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So, 30.05.2010
TV | Die Schwester der Königin
Die Boleyn-Sisters1 Stern
Ein etwas kruder Kostümschinken mit prominenter, weiblicher Besetzung (Portman, Johansson). Im Mittelpunkt steht das Bemühen des hochnotgeilen Königs Heinrichs VIII. einen männlichen Thronfolger mit den Boleyn Sisters zu zeugen. Die Dialoge sind nicht unbedingt zeitgemäß für das frühe 16. Jahrhundert. Sie enthalten emanzipatorische Argumente aus den 60er Jahren unserer Zeit. Lediglich für das Verhalten von Männlein und Weiblein im Bett wird das passende Verb ’beiwohnen’ verwendet. Die schwarzhaarige! böse Schwester Anne überrascht mit Weitblick in der europäischen Diplomatie und lenkt den König behänd und zielbewusst. Für diese historische Figur gibt es bessere filmische Vorlagen. Der hier (Eric Bana) wirkt eindimensional und bleibt etwas vage. Kein echter Absolutist! Wer den kritischen Abstand nicht schafft, kann von dem emotionalen Geschwurbel zwischen diversen Geburten und Verrat, zwischen Intrigen und höfischen Anfeindungen beeindruckt werden.
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Fr, 21.05.2010
TV | The Wind that Shakes the Barley
Rebellische Heimatliebe5 Sterne
Rebellische Liebe zur Heimat Ken Loach ist ein erschütternder Film über den englisch-irischen Konflikt gelungen. Drei Dinge sind bemerkenswert: man erfährt etwas über die Uneinigkeit der Iren untereinander. Hier gab es Realos und Fundis, die sich letztlich, nachdem sich die politische Lage verändert hat, gegenseitig bekämpften, wobei die Trennlinie mitten durch Familien verlaufen konnte. Der Konflikt ist also ein echter Bruderkrieg. Diese Individualisierung der Auseinandersetzung geht an die Nieren, weil sie bis zur letzten Konsequenz verfolgt wird. Außerdem trifft der lyrische Titel, der auf eine alte Ballade zurückgreift, das Wesen der irischen Seele. Die Liebe zur irischen Heimat schafft Rebellen und ist immer eng verbunden mit der zu einem irischen Mädchen. Beide enden tragisch. Und dann ist da noch die mehrfache Bedeutung der Gerste für die Untergrundkämpfer: als Wegzehrung und als letzte Ruhestätte. Aber auch als symbolische ewige Wiedergeburt des irischen Widerstandes.
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Do, 20.05.2010
TV | Die Hüterin der Gewürze
Die Schöne und der Biker2 Sterne
Alles ist an diesem Märchenfilm schön: die Aufnahmen in herrlichen Farben, die Love Story mit brennendem Happy End und natürlich die wunderschöne Hauptdarstellerin Aischwarya Rai. Sie ist permanent im Bild und beeindruckt, wenn sie mit ihren großen, dunklen Kulleraugen den edlen Biker (Dylan McDermott) anschmachtet. Mit der Zeit hat man sich an die Schöne aber so sehr gewöhnt - und ihr schauspielerisches Talent ist ziemlich eindimensional - dass sich Langeweile breit macht. Auch die krampfhaft eingeschobenen zusätzlichen Personen sind keine echte Bereicherung. Da wäre mehr drin gewesen, vor allem wenn man den Anfang bedenkt oder die nette Idee der Dialoge der Schönen mit den Gewürzen. Wer also seine Augen weiden lassen will, kommt voll auf seine Kosten. Nicht vergessen vorher das Hirn auszuschalten.
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Di, 18.05.2010
TV | Das Parfüm der Dame in Schwarz
Der Ast des Affen im Busch1 Stern
Eine skurrile Groteske des fortlaufenden Schwachsinns. Es passiert ständig irgendetwas, ohne dass eigentlich etwas passiert. Eine Art Handlung ist zu erahnen und sie entbehrt gelegentlich auch nicht einer gewissen Komik, die das gut gelaunte, teilweise renommierte Ensemble rüberbringt. Sie wird begleitet von einem seltsamen Wortwitz, der in der Überraschung und in der Wiederholung liegt. Der Film könnte auch heißen “Die Burg auf der Insel im Meer“ oder „Ein Zauberkünstler verschwindet“. Die dichte Fülle von durchgeknallten Ideen kann einen schon eine Weile fesseln. Und das spricht ja wohl in gewisserweise für den Regisseur und die Schauspieler. Es ist gekonnter Unfug der leichten Art, den manche vielleicht genial nennen würden. Nicht jedermanns Sache!
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Di, 18.05.2010
TV | Verführung einer Fremden
Cybersex1 Stern
Der deutsch Titel ist weit hergeholt und wenn man das Ende bedenkt auch noch falsch. Der Originaltitel (Perfect Stranger) sagt im Gegensatz zum deutschen nichts über das Geschlecht des Fremden aus. Dreiviertel des Films bieten Cybersex, der sich auf die attraktive Hale Berry konzentriert, genau genommen auf ihr Gesicht in Großaufnahme und ihren Ausschnitt. Bruce Willis dagegen schaut diese ganze Zeit zynisch-streng und agiert furchterregend arrogant. Eigentlich spielen aber die Computer die Hauptrolle. Sie bestimmen die Handlung. Als dann am Ende die vielen sogenannten ’überraschenden Wendungen’ kommen, stumpf der Zuschauer langsam aber sicher ab in Erwartung einer weiteren unglaubwürdigen, möglichen Aufklärung. In der Phase traut man jedem die Morde zu, selbst dem harmlosen Zeitungsverleger, dessen Bild am Ende auftaucht. Und die Verführung an sich ist so prickelnd wie ein Glas Wasser und vorhersehbar wie der Sendetermin der Tagesschau.
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So, 16.05.2010
TV | A Crime - Späte Rache
Mörderisches Dreieck2 Sterne
Die Story wirkt ziemlich konstruiert, um mehrere Ecken herum gedacht und die Motive der Täter bleiben unklar. Nach über 60 Minuten fragt man sich, wo bleibt das im Titel angekündigte Verbrechen? Und dann gibt’s mindestens gleich zwei davon, wobei das letzte in einer mörderischen Bluttat gipfelt, die zum Wegschauen verleitet. In dieser Dreiecksgeschichte überzeugen die Weltstars Béart und Keitel schauspielerisch durchaus, weil sie das unerwartet Unheimliche permanent demonstrieren, sich ständig belauern und latent gewaltbereit sind. Es geht letztlich um das alte Spiel von Sex and Crime und um die wechselseitige Abhängigkeit dieser beiden Phänomene. Hier gibt es eine Lösung mittels Gewalttätigkeit, die aber erst in der zweiten Hälfte an spannender Unterhaltung gewinnt. Vorher folgt man der Handlung und wundert sich, was diese Béart für ein Spielchen mit den zwei Männern treibt.
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Sa, 15.05.2010
TV | Villa Jasmin
Spurensuche3 Sterne
Es ist zunächst einmal ein Appell an die Suche nach den eigenen Wurzeln. Wenn man sie verloren hat, muss man versuchen, sie wiederzufinden. Dann ist es ein Versuch, die französische Kolonialpolitik in Nordafrika am Ende des zweiten Weltkrieges zu thematisieren. Im Mittelpunkt steht ein einheimischer Jude in Tunesien, der auch noch Sozialist und Fraumaurer ist. Klar, dass er zwischen die Fronten von Franzosen und den einrückenden deutschen Truppen gerät. Seine Geschichte wird sehr emotional erzählt mit interessant gemachten Rückblicken, in denen sich der verstorbene Vater und der Sohn auf einer imaginären Ebene an Originalschauplätzen direkt begegnen. Letztendlich geht aber dann doch alles ziemlich glatt, trotz einer Folterszene. Wem das genügt, der hat sich von den wunderschönen Bildern blenden lassen, die etwas über die wirkliche Tragik hinwegtäuschen sollen.
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Do, 13.05.2010
TV | 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
Schockierend ehrlich4 Sterne
Der 1. Teil ist der Ausgangspunkt der Handlung: zwei Freundinnen haben eine Abtreibung in einem Hotelzimmer arrangiert. Die eine, die Leidtragende, die andere, Otilia, die Aktivere. Hier ziehen uns die unheimlich langen, wortlosen Szenen mit hinein in das Geschehen und setzten erste Denkanstösse. Im 2. Teil läuft das Kontrastprogramm: eine Familienfeier. Alles quatscht sinnfrei durcheinander, singt und säuft. Mittendrin die schweigende Otilia. Der Zuschauer wird gezwungen zu erkennen, was ihr durch den Kopf geht, während die Worte an ihr vorbeirauschen - alles, nur nicht wie man Kartoffelpuré macht. Dann im 3. Teil kommt die Auseinandersetzung mit ihrem Freund. Hier werden wenn auch nur hypothetisch die unterschiedlichsten Ansichten hinsichtlich einer möglichen Abtreibung bei ihnen deutlich und damit wächst die Distanz zwischen ihnen. Es entsteht eine Atmosphäre der klaustrophobischen Angst, besonders bei der Entsorgung des Fötus: es ist Nacht, man fühlt sich beobachtet, die Kamera ganz dicht dran, wackelt hinterher. Und wenn man dann noch die die Situation unter Chaucescu mit seiner Securitate im Hinterkopf hat, wächst sich das zu einem menschlichen Albtraum aus.
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Mi, 12.05.2010
TV | Die Borgias
Papst als Familienoberhaupt3 Sterne
Ein hübsch anzusehendes Historienspektakel mit prächtiger Ausstattung. Es geht um weltliche Macht in Italien, wo Ende des 15. Jahrhunderts auch die Päpste kräftig mitmischten. Sie führten damals alles andere als ein zölibatäres Leben. Zur Durchsetzung ihrer Ziele wandten sie mafiaähnliche Methoden an und leiteten ihre eigene Familie (Frau, Söhne, Tochter) genau so machttrunken wie die Kirche, der sie vorstanden. Es wird munter drauf los gemordet. Gedungene Meuchelmörder haben Konjunktur. Zwischendurch gibt’s viel Action, Sex und nackte Haut von schönen Frauen. Die wechselseitige Beziehung von Sex und Macht wird ebenso erkennbar wie die unstillbare Gier nach dem donnernden Leben, dass es in all seiner prallen Fülle auszukosten galt. Man kann das Lebensgefühl der Menschen der Renaissance spüren.
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Mi, 12.05.2010
TV | Once
Nette CD1 Stern
’Once’ ist eine nette CD, für den, der auf akustischem, romantischem Gitarrensound steht. Die Songs werden in voller Länge hintereinander abgespielt. Nicht schlecht, aber in der Anlage ähnlich. Aber es sollte doch ein Film sein!? Wie in vielen Musikfilmen ist auch hier die Handlung äußerst dürftig. Sie: verheiratete Mutter und Immigrantin, er wohnt und arbeitet mit 40 noch bei Vatern. Und außer wenn sich die beiden Hauptfiguren musikalisch äußern, versprühen sie den Charme eines offenen Eisschrankes. Es liegt keineswegs am fehlenden Happy End. Die Figuren sind einfach unscharf, weil zu oberflächlich gezeichnet. Sie sind nur auf Musik fixiert und die kommt so flatterhaft unkompliziert daher, dass man den Eindruck bekommt, am Anfang steht bereits der perfekte Song. Man braucht sich nicht zu plagen, alles fliegt einem nur so zu. So einfach ist das. Wie gesagt, wer den Sound mag, soll sich die CD kaufen. Als Film ist ’Once’ eine Katastrophe.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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