Di, 24.01.2012TV | Casanovas RückkehrCasanova ReloadedEiner der vielen Filme, die aus dem Leben des weltbekannten Frauenverführers Kapital zu schlagen versuchen. Darunter sind ganz große, aber es gibt auch ziemlich viel Unsinn. Manche gehen in die Porno-Richtung und wieder andere betonen den Klamauk. Schier endlos die Zahl der Filme die den Namen nicht im Titel führen, sondern sich nur gedanklich-inhaltlich an den Stoff anlehnen.
Anfang der 90er Jahre war es wohl wieder mal an der Zeit, den Helden zurückkehren zu lassen. Wenn man über einen so authentischen Hauptdarsteller wie Alain Delon verfügt, ist das verständlich. Eine Paraderolle für ihn, den selbst inzwischen ergrauten Liebhaber.
Der Film von Edouard Niermans spielt mit dem berüchtigten Image des Helden und der mit dem seiner literarischen Vorlage. Zwei mögliche Frauenzimmer sind hier sein Tummelplatz: eine alte, immerwährende Liebe Amélie (Delia Boccardo) stößt er von der Bettkante. Nur weiblicher Widerstand stachelt seinen Ehrgeiz an. So gelangt er ins Bett der jungen Marcolina (Elsa Lunghini). Natürlich darf auch ein Duell um die Ehre nicht fehlen und der eifrige, ihn umsorgende Diener (Fabrice Luchini). Ohne diesen Film wäre die Welt nicht ärmer, mit ihm ist sie ein wenig amüsanter. | |
Di, 24.01.2012TV | Rächer der UnterweltBurt der 'Schwede'Anders als das spätere Remake mit Präsident Reagan ist der Streifen von Robert Siodmak ein typisches Beispiel mit allen Kennzeichen des Film Noir. Man muss die strengen s/w Bilder (inklusive der scharfen Blechmusik) mögen um der Handlung gespannt zu folgen, denn die steht ganz eindeutig im Mittelpunkt. Da es sich immer im Gangstermilieu abspielt, wird natürlich geschossen. Und es geht auch immer nur um Mord oder Raub oder beides. Mehrere Parteien jagen sich die Beute ab. Dabei ist Rache oder Verrat ein häufiges Motiv. Geraubt werden Kunstgegenstände, Juwelen oder wie hier Geld aus einem Überfall. Lange Dialoge werden durch eingespielte Szenen belebt und dienen als wichtige Nachrichten, wie die Botenberichte im antiken Theater.
Ob es wie hier um einen Ex-Boxer (Burt Lancasters erste Rolle!) geht oder um einen Rennfahrer, eine Größe aus dem Showgeschäft oder einen Antiquitätenhändler ist eigentlich egal. Spannend wird es, wenn gutaussehende Mädels ins Spiel kommen (hier Ava Gardner als Gangsterbraut Kitty) und auch noch versuchen, ihr eigenen Süppchen zu kochen. Meistens misslingt das allerdings.
Die Ereignisse werden hier retro erzählt. der Anfang ist das Ende. Leider verschwinden die titelgebenden, saucoolen Killer im Laufe der Handlung und ein Versicherungsvertreter nimmt die Verfolgung auf. Ein Muss für Fans, denn Film Noir ist anders als alles vorher und nachher. Als Einstiegsdroge geeignet. | |
So, 22.01.2012TV | Vielleicht, vielleicht auch nichtDefinitiv vielleichtDer deutsche Titel ist genauso gut, wie der des Originals. Er verweist bereits auf den Inhalt der luftig-leichten Liebeskomödie um Vater Ryan Reynolds, der seiner zwölfjährigen Tochter eine Geschichte in Form eines Liebesrätsels erzählt, um die Frage zu beantworten ’Wer ist deine Mutter?’ Da stehen drei zur Auswahl. Die Zuschauer und die altkluge Tochter Maya (Abigail Breslin) raten mit. Sie berät ihren Vater in besagten Liebesfragen kompetent. Achtung Komik!
Es gibt durchaus mitunter recht flotte Szenen und ab und zu blitzt auch ein Scherz auf, aber dazwischen gibt es viel So-la-la und manche Längen. Zeitgeschichtlich gelingt die Einordnung in die Clinton-Lewinsky Affäre - auch hier wurde gerätselt ’Hat er oder hat er nicht?’ Die in Frage kommenden Mädels tauchen immer wieder mal unter und dann wieder auf, bis sich eine Lösung anbietet. Das ist nett vorbereitet, dass am Ende die Literatur (’Jane Eyre’) als Liebesbeweis von Isla Fisher akzeptiert wird.
So kann man auch dem romantischen Happy End zustimmen.
Kevin Klein hat eine kleine aber eindrucksvolle Rolle und die Zuschauer könnten sich am Ende fragen, woran es wohl lag, dass fast alle dieser hübschen, netten, intelligenten Frauen (Elizabeth Banks oder Rachel Weisz) nicht bei dem gut aussehenden, netten intelligenten Vater geblieben sind? | |
Sa, 21.01.2012TV | Beirut HotelDen Spion den ich liebtsZur optischen Erbauung können wir uns von der ersten bis zur letzten Minute fast ununterbrochen an der üppigen Schönheit der Libanesin Zoha (Darine Hamzé) erfreuen.
Die Situation im Libanon selbst ist äußerst komplex, wenn nicht gar für Außenstehende mehr als undurchsichtig. Wenn dann noch ein Franzose (Charles Berling), der mit Zoha anbandelt, in die Mühlen der lokalen Geheimdienste gerät, sollte keine Langeweile aufkommen. Aber die Spannung hält sich in Grenzen.
Danielle Arbid versucht die breite Kluft zwischen sachlicher Spionagearbeit und echten Gefühlen, zwischen heißem Sex und Ausnutzung von Abhängigkeit in einer Amour-Fou-Situation zu beschreiben. Auch Zohas Ex bereitet noch zusätzliche Schwierigkeiten.
Arbid kommt ohne Gewalt und Blutvergießen aus. Das wirkt daher alles eher harmlos, obwohl sie die Situation im Libanon schon mit Straßensperren und Sicherheitsdiensten andeutungsweise schildert. Viel besser gelingt ihr dagegen die Darstellung von Zohas Gefühlsleben. Sie hat sich wohl echt verliebt und wird zum Verzicht gezwungen. Es scheint kein Zufall zu sein, dass die Situation in diesem Lande bewusst etwas nebulös gehalten wird - außer knappen Hinweisen auf das Hariri-Attentat.
Viele Libanesen mögen sich wie Zoha fühlen: ein Spielball im internationalen Geschäft, ständig auf der Hut zu sein, Misstrauen als Selbstschutz zu benutzen und zwischen all den umherliegenden Tellerminen auch emotional zu überleben. | |
Fr, 20.01.2012TV | Jesse Stone: Alte WundenStones ProblemeObwohl dieser Film nur einer aus der Jesse-Stone-Reihe mit Tom Selleck ist, kann man ihn als pars pro toto sehen. Selleck hat prominente Unterstützer wie Kathy Baker, Rebecca Pidgeon oder William Devane, die nicht unerheblich dazu beitragen, dass wir uns in einer angenehmen Atmosphäre bewegen können. Der Film setzt nicht auf knallharte Action sondern unter anderem auf pfiffige Dialoge. (-„Inspektor Landei.“ -„Nein Chief Landei!“) Durch schnelle und kurze Ein-Wort-Antworten ’Ja’, ’Nein’ nimmt das Gespräch oft eine überraschende Wendung. Da ist sogar noch Platz für die eindrucksvolle Landschaft Neufundlands. Wie der Polizeichef dazukommt, einen 15 Jahre zurückliegenden Fall wieder neu aufzurollen ist ungewöhnlich aber überzeugend und nimmt breiten Raum ein. Was will man auch sonst in einem entlegenen Provinzkaff machen? Dabei hat er jede Menge persönliche Probleme. Stone löst seine Fälle mit viel Verständnis und Sympathie für die in Schwierigkeit geratenen Bewohner. Dabei setzt er viel von seinem männlichen Charme ein. So überraschend das Ende kommt, so kurz und schmerzlos geht Stone dabei zur Sache: drei Schüsse reichen.
Ein Krimi der angenehmen Art. Ähnlich wie in den anderen Folgen knistert nicht die Sitzfläche, weil man ganz entspannt der Handlung folgt, ohne einzuschlafen. | |
Do, 19.01.2012TV | Louise Hires a Contract KillerLouise und das WeicheiDen Vergleich mit Kaurismäki gibt es nur wegen des Titels. Sonst verbindet beide Filme so gut wie nichts. Im Gegenteil die französische Fassung von Kervern/Deléphine ist viel amüsanter und vor allem lebhafter. Allein die etwas stoisch/melancholische Grundstimmung der Hauptperson Louise ist vergleichbar. Und selbst die wird am Ende durch wie verrückt tanzende ’Killer’ aufgehoben.
Die ganze Handlung wird ohnehin von einer umwerfend guten Yolande Moreau getragen. Ihre tapsig-linkische Art ist unvergesslich, ebenso wie der Trenchcoat, den sie immer trägt.
Bereits die Anfangsszene ist eine wunderbare Einstimmung: Bestattung in einem Krematorium, mit Pannen. Der Beamte fragt ’Hat jemand Feuer?’ Es geht ganz normal weiter (Arbeitskampf, Entlassungen), es werden kurz surreale Momente eingeblendet, bevor die Handlung dann endgültig abhebt. Es wird ein Road Movie auf der Suche nach dem bösen Konzernchef mit jeder Menge superlustiger Gags, die mit dem Killer im Kreißsaal als Gebärenden gipfeln.
Die Qualität diese Films ist nicht nur der sozialkritische Hintergrund oder die wahre Begebenheit, auf der er beruhen soll, sondern vor allem sein gelungener Aufbau, der jeden mitnimmt, der offen ist, sowie die unnachahmliche Yolande Moreau. Und am Ende gibt es noch einen Sechszeiler, ähnlich dem legendären der 70er Jahre ’Warum ist die Banane krumm?’
Und nach dem Abspann folgt noch ein zusätzlicher Gag. Einfach Wahnsinn! | |
Do, 19.01.2012TV | Was will ich mehrAusbruchsversucheDer Titel lässt mehrere Deutungen zu: ’Ich habe alles und brauche nichts mehr’ oder ’Was kann es sein, dass mir da noch fehlt?’ An sich ist der Film eine Variante des immerwährenden Soldini-Themas: Ausbrechen, die Zeit zurückdrehen und mit einer neuen Liebe eine Rückfahrkarte in die eigene Jugend zu gewinnen. Hier aber gibt es weder Brot noch Tulpen, soll heißen weder Witz noch Charme. Die Probleme schlummern unter der Oberfläche, bevor sie dann nach einem Wutausbruch des vernachlässigten Partners/Partnerin unter den besagten Teppich gekehrt werden. Zwischendurch stöhnen zwei Rasierklingen (Alba Rohrwacher und Pierfrancesco Favino) rhythmisch auf der Matratze eines Stundenhotels. Und dann gibt es von Regisseur Soldini noch mehrere Messages: ’Stürme bestehen macht stärker’, ’guter Sex geht nach einer Weile vorüber’ und schließlich noch ’Genieße den Augenblick’. Wenn es doch nur so einfach wäre.
Sicherlich ist Versöhnung das Rezept für eine lange Ehe, mit Bitte um Verzeihung oder der oft zitierten Bequemlichkeit bzw. Gewohnheit, aber wie es dazu kommt, würde man schon gern erfahren. Am Ende ist alles wieder FFE. Na toll! Betrachtet man das offizielle Poster, geht es wohl hauptsächlich nur um das eine. Auch gut! | |
Mi, 18.01.2012TV | Die andere Seite der StraßeDie Rentnerin und der WitwerDie Zielgruppe ist wohl 70 plus, aber bei der gesellschaftlichen Bedeutung dieses stark wachsenden Teils der Bevölkerung, kann man diesem Thema eine gewisse Relevanz nicht absprechen. Es geht unter anderem um das Alter, die Einsamkeit, eine sinnvolle Beschäftigung in der letzten Lebenshälfte, aber auch um das Verhältnis Eltern - Kinder und Großeltern - Enkel. Das sind aber eigentlich alles nur Asides. Hauptsächlich geht es um die Liebe. Donna Regina ist eine Informantin der Polizei Codename ’Schneewittchen’. Sie (preisgekrönt Fernanda Montenegro) glaubt einen Mord auf der anderen Seite der Strasse beobachtet zu haben und forscht nach. Sie lässt sich sogar auf ein Date mit dem mutmaßlichen Täter ein, dem Richter Camargo (Raul Cortez). Er ist genauso ahnungslos wie die Zuschauer und außerdem unschuldig. Mit viel Einfühlungsvermögen schildert Regisseur Marcos Bernstein, wie sie sich näher kommen und auf Wolke 9 landen. Die Scham, ihren verwelkten, mit Narben bedeckten Körper dem anderen zu zeigen, ist rührend. Unsicherheit und Misstrauen, Angst vor inneren Verletzungen bestimmen das Verhalten der beiden Oldies. Sie spielt ein doppeltes Spiel mit ihm und so hängt sogar so etwas wie Spannung in der Luft, bis sich alles aufklärt. Am Ende steht jeder der beiden am Fenster seiner Wohnung, Fernglas vor den Augen und den Hörer am Ohr. Regina hat das letzte Wort ’Ich bin hier, auf der anderen Seite der Straße.’
Kein Happy End, aber vielleicht ist später eine Fortsetzung möglich unter anderen Vorzeichen… | |
Di, 17.01.2012TV | Die Zeit ohne GraceVon uns gegangenDas ist Emotionskino pur. Wie und wann bringt ein Vater seinen Töchtern (8 und 12) bei, dass ihre Mutter von einem Auslandseinsatz nicht mehr zurückkehren wird. Man mag ja von diesem emotionalen Sahnetopf halten was man will, aber eines spricht auf alle Fälle für diesen Film: er thematisiert gekonnt die Tatsache, dass auch Soldatinnen fallen können. Meistens ist nur von den männlichen Helden die Rede.
Die mitfühlende Einstellung der Zuschauer wird gegen Ende nicht nur mit jeder Menge Tränen gewässert, sondern auch noch optisch mit Balsam und Wohlfühlöl beträufelt, wunderschöne Sonnenuntergänge am Meer etc.
Die Tatsache, dass Vater John Cusack und die Zuschauer mehr wissen als die beiden Mädchen, lässt das Ganze als ein schwebendes Verfahren erscheinen und weckt Interesse nach dem ’Wie’ und dem ’Wann’. Und auch die Gefühlsausbrüche des Vaters sind überzeugend gesetzt, sowohl seinen Töchtern als auch seinem Bruder gegenüber. Cusack gibt sich mal aufbrausend aggressiv, dann wieder gefühlvoll verletzlich.
Manchen mag’s rühren vom Thema und der Machart her, wenn man dazu in Stimmung ist. | |
Mo, 16.01.2012TV | Two LoversDrei VerliebteEin äußerst sensibles Drama über enttäuschte Liebe. Joaquin Phoenix steht zwischen zwei Frauen. Die eine ist Sandra (Vinessa Shaw) brav und bieder mit geschäftlichen Verbindungen zwischen den Vätern und die andere ist eine Nachbarin Michelle, (Gwyneth Paltrow), eine hilfsbedürftige aber liebenswerte Chaotin mit anderweitigen Ambitionen.
Mit großem Verständnis für die Leidensfähigkeit der menschlichen Seele beschreibt Regisseur James Gray die inneren Katastrophen, die sich hier abspielen wenn man unter dem Thema ’Liebe’ zwischen Hoffnung und Ablehnung lebt, zwischen emotionaler Abhängigkeit und der Verarbeitung von Frust. Die Qualen der Psyche werden sichtbar gemacht und realistisch nachvollziehbar geschildert ohne kitschig zu wirken. Ein emotionales Psychogramm, das mit seinem genau beobachteten Realismus überzeugt. Wenn man aus der Zeit fällt, als alle Glücksbäume noch in den Himmel wuchsen, sie auf den Märchenprinzen hoffte und er nach seinem Dreamgirl suchte, kann es sein, dass es nur eine Zukunft gibt, die auf faulen Kompromissen aufgebaut ist, nachdem man sich für das kleinere Übel entschieden hat.
Überzeugend realistisch, kitschfrei emotional und anders als das Meiste aus der Branche. Einfach saustark! | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.