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Di, 28.09.2010
TV | Flawless - Ein tadelloses Verbrechen
Mein ist die Rache...2 Sterne
Eine nette Krimikomödie mit einer äußerst überraschenden, wenn auch in Details etwas unglaubwürdigen Auflösung. Die szenischen Wiederholungen wecken Interesse, weil sie stets durch kleine Belanglosigkeiten ergänzt werden. Doch allein Michael Caine ist das Anschauen wert. Wie cool er den auf Rache aus seienden und dabei betulich hilflos erscheinenden Hausmeister spielt, der dennoch einen genialen Coup plant, ist eine weitere beachtliche Facette im Repertoire dieses Ausnahmeschauspielers. Die anderen renommierten Akteure sind neben ihm recht blass. Selbst Demi Moore bleibt hier reiz-los. Es gelingt ihr nicht, sich ins Zentrum zu spielen. Lediglich ihre Altersmaske, in der sie optisch an Glen Close erinnert, bleibt im Gedächtnis haften. Darüber hinaus ist die stimmige Atmosphäre, stilistisch sicher in Farbgebung und Ausstattung, ein Markenzeichen von Regisseur Radford. Und die Musik von Dave Brubeck rundet das Feeling der 60er Jahre gekonnt ab.
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Fr, 24.09.2010
TV | Verrat in Venedig
Zwei Schwestern2 Sterne
Man fragt sich, was dieses wunderschön anzuschauende Kostümspektakel soll. Als historischer Zeitbezug dient die spanische Inquisition, vor der eine jüdische Familie, angeführt von zwei Schwestern, nach Venedig fliehen muss. Doch dann merkt man sehr bald, dass es nicht darum geht, ob die Juden die bemitleidenswerten Guten in einer feindseligen Umgebung sind oder nicht, sondern eher darum, wie sie sich geschäftlich erfolgreich durchschlagen. Und da werden die beiden Frauen zu Rivalinnen in Punkto Liebe. So erleben wir ein menschliches Drama, das obwohl ohne Höhepunkte recht unterhaltsam daherkommt. Der deutsche Titel ist aussagekräftiger als der des Originals. Der Verrat findet nämlich innerhalb der Familie statt. Auf die heutige Zeit übertragen zerbricht eine Familie an Eifersucht - ein zeitloses Thema also. Letztlich packt einen die Story nicht. Dazu ist der Film zu frei von Emotionen inszeniert. Die Schauspieler sind in ihrer Ausdruckskraft auf ein Minimum reduziert. Alles wird von der pompösen Ausstattung überlagert.
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Do, 23.09.2010
TV | Beautiful Joe
Joe und Alice2 Sterne
Das Bemerkenswerteste an dieser rührseligen Komödie sind die beiden Hauptdarsteller: Sharon Stone, die wir meistens als Sexqueen oder Femme fatale kennen und Billy Connolly, der eigentlich einer der Topcomedians der Siebziger Jahre war. Und in dieser Eigenschaft hatte er damals keine Mühe die Royal Albert Hall zu füllen und die war restlos ausverkauft. Hier zeigt er sich von seiner herzensguten, liebenswerten Seite. Das ist durchaus glaubhaft und beeindruckend. Ebenso wie Sharon Stone, die hier als spielsüchtige, ständig die Perücken wechselnde Rabenmutter agiert. Beiden merkt man den Spaß an der Freud an und so kann man die etwas schmalzige Geschichte durchaus ertragen. Und auch die Gangster sind nicht gerade furchterregend eher strohdumm. Es ist emotional nachvollziehbar, obwohl vorhersehbar, wie sich Joe und Alice näher kommen. Dem Charme der beiden kann man eigentlich nicht widerstehen.
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Mi, 22.09.2010
TV | Olga
Geliebte Revolutionärin4 Sterne
Recht interessante Verfilmung einer Biographie der Revolutionärin Olga in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Interessant dabei ist die bereits damals globale Verknüpfung zwischen Europa und Nord- und Südamerika. Besonders wenn es um den gemeinsamen Kampf der Faschisten gegen die Kommunisten ging. Interessanter für uns Deutsche ist aber noch die enge Zusammenarbeit des brasilianischen Diktators mit Hitler-Deutschland, mit aller damit verbundenen Konsequenz von Folter und KZ. Bei allem Hochglanz kommt die menschliche Tragik nicht zu kurz, auch wenn die Dialoge etwas steif daherkommen und oftmals pathetisch sind, bei dieser Aufarbeitung der brasilianischen Geschichte. Es scheint sich hier wohl der alte Satz wieder einmal zu bewahrheiten, dass die echten Kommis verblendete Idealisten waren, die aber an der Logistik und der revolutionären Umsetzung in die Praxis scheiterten. Wir sehen wie sie mit aller Dramatik durchaus anrührend untergehen. Muss man sich wohl auf DVD anschauen, denn wer ist schon noch bei der Nachtschiene wach?
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Di, 14.09.2010
TV | Im Tal von Elah
Im Tal der Tränen2 Sterne
Vielfach überschätzter Film über die seelischen Folgen des Irak-Krieges. Man ist redlich bemüht, die abgestumpfte Gefühlswelt der Gis nach ihren Einsätzen zu schildern. Die entscheidenden Verhörszenen haben aber leider etwas Dokumentarisches an sich. Und da man weiß, dass Tommy Lee Jones ja immer seinen Fall aufklärt, kommt auch keine Spannung auf. Susan Sarandon bleibt reduziert als marginale Heulsuse und Charlize Theron ist glatt fehlbesetzt. Sie hetzt mit raumgreifenden Schritten durchs Revier und bleibt blass - nicht nur im Gesicht. Man nimmt ihr einfach diese nervigen Recherchen nicht ab. Wenn dann etwas übertrieben und unerwartet kurz auf die emotionale Karte gesetzt wird, beeindruckt das wiederum wenig. Zwei Szenen sind nicht schlecht gelungen und heben sich wohltuend vom Rest ab: die titelgebende Geschichte, die T.L.J. freundlich aber in seiner ruppigen Art dem kleinen Jungen als Betthupferl erzählt und der abschließende Gag mit der US Nationalflagge. Da hat Paul Haggis schon Besseres abgeliefert.
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Fr, 10.09.2010
TV | Dreckige Erde
Unglaublich beeindruckend5 Sterne
Wenn man nicht vorbereitet ist, erschlägt einen die Wucht der Bilder gleich von Anfang an. Es ist ein außerordentlich guter Film, der dem Zuschauer einiges zumutet, ihn aber auch durch ungewöhnliche Bilder versöhnt. Man spürt, wie weit man doch von der sterilen, keimfreien Sauberwelt in den letzten 80 Jahren beeinflusst ist. Denn besonders die äußerst verdreckten, skurrilen Landleute, und ihr ungestümes, tierähnliches Verhalten sind schockierend, nicht aber ohne einen tiefen Eindruck zu hinterlassen. Die Schauspieler sind so glaubhaft, es könnten laienhafte Originale aus der Gegend sein. Die manchmal bewusst verwendeten amateurhaften Aufnahmen mit der Wackelkamera schaffen hier Authentizität und eine glaubhafte Atmosphäre. Außerdem wird eine unglaubliche Geschichte mit interessanten Stilmitteln erzählt, in der es unter anderem auch um Fremdenfeindlichkeit geht. Mit dem Dauerregen, der die Ernte vernichtet bekommt der Film noch zusätzlich eine transzendentale Dimension: das himmlische Strafgericht. Es geht prall, abstoßend faszinierend und eindrucksvoll erschütternd zu. Chapeau vor Andrew Kötting!
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Fr, 10.09.2010
TV | Ich habe keine Angst
Unausgegoren2 Sterne
Zu 80% ist es ein Kinderfilm und der ist gar nicht mal so schlecht. Die restlichen 20% gehen in Richtung Entführung und Erpressung durch arme Bauern. Vieles ist noch etwas unausgegoren. Man kann oder will sich offenbar nicht festlegen. Da bleibt manches bewusst vage, Andeutungen und Gesprächsfetzen lassen uns im Unklaren. Sowohl einzelnen Figuren fehlt die konturengebende Tiefe - sie bleiben eindimensional - als auch Aktivitäten wie das Aufeinanderlosgehen, das in einer versuchten Vergewaltigung endet. Es sind alles nur Ansätze, die durchaus ausbaufähig wären, wie die angedeutete Gesellschaftskritik. Dafür gibt’s immer wieder Fahrradfahrten durch goldgelbe Kornfelder. Das ist optisch ganz gut gemacht, wenn nur dazu nicht das kratzende Gefiedel der Geigen wäre. Das bringt auch keine Spannung. Ein abrupter, unerwarteter Schluss lässt noch mal aufhorchen. Und der Titel ist so aussagekräftig wie das Orakel von Delphi.
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Do, 09.09.2010
TV | Running Scared
Brutale Waffenbeschaffung3 Sterne
Vom Inhalt her gibt es Stoff für mehrere Filme. Dabei geht es hauptsächlich nur um die Wiederbeschaffung einer Pistole. Das geschieht aber mit so vielen fantasievollen Wendungen, dass man manchmal selbst nicht mehr weiß, wer denn das Ding im Moment eigentlich hat. Und am Ende war’s dann eine Umdrehung zuviel. Doch dann schwappt die Blutwelle voll über bis alle Gangster tot sind. Alle bis auf einen und das glaubt man nicht. Damit bekommt der knochenharte Gangsterthriller ein Popcorn-Ende, das zu dem vorher Gesehenen überhaupt nicht passt. Schade! Na gut, man kann es mit einem Augenzwinkern wegstecken, weil davon mal abgesehen der Film nicht schlecht ist. Denn auch optisch hat man sich einiges einfallen lassen. Und die Atmo des Gangstermilieus kommt gut rüber mit der üblichen Hierarchie und den Erfüllungsgehilfen, die blitzschnell von Freunden zu Feinden werden können. Gefahr steht dicht neben geheuchelter Freundlichkeit, coole Lässigkeit neben wilder Action.
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Do, 09.09.2010
TV | Der große Tom
Tom ist der Größte4 Sterne
Ein zeitgemäßes Sozialdrama, das mit seiner einfühlsamen Intensität und seinem Realismus überzeugt. Ein Film, wie man ihn noch vor Jahren nicht hätte machen können, weil damals noch Science Fiction, heute allerdings für viele gelebte Wirklichkeit. Auch damals gab es schon Schlüsselkinder vielleicht nicht als brennendes Problem. Die alleingelassenen Kinder müssen schnell erwachsen werden und dabei ist natürlich Tom der Größte, nicht nur schauspielerisch. Viele Aspekte werden beleuchtet und geben ein abgerundetes Bild ab. Vor allem der Schluss ist lobend zu erwähnen, denn er vermeidet den FFE-Effekt, obwohl sich eine Zweitfamilie abzeichnen würde. Auch der moralische Zeigefinger fehlt, wodurch der Eindruck noch verstärkt wird. Wir sehen die Realität unserer Zeit, die nicht gerade ermutigend ist, aber auf ein entsetzendes Nicken der Zuschauer stößt, weil nachvollziehbar. Regt zum Nachdenken an und ist Stoff für Diskussionen.
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Di, 07.09.2010
TV | Psycho II
Unheilbar4 Sterne
Der Film ist sogar noch besser als der erste Teil von Altmeister Hitchcock und das in mehrfacher Hinsicht. Er bezieht seine Spannung aus der Kenntnis von Psycho I, den man sich am besten kurz vorher anschauen sollte. Manche Einstellung wirkt dann vertraut, manches Stilmittel noch verfeinert. Das Ambiente und zwei wichtige Figuren garantieren Konstanz. Darüber hinaus bringt eine fast eigenständige, komplexe Weiterentwicklung zusätzlichen Suspense. Es ist somit nicht nur eine Fortsetzung in Sinne von so-oder-so-könnte-es-weiter-gegangen sein, wie z.B. bei ’Vom Winde verweht’, sondern eine neuerliche Überprüfung des Zustands von Norman Bates nach Jahren der psychologischen Betreuung. Wir sehen eine kritische Auseinandersetzung mit der Heilbarkeit von psychischen Erkrankungen. Die Antwort, die der Film gibt, geht wohl eher in Richtung ‚nein’. Ein aktuelles Thema, wenn man an die Diskussion über die Sicherheitsverwahrung denkt. Davon abgesehen überzeugt Anthony Perkins in der Rolle seines Lebens. Er kann in Bruchteilen von Sekunden sein freundlich-jungenhaftes Lächeln in einen Gesichtsausdruck mit großen, dunklen, ernsten Augen verwandeln.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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