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Di, 29.03.2011
TV | Die Spielregel
Eine Jagdgesellschaft3 Sterne
Dieses Portrait einer Gesellschaft ist, obwohl es aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammt, immer noch ziemlich aktuell. Wir sehen das Ende der Aristokratie vor dem 1. Weltkrieg mit der typischen Zweiklassengesellschaft, wobei Machtart und Teile der langen Dialoge des Klassikers heute noch ihre Berechtigung haben. Stellenweise screwball comedy, dann wieder auch Verwechslungskomödie führen alle Beteiligten zu größeren Erkenntnissen über sich selbst. Loyalität der Domestiken ist ebenso selbstverständlich wie ehrenrührige Prügeleien der hohen Herren. Die Rolle, die Regisseur Renoir hier spielt, bringt am Ende sogar noch eine überraschende Wende mit fatalen Folgen. Zuvor gab es mehrfach Grund zum Schmunzeln bei dem ewigen Bäumchen-wechsel-dich-Spiel. Es gelten bei der Jagd wie in der Gesellschaft allgemein gewisse Regeln. Sie bieten Schutz und dienen der standesgemäßen Selbstbehauptung. So ist wohl auch das Ende zu verstehen.
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Di, 29.03.2011
TV | No Country for Old Men
Land der jungen Männer1 Stern
Wenn ich an all die tollen Filme denke, die einen oder mehrere Oscars in den letzten Jahren bekommen haben und dann jetzt den hier sehe, schaue ich recht betreten unter mich. Peinlich! Bei diesem Preisträger wäre wohl eher die Goldene Himbeere angebracht. Eine ausgelutschte Story mit erheblichen Lücken und logischen Knacks. Dazu unterkühlte, wohl absichtlich ausdruckslose Darsteller, denn die müssen ja cool sein. Ich bin eingeschlafen! So sind mir auch die vier Schocker entgangen, wie mir die Tapferen, die durchgehalten hatten, später berichteten. Und der Titel ist auch ganz schön kryptisch. Ob die Alternative junge Männer sind, die in diesem Land leben? War der ganze Hype nur eine Verbeugung vor den Coen Brüdern? Rechtfertigen wenige brutale Killerszenen die endlose Langeweile dazwischen? Ist der fehlende Schluss inzwischen ein Markenzeichen der Coens? Sind Kamera und die Dialoge wirklich so gut? Der Roman ist überzeugender. Und der hat den Titel “The Road“. Von der Strasse war wenigstens mehr zu sehen als von den fehlenden alten Männern. KV, wenn sie mich fragen!
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Mo, 28.03.2011
TV | Heartbreakers - Achtung: Scharfe Kurven!
Die Heiratsschwindlerinnen3 Sterne
Eine der vielen Trickbetrüger-Komödien, aber eine der besseren Art. Mutter (Segourney Weaver) und Tochter (Jennifer Love Hewitt) sind ein gut eingespieltes Team als Heiratsschwindler und Abzocker. Beide schwanken zwischen Emotionalität und Professionalität, was den besonderen Reiz ausmacht. Dabei sind die witzigen Dialoge äußerst hilfreich. In bleibender Erinnerung ist Mutters osteuropäisches Phonem, das mit munteren grammatikalischen Fehlern daherkommt, an denen Verona Feldbusch/Pooth ihre Freude hätte und Gene Hackmans rote Nase. Auch Ray Liotta sprüht nur so vor Engagement. Der erste Auftritt von Anne Bancroft bringt eine überraschende Wende, ihr letzter ist des Guten allerdings zuviel. Alles in allem viel Wirbel und Situationskomik, meistens auf Kosten der Männer. Sprühende Unterhaltung!
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Fr, 25.03.2011
TV | Beautiful Girls
Schöne Mädels2 Sterne
Der Film nimmt das Wiedersehen alter Schulfreunde nach vielen Jahren in der alten Heimat zum Ausgangspunkt für eine Analyse der Heranwachsenden in den 90er Jahren. Ein typisch amerikanisches Thema also. Es geht auch - wie der Titel betont - um schöne Mädchen/Frauen, aber im Vordergrund stehen die unreifen Buben. Planlos, bindungsscheu, hängen sie ihren unreifen Träumen nach, wobei sie vorrangig mit den Eiern denken. Obwohl Mitte zwanzig, sind die meisten zu einer echten Lebensplanung nicht fähig. Die Mädels reagieren nur und bis auf eine stramme, füllige Ratgeberin, die als emanzipatorische Karikatur daherkommt, blicken sie auch nichts so richtig. Unter den prominenten Jungstars ragt Natalie Portman heraus. Sie scheint zwar die jüngste, aber auch die Klügste zu sein, was Timothy Hutton ziemlich beeindruckt. Ein irgendwie wenig Hoffnung machendes Gesellschaftsbild, auch wenn am Ende alles wieder in Butter ist und bei manchen ein Reifeprozess angedeutet wurde. Ein Winterfilm, bei dem die guten Schauspieler den schwachen Plot vergessen lassen.
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Di, 22.03.2011
TV | Red Eye
Roten Augen weinen1 Stern
Frage mich seitdem, wer oder was das ’Rote Auge’ ist, denn auch der deutsche Untertitel trifft voll ins nichtssagende Dunkel. Da fliegt keiner in den Tod. Die ersten 60 Minuten tröpfeln so ziemlich spannungsfrei zwischen Love Story und den üblichen Passagiergeschichten hin und her. Alles ist irgendwie konstruiert und um die Ecke gedacht. Dann legt Wes Craven allerdings mit heftiger Action los. Hier leidet besonders der Bösewicht Cillian Murphy. Er ist nicht tot zu kriegen. Trotz Stich in die Luftröhre, Stöckelabsatz im Oberschenkel und Schuss in die Schulter, kämpft er unverdrossen mit dem Opfer Rachel McAdams. Egal. Das sind spannende zehn Minuten - leider nur 10! Doch dann kommt das vorhersehbare Ende. Das ist nicht happy sondern dämlich. Einer echten Schmonzette würdig. Es ist ein Nachtflug, der eher im Bermuda Dreieck angesiedelt werden sollte. Vom Zuschauen kann man eventuell von dem Trauerspiel rote Augen kriegen.
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Mo, 21.03.2011
TV | Eagle Eye - Außer Kontrolle
Big Brother Cyber2 Sterne
Auch wenn man lange Zeit nicht so genau weiß, wer die Bösen sind und warum, kann man doch der Handlung mit Interesse folgen. Manches kommt einem dabei bekannt vor. Macht nichts! Die langen Verfolgungsjagden - per Auto oder per pedes - ermüden allerdings schon etwas auf die Dauer. Selbst die schnellen kurzen Schnitte bringen oft nur verwackelte, dunkle, unscharfe Bilder hervor, die ein genaues Hinschauen erforderlich machen. Ist wohl Absicht. Und nachdem genug gerannt, geflüchtet und explodiert ist, läuft alles auf den nie müde werdenden amerikanischen Nationalismus hinaus. Hier vertreten durch Präsident, Nationalhymne und Ordensverleihung für die Helden. Wie gut, dass uns der finale Kuss oder die analoge Bettszene wenigstens erspart blieben. Die Atmosphäre der totalen Überwachung im Cyber Age mit all ihren Möglichkeiten kommt allerdings schon bedrückend rüber. Egal ob es ein echter Terrorangriff oder eine Übung ist. Am Ende ist alles wieder FFE.
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Fr, 18.03.2011
TV | Ein letzter Kuss
...und dann ist Schluss2 Sterne
Der Titel klingt nach Abschied. Und wenn man ihn in Reimform weiterdenkt, kann man ergänzen '...und dann ist Schluss'. Und tatsächlich erleben wir einen schwungvollen Potpourri von mehr oder weniger erfolgreichen Seitensprüngen von Personen zwischen 30 und 50. In all den kaputten Beziehungen geht es mit viel italienischem Temperament zur Sache. Das muss man mögen, wenn man italophil ist. Sonst könnte es manchmal etwas albern sein. Von allen Akteuren fällt Stefania Sandrelli in doppelter Hinsicht aus dem Rahmen. Sie ist die bekannteste von allen und ist auch noch das Zentrum dieser (Tragi)komödie, um das sie alles dreht. Ganz unaufgeregt driftet sie davon und wieder zurück. Na klar. So ergeht es hier den Meisten, die allerdings mit dem Erwachesenwerden so ihre Problemchen haben. Und alle leiden irgendwie. Anscheinend gibt es für alle bei Problemen nur eine Lösung: Davonlaufen und/oder Saufen. Bevor alles mit dem Kit der Gewohnheit wieder überkleistert wird, gibt es noch tiefsinnige Lebensweisheiten wie 'Die Treue ist die wahre Utopie'. Nicht so richtig komisch für Außenstehende!
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Mi, 16.03.2011
TV | K-20 - Die Legende der schwarzen Maske
Robin Bond3 Sterne
Gut gemachte, spannende Unterhaltung im Stil einer Manga Verfilmung. Da ist es egal bzw man freut sich über die wiederentdeckten bekannten Inhalte – auch Gemälde - in fremder Umgebung. Die Durchschaubarkeit der Handlung ist kein Nachteil. Die perfekte Technik lenkt erfolgreich ab. Die Spannung kommt von der Unsicherheit her: wer ist denn nun der Verwandlungskünster K-20 (könnte auch G-20 heißen: 20 Gesichter)? Seine Motivation bezieht er von Robin Hood. Mit schnellen Schnitten fliegt unser Held im Stil von 007 und Batman durchs Bild. Das kontrast- und abwechslungsreiche Ambiente lässt ebenfalls keine Langeweile aufkommen. Und dann gibt es auch noch witzige Dialoge. Da hat eine Frau den Ehe-Blues und das unbekannte Shampoo hält ein Mann für den Furz einer schönen Frau. Flott inszeniert, aufwendig produziert und mit Starbesetzung geschmückt.
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Mi, 16.03.2011
TV | Killing Dreams - Tödliche Visionen
Der Albtraum Mann1 Stern
Massenware von der Stange. Der Versuch auf Spannung zu machen will nicht so recht gelingen. Also Trash! Die vorhersehbare Handlung wird von oberflächlichen Dialogen begleitet: z. B. das altbekannte „Wo waren sie wann? Um? Wenn ihnen noch was einfällt...? Sie sitzen ganz s chön in der Sch...“ Die fehlbesetzte Patsy Kensit ist im Bett besser aufgehoben als bei der Verbrecherjagd. Beachtung findet lediglich ihr Kollege Bruce Greenwood. Seine Rolle verdammt ihn zum Deppen mit Herz. Das bringt er überzeugend, selbst später dann in Richtung 'netter Kollege'. Und der Titel? Beim deutschen streift nur der Untertitel das Thema. Der des Originals könnte ironisch gemeint sein. Für gut gemanchte Unterhaltung zu wenig, optisch recht eindimensionale Reize und die Story mit den übersinnlichen Fähigkeiten kommt doch in irgend einer Mönch-Serie vor oder?
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Mo, 14.03.2011
TV | Später wirst du es verstehen
Spurensuche2 Sterne
Ein an sich zwar interessantes, aber auch schon oftmals abgehandeltes Thema: das Verhalten der Juden in von Nazis besetzten Gebieten (hier in Frankreich). Amos Gitai geht kühl und distanziert an das Thema heran. Zu distanziert. So gehen Interesse und Spannung verloren. Vor allem die hier angesprochenen Schwierigkeiten von jüdischen Eltern und Großeltern. Die Schierigkeiten verwässern zu einer allgemeinen Suche nach den Vorfahren. Man bewundert die uralte Jeanne Moreau und die anderen Promis. Die eigentliche Problematik der Handlung geht auf Kosten der Erzählweise vielen an der Einflugschneise vorbei. Die langen Dialoge erhöhen ebenfalls keineswegs die Attraktivität des Films. Und selbst die Grundthese, dass die Eltern ihren Kindern nicht erzählt hatten, dass die Großeltern Juden waren, um sie angeblich zu schützen, ist mehr als fragwürdig.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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