Sa, 09.06.2012TV | Wenn Liebe so einfach wäreNicht-doch , Doch - nichtFür alle Beteiligten geht es hier nicht um eine einvernehmliche Lösung. Ein geschiedenes Paar (Streep/Baldwin) macht es nach Jahren noch einmal mit einander. Er ist zwar wieder verheiratet will aber mit seiner Ex einen Neuanfang. Seine neue, junge Frau (Lake Bell) hat den Charme einer offenen Eisschranktür, die Sensibilität eines Staubsaugers, aber die Interessenrichtung eines Supertankers. Steve Martin dagegen, der Interesse an Meryl zeigt, kann nur ständig freundlich, verständnisvoll dreinschauen. Die Schauspieler überzeugen weitgehend, das Drehbuch weniger. Dem Zuschauer ergeht es wie den Kindern des älteren Paares: sie schauen mehr oder weniger belustigt, aber weitgehend ratlos dem Treiben der Alten um sie herum zu. Wem das Geschehen voller geistreicher Dialoge vorkommt und wem die Situationskomik zum Wiehern erscheint, muss recht anspruchslos sein und ist offenbar leicht zufrieden zu stellen. Die Althippies kiffen nochmal und schwofen zum Gesang der Beachboys. Klasse! Am Ende sitzen die zwei Oldies auf der Bank, sprechen sich Mut zu, verstehen alles nicht so recht, aber geben sich optimistisch. | |
Do, 07.06.2012TV | Zauber der LiebeBäumchen-Wechsel-DichHier hat der Meister des Gefühlskinos versucht, eines seiner Lieblingsthemen zu präsentieren: die Liebe. Der deutsche Titel ist direkt von Pilcher übernommen. Vom Aufbau her streng formal aufgezogen, schleicht sich im Laufe der Handlung doch eine gewisse Gleichförmigkeit ein. Morgan Freeman berät als altersweiser Fachmann alle, die ihn um Rat fragen. Er hört stets mit der ihm eigenen Besonnenheit zu und beobachtet, was so um ihn herum passiert. Auch die immer wiederkehrende Beratung mit seiner Frau Esther (Jane Alexander) bringt nicht viel. Eine Wahrsagerin schafft Verwirrung, auch wenn sie - wie sich später herausstellen wird - etwas Wahres sagt. Eine Riesenportion Taschenpsychologie ist mit von der Partie, wenn es um die Differenzierung von Ehe und Sex geht, um homo und hetero Beziehungen. Etwa wenn gefragt wird, ob die Liebe ein Streich der Natur ist, um mehr Babys zu produzieren? Oder ob Gott die Liebe erfunden hat, weil ihm langweilig war…Danach hat er das Lachen erfunden, um die Liebe zu ertragen…Alles etwas schlicht. Hier treffen Zufälligkeit und Belanglosigkeit auf Monotonie und produzieren eine allseits bekannte Folge von Ereignissen unter dem Motto ‘Ein Jüngling liebt ein Mägdelein, das hat einen anderen erwählt…‘ Am Ende hat der alte Morgan Freeman nur verständnisvolles Mitleid mit den Liebenden. So einfach ist das. | |
Do, 07.06.2012TV | Drei verliebte DiebeDie Schöne am MeerDer deutsche Titel ist nicht nur falsch, sondern auch unzutreffend. Da ist ‘Bruchreif‘ schon näher an der Handlung dran. Wie wär’s denn mit ‘Der Raub der Jungfrau‘? Oder ‘Klauen wir eine Lady‘?
Inhaltlich geht es um drei Museumswärter, die nicht wollen, dass ein Gemälde nach Dänemark ausgeliehen wird. Also klauen sie es (‘Operation Fury‘). Die drei älteren Herren sind Roger (Christopher Walken), Charlie (Morgan Freeman) und George (William H. Macy). Ihre Umständlichkeit ist für einen Teil der Komik verantwortlich. Sowie ihr Versuch in der Öffentlichkeit möglichst unauffällig zu agieren. Und die Kriegserfahrung von George erfordert unfreiwillige Schmunzler. Das Tempo des Films ist dem Alter der drei unheimlich sympathischen Akteure angepasst. Für Spannung sorgen Schrauben an den Verpackungskisten, die nicht an den dafür vorgesehenen Stellen sind und natürlich wird der Inhalt verwechselt, was amüsant ist, wenn in der einen Kiste ein Gemälde und in der anderen ein unbekleideter Mann sitzt. Den angefertigten Kopien fehlt zwar angeblich ‘die Aura‘, - wie die Diebe öfters betonen - aber den Akteuren fehlt sie nicht. Ihr Charme liegt in der betulichen Hilflosigkeit, die als Perfektion getarnt ist. Das ist recht unterhaltsam und nett anzuschauen ohne pingelig genau die rationale Messlatte anzulegen. | |
Di, 05.06.2012TV | Harry & SohnEin FamilienunternehmenHier hat Paul Newman Regie geführt, das Drehbuch geschrieben und auch noch die Hauptrolle gespielt. Seine Ehefrau Joanne Woodward hat dann auch noch gleich mitgespielt. Ein Alltagsallerlei ohne Spannung, Höhepunkte und mit mäßigen Schauspielern. Selbst Newman agiert, gelangweilt und ohne Bezug zur Handlung. Es ist kaum mitansehen, wie sich die Akteure durch den Plot quälen. Newman, der für diesen Missgriff verantwortlich ist, hat wohl hinter der Kamera nicht sehen können, was er und die anderen so davor abliefern. Ein Vater-Sohn Verhältnis, als Versuch angelegt, ein Problem zu sein. Harry will arbeiten, kann aber nicht. Sohn Howard kann arbeiten, will aber nicht. Nur die junge Ellen Barkin und Morgan Freeman versuchen sich als Schauspieler zu betätigen. Das überraschende Ende ist dann der unerwartete Tod von Harry. Er geht wie er gelebt hat: still und unauffällig. Selten hat es einen so nichtssagenden und überflüssigen Film gegeben wie diesen. Das letzte Bild zeigt Howard mit Ellen und Baby am Strand. Howard sagt zu dem ruhigen Kleinkind ‘Nicht weinen!‘ Das passt wie Käse zum Fisch, und kann wohl nur als Aufforderung an den Zuschauer gelten. Die Goldene Himbeere wäre für dieses Machwerk eine Auszeichnung. | |
Di, 05.06.2012Kino | Hinter der TürEmerencs GeheimnisDie schauspielerische Qualität der beiden Kontrahentinnen Martina Gedeck (Magda) und Helen Mirren (Emerenc) ist unbestritten hoch. Sie liefern sich ein Psychoduell auf höchstem Niveau, und auf Augenhöhe. Dabei könnten die beiden Frauen unterschiedlicher nicht sein. Magda, eine intellektuelle Schriftstellerin, noch relativ jung und liberal, Emerenc ihre alte Zugehfrau von Enttäuschungen verbittert, von Gram gebeugt bockig, mürrisch und verschlossen. Sie nennt Magda “Herrin“, ihren Ehemann Tibor “ Gebieter“.
Andererseits sind sie sich in mancher Hinsicht sogar irgendwie ähnlich. Magda ist feminin, eher weich und offen. Ihr Intellekt ist die scharfe Kante, mit der sie sich gegen ihre Umwelt durchsetzt. Emerenc scheint nur äußerlich zu Stein erstarrt, feuert ihre kurzen Antworten wie Gewehrsalven ab. Ihr Weltbild ist klar sozialistisch geprägt, ihre Weiblichkeit hat sie tief vergraben. Nur ganz selten lässt sie sie durchschimmern. Und sie hütet ein Geheimnis ‘hinter ihrer Tür. Das ist wichtig für die Spannung. Erst eine körperliche Schwäche zwingt Emerenc es zu lüften.
Soweit kann man Szabo folgen. Doch dann geht es unter dem Aspekt Atheismus und Christentum in philosophisch abseitsgelegene Gefilde: ‘Ich töte meine Freunde, weil ich sie liebe bzw. ich helfe meinen Freunden nicht, wenn ich sie rette.‘ Am Ende überschattet ein theatralischer Symbolismus die Szene: ein orkanartiger Regenguss ebbt ab, nachdem Magda die tote Emerenc um Verzeihung gebeten hat. Bis auf diesen kleinen finalen Schlenker ein grandioses Kammerspiel, hervorragend in Szene gesetzt. | |
Mo, 04.06.2012TV | Ich, Don GiovanniZwischen da Ponte und CasanovaRegisseur Carlos Saura hat in seinem Film Wert darauf gelegt, das Verhältnis von Mozart und da Ponte in den Mittelpunkt zu stellen, dem Tonkünstler und dem Lieferanten des Librettos. Auch die Ausstattung ist recht prachtvoll, obwohl man bei vielen Einstellungen vor lauter ‘rotem Einheitsbrei‘ wenig von den Details erkennen kann. Bei den Kostümen ist es etwas besser. Dann überfällt den Zuschauer eine Flut von Namen, die man bisweilen auch schon mal gehört hat, aber der Schnitt zwischen Oper und wahrem Leben verwirrt dann doch etwas. Die vielen Partien für Koloratursopranistinnen sind nur etwas für Opernfans und nicht allein dafür verantwortlich, dass das Ganze etwas langatmig daherkommt. Manche Szenen wirken gespreizt und bieten eine unfreiwillige Komik. Von den Schauspielern ist Tobias Moretti (Casanova) wegen seines Bekanntheitsgrades erwähnenswert, neben Lorenzo Balducci als da Ponte und der schönen, blauäugigen Emilia Verginelli als Annetta, deren Rolle sich auch inhaltlich (als Cellistin und Angehimmelte) von den gepuderten Zicken der Zeit wohltuend abhebt. Mit der Einspielung von Mozarts Musik ist auch kein Staat zu machen. Er (Lino Guanciale) und die anderen Figuren verdeutlichen die ganze Unausgewogenheit des Films. Saura sieht Don Giovanni als Mischung zwischen Casanova und da Ponte. Man kann leicht die nicht nur zeitliche Distanz zu ‘Amadeus‘ (1984) konstatieren und feststellen, dass Forman alles richtig gemacht hat, woran es hier mangelt. Mittelmäßig! | |
Sa, 02.06.2012TV | Magnolien aus Stahl - Die Stärke der FrauenDie tollen SechsEin echter Mädelsfilm auf sechs großartige Darstellerinnen zugeschnitten. Die drei Männer sind eigentlich Nebensache. Es hätte der tausendste, tolle Hochzeitsfilm mit Folgen werden können. Drei gute Zutaten waren vorhanden: jede Menge witzige Dialoge, darunter Geistreiches und Schenkelklopfer, außerdem ausgefallene neue Details, wie der Hochzeitskuchen und vor allem die ‘tollen Sechs‘. Leider läuft am Ende die Handlung aus dem Ruder. Der zwanghafte Drang zur schönen, heilen Welt war wohl zu groß. Ein früherer Schluss hätte dem Film gut getan.
Dabei gibt es unterwegs eine gar nicht mal so schlechte Berg- und Talfahrt der Gefühle. Flotter Klatsch und Tratsch im örtlichen Friseursalon. Hier fallen derbe Sprüche wie ‘der Mann ist ein Geschwür am Gesäß der Menschheit‘ oder ‘der nimmt bestimmt die Teller aus dem Spülbecken, bevor er reinpinkelt‘. Die kommen meistens von der unvergleichlichen Shirley MacLaine. Sie spielt mit ihrer überbordenden, raubeinigen Exzentrik alle an die Wand. Manche vorhersehbaren Gags sind so gut, dass man sich –wenn sie dann eintreten – richtig mitfreuen kann. Es folgt ein erster Mittelteil mit OP – Koma – und Tod. Hier hat es Julia Robert erwischt. Die Trauer der Ladies – und das ist vor allem das Metier von Mutter Sally Field - ist grenzwertig, weil etwas übertrieben und tränenreich. Und dann gibt es noch eine echte Wandlung für Daryl Hannah vom linkischen ‘hässlichen Entlein‘ zum selbstbewussten Religions-Junky. Schade! Chance vertan! Hätte ein großartiger Film werden können, so ist er nur ziemlich gut. | |
Fr, 01.06.2012TV | Die Liebe einer FrauSchlimmer als der TodEs ist einer der deprimierendsten Filme, die ich kenne. Die Handlung entwickelt einen fatalen Sog mit einer Abwärtsspirale, dem man sich nicht entziehen kann. Es beginnt schon mit dem ins Deutsche unübersetzbaren Titel.
Zwei Totunglückliche, Lydia und Michel (Romy Schneider und Yves Montand), die durch den Verlust geliebter Menschen in ihrem Leid erstarrt sind, treffen sich. Sie brauchen den Anderen anscheinend. ‘Er ist betrunken vor Unglück!‘ Zwischen ihnen besteht die Unmöglichkeit, aber die können sie teilen. Jeder sieht nur seinen eigenen Schmerz. Um sie herum gibt es ebenfalls genügend vom Leid deformierte Figuren. Lydia und Michel begeben sich auf eine nächtliche Erfahrungsreise und stellen fest, dass sich der eigene Schmerz verringert, sobald man vom Leid des Anderen erfährt. Dabei gibt es tausend Wege zum Unglücklichsein. Jeder hat seinen eigenen. In den Dialogen fallen Sätze wie in Stein gemeißelt. Michel sagt ‘Je mehr man gibt in der Liebe, desto mehr bleibt‘. Lydia antwortet ‘Diese Leidenschaft, mit der du eine Frau liebst, das ist zu viel für mich und später sagt Michel ‘Lächle, dann wird es heller!‘ (Titel!?).
Oder Lydia ‘Ich liebe einen Mann, den ich nicht mehr liebe. Deshalb versuche ich ihn umso mehr zu leiben.‘
Sprachverlust, Todesangst, Verlassenheitsschmerz, die Unerfüllbarkeit von Liebe. Ja geht’s noch?!
Da tröstet nur ein kurzes Wiedersehen mit Roberto Benigni und der immer wieder unglaublichen Lila Kedrova.
Gegen diese unheilbaren seelischen Qualen sind die üblichen Horrorstreifen Sandkastenspiele. | |
Do, 31.05.2012TV | Das ganze Leben liegt vor dirMissratene ParodieUm es gleich vorweg zu nehmen, es ist nicht leicht diesem Machwerk etwas Positives abzugewinnen. Vielleicht ist es das Bemühen des Regisseurs eine Parodie zu schaffen, die sich auf die jüngste wirtschaftliche Situation Italiens bezieht. Sollte es etwa eine Abrechnung werden? Hier die schikanösen Arbeitsbedingungen in einem Call Center, wo eine examinierte Philosophin (der einzige Lichtblick Isabella Ragonese) trotz Examen mit Summa cum laude arbeiten muss. Sie passt nicht zu ihrem Umfeld.
Mir viel Tohuwabohu, sinnfreiem Geplapper und affigem Rumgebalge agieren die übrigen Figuren. Sie bleiben distanziert zum dargestellten Thema, sind eigentlich sie selbst. Unreif und kindisch. Sie verschmelzen mit der Realität und liefern so kein Abbild, das die Ironie erkennbar macht. Der Humor ist nur etwas für Unbedarfte, platter und von der Größe einer Briefmarke, strebt er gegen Null. Die Situation bleibt vorwiegend so spannend wie ein Wackelpudding, aufregend wie der Drehrhythmus einer Waschmaschine. Was ironisch karikiert werden soll, ist meist albern und dämlich. Viele Dialoge klingen wie tra-la-la und bla-bla-bla. Da passen dann auch keine Morde ins Bild!? Man kommt um den Vergleich mit dem Kaugummi nicht herum, wenn man es aus dem Mund nimmt, es aber mit den Zähnen noch festhält.
Selbst die Musik verdeutlicht den geschmacklichen Abstieg: singen zu Beginn wenigstens noch die Beach Boys, ist es am Ende die keimfreie Doris Day. K.V. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.