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Mo, 30.08.2010
TV | 8 Blickwinkel
Attentat auf Nummer 11 Stern
Die Erzählweise aus den verschiedenen Blickwinkeln ist nicht uninteressant. Bringt aber im Laufe der Handlung zu wenig Aufklärung. Und nach den ersten 60 Minuten nutzen sich die actionreichen Massenszenen mit der Wackelkamera genauso ab, wie die Autos die bei den Verfolgungsjagden zu Bruch gehen. Leider macht das über 90% des Films aus. Die etwas krude Hintergrundstory mit den Terroristen bleibt oberflächlich und unklar und gibt dem Streifen den Rest. Auch der unbedarfte, menschlich nette Forrest Whitaker mit seiner Digicam und die Mutter mit dem Kind laufen emotional ins Leere. Am Ende wundert man sich, dass der so gut vorbereitete Coup dann doch in die Hose geht. Irgendwie bleiben alle Akteure auf der Strecke, das heißt sie verschwinden aus allen acht Blickwinkeln ebenso wie die Medien und ihre Berichterstatter. Dabei wäre doch ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten schon eine gute Story. Aber hier gibt’s Action um der Action willen. Sinnfrei, spannungsarm und überflüssig.
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So, 29.08.2010
TV | Confidence
Vertrauen ist gut...3 Sterne
Die Masche mit der kugelsicheren, eine rote Farbfüllung enthaltenden Weste kommt nur zu Anfang und am Ende vor. Das mag noch als überraschende Wendung durchgehen - auch wenn sie beim zweitenmal nicht mehr so wirksam ist. Dazwischen gibt es Szenen mit überlangen Dialogen, die wegen der guten Darsteller (u.a. Dustin Hoffman) und der gelegentlichen pointierten Repliken erträglich sind. Der Zuschauer kann gerade noch nachvollziehen, was für ein Banken-Coup hier abgezogen wird. Das titelgebende Wort ’Vertrauen’ spielt zwar bei allen Deals der Gangster eine Rolle, aber in Wirklichkeit misstraut jeder jedem und hat nur seinen eigenen Vorteil im Sinn. Wenn Edward Burns dann sagt ’Vertrauen ist ein anderes Wort für Liebe’, kommt das Gesicht der wunderschönen Rachel Weisz ins Spiel. Hier spiegelt sich die gesamte Gefühlsmischung aus Liebe, Vorsicht, Skrupellosigkeit und Misstrauen wieder, die der Motor für die Aktionen aller Figuren ist.
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Di, 24.08.2010
TV | Die blonde Hexe
Der Ingenieur und die Waldfee3 Sterne
Ursprünglich war es wohl als Romanze gedacht. Danach sah das Publikum in diesem Film ein Märchen für Erwachsene und heute nach über 50 Jahren erkennt man ein Parabel für Toleranz gegenüber denen, die anders sind als die Mehrheit. Die konservative Gesellschaft versperrt zwei Liebenden den Weg zum Glück. Sie drängt sie nicht nur an den sozialen Rand, wo keine echte Integration mehr möglich ist, sondern scheut auch nicht vor verabscheuungswürdigen Aktionen zurück. Die Hexenverbrennungen, die wir vom Mittelalter her kennen, gibt es hier zwar nicht, aber eine Andeutung an die Steinigungen im Orient schon. Interessanterweise spielt hier die Kirche keine unwichtige Rolle. Der Ort der Handlung liegt zwar im Schweden des vorigen Jahrhunderts, könnte aber durchaus in der Jetztzeit anderswo in Europa liegen. Natürlich wirkt die Erzählweise etwas angestaubt, aber die taufrische Marina Vlady (18) überzeugt in ihrer ersten Rolle als Naturkind. Sie verzaubert nicht nur Maurice Ronet mit ihrem feenhaften, ungestümen Wesen, sondern auch das Publikum.
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Di, 24.08.2010
TV | Bad Company - Die Welt ist in guten Händen
007 als Lehrling3 Sterne
Egal ob Agentenposse oder Actionkrimi, es ist durchaus spannend gemachte, gute Unterhaltung. Der Wiedererkennungswert bei gewissen Szenen aus anderen Filmen macht bei gemeinsamem Gucken viel Spaß und ist vielleicht sogar beabsichtigt. Außerdem kann man hier einmal einen ganz anderen Anthony Hopkins erleben. Der Typ kann einfach alles. Mal bleibt was vom Tage übrig, mal schweigen die Lämmer. Hier motiviert er einen unprofessionellen Zwillingsbruder und der entschärft wie 007 eine Atombombe. Die Lovestory fällt etwas aus dem Rahmen - austin-powermässig, bezieht aber die Lacher aus einem ganz anderen Lager. Ansonsten verbringt man einfach gutgelaunt zwei Stunden, die bei der turbulenten Action wie im Flug vergehen bei der spaßigen Unterhaltung ohne tiefgehende Problematik.
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Mo, 23.08.2010
TV | The Flock - Dunkle Triebe
Prügelnder Psychopath1 Stern
Die beiden Hauptdarsteller Richard Gere und Claire Danes versuchen ihr Bestes in der unausgegorenen Story. Der Ansatz ist das Übliche: alter vor der Pensionierung stehender Ermittler lernt junge Kollegin an. Gere prügelt sich als psychopatischer Fahnder zum Erfolg. Die Herde (so der Originaltitel) sind alle ehemaligen Sexualstraftäter der näheren Umgebung, die er regelmäßig aufsucht. Das Amt für öffentliche Sicherheit ist eine typisch amerikanische Institution, die sich aus den Ängsten der Bevölkerung speist. Und hier ist man auch nicht zimperlich, wenn es um das Auffinden von Perversen geht. Da kann man auch schon mal jenseits der Legalität aktiv werden. Kaum Spannung, selbst der Wolf im Schlafzimmer ist ein Witz. Man ist froh, dass Gere seinen ’letzten Fall’ endlich gelöst hat, nachdem man mit solchen Lebensweisheiten traktiert wurde wie „Wenn du lange genug in den Abgrund schaust, schaut dich der Abgrund auch an.“ Das ist so ein richtig dämlicher Reißer. K.V: kannste vergessen!
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Do, 19.08.2010
TV | Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling
Jahreszeiten des Lebens5 Sterne
Wenn man sich auf die fernöstliche Langsamkeit einstellen kann, erlebt man einen der schönsten visuellen Erkundungstrips. Ein stiller Bilderrausch! Man hat schon öfters die vier Jahreszeiten mit den Lebensabschnitten des menschlichen Lebens verglichen. Hier erfahren wir aber noch zusätzlich, was Wiederkehr ist und erhalten Einblicke in buddhistische Erziehung, mitsamt den Symbolen wie Feuer, Wasser und der Schlange (Versuchung oder Widergeburt.) Frühling: Kindheit, Ausbildung. Sommer: das jucken des Geschlechts bringt erste sexuelle Erfahrungen. Herbst: es ist Erntezeit für die Folgen des eignen Handelns. Ein Neuanfang wird versucht. Winter: die Zeit des Todes, aber auch der körperlichen Ertüchtigung. Und Frühling: der Kreislauf beginnt aufs Neue. Und wenn dann noch der Meister anfängt mit Boot und Haus zu zaubern, tobt die Fangemeinde. Es ist Kim Ki Duks schönster und stimmungsvollster Film.
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Do, 19.08.2010
TV | Am Ende des Meeres
Todor und Nilofar1 Stern
Man muss dem Film ein ehrenhaftes Anliegen attestieren: Menschenhandel und der Umgang mit illegal Eingewanderten ist ein ernstes und aktuelles Thema. Die Schauspieler (allen voran Miki Manojlovic als Todo) versuchen ihr Bestes. Die Machart allerdings zwingt den Zuschauer dazu, unberührt vom seltsamen Geschehen angestrengt die dunklen Bilder zu entschlüsseln. Der Schnitt reißt große Löcher in die Handlung, wobei vom mörderischen Tun nur berichtet wird. Stattdessen versuchen sich die beiden Hauptakteure bei der sonderbaren Annäherung im griechisch-römischen Stil. Sie reden kaum miteinander, obwohl eine Verständigung auf Englisch durchaus möglich ist. Die anderen Figuren bleiben flach, manche unerklärbar, und bewegen sich teilweise in eigenartigen Situationen und am Ende steht Nilofar am Ende des Meeres. Dieses Drehbuch sollte eher als Theaterstück umgesetzt werden. Vielleicht kommt da die Tragik eher rüber.
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Di, 17.08.2010
TV | Bube, Dame, König, Gras
Zwei Gewehre und viel Stoff4 Sterne
Der Originaltitel ist ähnlich genial wie der deutsche, obwohl es keine Übersetzung ist. Beide betonen jeweils einen wichtigen Teil, worum es geht: einerseits den Stoff, andererseits die zwei antiken Gewehre. Die Handlung verläuft in den üblichen Bahnen des Kleinganovenmilieus: eine Gang versucht die andere über den Tisch zu ziehen und am Ende sind fast alle tot. Dabei wird natürlich viel Gewalt und Munition eingesetzt. Was den Film so außergewöhnlich macht, ist die Komik, die sowohl Slapsticks als auch manche echt komischer Figuren enthält, unterstützt von geistreichen Dialogen, echte Brit-Comedy eben. Betont wird die Action durch sekundengenau unterlegte äußerst vielseitige Musik, die von wilden Gitarrenriffs über Karibik-Sound bis zum tempobestimmenden Sirtaki reicht. Die Synchronstimme von Martin Semmelrogge als Kommentar spiegelt sowohl die Ironie wie auch die harte Drecksarbeit. Eine nicht ganz ernst gemeinte, aber gut gemachte, bluttriefende Krimi-Komödie, die beide Komponenten gleichermaßen voll zur Wirkung kommen lässt.
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Mo, 16.08.2010
TV | Todeszug nach Yuma
Stein ein Compagnero3 Sterne
Der spannende Western hat alle Zutaten, die dieses Genre erwarten lässt. Das Besondere daran ist die menschliche Entwicklung der beiden Kontrahenten: Christian Bale und Russell Crowe. Wenn man sich überzeugen lassen will, glaubt man halt eben, dass sich Bale, der Gute, nicht in Versuchung führen lässt und Crowe der sanft-ironische Gentleman-Killer sein Herz für Gerechtigkeit erwärmen kann, was als Überraschung am Ende durchaus von dramatischem Wert ist. Und dann findet man es auch völlig in Ordnung, dass er freiwillig den Todeszug besteigt. Mir war das eine etwas überhöhte, viel zu heroische, bleihaltige Lösung - inklusive der überflüssigen Lebensbeichte von Bale. Assoziationen von ’Zwölf Uhr Mittags’ und ’Spiel mir das Lied von Tod’ oder diverser Italo-Western u.v.a.m. stiegen vor dem geistigen Auge auf. Die waren aber alle in sich schlüssiger.
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So, 15.08.2010
TV | Dot the I
Das Tüpfelchen auf dem i3 Sterne
Die Story ist gar nicht mal schlecht. Doch nachdem der erste Blick hinter die Kulissen des teuflischen Vorhabens die erste überraschende Wendung gebracht hat, ergeben sich alle folgenden wie von selbst. Dabei geht das Interesse verloren, man geht auf Distanz und kann sich nur noch an dem originellen Titel erfreuen. ’Das Tüpfelchen auf dem i’ ist auch nicht übersetzbar. Und nach kurzer Überlegung kann man einen Bezug zur Handlung herstellen. Die bewussten Anleihen an legendäre Filme vom Titel oder vom Inhalt her wirken ungeschickt und gewollt, wenn auch so beabsichtigt. Zwischen den Zeilen ist dann noch eine Medienschelte versteckt und der viel verbreitete Wunsch nach Starruhm und Glamour. Der holperige, übertrieben spanische Zungenschlag von Natalia Verbeke nervt. Sie hat ihre stärksten Momente beim Ritt auf der Matratze, wo sie zwischen ekstatischer Lust und Langeweile differenzieren muss.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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