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Sa, 14.08.2010
TV | Motel
Zimmer frei4 Sterne
Der Film ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit ganz herkömmlichen Mitteln Hochspannung erzeugen kann. Zugegeben der Plot ist auch nicht schlecht und bietet eine gute Basis. Dazu gehört auch die Situation des in Scheidung lebenden Ehepaares (grandios Kate Beckinsale und Luke Wilson). Ihre eigentlich verkorkste Beziehung gerät so ganz nebenbei auf den Prüfstand. Die dunkel gehaltenen Bilder schaffen ein klaustrophobische Atmo, in der die Nerven der Zuschauer zunächst durch bloßes Klopfen, Knarren und Wummern dann durch Bilder von Ratten strapaziert werden. Bis es zum finalen Showdown kommt, fließt kein Blut. Die Dialoge der beiden Protagonisten schwanken zwischen Vorsicht und Wagemut, und die möglichen, begründenden Argumente für eine weitere Vorgehensweise sind teils rational teils emotional. Und trotzdem herrscht die ganze Zeit der blanke Horror. Selbst das Eintreffen eines Polizisten lässt ein Durchatmen nicht zu. Und dann noch der ungewöhnliche Schluss, den man sich vielleicht zweimal anschauen muss. Wie gut das der deutsche Titel nicht den des Originals einfach übersetzt: ’Zimmer frei’.
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Fr, 13.08.2010
TV | Schritte ohne Spur
Mord mit Ansage3 Sterne
Ein früher Film von Chabrol (1959), in dem bereits sein unbestrittenes Talent zum Vorschein kommt. Das Wichtigste neben dem Mord ist das soziale Umfeld, in dem er stattfindet. Die bürgerliche Moral wird in ihrer ganzen Doppelbödigkeit gegeißelt. Man beharkt sich heftig in dieser Familie und betrügt einander, aber wahrt immer die Kontenance nach außen. Von den Schauspielern beherrscht der junge Belmondo die Szene von Anfang bis Ende. Er beeindruckt nicht nur als Typ, sondern er hebt sich auch wohltuend vom übrigen Clan ab. Die Einstellung der Kamera verrät den Mörder bereits sehr früh. Trotz dieses Wissens folgen aber noch fesselnde Szenen, in denen einen die Darsteller überzeugen. So tut der Satz „Ich bin gekommen, um sie zu ermorden.“ auch der Spannung keinen Abbruch. Hier lässt sich der Altmeister noch Zeit für fast schmalzige Kuss- und Liebeszenen, während die Kamera immer wieder in das Blattwerk der Bäume verschwindet. Und wie so oft bei Chabrol löst die Polizei nicht den Fall sondern die Familie. Es ist einer seiner besseren Filme. Bissig, amüsant, interessant
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Mo, 09.08.2010
TV | Ein Mann und sein Hund
Lauter alte Männer3 Sterne
Ein leiser, dunkler, trauriger und nicht immer ernster Film. Belmondo ist gealtert, aber beeindruckt als weißhaariger, einsamer Mann. Neben ihm marschiert eine stattliche Riege bekannter französischer Schauspieler/Innen u.a. auf, die wie er ebenfalls in die Jahre gekommen sind. Man begleitet den gesellschaftlichen Abstieg mit etwas Wehmut und viel Mitgefühl. In einer kalten, heimtückischen Gesellschaft wie wir sie hier sehen, ist kein Platz für die Alten. Die wenigen warmherzigen Szenen tun richtig gut. Selbst in der Kirche hört man wie Jesus am Kreuz stirbt. Im zerfurchten Gesicht des Altstars und in seinen kargen Äußerungen spiegelt sich die ganze Verständnislosigkeit für das, was um ihn her geschieht. Und man wünscht sich, nie in so eine Situation am Ende seines Lebens zu geraten. Da kann man nachvollziehen, dass der Tod eine (Er)Lösung ist. Und selbst der anhängliche und treue Hund als einziger Freund ist auch keine Hilfe.
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Mo, 09.08.2010
TV | Privatleben
Das tödliche Blitzlicht2 Sterne
Der Titel ist wohl ironisch gemeint, denn für die beiden zentralen Figuren (Bardot, Mastroianni) gibt es so etwas nicht. Gleichzeitig ist es eine Abrechnung mit den Paparazzi, die durch ihr zudringliches Auftreten die Stars in den Verfolgungswahn oder in den Selbstmord treiben können. Hier macht sie Louis Malle direkt für das tödliche Ende verantwortlich. Über lange Strecken langweilt sich die Bardot, der Zuschauer allerdings ebenfalls. Neunzig Prozent des Films sieht man Nahaufnahmen von ihr, meistens ihr Gesicht. Dieser dauerhafte Genuss verflacht im Laufe des Films, trotz wechselnder Frisuren und Pullis. Sie spielt sich selbst: das männerverschlingende Superweib, das eigentlich nur die einzige wahre Liebe sucht. Wer bis zum Ende durchhält, wird mit dem schönsten und längsten Absturz der Filmgeschichte belohnt.
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Fr, 06.08.2010
TV | Female Agents - Geheimkommando Phoenix
Frauen im Schatten3 Sterne
Der Film erinnert an die vielen mutigen Frauen, die im 2. Weltkrieg Widerstand gegen die Nazis geleistet haben. Man sieht, dass sie ebenso tapfer kämpfen konnten wie ihre männlichen Kollegen. Brutale Gewalt ist aber nicht ihr Ding, eher eine Pistole mit Schalldämpfer. Sie zeichneten sich besonders durch ihre Flexibilität, den Einsatz ihres weiblichen Charmes und ihren Einfallsreichtum aus, was sie besonders gefährlich machte. Von der Vierer-Gruppe überlebt nur die knallharte Sophie Marceau. Der Selbstmord einer anderen Agentin wird allerdings etwas religiös überhöht dargestellt und voyeuristisch ausgeschlachtet. Besonders Moritz Bleibtreu überzeugt als SS-Scherge mit seinen sadistischen Verhörmethoden, wobei er sich selbst nie die Hände schmutzig macht. Aber die vier haben auch typisch weibliche Probleme wie Schwangerschaft oder eine verflossene Liebe, die dramaturgisch geschickt eingesetzt werden. Die Spannung, die zum finalen Showdown führt. wird gedehnt, wieder etwas entspannt und wieder angezogen usw. Das gelingt besonders gut, wegen des schnellen Wechsels parallel laufender Schauplätze.
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Fr, 06.08.2010
TV | Der gewisse Kniff
Wie kommt man an die Mädels ran?3 Sterne
Es ist nicht sein bester, aber es ist ein typischer Richard Lester. Kaum jemand hat das Lebensgefühl der ’Swinging Sixties’ besser getroffen als er. In dieser Groteske, wie man Erfolg bei Mädchen hat, besticht er mit schnellem Wortwitz und Repliken, die manchmal eine psychodelische Wendung andeuten. Auch Reizwörter der 60er Jahre wie ’Vergewaltigung’ werden bis zur Bedeutungslosigkeit wiederholt. Man spürt den grenzenlosen Freiheitsdrang der damaligen Jugend, die mit ihrer frechen Unbekümmertheit alle konventionellen Schranken durchbrechen wollte. Legendäre Szenen wie die vor den Schließfächern oder die Reise durch London mit einem Doppelbett oder die Fahrt durch die Wand mit den vielen Türen hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Und immer wieder wie zufällig dazwischengeschnittene Gags und Standardantworten der Älteren, die das Unverständnis belegen sollen und die Distanz zwischen den Generationen deutlich machen, aber auch durchaus witzig sind, weil unpassend oder überraschend. Und wer sich heute mit dem Beatles-Regisseur unterhält, der merkt dass der sympathische, lebhafte, ältere Herr immer noch jede Menge Esprit und Witz ins Gespräch einfließen lässt.
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Do, 05.08.2010
TV | Absurdistan
Kampf der Geschlechter3 Sterne
Ein recht amüsanter Spaß vom Kampf ums Wasser, der sich zum Geschlechterkampf entwickelt. Im Mittelpunkt steht das Liebespaar Temelko und Aya, deren Hochzeitswunsch der Motor des Ganzen ist. Leider wird mit den üblichen Clichées gearbeitet. Die Männer sind etwas einfältig, faul aber geil, wohingegen die Frauen zielstrebig vorgehen und mittels ihres Geschlechtes herrschen. Sie agieren, während die Männer nur jeweils reagieren können. Da ist dann kein Platz für die Liebe, sondern nur für Liebeskummer, derbe Späße und Schabernack. Den Schauspielern sieht man oft an, dass es Laien sind und freut sich aber mit ihnen dann doch über das vorhersehbare Happy End in seiner ganzen Eindimensionalität. Hier kommt dann noch eine gewisse Symbolik zum Tragen, wenn Aya ihrem Liebsten das ’Fliegen’ beibringen muss. Harmlos, aber ganz nett.
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Do, 05.08.2010
TV | Duell - Enemy at the Gates
Stalingrad weichgespült2 Sterne
Da ist Licht und Schatten. Die Bilder sind beeindruckend und die Pyrotechniker leisten ganze Arbeit. Man sieht viel Prominenz, auch ungewöhnlich viele deutsche Schauspieler. Und alle geben ihr Bestes. Mehr gibt das Drehbuch nun mal nicht her trotz zusätzlich eingestreuter jüdischer Familientupfer. Die unterlegten Choralgesänge und die Blechmusik stören etwas. Ob das Duell wirklich stattgefunden hat, ist irrelevant. Eine andere Frage ist, ob man das Massensterben von vielen Hunderttausenden auf ein Duell von zwei Männern (Ed Harris und Jude Law) reduzieren soll. Und der Ort der Handlung ist nun mal Stalingrad - auch wenn er nicht im Titel auftaucht. An sich könnte das Duell auch irgendwo anders stattfinden: in Irland, Spanien oder Kuba, aber auch da müsste jeweils das Ambiente stimmen. Aber die Krone des Zugeständnisses an den Mainstream ist das Happy End. So eine Wiederauferstehung hat es zuletzt vor 2000 Jahren gegeben. An die muss man aber glauben, hier wird’s Edelkitsch.
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Mi, 04.08.2010
TV | Black Hawk Down
Der 7. Vietnam Krieg3 Sterne
Hollywood hat die militärischen Einsätze der US Armee immer schon begleitet und gedeutet. In den 70er und 80er Jahren wären jeweils drei große Produktionen zu nennen, die alle verschiedene Ansätze hatten und sehr prominent besetzt waren.* Das Besondere an diesem Film hier ist der ruhige Anfang und der nachdenkliche Schluss. Dazwischen wird ganz schön viel geballert und häufig, manchmal unerwartet gestorben. Gelegentlich begleitet von coolen Sprüchen. Im Gegensatz zu allen anderen vorhergehenden Filmen sehen wir computergesteuerte Einsätze, die manchmal blutigen Videospielen ähneln und mit modernster Ausrüstung punkten. Was früher der Dschungel war, ist hier der Häuserkampf in Somalia, in dem es ähnlich unübersichtlich zugeht. In keinem der Filme werden Helden glorifiziert, aber Heldentaten dargestellt. Wenn beide kriegführenden Parteien der Ansicht sind „Ohne einen Sieg kann es keinen Frieden geben“, versteht man die Unerreichbarkeit des gesteckten Ziels. * 1977 ’Coming Home’. Hier geht es um ein Invalidenschicksal und die Liebe im Rollstuhl. 1978 ’Die durch die Hölle gehen’ behandelt eine Männerfreundschaft und die psychischen Folgen des Krieges. 1979 ’Apokalypse Now’. Zeigt einen einsamen, verirrten und etwas verwirrten Alten. 1986 ’Platoon’ zeigt die erbarmungslose Härte des Krieges. 1987 ’Full Metal Jacket’. Die unmenschliche Ausbildung der Soldaten steht im Mittelpunkt. 1989 ’Geboren am 4. Juli’ zeigt den Protest von Kriegsveteranen.
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Di, 03.08.2010
TV | Mein Leben ohne mich
Wenn ich nicht mehr bin3 Sterne
Ein kleiner, ernster Film, in dem es ohne viel Schnickschnack gelingt das Lebensende einer jungen Frau und Mutter von zwei kleinen Kindern zu schildern, die tödlich an Krebs erkrankt ist; und das ohne in Gefühlsduselei abzugleiten. Der Film thematisiert nicht ohne Emotionen eigentlich nur die Vorbereitungen auf das Leben ihrer Umgebung, wenn sie mal nicht mehr da ist. Und sie arbeitet eine Liste ab, was sie noch alles vor ihrem Ableben unbedingt tun muss, inklusive eine Frau für ihren Mann zu finden. Sarah Polley spielt wie immer überzeugend. Ihre kalten Tränen laden nicht zum Mitheulen ein, machen aber doch betroffen. Sie behält ihre Krankheit für sich und muss sich stattdessen von allen anderen zutexten lassen, weil jeder doch so seine Sorgen loswerden will, außer Sarah. Sie kommt zu der Erkenntnis „Du trauerst dem Leben, das du nicht führen wirst, gar nicht nach, weil du dann schon tot bist. Und Tote fühlen nichts, nicht mal Trauer.“

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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