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Mo, 02.08.2010
TV | Der weite Himmel
Trapper und Indianer4 Sterne
Ein lyrischer, fast tautologischer Titel für einen Western-Klassiker (ich meine nicht den mit den „Flusspiraten!“) der so selbstverständlich und unprätentiös daherkommt wie seine Handlung, die in der Welt der Trapper und Indianer angesiedelt ist. Howard Hawks ist halt noch ein echter Erzähler von Abenteuergeschichten. Mit Kommentar und Text im Vorspann versehen, kleidet er sie hier in ein historisches Gewand und verleiht seinem Werk auf diese Weise eine gewisse Authentizität. Die Figuren sind fast alle äußerst sympathische Typen, abgesehen von den wenigen, marginalen Bösewichten. Und es gibt den Stars wie Kirk Douglas ausgiebig Gelegenheit für Tanz und Gesang. Selbst manche Gespräche am Lagerfeuer offenbaren fast philosophischen Tiefgang. Markige, männliche Sprüche (Binsenweisheiten?!) dürfen natürlich auch nicht fehlen wie „Ein Mann geht, wenn er nichts hat, wofür es sich lohnt zu bleiben.“ In diesem reinen Männerfilm, werden die beiden Frauenrollen geschickt dramaturgisch eingesetzt. Und bieten eine hübsche Ergänzung zur Landschaft.
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So, 01.08.2010
TV | Eine Tradition der Familie
Durchstrukturierter Alltag1 Stern
Die Handlung tröpfelt ohne Höhepunkt so vor sich hin. Es wird der Alltag einer jungen, argentinischen Mittelstandsfamilie gezeigt, der von Terminschwierigkeiten bestimmt wird. In dokumentarischer Schlichtheit agieren die Personen und bleiben flach. Emotionsloses Kino ohne Biss und Witz. Die Frage drängt sich auf und bleibt unbeantwortet: Was soll’s? Selbst der Tod des übermächtigen Vaters oder etwaige Eheprobleme werden sachlich und deshalb oberflächlich behandelt. Anfänglich kann der die Handlung begleitende Kommentar noch etwas Interesse wecken. Aber auch hier schwindet es zusehends, weil man nur allzu Alltägliches sieht. Selbst der Hinweis auf die jüdischen Wurzeln bringt nichts ein. Wenn es Burmans erster Film wäre, müsste man sagen: er soll halt noch ein bisschen üben. Da es aber schon sein dritter ist, sollte er vielleicht das Sujet wechseln oder gleich Dokumentarfilme machen.
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So, 01.08.2010
TV | Der Sohn der Braut
Spätes Glück für Jung und Alt4 Sterne
Wenn ein alter Mann nach über vierzig Jahren gemeinsamen Lebens seiner Partnerin ihren größten Wunsch erfüllen will: Hochzeit in weiß, so kommt das in der Kinolandschaft nicht sehr häufig vor. Und wenn die Angebetete dann aber noch von Alzheimer betroffen ist, entsteht vor unseren Augen ein recht ungewöhnliches und seltenes Szenarium. Dass das hier mit viel Einfühlungsvermögen entsteht, und mit herzerwärmenden Bildern und teilweise witzigen Dialogen daherkommt ist schon gekonnt gemacht. Campanella ist kein Freund von schnellen Schnitten, was zu manchen längeren Szenen führt. Aber das bestimmt passend das Tempo dieses leisen, emotionsgeladenen Films. Und auch die Generation Vierzig-Plus kommt zu Wort, indem sie die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens stellt. Dabei spielt natürlich die Liebe und echte Freundschaft eine wichtige Rolle. Die leise Gitarrenmusik ist äußerst wohltuend, aber auch sonst wirkt sie schon mal als akustischer Fingerzeig in die Zukunft (Hochzeitsmarsch). Die Oscarnominierung ist voll und ganz gerechtfertigt für dieses Feel-Good-Movie.
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Sa, 31.07.2010
TV | Die Liebenden von Cayenne
Der hinausgezögerte Tod3 Sterne
Den Machern des Films ging es offensichtlich um zwei Dinge: die Darstellung des äußerst fragwürdigen französischen Strafvollzuges am Anfang des 20. Jahrhunderts und die der Pressefreiheit als vierte Gewalt im Staat. Beide Komponenten werden eng miteinander verknüpft. Natürlich ist es ein Appell an die Menschlichkeit und eine Anklage an Demütigung und Entwürdigung von Gefangenen auf einer der ’Teufelsinseln’, wo eine Verbannung einem hinausgezögerten Todesurteil gleichkommt. Alles ist stimmungsvoll fotografiert und so werden Schikanen und Menschenjagd in ihrer Brutalität etwas abgemildert, weil sie schön anzuschauen sind. Bedenkt man den Titel so fragt man sich, wer von den drei zentralen Figuren denn nun die Liebenden sind? Und man ist überrascht von der anders als sonst üblichen Wendung am Schluss. Ein aufrichtiges Anliegen ist zu spüren trotz der glatten Verpackung. Kann man sich anschauen, muss man aber nicht.
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Fr, 30.07.2010
TV | Tödliche Entscheidung
Söhne, Brüder, Loser, Mörder4 Sterne
Solche echten menschlichen Dramen kann wohl nur ein Altmeister wie Sidney Lumet noch gestalten und mit der Art und Weise, wie er sie erzählt, überzeugen. Es entsteht ein komplexes Geflecht von fatalen Beziehungen innerhalb einer Familie. Auch die Variante des Überfalls auf einen Juwelier ist neu. Mit den beiden Söhnen (Philip Seymour-Hoffman und Ethan Hawke) geht es gnadenlos abwärts, Tiefschlag folgt auf Tiefschlag und die Schlinge zieht sich immer enger zu. Selten sieht man so eine schauspielerische Höchstleistung, besonders was ihr Verhältnis zu ihrem Vater angeht. Szenen erinnern an Arthur Millers ’Handlungsreisenden’. Aber auch untereinander brodeln jede Menge Probleme, die sie aber auch aneinander binden. Das ganze Ausmaß des menschlichen Dramas spiegelt sich im Gesicht des großartigen Albert Finney wieder, der als Racheengel das Unglaubliche ausführt. Ein Thriller, der den Tiefgang einer griechischen Tragödie hat.
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Do, 29.07.2010
TV | Feuerherz
Kleine Krieger1 Stern
Ein weichgespülter, die Realität verharmlosender Film über den Weg zu den Kindersoldaten am Horn von Afrika. Leider werden die auf der Hand liegenden Möglichkeiten nicht genutzt. Man sieht nur eine Welt in der vordergründige Gewalt, Dreck und Chaos herrschen. Die oberflächliche Betrachtungsweise ist umso schlimmer, weil man an der Wirklichkeit der Situation in dieser Region zu zweifeln beginnt. Selbst der menschliche Faktor die Beziehung Vater - Tochter wird nur auf kleiner Flamme gekocht und verpufft weitgehend wirkungslos. Und auch das titelgebende Marienbildchen taucht mal auf und dann gleich wieder ab. Schade! Da wäre mehr drin gewesen, um diesem ernsten Thema wirklich gerecht zu werden.
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Di, 27.07.2010
TV | Westlich St. Louis
Auf nach Westen3 Sterne
Eine selten gezeigte Rarität unter den John-Ford-Filmen. Inhaltlich gehört er in die schier endlose Reihe von „Wagen westwärts“. Es gibt keine großen Helden - John Wayne hat wie auch alle großen Filmstars Urlaub - nur die vielen aufrechten, tatkräftigen Männer und Frauen der Prärie. Ford stellt Mormonen und Gaukler neben friedlichen Indianern in den Mittelpunkt des Trails. Also eine Minderheit, die sich selbst als Outcasts fühlen. Und damit es auch noch etwas Spannung gibt, kommt noch ein Vater mit seinen missratenen Söhnen dazu. Ford nimmt sich ausgiebig Zeit, zahlreiche Figuren mit viel Empathie und Detailgenauigkeit zu schildern. Dabei sorgen solche Appelle wie z.B. ’Mormonen fluchen nicht’ für Situationskomik. Es passiert nicht viel, nur was halt so auf einem Zug nach Westen üblich ist. Hier kommen sich zwar auch Männlein und Weiblein etwas näher, aber ohne den finalen Happy End-Kuss. Dafür gibt’s viel Musik und typischen Gesang.
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Di, 27.07.2010
TV | Untreu
Chabrol vs. Lyne3 Sterne
Ein Remake vergleicht man immer mit der Vorlage, auch wenn über dreißig Jahre dazwischen liegen. Lyne (Untreu) hält in weiten Bereichen den Vergleich mit Chabrol (Die untreue Frau) aus. Manche Szenen sind allerdings einfach exakt nachgedreht worden. Bei Lyne wurde die Handlung ins Amerika von heute verlegt, mit allem was dazu gehört. Und es wird in den Dialogen etwas mehr Wert auf das Innenleben der Akteure gelegt; bei Chabrol sind es stumme Blicke, die das widerspiegeln. Nur in einem Punkt ist die Neufassung unglaubwürdig: einen liebevollen, aufmerksamen, gut aussehenden Ehemann (Richard Gere!) betrügt man nicht! Zumal er keinen Grund dafür liefert. Anders bei Chabrol wo Michel Bouquet einen viel älteren, steifen, verknöcherten Alten gibt. Und dann das Ende: bei Lyne ist alles wieder F.F.E - auch wenn man mal kurz ein Martinshorn hört. Die Familie bleibt in Takt. Bei Chabrol sehen wir einen totalen, sich von den Personen distanzierenden Kameraschwenk, der die Kluft zwischen der untreuen Frau mit ihrem Sohn auf der einen und dem bösen Ehemann auf der anderen Seite verdeutlicht. Beide Gruppierungen verharren stumm und erlauben Zeit, einen Ausgang zu finden.
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Mo, 26.07.2010
TV | Subway
Licht im Dunkel4 Sterne
Der Film lässt sich in keine Schublade zwängen. Es ist ein Liebeskrimi und ein Märchen der ganz anderen Art. Es endet im Chaos, begleitet von beswingter, leichter Musik. Und gerade da passiert’s! Die Tragik schlägt voll zu. Aber auch die wird wiederum etwas relativiert. Christopher Lambert beherrscht die Szene nicht nur mit seinem unverkennbaren Highlander-Blick. Eine renommierte Riege von prominenten Darstellern steht ihm zur Seite und entführt uns in eine Welt im Untergrund von Paris. Die Dialoge nehmen ungewöhnliche Wendungen und das Polizeiaufgebot sorgt wie so oft für die ungewollte Komik. Aber das Auffallendste ist der Stil: Lichteffekte und die gestylte Beleuchtung schaffen die besondere Atmosphäre dieser Unterwelt, die sich als ein eigenständiger Kosmos darstellt. Hier ist immer Nacht, neonerleuchtete Nacht. Aber es ist auch der Tag da unten. Isabelle Adjanis Outfit ist umwerfend und ihre Gesellschaftskritik entwaffnend frech.
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Mo, 26.07.2010
TV | Die letzte Legion
Der kleine mutige Kaiser2 Sterne
Man sollte hier natürlich die historische Brille absetzen, was mir von Haus aus eigentlich sehr schwer fällt. Aber dann kann man sich ungebremst an dem Wiedererkennungswert erfreuen: ja da ist doch ein wenig ’Merlin’ und ’Excalibur’ drin, außerdem Anspielungen auf ’Indiana Jones’ und ’Charlie Chan’ etc. Ab und zu fallen historisch verbürgte Namen und machen andeutungsweise Zeitbezüge deutlich. Die Aufnahmen sind gut gemacht, Schlachtengetümmel gibt es jede Menge und dann genießen wir noch die optischen Reize von Aischwarya, der überaus schönen Kriegerin, die die Männer reihenweise umnietet und nur im Kampf glänzt (sic!) und nicht im Bett. Man hat sich hier wohl einiges vom Erfolg der Shrek-Filme abgeschaut. Da gab’s auch inhaltliche Anleihen bei allen möglichen Märchen und Sagen- und das Publikums liebt das. Außerdem hat Ben Kingsley Recht, wenn er am Ende sagt: die Leute brauchen Legenden.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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