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Fr, 10.12.2010
TV | Serbis
Sex im Treppenhaus3 Sterne
Es ist kein echter Dokumentarfilm, sondern lediglich eine Dokumentation eines Alltages. Die sexuelle Freizügigkeit ergibt sich aus dem Ambiente eines Pornokinos. Die Art und Weise der Darstellung von heißem Sex - sei es auf der Leinwand oder auf der Treppe - macht den Zuschauer nicht zum Voyeur, sondern es wirkt eher erschreckend. Wir sehen Herrschaftsstrukturen innerhalb einer Sippe. Dominieren tun hier eindeutig die Frauen. Sie sind cleverer als die Männer, haben das bessere Organisationstalent und sind eine moralische Instanz. Die unheimlich langen Einstellungen sind gewöhnungsbedürftig. Aber es ist nicht gesagt, dass danach gleich etwas unheimlich Neues kommt. Wenn man das Hinauf und Hinab im Treppenhaus rausschneiden würde, wäre der Film nur halb so lang. Eine Aneinanderreihung von kleinen und kleinsten Dramen, die aufkommen und vergehen, manche werden gelöst, andere bleiben ungelöst. Eine echte Milieustudie vom Alltag in einer philippinischen Grosstadt, Abteilung Vergnügungsviertel.
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Do, 09.12.2010
TV | Sieben Jahre
Die Drei3 Sterne
Kühl inszeniert, wenig emotional und doch durchaus eindrucksvoll. Die Dialoge auf ein Minimum reduziert, die Atmosphäre beklemmend bedrohlich. Eine ménage à trois, in der alle leiden und eine Entwicklung durchmachen. So gelangen alle drei am Ende auf eine höhere Erkenntnisstufe. Da ist zunächst die Frau zwischen den beiden Männern. Sie ist anfangs noch gehorsam und unterwürfig, gelangt aber zu einem selbstbestimmten Leben, wobei sie sich ihren Lebenstraum erfüllt. (So kann man das abschließende ’Danke!’ an den Bettpartner deuten). Der einsitzende Ehemann geilt sich an den Tonbandaufnahmen von Ehefrau und Wärter auf und muss erkennen, dass er sie verloren hat. Da hilft auch kein Selbstmordversuch als Hilferuf. Er wird schon zurechtkommen. Und der Gefängniswärter verliebt sich zunächst und spekuliert auf sieben Jahre freie Fahrt in ihr Bett. Geht am Ende aber doch seinen eigenen Weg. Eine gute Charakterstudie, durchaus glaubwürdig und realistisch.
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Mi, 08.12.2010
TV | Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?
Gauner unter sich3 Sterne
Die fünf Topstars garantieren schon, dass es lohnt, sich den Film anzuschauen. Wie die fünf Handlungsstränge dann mit einander verbunden werden, ist schon gekonnt gemacht. Und wenn sie sich auf drei verengen, steigt die Spannung. Allerdings ist von Zeit zu Zeit eine Bestandsaufnahme von Nöten, die vom Zuschauer gern angenommen wird. Die Komik kommt nicht zu kurz und erhöht den Unterhaltungswert; ebenso wie ein paar Abstecher ins blutige Handwerk, die einfach dazugehören. Komisch ist es dann auch, wenn es den Falschen erwischt!? Und wenn dann völlig überraschend und keineswegs am Ende aller Aktivitäten der Abspann kommt, hilft als Erklärung nur der Titel: ’Verbrennen Sie diese Nachricht, nachdem sie sie gelesen haben!’ Das alles ist also nur eine Notiz, die man bitteschön zur Kenntnis nehmen und dann vernichten (vergessen!?) soll. Oder ist es mit dem Film so, wie mit der berühmten Symphonie von Schubert, die man auch die Unvollendete nennt? Dieser Beiname gilt inzwischen als Kennzeichnung und Typisierung des Werkes von Schubert. Der Vorteil beim Film ist, man braucht sich keine Sorgen um den Schluss zu machen.
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Di, 07.12.2010
TV | Die Familie Stone - Verloben verboten!
Stone-normal4 Sterne
Einer der wenigen, guten Familie-trifft-sich-zu-Weihnachten Filme. Ein Superensemble macht gut aufgelegt mit viel Spaß an der Freud ordentlich Wirbel. Das geschieht in einer Art und Weise wie es eigentlich eher die Italiener oder auch manchmal die Franzosen hinkriegen. Der Film ist echt mit leichter Hand flott inszeniert und die Weihnachtsstimmung und der emotionale Tiefgang kommen auch nicht zu kurz. Natürlich werden alle üblichen Register des Genres gezogen. Und weil Weihnachten das Fest der Liebe ist, spielt sie die Hauptrolle. Das geht mit Bäumchen-wechsel-dich Aspekten, die wohltuend dosiert daherkommen. Selbst die Krankheit der Mutter (Diane Keaton) macht nur betroffen ohne die Stimmung zu versauen und Sarah Jessica Parker zeigt, dass sie eine gute wandlungsfähige Schauspielerin ist. Es gibt nichts übertrieben Spektakuläres, vielmehr nachvollziehbare Situationskomik mit Ausrastern und versöhnlichem Gelächter. Ein guter Weihnachtsfilm eben! Er schafft gute Stimmung und weckt bisweilen auch Erinnerungen. Ist gefühlvoll und anrührend. Man freut sich, wenn am Ende jeder Topf sein Deckelchen findet.
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Di, 07.12.2010
TV | Pathfinder
Aigin der Rächer3 Sterne
Ein recht interessantes Nordland-Abenteuer aus dem Lappland von vor 1000 Jahren, als man noch mit Pfeil und Bogen auf die Jagd ging. Die tiefverschneite Landschaft bildet einen wunderschönen Hintergrund für ein Drama mit Mord und Totschlag und wie der Titel besagt, wird die Tat auch gerächt. Und zwar auf eine durchaus nachvollziehbare Art und Weise, die den damaligen Mitteln entsprach. Das geschieht nordisch unterkühlt, aber eindrucksvoll. Die bluttriefenden Szenen sind auf ein Minimum beschränkt - den Rest kann man sich vorstellen. Zur vereinfachten Unterscheidung sind die Bösen, die Tschuden, dunkel gekleidet und die Guten tragen helle Felle. Manche folkloristischen Aspekte erinnern an Gemeinsamkeiten mit den Indianern von der anderen Seite des Meeres. Andererseits erfahren wir aber auch etwas über das Weltbild der alten Samen, ihre Sitten und Gebräuche. Interessant für Jung und Alt.
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Di, 07.12.2010
TV | Cyrano von Bergerac
Die Nase4 Sterne
Regisseur Jean-Paul Rappeneau hatte den Mut, die Dialoge in Verse von Shakespearescher Qualität gießen zu lassen. Dabei schuf er ein pralles Sittengemälde des 17. Jahrhunderts und entzündete ein temporeiches Feuerwerk, das keine Verschnaufpause kennt. Der geistreiche Dichter und mutige Held (Depardieu) neben dem unbegabten Schönling (Perez). Beide zusammen ergäben den wirklichen Supermann. Doch den gibt’s ja nicht wirklich. Wunderbare Bilder transportieren pausenlos die Handlung und wir werden mit ihnen davongetragen. Ein rank und schlanker Gerard Depardieu war nie schneller mit der Zunge und dem Säbel. Er fliegt fast durch die Bilder der schnellen Schnitte. Dass er den Helden spielt, gilt als selbstverständlich, aber wenn er auch noch gefühlvolle Lyrik von sich gibt, traut man seinen Ohren kaum. Missgeschicke und Kriege schaffen der Handlung viel Abwechslung und Spannung. Und dann erwärmt seine unerfüllte Liebesgeschichte, die sich über ein ganzes Leben erstreckt, das Herz. Ein opernreifes Ende setzt den Schlusspunkt zu diesem zeitlosen Meisterwerk.
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Mo, 06.12.2010
TV | Das Leben ist ein Wunder
Das Leben ist ein Fest4 Sterne
Ein typischer Kusturica. Eine Fülle von durchgeknallten, aber liebenswerten Typen geistert durch das Bild, wobei die Handlung eigentlich unwichtig ist. Fast unwichtig! Nach der Zeit der Zigeuner, dem Untergrund und der schwarzen Katze streift dieser Film den Krieg zwischen Serbien und Bosnien. Aber im Vordergrund steht dabei immer der Humor. Wir erleben die Balkanesen als emotionsgeladene Typen, bei denen Hass und Liebe ganz dicht beieinander liegen und zwar recht handfest. Was das Heldentum angeht, sind die meisten wohl eher von der Kategorie Schweiyk. Einen großen Teil ihres Lebens nehmen Feierlichkeiten ein, bei denen es bei viel schräger Musik und noch mehr Alkohol hoch hergeht. So hätte der ’Kriegsfilm’ auch ’Das Leben ist ein Fest’ heißen können. Die Fülle von skurrilen Einfällen bietet beste Unterhaltung. Dabei kann dann schon mal ein Doppelbett wie ein fliegender Teppich durch die Luft segeln. Nicht ganz so genial wie die drei Vorgänger, aber immer noch Spitze.
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Sa, 04.12.2010
TV | Die Falle
Reingelegt3 Sterne
Solide gemachter Krimi mit zuschauererhaltender Spannung. Da werden die Rollen getauscht: der mafiöse Auftraggeber entpuppt sich als armes alleinstehendes Schwein und der brave übertölpelte Familienvater wird anscheinend zum brutalen Killer. Hektische Szenen wechseln mit ruhigen Passagen, die ein Nachdenken über die Situation der Eltern ermöglichen und deren Ratlosigkeit bzw. deren Gewissenskonflikte nachempfinden lassen. Dafür und für die Ehekrise gibt es viel Platz. Hier ist die Kommunikation gestört, weil er in die machohafte Emigration geht und die Frau ihm wie immer nur das Eine unterstellt. Nachdem man auf ein Happy End setzt, überrascht der Schluss und hinterlässt Fragezeichen, weil alles so schnell geht, ohne Dialog und der Zuschauer guckt von einer gottvatergleichen Position etwas distanziert zu. Es ist ein Spagat zwischen Sozial- und Mafiadrama mit leichter Tendenz zur zwischenmenschlichen Problematik. Immerhin noch erheblich über dem Durchschnitt der meisten Krimis.
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Fr, 03.12.2010
TV | Lemon Tree
Der Zitronenkrieg3 Sterne
Regisseur Eran Riklis hat für seine Landsleute im Nahen Osten ein Lehrstück gemacht. Dabei kommen sowohl die Israelis als auch die Palästinenser zu Wort. Die Machtpolitik von Israel steht im Gegensatz zur althergebrachten Ordnung einer traditionell gewachsenen Agrarstruktur. Wunderbar eindrucksvoll verkörpert in der wohl bekanntesten Schauspielerin des Nordafrikanischen Raumes Hiam Abbass. Sie demonstriert sowohl tiefe Trauer und stille Wut, aber auch Angst vor der eignen Courage und gelegentliches Aufblitzen von Hoffnung. Man sieht, obwohl natürlich die Staatsmacht obsiegt, dass es letztlich, wenn es so weitergeht, keinen wirklichen Gewinner geben kann. Eine Mauer ist keine Lösung, obwohl sie Israel in der Realität ja wirklich gebaut hat. Beide Seiten werden von ihr in Mitleidenschaft gezogen: sowohl diejenigen, die sich durch sie schützen, als auch die, vor denen sie Schutz bieten soll. Bemerkenswert ist, dass es wiederum die Frauen sind, die gefühlssicher für eine Verständigung eintreten. Eine gutgemachte politische Vision ohne Übertreibung und dicht an der Realität.
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Do, 02.12.2010
TV | Die Verachtung
Keine echte Liebe4 Sterne
Das ist Arthouse at its best. Es geht um das Ende einer Ehe: der intellektuelle Schreiberling Paul (Michel Piccoli) und seine Frau Camille (Brigitte Bardot), eine Stenotypistin. Anfangs versichern sie sich noch ihre Liebe. Am Ende empfindet sie nur noch die titelgebende ’Verachtung’ für ihn. Das wird nicht näher erläutert, eher nur durch Gefühlsausbrüche angedeutet. Die Dialoge bleiben oftmals vage und enthalten überraschende Wendungen, die im Gegensatz zu den sich wiederholenden Bildern stehen. Wie der Abzählvers mit den Blättern der Margarite sagt die Bardot mal sie liebt ihn, dann wieder nicht. Die Beziehung hängt in der Schwebe. Aber auch die Filmindustrie spielt hier eine Rolle und wird ironisch beleuchtet. Ein Odysseus-Film soll verdeutlichen, dass er seine Penelope gar nicht geliebt hat. Sonst wäre er früher zu ihr zurückgekehrt. Auch ein Anti-Liebesfilm! Verbunden mit einer Kritik des Kapitalismus, in dem alles käuflich ist, will Paul das Drehbuch nicht schreiben. Seine Frau folgt jedoch dem Lockruf des Geldes. Und dann der Knaller am Schluss. Wir sehen in großen Buchstaben Camilles Abschiedsbrief, hören was geschieht und sind beeindruckt.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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