Fr, 03.06.2011TV | The Great Raid - Tag der BefreiungDer große AngriffJohn Dahl wollte eine der größten militärischen Rettungsaktionen des 2. Weltkrieges dokumentieren. Er tut dies in dunklen, bräunlich-schwarzen Bildern, die noch durch Originalaufnahmen unterstützt werden und so die historische Wahrheit belegen sollen. Bei Nachtaufnahmen ergeht es dem Zuschauer wie dem Feind: fast nichts zu erkennen. Der Film wirkt etwas distanziert, kommt aber auch nicht ganz ohne Emotionen aus. Dann klingt schon tiefe menschliche Tragik an, die besonders eindrucksvoll ist, weil so wohl dosiert. Es wird die Zusammenarbeit zwischen der US Army und philippinischen Streitkräften dargestellt. Hier agiert ein Pärchen (Fiennes/Nielsen) für dieselbe Sache, aber von unterschiedlichen Positionen aus. Dahl macht daraus keine erfüllte Liebesgeschichte wie sonst üblich mit finalem Kuss und Geigenuntermalung. Das letzte Zusammentreffen der beiden erlebt nur sie, d.h. es ist etwas einseitig. Natürlich haben die Japaner hier schlechte Karten. Sie sind die ständig brüllenden und brutal mordenden Barbaren. Doch ihre Gräueltaten schockieren zwar, werden aber nicht überbetont. Es geht nicht um Ruhm und Ehre Einzelner, sondern um Anerkennung und Respekt vor dem ganzen Unternehmen. Ein in mehrfacher Hinsicht düsteres Drama des Krieges, das seine Wirkung nicht verfehlt. | |
Do, 02.06.2011TV | HalbmondMusik für die FreiheitDie Handlung enthält einige nicht leicht nachvollziehbare Szenen. Die kann man aber vernachlässigen, denn der Film bezaubert durch das fremdartige Ambiente und die Besonderheit der ganzen Situation.
Man kann ihn oberflächlich als Roadmovie in politisch vermintem Gelände in der Region Iran/Irak/Türkei sehen. Ein Gebiet, in dem, ungeachtet der Staatsgrenzen, die Kurden seit Jahrhunderten gesiedelt haben. Und dabei auf die Grenzkontrollen achten oder auf die teilweise komischen Schwierigkeiten der Gruppe von 14 Musikern.
Unweigerlich stößt man daneben aber noch auf eine symbolische Bedeutung, die magische Momente enthält. Eine Reise zu einem Konzert in einem fremden Land - ein typisch kurdisches Phänomen - denn sie haben ja keinen eigenen Staat. Nur einen Anführer, den Vater der 14 Söhne. Der alte Mann tritt trotz warnender Hinweise die Reise an, von der er nicht zurückkehren wird. Eine geheimnisvolle Frau mit dem Namen Halbmond weist ihm den Weg zu seinem Ziel. Die Gruppe löst sich am Ende auf, jeder verfolgt sein eigenes Ziel. Keine rosigen Aussichten für die Kurden. Allein wie die Dokumentation ihrer Situation gemacht ist, ist es wert, angeschaut zu werden. | |
Mi, 01.06.2011TV | Ein Sommer an der SeeEine Familie zerbrichtDer Originaltitel lässt bei den Franzosen instinktiv eine Vision von Urlaub, Sommer, Sonne und Meer aufsteigen. Der deutsche Titel besagt das Gleiche, nur etwas platter. Ergebnis ist ein Jugendfilm mit obigem Inhalt. Nach 75 Minuten bricht dann buchstäblich aus heiterem Himmel eine Ehekrise über die Familie herein, die ihren Höhepunkt in der elterlichen Schlägerei (Natalie Baye/ Richard Berry) mit anschließender Scheidung findet. Jetzt treffen sich beide Handlungsstränge. Zwischen den Fronten agiert Valeria Bruni-Tedeschi als genervtes Kindermädchen. Die 60er Jahre bringen die Musikuntermalung (Platters und Bobby Darin) und den Blickwinkel liefert die 13jährige Tochter. Am Ende sehen wir eine frauenfreundliche Lösung, der Mann hat einfach nur schlechte Karten. So kommt der angebliche Sommerspaß etwas einseitig, daher, leidet über weite Strecken an Blutarmut und hinterlässt den ratlosen Zuschauer mit der wenig befriedigenden Einsicht: ’Es ist halt so wie es ist’!? K.V. | |
Di, 31.05.2011TV | Hot FuzzZwei heiße JungspundeEin außergewöhnlicher Filmspass. Die beiden Protagonisten sind nicht ’Dick und Doof’ eher ’Gewissenhaft und Simple’. Mit witzigen Dialogen jagen sie den Verbrechern hinterher mit allen einschlägigen Zutaten: Sonnenbrille, qualmende Reifen, fliegende Autos und die Handlung ist so aufgebaut, dass auch noch Spannung aufkommt. Dabei spielt die ’akustische Kamera’ eine nicht unwichtige Rolle: schneller Schnitt, Standbilder im schnellen Wechsel werden unterlegt mit akustischen Signalen. Das schafft zusätzliches Tempo, aber auch eine humorvolle Unterstreichung des Geschehens. Ungewöhnlich bei einer Polizeikomödie dieser Art, ist dass alles Sinn macht, Schrecksymbole werden wiederholt eingesetzt und punkten umso mehr. Selbst der finale Riesensplatter wird nicht zum Horror sondern zum Riesenspaß, weil der Zuschauer vorher entsprechend konditioniert worden ist. Der Film trifft einen Tonfall, der einen von Anfang an fesselt, immer wieder durch klasse Gags unterstützt. Brit-Comedy der etwas anderen, aber ebenso guten Art. Und die Promis (Dalton, Broadbent) verkaufen sich nicht schlecht. Das ist witzige Unterhaltung die Stil hat, und zwar einen, den sie selbst kreiert hat. | |
Mo, 30.05.2011TV | Als sie mich fandNicht doch, doch, doch nichtBereits die Anfangszene ist kryptisch und lässt den Zuschauer etwas verwirrt mit vielen Fragen allein. Ach ja es geht um den Kinderwunsch einer Vierzigjährigen (Helen Hunt). Zwei Männer versuchen es und es dauert ein wenig, bis es endlich klappt. Colin Firth versucht etwas Komik über die Rampe zu bringen, Mathew Broderick bleibt dagegen recht farblos. Bevor der eventuelle leibliche Vater letztlich unklar bleibt, taucht auch noch eine angebliche Mutter der werden Mutter auf. Bette Midler, die fleischgewordene amerikanischen Geschmacklosigkeit, spielt wie immer sich selbst und nervt. So hangelt sich die Handlung über die Runden und versucht am Ende auch noch so etwas wie eine überraschende Lösung zu finden. Na ja, wenn die Männer schwächeln, danken wir halt dem Herrn über uns…
Bleibt die Frage nach der Komik. Mir erschließt sich die nicht. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich zwischendurch mal kurz weggekippt war. Entgangen ist mir aber nicht wirklich etwas. Helen Hunt, hat den Film wohl für sich selbst gedreht. Es ist ihre Problematik. Ob sie damit andere gleichaltrige Frauen erreicht? Die Männer haben sich ohnehin längst gähnend verabschiedet. K.V. | |
Mo, 30.05.2011TV | WindtalkersHeldentodDas eigentliche Ziel, den Navajoindianern und ihrem kriegsentscheidenden Dialekt ein Denkmal zu setzen verfehlt der Film total, weil diese Tatsache so verklausuliert daherkommt, dass man sie fast nicht bemerkt. Ebenso wie der Geheimauftrag des Helden Joe (Nicolas Cage). Auch der wird nur in kurzen Andeutungen erwähnt. Dafür stehen Mut und ungebremster Kampfeswille im Vordergrund. Weit mehr als die Hälfte des Films sind pyrotechnisch aufgemotzte Kampfszenen, die manchmal sogar Feuerwerkscharakter haben. Neben einer Fülle von äußerst blutigen Mann-Gegen-Mann Kämpfen, in denen meist das Bajonett zum Einsatz kommt, treten persönliche Aspekte in den Hintergrund. Lediglich der traumatisierte Held Joe wird bis zu seinem Tod ausgiebig in Szene gesetzt. Was bleibt ist ein heftiger, herber Kriegsfilm, der der amerikanischen Armee seine Aufwartung macht. | |
Fr, 27.05.2011TV | Die Band von nebenanLakonienDie Handlung des Films passt zur Landschaft, in der er spielt: flach, eintönig, trist und langweilig. Selbst wenn man die Brisanz der Situation im Hinterkopf hat, kann man den stilisierten Bildern nichts abgewinnen: eine ägyptische Polizeikapelle von acht Mann soll einen Gastauftritt in Israel haben und muss gezwungenermaßen einen Stop im Nirgendwo machen. Es passiert aber nichts. Man ahnt vielleicht, was eventuell passieren könnte. Die lebenslustige, einheimische Dina (Ronit Elkabetz) bietet sich zweifellos an, aber es ist vielleicht für die Völkerverständigung noch zu früh. Wir genießen die stillen, langen Pausen, hören wie die Zeit vorbeitröpfelt und unseren Erwartungen ergeht es ebenso wie Dina: sie werden enttäuscht abgewiesen. Manche mit seherischen Fähigkeiten ausgestattete Kritiker meinten eine zarte Annäherung zwischen den verfeindeten Kulturen zu erkennen, ebenso wie sie auch den lakonischen Humor entdeckten. Mir ist trotz zweifachen Anschauens keins von beiden aufgefallen. K.V.
Als Philipp II. von Makedonien mit seinem Heer herannahte, sandte er der Legende nach folgende Drohung an die lakonische Hauptstadt Sparta :„Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen, eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen werden“. Darauf antworteten die Spartaner:„Wenn.“ | |
Do, 26.05.2011TV | HomeHeimatlosDer Film beginnt als komödiantischer Familienklamauk und endet im Nirwana. Irgendwo dazwischen kippt die Handlung völlig unerwartet und unerklärlich in eine Groteske. Man meint im falschen Film zu sein. Plötzlich schauen die Eltern tränenreich depressiv, sie prügeln sich und die Kinder. Ah ja, das sind die Auswirkungen der direkt am Haus vorbeilaufenden Autobahn. Man staunt über den Sinneswandel und die Reaktionen darauf. Da gibt es viele kleine Szenen, die manches vage andeuten. Kein Gedanke wird durchgezogen. Die junge Regisseurin Ursula Meier hat wohl unterwegs der Mut verlassen. Man denkt unwillkürlich an Michael Haneke und an die Konsequenz in seinen vergleichbaren Filmen. In ’Home’ sehen wir einige abstruse Möglichkeiten, wie man auf die Bedrohung durch Verkehrslärm und Abgase reagieren kann. Alles bleibt aber an der Oberfläche, weil vor Tiefgang abgebrochen wird. Und nachdem alle Versuche gescheitert sind und die Familie (trotz Isabelle Huppert unglaubwürdig gecastet!) alles auf Null zurückdreht, streifen alle durch sonnendurchflutete Felder. Was für ein Schluss!? Und der Titel? Dieses ’Home’ ist kein ’Castle’ und schon gar nicht ein Heim, denn es bietet weder Schutz noch Geborgenheit. Zu viele Vorschusslorbeeren verdarben halt diesen Brei. KV! | |
Mi, 25.05.2011TV | Die Geschwister SavageZwei GeschwisterEin sehr einfühlsamer Film über ein ernstes Thema: Demenz. In realistischen Dialogen wird die ganze Bandbreite der Problematik ausgeleuchtet. Dabei geht es um den Umgang der Kinder mit dem störrischen Vater und um die Annäherung der beiden Geschwister. Das Beeindruckende an diesem Film, sind nicht nur die drei grandiosen Hauptdarsteller, sondern die vielen kleinen Nebenhandlungen, die einfach dazugehören: die Arbeit von Wendy (Laura Linney) und Jon (Philip Seymour Hoffman), ihre komplizierten Beziehungen zu Dritten und ihre eigenen körperlichen Handicaps. (Sie sind ja auch nicht mehr die Jüngsten!) Auch ihr emotionaler Tiefpunkt wird geschildert, ihre Betroffenheit und der wankende Wille, das Beste aus der Situation zu machen. Und es gibt Spielraum für leise Komik, die sich aus der Werbung oder dem sterilen Ambiente der Altenheime speist, die ausschauen wie Bilder von Edward Hopper. Von den drei Betroffenen geht es dem Vater eigentlich am Besten. Seine Kinder - und das ist das Hauptanliegen des Films - sitzen in einem riesengroßen Pool von menschlichen und beruflichen Problemen, an denen sie nur wachsen können. | |
Di, 24.05.2011TV | Phase IVIm Reich der AmeisenDer Film ist nichts für Leute, die unter Myrmecophobie leiden. In den frühen 70er Jahren hatten solche Science-Fiction-Filme Konjunktur. Da wurden alle möglichen großen und kleinen Ungeheuer: Käfer, Bienen, Wale etc. vermarktet und mit der Zusatzvokabel ’Killer’ ließ man sie so richtig gefährlich erscheinen. Oft waren es Gummiattrappen oder Kameraden aus Pappmaché.
All das finden wir hier nicht. Es sind echte Tieraufnahmen. Der Horroreffekt kommt von den unangenehmen Quietschgeräuschen und einer ebensolchen Sphärenmusik. Wir blicken manchmal wie durch ein Facettenauge auf die Umgebung. Es entwickelt sich ein Machtkampf zwischen Mensch und Ameise mit einem vermeintlich von vorne herein feststehenden Sieger. Aber auch das tritt hier nicht ein. Das Plus der Tiere ist, dass sie ’wehrlos im Einzelnen sind, aber mächtig in der Masse’. In dem Dreipersonenstück wird versucht, die Laute der Tiere als Sprache zu entschlüsseln und in eine Kommunikation mit ihnen zu treten. Das kann man natürlich ebenso bezweifeln wie die geometrischen termitenartigen Bauten, die auch noch explodieren. Dann wird einem auch der Schluss nicht gefallen. Und damit das Ganze nicht allzu trocken gerät, kommt auch noch ein hübsches Mädchen (Lynne Frederick) hinzu, das an sich keine Funktion hat. Doch die Atmosphäre ist stimmig, das Ergebnis eine erdachte, wenn auch unwahrscheinliche Möglichkeit. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.