Mo, 21.06.2010TV | Arsène LupinDie Jagd nach den 3 KreuzenAnfangs kann man sich fragen, ob es sich hier um die Geschichte eines Meisterdiebes oder um die eines kriminellen Verwandlungskünstlers handelt. Wir entdecken Elemente von Mystery und Hexenkunst, von okkulten Geheimbünden und enden sogar bei einer Lovestory. Schließlich kommt noch die Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn dazu, dessen Namen sich aus einem Gift und einer Blume zusammensetzt. Unterwegs wird munter drauflos gemordet und durch endlose überraschende Wendungen und eine Fülle von guten Einfällen wird die Spannung hoch gehalten. In den Kostümen aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg entwickelt sich ein Kampf nicht wie der zwischen Gut und Böse, sondern welcher Bösewicht kann welchem Bösewicht seine Macht demonstrieren und ihn so beherrschen. Das ist gutgemachte Unterhaltung, die so flott inszeniert ist, dass man über die logischen Knacks locker hinwegsehen kann. Hier macht der gelungene Mix neben den prominenten Darstellern die Qualität des Films aus. Der beste Arsène Lupin, den es je gab. | |
Mo, 21.06.2010TV | Die Liebesabenteuer des Herrn MolièreDichter als Amors GehilfeEin munterer Spaß , der einen Abschnitt aus dem Leben von Moliere beinhaltet. Es geht recht bombastisch und farbenfroh zu, wenn es auch bisweilen an der Logik etwas hapert. Dafür gibt’s geistreiche Repliken und überraschende Wendungen. Ein Höhepunkt von Kameraarbeit und Handlung ist der Dialog der Liebenden jeweils mit ihrem Spiegel, der in einem imaginären Kuss endet. Der deutsche Titel verspricht völlig unzutreffend eine Vielzahl von amourösen Abenteuern. Die gibt es zwar, aber nicht von Herrn Molière, sondern in seinem Umfeld. Stattdessen wirkt er als Vermittler und Friedensstifter in Sachen Ehe. Die Schauspieler überzeugen - vor allem Laura Morante - lediglich der Titelheld (Romain Duris) ist eine glatte Fehlbesetzung. Die Langhaarfrisur muss wohl sein, aber sein starrer bukolischer Gesichtsausdruck mit O-li-ba verschließen den glaubhaften Zugang zu einem subtilen, geistreichen Meister der Pointen. Kostümfans des Barock kommen voll auf ihre Kosten. | |
Fr, 18.06.2010TV | Wir sind alle erwachsenLangweiliger UrlaubNetter Urlaubsspaß ohne Tiefgang. Ja alle Personen sind wohl mehr oder weniger erwachsen, egal ob jung oder alt. Und es geht nur um das eine. Manche zaghaften Versuche enden ohne Erfolg, andere finden eine kurze Erfüllung. Und von alledem bleiben die Akteure ebenso unbeeindruckt wie die Zuschauer. Zwischen all den schönen Frauen bewegt sich Vater Albert (J.P. Darroussin) als kauziger Schrulli. Er soll wohl die einzige, komische Figur sein - quasi als männlicher, eigentlich unattraktiver Gegenpol. Aber auch er bringt kaum Lacher, eher kann er von Mitleid oder Achselzucken begleitet werden. Vielleicht könnte der Titel ja ironisch gemeint sein. Aber auch das stimmt eigentlich nicht. Außerdem ist der Film schwer einzuordnen: er ist weder tragisch noch wirklich komisch Und Lust auf Urlaub in Schweden macht der Film auch nicht, dann doch lieber Sommer vorm Balkon. | |
Do, 17.06.2010TV | Wolken über ConakryAfrika so fern und doch so nahEine Alltagsgeschichte aus Guinea, die uns Europäern über weite Strecken vertraut vorkommt, weil es sich um allgemein menschliche Probleme handelt, wie Liebe, ungewollte Schwangerschaft, berufliche Schwierigkeiten eines Karikaturisten etc. aber wir sind in Afrika in einem vom Islam bestimmten Land und da werden manche Dinge völlig anders gehandhabt. Aber dass die neue Zeit auch hier nicht aufzuhalten ist, sieht man am Trick, erfolgreich um Regen zu beten oder am Verlust des absoluten Autoritätsanspruchs des Vaters als Familienoberhaupt und das auch noch, obwohl er ein Imam ist. Es gelingt ihm zwar noch, das neugeborene ’Kind der Sünde’ zu töten, aber an den Reaktionen des sozialen Umfeldes merkt man doch, dass es Unrecht ist. Insofern ist der Film für die Einheimischen richtungsweisend mit einem aufklärend-anklagenden Ansatz. Uns Europäern gewährt er einen Einblick in eine exotische Welt, die im Umbruch ist. | |
Di, 15.06.2010TV | Restoration - Zeit der SinnlichkeitVor 400 Jahren - wie heuteDer Aufstieg und Fall des Arztes Merivel (Robert Downey Jr.) unter König Karl II. (Sam Neil) im England des 17. Jahrhunderts ist ein Kostümfilm der besonderen Art. Seine beiden Oscars hat er wirklich verdient. In der prallen Handlungsfülle sieht man die abstoßend beeindruckenden Auswirkungen der Pest und den bildgewaltigen Brand von London, aber auch Dinge, die uns heute vertaut sind wie Hütchenspiel und Kaiserschnitt.
Hochkarätig besetzt (Hugh Grant, Ian McKellen, Polly Walker u.a.), bietet der Film beste Unterhaltung, und das nicht nur weil er die Romanvorlage gut umgesetzt hat. Er fügt die Handlung so wunderbar kreisförmig, sodass alte Freunde/Feinde immer wieder aufeinander treffen. Es ist eine von Downeys besten Rollen. Sein ausschweifender Lebenswandel wird überzeugend freizügig dargestellt und ist ein Sinnbild einer Epoche im Umbruch: der Restoration, die unter manchen Aspekten der heutigen Zeit durchaus vergleichbar ist. Und durch den kurzen äußerst beeindruckenden Auftritt von Meg Ryan (Katherine), als psychisch Kranke – eine völlig unerwartete Besetzung, die man so nie wieder gesehen hat - erhält der Film Tiefgang und eine zusätzliche Dimension. Es sind Gleichnisse in Bild und Wort versteckt, die ein mehrmaliges Anschauen rechtfertigen. | |
Di, 15.06.2010TV | Das Biest muss sterbenRacheplanNach über 40 Jahren hat der Krimi nichts von seiner Klasse verloren. Die Erzählweise ist wohl das ganz Besondere daran. An der Polizei vorbei - von der Chabrol ohnehin nicht viel hält - findet ein Vater den Mörder seines Sohnes. Und der (Jean Yanne) ist wirklich ein ausgemachtes Ekel; als Vater genauso wie als Ehemann. Ein Typ also, dem jeder gelinde gesagt die Pest an den Hals wünscht. Bis es zum überraschenden Ende kommt, gibt es die üblichen ironischen Seitenhiebe auf das spießige Bürgertum und eine vorgetäuschte Liebesaffäre. Die Beziehungen der Personen zu einander machen die Spannung aus. Hier herrschen Abscheu, hilflose Wut und Frust. In dieser Gemengelage braucht man das eigentliche Verbrechen gar nicht zu sehen, wenn der misshandelte Sohn den Sohn des potentiellen Mörders rächt. Der geplante Mord ist so offensichtlich, dass er schon wieder unwahrscheinlich zu sein scheint. Und wie steht es mit der moralischen Verantwortung? Die letzte Einstellung: einsames Segelboot auf weitem Meer…ein bleibender Eindruck. Einfach Klasse eben. | |
Mo, 14.06.2010TV | Mein Bruder ist ein EinzelkindBruderliebeGut gemachte Unterhaltung mit ernsten und humorvollen Stillmitteln, wie im Titel richtungsweisend angekündigt. Ein Zeitbild der italienischen Arbeiterklasse. Es wird unterstützt von amerikanischen Welthits, die auf Italienisch gesungen eine stimmungsvolle Untermalung abgeben. Die Familie ist das Zentrum, um das die Mitglieder und ihre Freunde/innen kreisen und die ihnen Halt und Zuflucht gewährt. Hier treffen Kommunismus und Faschismus aufeinander. Sieger bleibt aber die Bruderliebe, die auf eine tragische Probe gestellt wird. Mitunter geht es echt italienisch turbulent zu, aber es gibt auch nachdenkliche, vom Gefühl getragene Szenen. Und die Liebe kommt natürlich nicht zu kurz. Sie zeigt sich kitschfrei, dafür aber anrührend und immer vor dem Hintergrund der Verantwortung der Familie. Die letzte lange Einstellung, in der sich die Hauptfigur selbst als Junge sieht, gewährt Zeit, über alles noch einmal nachzudenken. | |
Mo, 14.06.2010TV | Die rote LaterneDie vierte HerrinDie bezaubernde Gong Li in ihrem vielleicht optisch schönsten Film. In formal streng komponierten, äußerst eindrucksvollen Bildern erzählt der Film in einem Farbenrausch in ganz ruhiger Abfolge eine an sich belanglose Geschichte: Songliang wird vierte Nebenfrau eines reichen Chinesen. Das Anwesen ist ein abgeschlossenes Universum mit klar gegliederter Hierarchie. Hier verläuft das Leben nach immer gleichen, starren Regeln, genau wie die Jahreszeiten. Verstöße werden unnachsichtig geahndet. Doch es gibt tödliche Intrigen und Verrat unter den Frauen. Von den Herren sieht man eigentlich recht wenig. Mit ihrer Eigenständigkeit, ihrem Mut auch zu einer gewagten Aussprache und ihrer Stärke als Frau erarbeitet sich Songliang eine vordere Stellung in der Beliebtheitsskala. Doch sie bleibt nur ein kleines Rädchen im großen Getriebe des Hauses, wird unschuldig schuldig und endet mit ihren Gewissensbissen im Wahnsinn. | |
Di, 08.06.2010TV | Der Schrei der EuleDer UnschuldigeEiner der besten Chabrol-Filme. Der Altmeister spielt hier genauso genial mit den Erwartungen der Zuschauer wie die Vorlage von Patricia Highsmith und erhöht die Spannung unentwegt, indem er ständig neue, überraschende Wendungen einbaut. Und dann lässt er die Handlung in einem so nie erwarteten Show-down gipfeln, dass die Kategorie ’Verbrechen’ endlich gerechtfertigt wird. Vier-Fünftel sind nämlich ein raffiniertes Psychodrama, in dem den beiden Hauptfiguren Mathilda May und Christophe Malavoy in einem gekonnten Duett der Spagat zwischen großer Liebe und latenter Gefährlichkeit, zwischen äußerer Freundlichkeit und möglicher krimineller Triebhaftigkeit überzeugend gelingt.
Unterwegs gibt’s - und das ist typisch für Chabrol - die üblichen ironischen Seitenhiebe auf die etablierte, französische Gesellschaft. Und als Sahnehäupchen kommt der ’dramatische Schlussvorhang’ mit der akustischen Untermalung des Filmtitels und einem völlig abrupten Ende. | |
Mo, 07.06.2010Kino | FrühlingssinfonieRobert Schumanns grosse LiebeEs ist ein Musikfilm und ein Liebesfilm. Nicht nur für Liebhaber der klassischen Musik. Ein prominentes Starensemble überzeugt durchaus, auch wenn man der gemütlichen Inszenierung (1983) das Alter ansieht. Ein schöner deutscher Beitrag zum Problem Robert Schumanns (Herbert Grönemeyer) grosse Liebe Clara (Nastassja Kinski). Der Soundtrack enthält viele wichtige Salonstücke des Meisters, inklusive der ’Träumerei’. Gutes altes Kino zum zurücklehnen und genießen, nichts aufwühlend Dramatisches. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.