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So, 15.01.2012
TV | Shopping-Center King - Hier gilt mein Gesetz
Ronnie der Held3 Sterne
Man fühlt sich gut unterhalten von dieser Komödie. Die Gags sind nicht flach und die dargestellten Szenen nicht all zu überdrallert. Die meisten Figuren des Sicherheitspersonals sind echte Typen, wie die Zwillinge oder Dennis die ’rechte Hand des Chefs’. Sie sind alle etwas schräg, aber liebenswert. Sie albern nicht bloß rum, sondern kommen mit einem natürlichen Charme daher, der so zwischen armer Sau und skurrilem Sonderling angesiedelt werden kann. Dabei verlieren sie nie ihr soziales Umfeld in der Shopping Mall aus den Augen. Gemäß ihrem Auftrag ’Beobachten und Berichten’.(Originaltitel) Die Hauptperson Ronnie (Seth Rogen) ist kein Depp, nur etwas unbedarft, stur und sehr selbstbewusst, der wichtige Erfahrungen macht: er muss erkennen dass das geile, strohdumme Blondchen (Anna Faris) die personifizierte Oberflächlichkeit ist, dagegen die vorübergehend geschiente Kaffeeverkäuferin (Collette Wolff) ein goldenes Herz hat. Neben ihnen fungiert als Konkurrent und Edelcop Ray Liotta. Da ist genug Platz für Situationskomik. Die Jungs werden schon mal vom jugendlichen Übermut gepackt. Nach dem Fehlversuch zur Polizei zu gehen, wird Ronnie ein echter Held und fängt einen Blitzer. Auch an Mutti (Celia Weston), bei der er immer noch wohnt, wird noch eine menschliche Seite aufgedeckt. Sodass wir am Ende eine muntere amerikanische Erfolgsstory haben.
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Sa, 14.01.2012
TV | Unbekannter Anrufer
Der Faden der Ariane1 Stern
Anfangs kommt diese französische Komödie recht flott und locker daher. Das Ambiente, ein Reisebüro passt. Die Kollegen sind alle gut drauf und plaudern was das Stimmband hergibt. Es wird abgelästert - oftmals auch recht lustig. Erwähnte Personen - meistens Männer - werden, wenn erwähnt, gleich ins Bild gesetzt und selbst als die Hauptdarstellerin Julie Ferrier einen anonymen Anruf bekommt (ein ziemlich abgegriffenes Thema) geht es immer noch recht munter weiter. Allerdings benimmt sie sich hier bereits wie ein Teenager. Es fällt auf, dass sie falsch gecastet worden ist. Ferrier ist viel zu alt für die Rolle, so wie sie sie anlegt. Aber die Aktionen und der Klatsch und Tratsch der Kollegen sind weiterhin amüsant. Auch als sich zwei männliche Optionen ergeben in der Person eines TV Stars oder eines Serienkillers bleibt die Komik erhalten. Mit der Enttarnung des großen Unbekannten wird es allerdings brav und bieder. Die Luft ist nicht nur raus, sondern es findet auch ein Richtungswechsel statt. Die Komik geht flöten, manche Gags sind jetzt recht dämlich oder albern. Dass sich Ariane am Ende dann doch überraschenderweise für den messerwerfenden Rollstuhlfahrer entscheidet ist zwar ehrenwert und bricht eine Lanze für die Behinderten in der Gesellschaft, es tut der Komödie an sich aber jeden möglichen Abbruch. Da hat das Drehbuch unterwegs irgendwo den ’Faden der Ariane’ verloren. Schade eigentlich.
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Fr, 13.01.2012
TV | Eine Karte der Klänge von Tokio
Ryu die Auftragskillerin2 Sterne
Mit dem Titel hat uns Regisseurin Isabel Coixet ganz schön in die Irre geführt. Die Geschichte vom alten Toningenieur, der sogar vom Nudelschlürfen Aufnahmen macht, ist nur ein Rahmen, der im Verlauf der Handlung immer mehr untergeht. Dazwischen sehen wir eine Großstadtelegie über die Unmöglichkeit der Liebe. Von Anfang an ist die Beziehung zwischen dem spanischen Weinhändler (Sergi López) und der Auftragkillerin Ryu (Rinko Kikuchi) zum Scheitern verurteilt. Nicht nur wegen ihrem ’letzten’ Auftrag!? Die Frage schwingt immer mit ’Killt sie ihn oder will sie Liebe machen?’ Oder etwa erst das eine, dann das andere? Die wenigen Hinweise auf Klangformationen, die vom Schweigen oder vom Atmen kommen, gehen in der wunderschönen Bilderflut unter. Aber es gibt auch stille, tonlose Sequenzen, die erstaunen, denn sie passen nicht so recht zu den Bildern einer pulsierenden Metropole. Kontrastprogramm also! Einen Klangteppich konnte ich nicht hören. Eher schon die Einsamkeit spüren. Und dann passiert zum Schluss tatsächlich genau das, was man schon lange erwartet hat. Ein kühles Ende ohne Emotionen, unbemerkt vom Sound der Großstadt. Schön erzählt, am selbst gegebenen Thema leicht vorbei, trotzdem interessant.
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Do, 12.01.2012
TV | Brothers Bloom
Trick oder echt wahr3 Sterne
Ein locker, leichte Komödie aus der Welt der Trickbetrüger. Das wird allerdings vorübergehend zur Nebensache und bekommt erst am Ende wieder eine gewisse Bedeutung. Die drei ’Gangster’ (Brody, Ruffalo, Weisz) sind so nett als kämen aus der Spielzeugabteilung eines Warenhauses. Die Handlung treibt sie durch die ganze Welt und fungiert jenseits der Gesetze der logischen Schwerkraft. Von Anfang an erfreuen uns die frühreifen Sprüche der Brothers Bloom als Buben. Später dann schließt Penelope auf, wenn sie meint ’Sie leiden an Verstopfung in ihrer verkackten Seele’. Für Erheiterung sorgen auch die kurzen Gastauftritte von Robbie Coltrane und Maximilian Schell, die beide herrlich schräg daherkommen. Der Fernoststar Rinko Kikuchi hat eine undankbare Rolle, aus der sie allerdings das Beste macht. Der Zuschauer schaut und staunt und freut sich mit den Akteuren über deren Abenteuer, die abwechslungsreich wie ein Kindergeburtstag sind und aufregend wie eine Schlittenfahrt im Tiefschnee. Am Ende wird an der Trick- oder Wahrheitsspirale so weit gedreht, dass sogar noch etwas Spannung entsteht und sich das Motto der Bloom Brüder bewahrheitet ’Gut ist es, wenn jeder der Beteiligten das bekommt, was er will.’ Einfach nett.
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Do, 12.01.2012
TV | Ein schlichtes Herz
Die Magd Félicité3 Sterne
Dieser kleine, leise Film nach Flaubert ist nicht für das breite Publikum gemacht. Marion Laine hat den kargen Stoff in eindrucksvolle Bilder umgesetzt, die manchmal an expressionistische Gemälde erinnern (wandernde Gruppe durch Feld und Flur, in einem Hohlweg oder am Meer). Es kommt wenig Spannung auf, dafür gibt’s aber jede Menge Gefühl und einen kritischen Blick auf die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Es gibt eine Reihe kleinerer und mittlerer Katastrophen in einer Familie auf dem Lande. Hier ist Félicité (großartig Sandrine Bonnaire) Dienstmagd. Sie ist die Warmherzige, ihre Herrin, Madame Aubain (Marina Fois) dagegen kalt und abweisend. Zwischen diesen beiden Frauen wabert die Handlung hin und her. Männer sind nur von marginaler Bedeutung bzw. nur Mittel zum Zweck. Man sieht wie sexy das Cellospielen sein kann und wie blutrünstig es ist, wenn eine Sau geschlachtet wird. Madame und Félicité kommen sich näher und entfernen sich auch wieder von einander. Der Standesunterschied war doch zu groß. So verliert die gepeinigte Magd erst das Gehör und dann den Verstand. Sterben aus Liebeskummer war immer schon ein theatralisches Motiv. Hier wird das Ganze aus weiblicher Sicht geschildert. Ein Film von Mädels gemacht, meistens mit und über Mädels, aber nicht nur für Mädels.
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Do, 12.01.2012
TV | Coles und die Frauen
Eine emotionslose Zukunft2 Sterne
Der Film gliedert sich in zwei Teile: die erste Hälfte behandelt die wilde Jugend der späten 90er Jahre in New York. Man praktiziert den flotten Dreier mit viel Gekicher statt Gestöhne. Rumhängen ist angesagt, ansonsten gibt es auf der aktiven Seite noch kiffen und saufen. Am besten alles gleichzeitig. Es gilt das hedonistische Prinzip des FunFunFun. Dabei gibt es den üblichen Beziehungsknatsch zwischen Coles und seiner ’Freundin’ Sam (’schluchz, kicher, grins’). Bei uns hätte man das lapidar kommentiert mit ’Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment.’ Teil zwei spielt Jahre später. Man trifft sich, scheint gereift, abgeklärt und schwelgt in alten Erinnerungen. Nur bei Coles und Sam funkt es immer noch, obwohl beide anderweitig vergeben sind. Dann verwickelt sich einiges: Missverständnisse und Geheimniskrämerei kommen auf und verbreiten Misstrauen. Es wird viel pseudo-intellektuelles Geschwurbel über Beziehungen abgelassen. Nichts hat sich im Grunde geändert. Es gibt keine Katharsis. Als mögliche Lösung wird eine Ehe anvisiert, die entweder als überhastete Kurzschlussreaktion zustande kommt oder auf einem faulen Kompromiss basiert, der von Feigheit und Bequemlichkeit zugedeckt wird. Ist das der Progress nach all der Liberalität? Echte Gefühle bleiben da wohl auf der Strecke.
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Mi, 11.01.2012
TV | Lucky Luciano
Luckys Ende3 Sterne
Der Film von Francesco Rosi wird immer mit dem kurz zuvor gedrehten Welterfolg ’der Pate’ verglichen. Dabei ist es weißgott kein Nachzieher oder filmischer ’Trittbrettfahrer’. Dieser Film hat einen ganz anderen Ansatz. Er betont die historischen Fakten vom Lebensende eines Mafiabosses, verfolgt die offiziellen Ermittlungen und dokumentiert die Hilflosigkeit der Polizei. Es ist kein Reißer, eher ein getragener Streifen, obwohl er so ganz ohne den blutigen Frieden, den die Mafia schafft, auch nicht auskommt. Als Kontrast zu diesen bleihaltigen Lösungen, die fast aus einer anderen Welt zu stammen scheinen, fungiert der Hauptdarsteller Gian Maria Volonté. Er ist hier ein ruhiger, freundlicher Herr mit traurigen Augen, der vorgibt, kein Wässerchen trüben zu können. Galant und redegewandt spielt er mit der Presse. Er ist ein listenreicher Saubermann, der sich selbst nie die Hände schmutzig macht. Während des ’Kalten Krieges’ können seine Leute lukrative Geschäfte mit der US Armee im Nachkriegsitalien machen. Hier ist die Mafia der richtige Ansprechpartner. Sie unterscheidet nicht zwischen Republikanern und Demokraten. Sie macht Geschäfte mit denen, die gerade an der Macht sind und nutzt korrupte Mittelsmänner. Rod Steiger verkörpert quasi symbolisch die ganze Doppelbödigkeit und Gier der halbseidenen Geschäftswelt, die damals schon recht global agierte. Das abschließende etwas langatmig geratene Verhör ist allerdings eine gekonnte Vorbereitung auf Luckys Ende.
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Di, 10.01.2012
TV | Being John Malkovich
Rein ins Hirn2 Sterne
Die Grundidee zu dieser Groteske ist gar nicht mal so schlecht und hält auch das Interesse für lange Zeit wach. Zumal die Anfangssequenz eindrucksvolle Bilder eines Marionettentheaters bietet. Und es gibt viele Möglichkeiten einer Interpretation von Details, die von der Oberfläche wegführen. ’Der Puppenspieler hält die Welt an einem Faden.’ Doch nach etwas mehr als einer halben Stunde verflacht das Ganze durch die sich wiederholende Gleichförmigkeit der Ereignisse. Tamtam und Klamauk beherrschen die Szene. Das gelegentliche optische Aufblitzen von Promisupport (z.B. Sean Penn) wirkt etwas gewollt. Durch die zum Teil schlecht ausgeleuchteten Szenen geht der Überblick mitunter verloren, wer denn gerade zurzeit im Hirn von John Malkovich steckt oder es mit wem durch ihn treibt. Auch die Lösung aller Probleme durch das Auffinden einer Möglichkeit zum ewigen Leben ist hübsches gedankliches Beiwerk, ebenso wie die angedeutete Geschlechtsumwandlung. Und der Titelheld spielt sich selber und sorgt bisweilen recht ausgelassen für Abwechslung. Eine interessante Idee ist bei aller Konsequenz einige Umdrehungen zu weit geschraubt worden. Das muss einfach auf dem Konto für Langatmigkeit abgebucht werden. Schöner Anfang und schönes Ende bieten Halt wie zwei Buchdeckel. Der Zwischenraum ist nicht uninteressant, aber Seite für Seite oft das Gleiche.
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Mo, 09.01.2012
TV | Zerrissene Umarmungen
Der letzte Kuss4 Sterne
Die Story an sich ist altbekannt und auch schon mehrmals erzählt, aber wie sie Almodovar entfaltet ist schon interessant. Außerdem kann er sich auf eine großartige Penelope Cruz stützen, die den ganzen Film trägt. Und als Sahnehäupchen gibt es am Ende noch den ironisch-komischen Ausschnitt der Endfassung eines Films, um den es die ganze Zeit geht. Wir sind in besagter Branche und verfolgen ein dramatisches Dreiecksverhältnis. Darin involviert sind der Regisseur (Lluis Homar), der Produzent (José Luis Gomez) und der alle überstrahlende Star Penelope Cruz. Wichtige Details werden unaufdringlich vorweggenommen, bis man ihre Bedeutung begreift. Die Leidenschaft ist der Motor der Beziehungen. Penny Cruz treibt es mit beiden Männern so heftig, dass es dem Kameramann schwindelig wird. Einmal aus Lust, einmal aus Pflicht. Das ist buchstäblich zum ’Kotzen’. Es entsteht nebenbei eine Doku, die mit anderen Texten unterlegt wird. Und dann menschelt es sehr: Enthüllungen, Verrat aus Rache und den angedeuteten fatalen Unfall nach einem Kuss. Almodovar kann gut erzählen und bringt dabei die menschliche Seite zum Klingen, auch wenn’s unerfreulich ist, ist es gut gemacht und allemal dramatisch. Aber davor hatte uns ja bereits der Titel gewarnt.
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Sa, 07.01.2012
TV | 21 - Der Blackjack-Coup
17 und vier2 Sterne
Passable Unterhaltung, wenn ein Professor mit seinen besten Studenten die Spielbank in Las Vegas abzocken. ’Winner, Winner, Chicken Dinner’ lautet die Belohnung. Der Hauptdarsteller Ben (Jim Sturgess) ist eine Art Liebslingsschwiegi. Er ähnelt auffallend Daniel Brühl und ist ebenso sympathisch wie Kevin Spacey als Universitätsprofessor. Doch der kann noch eine weitere Dimension zulegen: er wirkt auch noch souverän und gefährlich. Er steht turmhoch über den übrigen Darstellern. Daneben ist die Lovestory zwischen Ben und Jill (Kate Bosworth) lediglich ein Füllsel. Und das Spiel 17 und 4 ist ja auch nicht gerade ein Knüller mit Hochspannung. Da kommt Lawrence Fishbourne, Williams, der Sicherheitschef, gerade recht und bringt wenigstens etwas Spannung. Die blutigen Verhörmethoden sind allerdings etwas deplaziert. Als der Ben auf die Schliche kommt, ist der Film eigentlich zu Ende. Doch ein paar etwas überhastete Schlenker hat Regisseur Luketic schon noch parat, bevor sich das alte Sprichwort wieder bewahrheitet ’Wie gewonnen so zerronnen.’ Am Ende ist halt alles wieder ’cool’. Leichte Kost für Kids. Wenn das Leben doch so einfach wäre!?

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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