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Sa, 11.08.2012
TV | In der Glut der Sonne
Ungeschickt versemmelt1 Stern
Edle Optik, weil schöne Körper in schöner Landschaft. Wir sind in der Welt der Schönen und Reichen. Ein Unbekannter (Nicolas Cazalé) taucht hier auf. Die Mutter (Marthe Keller, klischeehaft typisch) und die beiden Töchter sind von dem gut aussehenden, jungen Mann begeistert, die Männer eher etwas zurückhaltender. Die Töchter Julie (Laura Smet) und Vanessa (Anne Caillon), egal ob verheiratet oder nicht sind bloß profillos schön. Einzig Vater Jacques Dutronc bringt durch seine ruhige und bedächtige Art etwas geheimnisvolles Flair wenigstens ansatzweise ins Spiel. Ansonsten plätschert die Handlung so dahin. Da drängt sich der Gedanke an das Eine schon auf. Die Gelegenheit bietet sich auch, aber es passiert nichts. Es gibt gelegentliche Andeutungen über Sohn Philip (Alexis Loret), der bestimmt noch kommen wird. Da hoffte ich auf einen Katelbach- bzw. Godot-Effekt und wurde bei Philips spätem Auftauchen bitter enttäuscht. Da kann man sich nur vom Originaltitel eine Erklärung erhoffen: ‘UV ultraviolett‘. So gesehen darf man sich nicht wundern, dass man am Ende auch nicht genau sieht, auf wen da geschossen wird und warum und ob wer auch immer getroffen wird oder nicht. Zumal wenn da noch zuvor ein bereits Erschlagener wieder auftaucht. Deshalb steht UV wahrscheinlich für ‘Ungeschickt versemmelt‘.
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Fr, 10.08.2012
TV | Mad Money
Verrücktes Geld2 Sterne
Es ist einer der vielen Filme, die zurzeit offenbar Konjunktur haben. Hier wird die momentane real existierende, prekäre Lage vieler Zeitgenossen auf die leichte Schulter genommen. Die drei Mädels, die hier eine Bank ausrauben, weil sie gerade nicht flüssig sind, tun ihr Bestes, um für anspruchslose, quietschfidele Unterhaltung zu sorgen. Die drei sind gut, aber eigentlich keine Verbrecher. Diane Keaton ist der Kopf, der sich das Ganze ausgedacht hat, die üppige Queen Latifah ist allein erziehend und Katie Holmes macht auf durchgeknallt. Es ist ein Freizeitspaß, der mit gebremstem Schaum gefahren wird, denn die Komik nutzt sich ab, ganz im Gegensatz zu den von ihnen recycelten Banknoten. Die Frage, die sich stellt ‘Sicherheit für die Zukunft‘ oder ‘Sicherheitsverwahrung‘ ist auch nur begrenzt komisch. Man wartet ungeduldig auf das Ende. Hier gibt es dann als Krönung des Ganzen einen ‘ehrenvollen‘ Deal mit der Polizei, der nur noch von einem Banknoten-Regen übertroffen wird. Da geht dann schon mal Gesetz und Moral auf Kosten von List und Einfallsreichtum baden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
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Fr, 10.08.2012
TV | I Am You - Mörderische Sehnsucht
Die kranke Mörderin4 Sterne
Dass der Krimi auf einer wahren Begebenheit basiert, ist relativ unwichtig. Entscheidend ist hier der Versuch eine frühkindliche, emotionale Entwicklung zu schildern, die dazu führt, dass ein Mädchen zur Mörderin wird. Der Fall wird von verschiedenen Perspektiven aus betrachtet, und zwar der des Opfers sowie der der Täterin. Darüber hinaus wird das familiäre Umfeld mit einbezogen. Der Gegensatz der beiden Mädchen könnte größer nicht sein: hier die schöne, schlanke, von allen geliebte Tänzerin Rachel (Kate Bell), auf der anderen Seite die nicht so hübsche, fette, von allen gehänselte Caroline (überragend die wechselnde Mimik von Ruth Bradley). Große Bedeutung hat Carolines Verhältnis zu ihrem Vater (Sam Neil), der streng, abweisend und ohne Zuneigung zu seiner Tochter ist. Ihre Mutter taucht gar nicht auf, ist ihr aber zutiefst verhasst. Im weiteren Verlauf der Handlung wird deutlich, dass Caroline den Sinn zur Realität immer mehr verliert, ja dass sie echt krank ist. Sie ruft sich selber an und stellt überraschend fest ‘Ich bin nicht da! ‘ Nach dem Mord sagt sie ‘Mein Leben ging heute zu Ende. Ich bin neu.‘ Die grauenhafte Darstellung der Tat selber zeigt, wie sehr Caroline ihre Überlegenheit genießt (inklusive Lustgefühl mit Speichelfluss) und was Rachel im Moment ihres Todes durch den Kopf geht. Ob so eine tiefe seelische Störung therapierbar ist, lässt der Film offen. Und das ist auch gut so. Glaubhaft nachvollziehbar.
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Do, 09.08.2012
TV | Forever Mine - Eine verhängnisvolle Liebe
Die Rache des Narbengesichts2 Sterne
Ella (Gretchen Mol) zwischen Ehemann Mark (Ray Liotta) und Lover Alan (Joseph Fiennes). Eine Mischung aus Liebesschnulze und Mafiakrimi. Dabei muss naturgemäß die Spannung teilweise auf der Strecke bleiben. Der erste Teil der Romanze, in dem Joseph Gretchen als üppiges Geschenk in den Schoß fällt, ist überwiegend in pink gehalten. Hier tropft der Schmalz. Die Dialoge sind manchmal etwas pathetisch, meistens jedoch eher schlicht. Erst am Ende kurz vor dem Showdown kommt etwas Spannung auf. Interessant ist einzig die gegenläufige Gestaltung der Charaktere, vor allem die der beiden Männer. Ella bleibt immer gleich: sie denkt nicht, sie empfindet. Während anfangs Ehemann Mark dem Klischee des Ehemanns entspricht, der um seine Frau kämpft und Alan den verliebten Spinner gibt, dreht sich das Ganze im zweiten Teil. Jetzt wird Mark zum mafiösen Macho-Monster und Alan zum kühl kalkulierenden Wirtschaftsmagnaten der Rache will. Dazwischen gibt es ein bisschen Leerlauf. Aber sowohl Ray Liotta als auch Joseph Fiennes gelingt diese Veränderung ihres Charakters. Der Zuschauer erkennt Alan nach der Gesichts-OP sofort und erwartet nur noch den Ausgang des Liebesdramas. Er wird allerdings enttäuscht, denn das Ende ist kein Schluss. Den Titel kann man ironisch verstehen oder als Warnung. Höhen und Tiefen nivellieren sich gegenseitig. So bleibt Normal-Null übrig.
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Mi, 08.08.2012
TV | Pulse
Der verbotene Raum4 Sterne
Ein intellektueller Horrorfilm, der nicht nur durch die Darbietung der im Genre üblichen, bluttriefenden Schocker punktet, sondern der eine anspruchsvolle philosophische Weltsicht mit apokalyptischem Ausblick eindrucksvoll in Bilder umsetzt. Ein optischer Leckerbissen im zweiten Drittel ist die Auflösung eines Menschen in kleine, glitzernde Schnipsel. Und darum geht es hier: die Welt (der Supermarkt, die U-Bahn, die Stadt Tokio) sind menschenleer. Wir sehen eine feindliche, artifizielle, klaustrophobische Welt. Von der Einsamkeit wurden die Menschen depressiv und verschwinden freiwillig ins Schattenreich der Geister. Es kommt Weltuntergangsstimmung auf. Der Ort, wo die – nennen wir sie mal – ‘Seelen‘ hingehen ist aber irgendwann einmal voll. Via Internet begegnen sich Realos und virtuelle Geister. Die Grenzen zwischen beiden Bereichen verschwimmen miteinander. Menschen sind Geister und umgekehrt. Stellt sich die Frage nach dem ‘Ewigen Leben‘. “Der Tod ist die ewige Einsamkeit“, knurrt ein Geist. Diesem suizidalen Trend versucht nur Michi (Kumiko Aso) zu entkommen. Um die Qualen und das Entsetzen der Zuschauer etwas zu lindern, sagt sie bei Antritt ihrer Seereise ‘Jetzt habe ich das Glück gefunden‘. Schwer zu glauben, denn für diese Welt gibt es keine Zukunft. Noch Fragen? Für Computer Freaks gibt es nie Probleme, nur Lösungen. Auch wenn man sie noch nicht gefunden hat.
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Mo, 06.08.2012
TV | Tomorrow, When the War Began
Morgen war Krieg4 Sterne
Bereits der intelligente Titel lässt aufhorchen und erfordert das Nachvollziehen eines linguistischen Spagats. Ebenso gut ausgewählt sind die unterschiedlichen Charaktere der Gruppe, die hier im australischen Outback Ferien machen. Unter den Youngsters befinden sich u.a. die Religiöse, die Verliebte, eine aus der Stadt, ein Spaßmacher, ein Asiate und eine Vernünftige, die Führerqualitäten hat. Fast alle werden innerlich reifen und an den Anforderungen wachsen. Dafür bieten die tollen Dialoge viel Raum. Es entwickelt sich ein Science Fiction Abenteuer, das durchaus einen realistischen Kern hat. Der Zuschauer erfährt zusammen mit den Akteuren, was um sie herum vor sich gegangen sein musste. So wird auf geniale Weise Spannung aufgebaut. Man hört Fluglärm und Detonationen, es riecht nach Kerosin. Auf dem Rückweg zu den verschwundenen Eltern können sie sich nach und nach ein Bild vom Unvorstellbaren machen. Konfrontiert mit der Realität werden notgedrungen aus Schülern Guerillakämpfer. Und was für welche. Sie lehren die Besatzer das Fürchten. Wir sehen aber keine reinen Actionhelden, sondern Jugendliche, die moralische Zweifel am Töten haben und die in einer Kampfpause ethische Fragen diskutieren. ‘Verlieren wir unsere Seele, wenn wir töten? Vertrauen wir allein auf unseren Instinkt? ‘ Das macht die Qualität des Films aus, der von Spaß zu Spannung wechselt und in dem am Ende echte Emotionen an die Oberfläche kommen. Schließlich fehlt nur die Erklärung ‘Fortsetzung folgt! ‘
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Mo, 06.08.2012
TV | Das freche Mädchen
Enttäuschte Hoffnungen4 Sterne
Mit 14 pubertiert Charlotte (Gainsbourg) in höchstem Maße und das spielt sie sehr überzeugend. Eine wichtige Phase der Selbstfindung im noch jungen Leben eines Mädchens wird hier von Claude Miller äußerst sensibel dargestellt. Das ist so gut gemacht, dass die Älteren sich an ihre eigene erinnern und zustimmend nicken werden, während die Gleichaltrigen das Geschehen staunend und voller Vorahnungen mit Interesse verfolgen, weil sie sich bisweilen selbst wiedererkennen. Besonders die für dieses Alter so typischen Widersprüche im Handeln und Denken werden herausgearbeitet. Und zwar aus der Sicht von Charlotte als auch die von ihrem sozialen Umfeld. Die halten sie für bösartig und eifersüchtig. Charlotte hingegen findet, dass das Leben Brüche hat und ihr Angst macht. Sie schafft es nicht zu sagen, was sie denkt und fühlt. Sie ist fasziniert von der Welt der Reichen (hier die gleichaltrige Pianistin Clara), versucht sich in Sachen erster Liebe und wird letztendlich auf sich selbst zurückgeworfen, enttäuscht aber gereift. Von ihrer Umgebung ragen besonders Sam (Jean-Claude Brialy) heraus als überaus extrovertierter Manager des Wunderkindes, sowie Léone (Bernadette Lafont) als Haushälterin und Mutterersatz. Wie man sieht, hat sich das Gefühlsleben der Teenies seit 1985 nicht verändert: Traumwelten werden erdacht, Idole angebetet, immer auf der Flucht vor der Realität. Es ist mitunter ein notwendiger, schmerzlicher Entwicklungsprozess. So gesehen, aber doch ein schöner Schmerz.
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So, 05.08.2012
TV | Das schwarze Herz
Verbrechen aus Leidenschaft2 Sterne
Der Name des Originals soll auf E.A. Poe hinweisen. Anscheinend schreibt das ein Rezensent vom anderen so ab und tradiert so diese ‘Ente‘. Dieser Film hat mit der Kurzgeschichte des Amerikaners, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte, so viel zu tun wie Apfel mit Apfelsine. Wir können hier eher von einer eigenständigen Story ausgehen: nach einer Herztransplantation wird der Empfänger Terry (Josh Lucas) zum Rächer und mordet quasi ferngesteuert alle, die den Spender ermordet hatten. Das herzige Verhältnis zu seiner aufgeweckten, totkranken Tochter Angela mag man ja noch verstehen, aber die Lovestory zwischen Ärztin Elizabeth (Lena Headey) und Terry geht dann schon arg in Richtung Schmonzette. Bei ihr fragt man sich, ist es wirklich Liebe, ärztliche Neugier oder gar die Liebe zu Terrys Tochter als Ersatzbefriedigung für nie gekanntes Mutterglück? Soweit weder Schocker noch Grusel. In einer atemberaubend schnellen Szene (keine 5 Minuten) geht dann plötzlich mit viel Unschärfe die Post ab, ehe alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen ist. Als sich dann die bis dato harmlose Ärztin outet (so à la ‘deus ex machina! ‘) fällt es einem schwer ihr zu glauben. Und als sie dann noch mit der Message kommt ‘Manchmal müssen wir Opfer bringen, für die, die wir lieben‘, ist alles zu spät. Was sie mit Opfer bezeichnet, ist ein Verbrechen. Der arme E.A. Poe rotiert völlig unschuldig im Grabe. Beim deutschen Titel schwingt etwas Rassismus mit oder wenigstens der berüchtigte ‘Schwarze Mann‘. No Poe, no Horror, nur kurzweilige Grausamkeiten. K.V.
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So, 05.08.2012
TV | Die Echelon-Verschwörung
Alles für die Freiheit1 Stern
Ein typischer Retorten-Krimi mit den üblichen Zutaten. Ein geheimnisvoller Titel, meistens ein Wort, das man normalerweise nicht verwendet. Es gibt Verhöre mit Quälereien, Verdächtigungen und Beschimpfungen. Um topaktuell zu sein bewegen wir uns natürlich in der Welt der Computer. Hier gibt Shane West als Max Peterson den IT Spezialisten. Und es besteht selbstverständlich eine globale Bedrohung. Eine Nummer kleiner würde der Megalomanie der Hersteller nicht entsprechen. Alles wurde mit heißer Nadel gestrickt. Und so geraten die Dialoge schon manchmal arg platt, z. B “Irgendwann wird das alles ihnen gehören.“ “Wirklich?“ “Nein.“ oder “Wissen sie was?“ – Pause - “Ich glaube ihnen.“ Und das sagt später der andere wieder zum einen. (Vorsicht Komik!) Natürlich gehören auch noch ein paar Promis dazu, hier Martin Sheen, der wunderbar besorgt dreinblickt oder brüllt und Jonathan Pryce als harmloser Bösewicht. Damit der Zuschauer nicht wegdämmert, rasen mehrere Autos mit wechselnden Insassen durch die Nacht. Aha! Verfolgungsjagd! Und die schließen in der Regel mit einer Explosion ab. Fehlt noch die Love Story. Hier sind einige umtriebige Kampfszenen noch das Beste am ganzen Film. Da macht auch Kamila (Tamara Feldman) außer im Bett eine gute Figur. Am Ende versinkt der Film auch noch völlig überflüssigerweise im ‘Kalten Krieg‘! Na Ja. K.V.
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Sa, 04.08.2012
Kino | Kick it like Beckham
Culture Clash4 Sterne
Der titelgebende Fußballheld der 90er Jahre muss hier nur als Aushängeschild herhalten. Heute verdient er wohl seine Millionen eher als Werbeträger. Es reicht, um das Interesse der Zuschauer zu wecken. Und die werden nicht enttäuscht. Die locker flockige Inszenierung lässt einen die tragischen Aspekte der Integration glatt vergessen. Der Film lebt von diversen Gegensätzen. Die von zwei Kulturen: hier die indische Tradition und da die moderne englische Lebensweise. Wobei nach allen Regeln der Kunst mit gängigen Klischees gespielt wird, wenn es um Wertvorstellungen geht. Heiraten oder Karriere, Gehorsam oder Respekt. Dann zwei Mädels (Keira Knightley und Parminder Nagra), die sich zwischen Freundschaft und Rivalität entscheiden müssen. Die Komik liefern die hilflosen Mütter, die Dramatik die Töchter. Nicht nur Fußballfans können sich an den schnell und gut geschnittenen Ausschnitten des Spiels erfreuen. Es gibt auch noch optische Spielereien aus der Fantasiewelt der Akteure, die den Spaßfaktor erhöhen. Alles gipfelt in einer Parallelhandlung von Fußball und Hochzeit. Auf diese Weise kommt auch noch etwas Spannung auf. Und dann findet Regisseurin Chadha eine integrationsgerechte Lösung mit zwei Siegerinnen. Im Vergleich zu anderen Filmen über Integration hat dieser hier einen hohen Unterhaltungswert.

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