangert. Wir sehen einige Prachtexemplare von Eltern beim Rivalitätsgehabe, um die eigenen Kleinen voranzubringen. Aber es gibt auch echte Brüller wie die Herstellung von ‘Schlagsahne‘ oder das Schokoladenhaarwuchsmittel. Ganz zu schweigen von den kleinen Nagern mit den buschigen Schwänzen. Leider auch Längen zwischendurch. Das ist so wie mit der Schokolade an sich: etwas ganz Tolles, aber jeden Tag? Auf Dauer doch etwas eintönig, trotz viel Wirbel. Für Insider viele blitzschnelle Hommagen an ’Odyssee im Weltraum, die Beatles oder Psycho‘. Am Ende steht ein Loblied auf die Familie. Wenn sich Charlie entscheiden müsste, wäre er natürlich für arm aber glücklich. Muss er aber nicht. Reich und glücklich ist ja auch viel schöner. Anspruchsvolle Unterhaltung mit viel Schoggi und Popcorn.
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Do, 20.12.2012
Kino | Nora OV
James und Nora4 Sterne
Die lebenslange Liebe zwischen dem literarischen Genie und dem Dienstmädchen ist stimmungsvoll dargestellt. Und es wird ständig die eigentliche Unmöglichkeit dieser Beziehung herausgearbeitet. Da herrschen Misstrauen und Zwietracht, heftige Gefühlsausbrüche, aber auch obsessive sexuelle Abhängigkeit und es gibt für die damalige Zeit auffallend viele F-Wörter. Der intellektuellen Diskrepanz der beiden Charaktere werden als Anker ihr Selbstbewusstsein und ihre Bodenständigkeit gegenübergestellt. Diese unüberbrückbare Kluft versuchen beide dennoch zu überwinden und scheitern mit einem Sieg vor Augen. Wir erleben einen Dichter (McGregor ähnelt ihm äußerlich nicht im Entferntesten!), der nicht sehr mutig, aber sehr musikalisch ist. Und als ’wilden Jim’ kannte man ihn bisher so nicht. James und Nora machen aus Liebe ständig Fehler, sind hilflos bockig und dennoch wieder Meister im Versöhnen. Aus diesen subjektiven Spannungen heraus entsteht zeitweise im wahrsten Sinne des Wortes eine gewisse spannungsgeladene Atmosphäre, die aber auch Längen aufweist. Leider wird das literarische Talent von James Joyce nur erwähnt, ohne wirklich vorgestellt zu werden. Das menschliche Drama der beiden bekommt hingegen die Oberhand und ist schon beeindruckend.
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Mi, 19.12.2012
TV | Der Mann, der zuviel wußte
Que sera3 Sterne
Der Mann, der zu viel wusste, wird zwar ermordet, aber er hat eine bruchstückhafte Message hinterlassen, die dem Ehepaar McKenna als Leitfaden dient, um ihren Sohn Hank aus den Händen von Entführern zu befreien. Hier steht eine Familie im Mittelpunkt. Es ist nicht Hitchcocks Bester, aber beachtlich ist er allemal. Wenn man an Alfs ambivalentes Verhältnis zum anderen Geschlecht denkt, ist es schon erstaunlich, dass hier ausgerechnet zwei Frauen den Jungen retten: seine Mutter Jo (Doris Day) und Lucy, eine Frau von den Bösewichtern (Brenda de Banzie). Mutter Jo stellt die Verbindung zu ihrem Sohn mithilfe des Songs ‘Que sera‘ her. (Ihr größter Plattenerfolg!) Und wie das geht sieht man, indem die Kamera Hanks Pfeifton den Treppen empor folgt, von einem Absatz zum nächsten, von Stockwerk zu Stockwerk. Die beiden Frauen retten aufgrund ihres mütterlichen Instinktes, der hier lebensschenkend eingesetzt wird. Ja, zweimal die Musik: auch das Orchesterstück, das einen pointierten Beckenschlag enthält, bei dem der tödliche Schuss des Attentäters fällt, ist genial ausgewählt. Einziger Kritikpunkt geht an Mutter Jo. Doris Day nervt. Sie bleibt schauspielerisch flach und heult übertrieben viel. Ihr Mann Ben (der hitchcock-erfahrene James Stewart) gibt den selbstbewussten Amerikaner, wie wir ihn kennen. Die Fans warten auf Hitchcocks Cameo und der Zuschauer hat einen alten Bekannten getroffen.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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