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Fr, 09.03.2012
TV | Harus Reise
GZSZ4 Sterne
Ein ganz leiser Film mit langen wortlosen Einstellungen, die mit Klavierbegleitung unterlegt sind. Großvater Tadao sucht mit seiner Enkeltochter Haru eine Bleibe. Es wird zu einer Reise in die Vergangenheit. Jeder seiner Geschwister begründet die Ablehnung mit Tadaos egoistischem Verhalten aus früheren Zeiten. Es wird immer deutlicher, dass dem alten Mann Zeit seines Lebens das Pech an der Backe geklebt hat. Auch bei der Option zwischen eigener Selbstständigkeit und/oder der Liebe zum Großvater entscheidet sich Haru für Letzteres. Sie verknüpft ihre Zukunft unabdingbar mit der ihres Großvaters. Dennoch gilt als letzter Ausweg, nun noch Harus Vater zu finden. Höhepunkt ist das parallel geschnittene Gespräch zwischen den beiden und das von Tadao mit der neuen Schwiegertochter, Harus mögliche Stiefmutter. Hier gibt es überraschende Wendungen und zwar sowohl von Tadao, dem die neue Frau von Harus Vater ein Angebot macht, dass er eigentlich nicht ablehnen kann, als auch aus dem Leben von Harus Eltern. Eindrucksvolle, oft fast menschenleere Landschaftsbilder verstärken die Tragik der Geschichte, in der Haru und Tadao in einer sich verändernden Welt umherirren. Wegen der Endlichkeit menschlicher Existenz schrammt sie am hoffnungsfrohen Happy End bewusst vorbei.
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Fr, 09.03.2012
TV | Evan Allmächtig
Noa 6141 Stern
Eine im Ansatz lustige Idee wird ziemlich weit ausgewalzt, aber mainstreammässig konsequent durchgezogen. Steve Carell als Noa von heute steht der wie immer sympathische Morgan Freeman als freundlich lächelnder Lieber Herrgott zu Seite. Der macht hier seinem Namen alle Ehre. Neben den pseudo-religiösen Erklärungen für den Schiffsbau gibt es dann noch eine besonders überzeugende: Das ganze Werk ist nur als Liebesbeweis für Frau und Kinder gedacht. Und die Tiere werden menschlich. Gottseidank nicht umgekehrt. Kann man glauben oder wegschmunzeln! Dafür entsteht dann etwas marginal der Gegensatz zwischen Gewinnstreben und Umweltschutz. Die Wirkung der Komik lässt allerdings nach, wenn jedesmal der Erschreckte zunächst immer gleich ein lautes “Ah!“ ausstösst. Die 'virtuelle Kamera' zaubert eine katastrophenmässige Fahrt der Arche als Höhepunkt. Dies führt zum allseits erwarteten glücklichen Ende und einem rund um strahlenden Lächeln aller Akteure. Na ja!? Wer's mag.
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So, 04.03.2012
TV | Winter Passing
Heimkehr der verlorenen Tochter4 Sterne
Reese (ernsthaft und überzeugend Zooey Deschanel) braucht Geld und so fährt sie zu ihrem Vater (Ed Harris), der angeblich eine Schreibblockade hat. Sie kann dessen Briefwechsel mit seiner Frau, ihrer Mutter, versilbern. Bei ihm wohnen noch Corbit (Will Ferrell) und Shelly (Amelia Warner), die genauso alt ist wie Reese und ihr sehr ähnlich sieht. Reese kommt in eine Gemeinschaft mit hoher Toleranz, die ihren Zusammenhalt durch große gegenseitige Empathie gewährleistet. Nach heftigen Diskussionen mit ihrem Vater und auch mit Shelly, in denen die Vergangenheit analysierend aufgearbeitet wird, öffnet sich Reese und kann nun selbstbewusst den intellektuellen Auszug aus einem ‘neo-marxistischen, fernseh-hassenden‘ Elternhaus vollziehen, das von zwei ‘Ex-Hippie-Workaholics‘ in ihrer Kindheit dominiert worden war. Und so wird aus der unsympathischen, kiffenden Rotzgöre Reese, die den one-night-stand suchte, eine reife, verständnisvolle, ja sympathische Tochter. Ed Harris wird immer überzeugender in den Rollen als alter Mann, wie schon in ‘The Hours‘ und ‘Der menschliche Makel‘. Wunderbare; stimmungsvolle Gitarrenriffe sind unterlegt und bringen das malerische Ambiente einer in Schnee erstarrten Landschaft und eines maroden Hauses sehr gut zur Wirkung. Doch der Winter geht vorbei (Originaltitel!), das Eis ist zwischen Vater und Tochter gebrochen. Ein wunderbarer kleiner Film.
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Sa, 03.03.2012
TV | Und dann kommt die Angst
Kryptische Lösungen2 Sterne
Nach den ersten unbedeutenden Schockern (inklusive Traumsequenzen) und Susan Sarandons beeindruckenden großen Augen folgen die üblichen familiären Alltagsformalitäten im Leben eines Ehepaares (Sarandon/Neill) mit zwei Kindern. Regisseurin Ann Turner versucht mit mäßigem Erfolg Fährten zu legen, die sich im Nichts verlieren gemeinsam mit der Spannung. Große Teile des Films beinhalten lediglich den Austausch von objektiv-rationalen Argumenten (Sam Neill) mit subjektiv-emotionalen Ansichten (Sarandon). Erste kryptische Ansätze bietet bereits die sonderbare Eulensymbolik, die nur noch von der übereilt angehängten Auflösung übertroffen wird. Da rauschen ratz-fatz und unkommentiert nach tränenreichen Erkenntnissen ein paar Bilder und Namen vorüber. Ende! Es darf gegrübelt werden, ob aus den Konkurrentinnen Ehefrau und Geliebter, dann Mutter und Tochter werden, wobei letztere auch noch ausgetauscht wurde, oder so…Mannohmann! Da kommt keine Angst auf und die Frage wer oder was hier ‘unwiderstehlich‘ ist, bleibt ebenso unbeantwortet.
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Fr, 02.03.2012
TV | Verrückte Rettung
Tristesse mit Überraschungen2 Sterne
Man könnte meinen, es ist eine verstörende Groteske über das postkommunistische Russland mit Ausflügen ins Surreale. Teilweise sinnfrei oder auch schwer verständlich ist dann Regisseur Chlebnikow wieder mit Slapsticks unterwegs. Zwei skurrile alte Käuze (Ewgenij Syty und Sergej Dreiden), ein arbeitsuchender Bauer und ein Ingenieur, der aus dem Nichts als guter Samariter auftaucht, stehen hier stellvertretend für eine orientierungslose Gesellschaft, in der das Faustrecht gilt. Es gibt keinerlei Respekt, keine Aufstiegschancen, nicht einmal bei der Miliz, in dieser tristen Welt, die sich als eine von heruntergekommenen Plattenbauten präsentiert. Selbst die Liebe zwischen Vater und Tochter ist hohl und voller Aggressionen. Manche Aktionen sind unverständlich. Man traut bisweilen seinen Augen nicht. Unwohlsein macht sich breit. Die Figuren wirken oft selber etwas hilflos, nachdem der seltene Charme ihrer Absurdität verdampft ist. Harte Kost, anstrengend und abstoßend zugleich. Das pfeffert durch und zieht einen schwer unter Tage.
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Fr, 02.03.2012
TV | Good Morning, Vietnam
Goood Morning Vietnaaam!4 Sterne
Eine entscheidende Rolle spielt die Musik in diesem Film. Es sind die Swinging Sixties und wir hören James Brown, Pet Clark, die Beach Boys u.v.a. Neben einer Diskussion über Jokes und Gags im Radio kontrastiert beim Militärsender hier auch noch zum hervorragend aufgelegten Robin Williams (Adrian Cronauer) sein Vorgesetzter als absolute Spaßbremse. Cronauer verspottet Nixon und macht sich über dessen Geschlechtsteile und sein Liebesleben lustig. Er bringt Gags am laufenden Band: ‘Kondom aus Rom. Benutze es und du kommst….garantiert in den Himmel! ‘ Es sprudelt dermaßen aus ihm heraus, dass es einem schwindelig werden kann. Dann macht diese blitzgescheite Comedy einen ernsthaften Schwenk: wir hören Satchmos ‘ What a wonderful world‘ und sehen Bomben in den Straßen von Saigon. Jetzt wird aus Spaß Ernst. Der Kontakt zwischen Armee und Zivilbevölkerung wird beleuchtet. Zwar emotional aber durchaus realistisch. Die Liebesgeschichte zwischen Cronauer und der Vietnamesin (Chintara Sukapatana) ist durchaus rührend und wird durch das ausgebliebene Happy End noch veredelt. Das hätte, seien wir ehrlich, selbst wenn man es erwarten würde, die Qualität dieses Films aber erheblich gesenkt. Es ist ein äußerst lebhafter, durchaus niveauvoller und witziger Film mit dem musikalischen Feeling der sechziger Jahre, der aber auch noch nachdenklich stimmt.
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Do, 01.03.2012
TV | Sparrow
Duel unterm Regenschirm3 Sterne
Der Sperling ist eine nette Symbolfigur für die vier Taschendiebe. Die sorgen für Komik und die geheimnisvolle schöne Chun Lei (Kelly Lin) sorgt für amüsante Unterhaltung. Bei ihrer Verfolgung und der Enthüllung ihres Geheimnisses wird es sogar etwas spannend. Lange Passagen kommen ohne Worte aus, dafür sehen wir eindeutige Situationen. Hier sind die lustigen Szenen im Fahrstuhl besonders gelungen. Es wird lange nicht geredet, aber es passiert ganz schön viel am Rande nebenbei. Aber auch wenn alle vier sich gleichzeitig verletzen oder als Beweis einem Polizisten die Handschellen geklaut werden sollen, geht alles ganz locker und leicht dahin. Der bestohlene Dieb oder der Pfeife rauchende Beobachter sind gängige Topoi. Der Wettstreit um die goldene Palme der Taschendiebe ist etwas unscharf. Und das tränenreiche Telefonat von Chun Lei löst verständnislose Verwunderung aus. Dafür gibt es überraschende Wendungen und einen freundlichen, offenen Schluss. Nett, keck, drollig. Wie ein Spatz.
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Di, 28.02.2012
TV | Bottle Shock - Die Chardonnay-Cowboys
Der Weinkrieg2 Sterne
Kalifornische Weine übertreffen französische Weine bei einer Blindverkostung. Viel Sonne, viel Sommer und natürlich viel Wein. Die fliegende Kamera betrachtet das Geschehen oft aus der Vogelperspektive. Es wird gefachsimpelt und es werden die üblichen Weinsprüche abgelassen wie z.B. ’Wein ist in Wasser aufgelöster Sonnenschein.’ Oder der Weinberg duftet nach dem Dreiklang Erde-Rebe-Traube. Die Handlung ist leicht und fruchtig, informativ und herzerwärmend. Dabei werden zwei Generationen im Vergleich vorgestellt. Die Alten vertreten durch einen fast bankrotten Winzer (Bill Pullman) und sein Weingut Chateau Montelena und einen englischen Weinhändler in Paris (Alan Rickman), genannt ’der Teebeutel’. Und die Youngsters, der Winzersohn Bo (Chris Pine) als Hippie und Gustavo, der Arbeiter aus Mexiko (Freddy Rodriguez). Beide zeigen den Alten, wo es langgeht. Dass der Chardonnay von Montelena der beste ist, versteht sich von selbst. Der Film zeichnet eine wahre Begebenheit von 1976 nach. Und um den Weingenießer auch noch optisch zu erfreuen, agieren die blonde Sam (Rachael Taylor) und die dunkelblonde Joe (Eliza Dushku). Leider gibt es nur einen ganz kurzen, leisen Seitenhieb auf das Fast Food, das vom Clown Ronald kommt. Und dass der Winzer bei Meinungsverschiedenheiten in den heimischen Boxring steigt, passt allerdings zur Handlung wie eine Libelle auf den Meeresgrund.
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Mo, 27.02.2012
TV | Ich kämpfe um Dich
Verzaubert2 Sterne
Der deutsche Titel lässt Arges vermuten, was gottseidank nicht zutrifft. Der des Originals bezieht sich wohl eher auf die Hauptdarstellerin Ingrid Bergman. Sie ist von ihrem Partner Gregory Peck einfach ’verzaubert’ und gibt die trockene Wissenschaftlerin Constanze, die mit Männern ebenso Probleme hat, wie mit ihrer großen Brille. Soll heißen Blaustrumpf erliegt Charmebolzen! Das ist bei der Bergman doppelt amüsant, da man weiß, dass sie im wirklichen Leben ein partnerverschlingender Vamp war. Immerhin ist es einer der ersten Filme, die versuchen sich der Psychoanalyse thematisch zu nähern. Es geht um Gedächtnisverlust und die Frage ist ihr Geliebter ein Mörder und Betrüger? Natürlich nicht! Hilfe gibt es von einem führenden Wissenschaftler, der eher als drolliger Zausel daherkommt. Die fachliche Grundlage der Dialoge gehört heute eher in die Schmunzelecke. So hat sich das wohl Klein Erna anno 1945 vorgestellt. Optisch bemerkenswert sind die Traumsequenzen und die Skiabfahrten. Die Spannung kommt erst gegen Ende und hält sich in Grenzen. So bleibt der Film ein archivarischer Eckpfeiler, den man sich ganz entspannt anschauen kann.
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So, 26.02.2012
TV | Lonely Hearts Killers
Das Übliche1 Stern
Bereits beim Titel weiß man, worum es sich hier handelt: ein Gangster Pärchen erleichtert einfältige, einsame, ältere Mädchen um ihr Erspartes. Der Betrug wird durch Mord noch gesteigert. Und der geschieht aus Eifersucht. Martha (Salma Hayek) erträgt es seltsamerweise nicht, dass ihr Spezi Ray (Jared Leto) mit den Opfern schläft. Dabei ist sie doch vom Blasorchester. Kommissar Robinson (John Travolta) ermittelt routiniert. Seine Kollegen gebrauchen die übliche Fäkalsprache im Umgang mit einander und prügeln sich entsprechend. Der Cop hat eine Geliebte(Laura Dern), mit der es die üblichen Probleme gibt und ein Heim mit nicht gerade neuen Schwierigkeiten mit Sohn und Ehefrau. Robinson ermittelt im einschlägigen Milieu ’Wir haben die Jauchegrube nicht erfunden, wir arbeiten nur darin’. Da gibt es die üblichen Streitigkeiten über die Zuständigkeit und natürlich das Gaunerpärchen, dem die Polizei immer näher kommt: Verhaftung, Hinrichtung, aus! Spannung ist nie vorhanden, Überraschendes gibt es kaum. Und das bisschen Brutalität geht unter. Braucht die Welt 2008 wirklich noch ein am film noir angelehntes Remake? Double-No! Der Regisseur verarbeitet eine wahre Geschichte aus seinem eigenen familiären Umfeld bedächtig und konventionell. Uninteressantes Mainstream Produkt vom Fließband. K.V.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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