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Do, 07.10.2010
TV | Sunshine
Tödliche Strahlen1 Stern
Ein Film nur für Science Fiction Freaks. Es gibt unendlich viele Lichteffekte, voluminöse, farbenprächtige Explosionen, allerlei blinkende Systeme unterlegt mit breiigen Synphonklängen. Für alle anderen hapert es an der Logik. Mal abgesehen von dem Anlass der Mission, die etwas fragwürdig erfüllt wird und dem überraschenden rosaroten Ende, das fast nicht mehr auszuhalten ist. Höchstens als winterliche Abkühlung nach über 90 Minuten permanenter Feuersbrunst. Ansonsten geht es wie bei den besagten ’10 kleinen Negerlein’ zu. Selbst die menschliche Komponente, unter deren Aspekt Begriffe wie Verantwortung, Mitgefühl oder Selbstaufopferung kurz diskutiert werden, versickert wirkungslos, weil immer irgendwie neue Fakten geschaffen werden und die Crew zur Tagesordnung übergeht. So siedelt sie das Drehbuch zwischen Alien und Space Odyssey an, ohne deren Niveau nur annähernd zu erreichen. Bleibt noch der Hinweis auf den doppeldeutigen Titel ’Sunshine’, der uns trotz des Films hoffentlich noch lange erhalten bleibt.
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Do, 07.10.2010
TV | Suely im Himmel
Suely ist der Hauptgewinn2 Sterne
Das Frauendrama kommt etwas zäh daher. Obwohl die Monotonie wahrscheinlich beabsichtigt ist, gibt es halt nicht viel zu erzählen. So wirkt diese Gesellschaftsstudie nicht besonders packend. Und der lange, oft gleichförmige Soundtrack verbreitert noch die Tristesse. Die Milieuschilderung stimmt und die Hauptfigur wirkt authentisch. Der englische Titel erinnert an einen Song der Beatles, der damals mit LSD abgekürzt wurde. Der deutsche geht voll daneben, denn Suely ist wirklich nicht im Himmel; sie verspricht nur einem Gewinner in der Lotterie, deren Lose sie verhökert, eine Nacht im Paradies. Dennoch kann man den Film als Emanzipationsversuch deuten. Ein ehrenwertes Anliegen, das an seiner Umsetzung allerdings gescheitert ist. Es geht im Überlebenskampf der jungen Mutter meistens um Sex und Fun. Die letzten vier oder fünf Szenen geraten dann auch noch etwas aus der Chronologie und machen die Langeweile - symbolisch verdeutlicht an der schmerzhaft langen Schlusseinstellung - nur noch größer. Vielleicht etwas für ein Filmfestival.
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Mi, 06.10.2010
TV | Die letzte Nacht
Weltuntergang4 Sterne
Verschiedene Personen bereiten sich in diesem leisen Film auf den Weltuntergang vor. Beeindruckend die tiefe menschliche Intensität mit der das auf ganz unterschiedliche Art und Weise geschieht. Von einer unzeitgemäßen Weihnachtsfeier in einer Familie über einen sexgierigen Single bis hin zum gemeinsamen Suizid. Man fragt sich, wie würde ich die letzten Stunden meines Lebens verbringen wollen? Das äußere Ambiente bringt eine beängstigende Weltuntergangsstimmung mit sich: überall Dreck und Zerstörung, nichts funktioniert mehr, die Polizei ist nicht präsent. Der hedonistische Egoismus des Individuums beherrscht die Szenerie. Die Stimmungen schwanken zwischen einem ’Es richtig krachen lassen’ und einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich. Das spiegelt sich in den Dialogen und der Ausdrucksstärke der Schauspieler. Mal mit Gewalt, mal sensibel, aber immer unter Zeitdruck, denn die Uhr tickt. Und am Ende stellt sich die Frage gar nicht mehr, ob die Welt untergeht oder nicht. Vielleicht nur ein Option, der man sich vielleicht doch irgendwann einmal stellen muss? Nachdenkenswert.
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Di, 05.10.2010
TV | Spy Game - Der finale Countdown
Tödliches Spiel2 Sterne
Zweierlei macht den Film schon irgendwie spannend. Zum einen die schnellen Schnitte und andererseits verwehrt einem das Drehbuch letzte klärende Einblicke in den Ablauf des Geschehens. Da die Schnitte die Handlung aber auch noch kräftig durchmischen, kommt etwas Unklarheit auf. Und da Robert Redford und Brad Pitt ständig global unterwegs sind, und nur zwischenzeitlich durch die Optik der schönen Catherine McCormack aufgewertet werden, breitet sich so langsam Langeweile aus. Hier ist Schnitt gleichzusetzen mit Zerschnitt. Lediglich der ständig tagende CIA und Redfords Gesicht bieten fürs Verständnis Konstanz. Was die dann da so im Einzelnen verhandeln, ist weitgehend etwas nebulös. So bleibt letztendlich nur verwundertes Staunen ob der Hiebe, die Pitt einstecken muss. Die skrupellose Konsequenz von Geheimdiensten ist bekannt, taucht hier aber nur kurz in Dialogform auf. Man schippert so voller Action zwischen Freund und Feind hindurch und bestaunt das sonderbare Ende.
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So, 03.10.2010
TV | Der zerrissene Vorhang
Das Loch im Vorhang4 Sterne
Schon die Eröffnung ist genial: symbolisch für den Kalten Krieg, fällt auf dem Schiff die Heizung aus. In wenigen unvergesslichen Bildern sind wir mitten drin in einer Liebes- und Spionagegeschichte. In beiden Parallel-Handlungen herrscht Misstrauen, das alle Akteure in höchste Gefahr bringt und das in der Love Story erst nach und nach beseitigt wird. Hitchcocks einziger Film, der in Ostberlin spielt, der Schnittstelle der Geheimdienste, mit vielen renommierten deutschen Darstellern. Herausragend der diabolische Wolfgang Kieling. Zum Verständnis der Spannung braucht man im Hinterkopf die Furcht des Kalten Krieges und das Misstrauen beider Seiten. Die sterile Atmosphäre des Ostens ist perfekt getroffen und die legendär lange Pause beim Verhör bleibt im Gedächtnis. Das Größte ist aber der Spannungsaufbau bei der fluchtartigen Rückkehr in den Westen. Immer wieder verzögern es Personen und Situationen das rettende Ufer zu erreichen. Hochspannung bis an die Grenze des Erträglichen noch nach 40 Jahren! Der Film ist besonders für uns Deutsche ein historisches Dokument.
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Fr, 01.10.2010
TV | Takva - Gottesfurcht
Feuchte Träume eines Muselmanen3 Sterne
Ein ungewöhnlicher Film. Ungewöhnlich, weil er sich in seinem Verlauf auf mehrere Ebenen begibt. Zunächst werden wir in eine Welt geführt, die uns fremd und unverständlich vorkommt. Der Tagesablauf der Muselmanen wird von der Region bestimmt. Selbst der Small Talk besteht aus religiösen Floskeln. Dann erkennt man die mafiöse Struktur einer Bruderschaft. Hier beginnt der Aufstieg von Muharrem, einem gläubigen Muslims (beindruckend Erkan Can) als Geldeintreiber. Als man dann seine feuchten Träume sieht, erscheint er uns wieder menschlich, von der Religion entrückt. Auch seine dubiosen Geschäfte sind für uns nichts Neues. Und dann spielt das Schicksal der alte Schalk ihm und uns einen recht amüsanten Streich: eine personelle Verbindung seiner wiederholt gesehenen Träume zu den Absichten des Scheichs, ihn zu vermählen… Von der religiösen Exotik des Fremdartigen gelangen wir in allgemein menschliche Gefilde und werden mit einem Schmunzeln zurückgelassen.
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Do, 30.09.2010
TV | Der Unberührbare
Vatersuche1 Stern
Zu viel Arthouse ist schädlich. Eine uninteressante Geschichte wird ebenso erzählt. Es liegt aber nicht nur daran. Viele schwarze Bilder, in denen verwirrende Dialoge stattfinden, verbreiten Langeweile. Man kann sich nur am Gesicht von Isild Le Besco erfreuen. Um ein Wegzappen zu vermeiden, zeigt sie in einem Ritt im Schlafzimmer ihre makellose Oberweite. Aber das ist wie alles andere eine leere, wenn auch attraktive Hülle. Selbst ihr Hauptanliegen, ihren Vater (den Unberührbaren?) in Indien zu treffen verpufft wirkungslos. Ein oberflächliches Zusammentreffen, das den Aufwand keineswegs rechtfertigt. Die Übersetzung des Titels könnte auch ’Die Unberührbare’ lauten. Aber selbst das stimmt nicht, denn im Film tut sie es ja doch. Und die gleichnamige Kaste ist nur von marginaler Bedeutung. Als erklärende Antwort legt sie am Ende den Zeigefinger auf ihre schönen Lippen. „Schweig!“ Das sollte der Zuschauer ebenfalls tun und alles gleich vergessen, denn diese Suche nach den eigenen Wurzeln verläuft sich im dunklen Wald. Da ist ja das Märchen von Hänsel und Gretel noch ein spannender Krimi.
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Mi, 29.09.2010
TV | Der Saustall
Eine Schweinegesellschaft4 Sterne
Selten hat ein Titel den Inhalt eines Films treffender bezeichnet, wobei die deutsche Übersetzung noch etwas besser ist. In dieser Satire, die in einer französischen Kolonie in Afrika vor dem 2. Weltkrieg spielt, wird uns ein Spiegel vorgehalten. Es könnte überall sein. Das Starensemble macht aus einem klasse Drehbuch einen witzigen und zugleich nachdenklichen Film, denn es gibt immer wieder Gelegenheit für philosophische Kommunikation. Die Gags reichen von infantilen Späßen über makabre Situationen bis hin zu schockierend unerwarteten Aktionen. Eine verkehrte Welt, in der sich nur die Lehrerin tadellos benimmt. Im Mittelpunkt ein Dorfpolizist (Philippe Noiret). Er fühlt sich als Christus, Mord ist für ihn ein Akt der Barmherzigkeit. Das Schlechteste im Menschen kommt zum Tragen. Die niederträchtigsten Motive und eklatanter Rassismus sind vorherrschend. Es geht sexuell und kriminell drunter und drüber. Und auch die Kirche kriegt ihr Fett weg. Leicht, locker, facettenreich und durchaus beeindruckend sowohl optisch als auch gedanklich.
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Di, 28.09.2010
TV | Der Engel, der ein Teufel war
Teuflische Intrige4 Sterne
Es ist in mehrfacher Hinsicht eine Perle des film noir: er spielt ausnahmsweise nicht im Gangstermilieu, sondern liefert ein authentisches Bild der Restaurantbranche mit dem dazugehörigen Esprit. Außerdem ist er ein Denkmal für Les halles, den inzwischen abgerissenen Bauch von Paris. Aber das Bemerkenswerteste ist die geschlossene Ensembleleistung und die ergreifende Tragik. Wir bewegen uns in einem geschlossenen Universum. Es werden die Abgründe der menschlichen Seele sehr detailliert ausgeleuchtet. Dabei werden allgemein menschliche Schwächen sichtbar. Wie der Chor in einer griechischen Tragödie kommentiert die Umgebung das Geschehen mal mit spitzzüngigen Bemerkungen mal in weiser Voraussicht. Das überraschende Ende ist nur ein Ausklang des Geschehens und kommt ohne moralische Wertung oder den erhobenen Zeigefinger aus. Der Zuschauer kennt ja die Fakten und ist ergriffen und auch zufrieden.
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Di, 28.09.2010
TV | Kein Sterbenswort
Der französische Richard Kimble4 Sterne
Die Geschichte an sich ist schon spannend genug, aber die Art, wie sie erzählt wird, macht den Film zum Knaller. Die hintergründige etwas überkonstruierte Komplexität verwischt bisweilen den Durchblick (deshalb lohnt ein wiederholtes Anschauen!) ohne aber Langeweile aufkommen zu lassen. Viele Promis glänzen in kleinen Auftritten neben Francois Cluzet, dem Franzosen mit dem Dustin-Hoffman Aussehen, der hier quasi als Richard Kimble agiert. Der deutsche Titel ist um vieles besser weil tiefsinniger als der des Originals: „Sag es niemandem“. Aber interessant ist außerdem hier noch die neue Variante, dass dem Verdächtigen bei der Flucht die oft geschmähten Immigranten der Banlieus helfen. Sie sind viel sympathischer als die Polizei, die mit viel subtilem Humor eher etwas auf den Arm genommen wird. Und wie in vielen Klassekrimis aus Frankreich wird mit Gewalt und Blut nicht gespart. Leider steht der stark überzuckerte Schluss mit viel goldenem Sonnenlicht in krassen Gegensatz zu übrigen Handlung. Oder ist das etwa ein Augenzwinkern des Regisseurs, um die Wucht der Morde abzufedern? Davon abgesehen aber sehenswert!

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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