Di, 11.05.2010TV | Gefangen im DunkelMarian nie wiederDie Handlung wirkt - so wie sie dargeboten wird - trotz realer Vorlagen ziemlich unglaubwürdig. Und die Schauspieler versuchen krampfhaft die emotionale Ebene zu betonen, bewegen sich aber dank des schwachen Drehbuchs in Dialogen, die zwischen übertriebener Sentimentalität und oberflächlichem Alltags-Einerlei hin und her schwanken. Auch das actionreiche Finale kann den inzwischen verloren gegangenen Anflug von Spannung nicht kompensieren. Alles ist zu clichéhaft. Am unglaubwürdigsten ist die Ehefrau, die eigentlich aktiv werden müsste, weil sie weiß. Doch sie bleibt eigenartig ruhig. Selbst der Vater wirkt als unmittelbar Beteiligter nicht als der Held, der er eigentlich sein sollte, nachdem er den Fall ohne Polizei ’gelöst’ hat. Man hat hier wohl aufgrund von aktuellen Ereignissen versucht, das schnelle Geld zu machen.
Der deutsche Titel ist Inhaltsangabe und der englische ziemlich kryptisch. | |
Mo, 10.05.2010TV | Lebewohl, meine KonkubineTheater und PolitikChen Kaige, einer der profiliertesten chinesischen Regisseure hat der Peking Oper ein Denkmal gesetzt. Er lässt diese fernöstliche Institution über fünfzig Jahre der Geschichte des Reiches der Mitte durchleiden. Dabei kommt es immer wieder zu Anpassungsschwierigkeiten mit den jeweiligen Machthabern: erst die Nationalisten, dann japanische Besatzer und schließlich Maos Kommunisten. In diesem grandios bebilderten, ziemlich episch breit angelegten Historiendrama stehen zwei Schauspieler des titelgebenden Theaterstückes, die sich eigentlich sehr mögen im Mittelpunkt. Zwischen ihnen die zauberhafte Gong Li. Die Umstände zwingen die Freunde zu Verrat und Demütigung, verführt vom Opportunismus, die eigene Haut zu retten. So geraten völlig unpolitische Volksgenossen in die ideologischen Mühlen der kommunistischen Machthaber. Man kann den Film aber auch als ein Lehrstück über die Zeitlosigkeit des Theaters sehen. Die politischen Ereignisse ändern sich, die Kunst bleibt. | |
So, 09.05.2010TV | Die Flügel der TaubeEnde einer EpocheEs sind exquisite meist dunkle Bilder und eine pompöse Ausstattung, die eine lebensnahe Atmosphäre von Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstehen lassen. Ein Gesellschaftsgemälde einer Epoche, in der die alte Welt verschwindet und die neue bereits ihre Ankunft ankündigt. Hier werden sowohl die neuesten Errungenschaften der damaligen Technik, wie auch die zauberhafte Kulisse Venedigs eindruckvoll mit einbezogen. In dieser Dreiecksgeschichte, in der es um eine berechnende Verkuppelung geht, spielt das Geld eine wichtige Rolle. Die Frage bleibt offen, ob man über den Tod hinaus die verblichene Gönnerin weiterhin lieben wird. Die Kontrastierung von zeitgemäßer Moral und traditionellem Klassendenken wird nur am Rande erwähnt. Es lässt Raum, über Titel nachzudenken: Sind es die Körperteile, mit denen der Vogel seine Freiheit erlangen kann? Wenn sie beschnitten sind kann er nicht fliegen. Kann man die reiche, zerbrechliche, todkranke Amerikanerin ’Taube’ nennen? Was die Antworten angeht, bleibt sie der Film ebenso schuldig wie der Roman. | |
Fr, 07.05.2010TV | Sieben JungfrauenTristesse purDie Atmosphäre stimmt, die Laiendarsteller überzeugen, die Handlung scheint nicht erfunden und das Ambiente könnte nicht passender sein. Es ist ein 48-stündiger Ausschnitt aus dem Leben von Tano, einem jugendlichen Kriminellen. Er ist auf der Suche nach seiner Zukunft zwischen Tradition und kumpelhafter Freundschaft, zwischen Verantwortung und Spaß an der Freude. Dabei bestimmen Sex und Gewalt diesen kurzenlebigen Alltag. Man erkennt die Perspektivlosigkeit in dieser Tristesse, sodass eine andere Option sich von selbst ausschließt. Zumindest sieht das Tano so. So wie die letzte Einstellung des laufenden, vielleicht flüchtenden Tano im Bild angehalten wird, so episodenhaft bleibt der ganze Film. Keine Ermahnung, vielleicht eine Warnung oder eine Aufforderung diesen Teufelskreis zu durchbrechen, bevor man in der Abwärtsspirale untergeht. | |
Fr, 07.05.2010TV | Die Blume des BösenMord oder TotschlagDa hat sich Claude Chabrol von seinen frühen Krimis ganz schön weit entfernt. Dies ist kein echter Thriller. Eher eine komplexe Gesellschaftssatire, deren Hintergründe schwer nachvollziehbar sind. Es geht nicht so sehr um Mord oder Totschlag, sondern um die Abgehobenheit einer wohlhabenden, bürgerlichen Kaste, die sich nach außen abschirmt und alles, was nicht sein darf, wird geleugnet oder vertuscht. Mit Erstaunen nimmt man den unerwarteten Abspann auf und stellt fest, aha, so ist das eben. Trotz einiger unangenehmer Querschläger, geht das Leben so weiter für die Reichen und Schönen, die gelangweilt und mit Verdruss eigentlich ein erbärmliches Dasein fristen.
Allein der Titel verweist auf Baudelaires Gedichtband. Mit dem Wissen im Hinterkopf kann man vermuten, dass die Blume des Bösen im Geheimen ewig weiterblüht. Für eine Satire nicht bissig genug, für einen Krimi zu flach und für eine gesellschaftliche Analyse zu oberflächlich. Es ergibt sich nichts Neues. | |
Di, 04.05.2010TV | Die beste MutterMutter bleibt in FinnlandDen Titel des Films kann man als Frage verstehen. Ist die Frau die beste Mutter, die einen geboren hat oder die die einen aufgezogen hat? Ein menschlich bewegendes Phänomen der finnischen Geschichte um die Verschickung von Kindern im 2. Weltkrieg ins sichere Schweden geht ans Herz. Besonders das emotionale Hin- und Hergerissen sein des kleinen Eero wird glaubhaft mit viel Emotionen geschildert. Hinter seiner Sprachlosigkeit gegenüber der neuen Situation verbirgt sich seine Unsicherheit, obwohl er immer wieder kindliche Versuche unternimmt auszubrechen. Im Laufe der Zeit entstehen aber emotionale Bindungen zu der Frau, bei der er aufwächst und die Gefühle für seine natürliche Mutter verflachen. Es ist für ihn schwer zu verstehen, was daheim in Finnland seiner Mutter passiert: ein deutscher Soldat, eine neue Liebe. Die Erwähnung der Probleme der leiblichen Mutter erscheinen so marginal, wie Eero sie nachvollziehen kann. Er will aber trotz der vergangenen Jahre verstehen. | |
Di, 04.05.2010TV | Der Richter und der MörderDer Unreife und der IrreTavernier hat vor über 30 Jahren eine äußerst kritische Studie der französischen Gesellschaft abgeliefert, die sich so aber auch anderswo in Europa - auch bei uns - zugetragen haben könnte. Die beiden titelgebenden Figuren, Philippe Noiret als Richter und Michel Galabru als Mörder, stehen im Mittelpunkt dieses Sozialkrimis. Die Hintergründe für ihr Handeln werden genauer durchleuchtet. Dabei ist es unwichtig - und man sieht es auch nie so genau - wen und wie viele der Mörder umbringt. Wir sehen ein soziales Umfeld, in dem sich extremer Nationalismus breit macht - deshalb auch immer wieder der Vergleich mit Dreyfuß - in dem fast niemand frei von Schuld ist und wo die Frauen letzten Endes etwas besser wegkommen. Die vornehme Gesellschaft lebt abgehoben von der Realität und langweilt sich bei den üblichen Soireen oder erschießt sich bei Problemen. Mit einem traditionellen ’roten’ Kampflied soll die Huppert wohl etwas überraschend in eine arbeitnehmerfreundliche Zukunft führen. | |
Mo, 03.05.2010TV | Auf Wiedersehen, KinderFreundschaft in der ZerreißprobeDer Titel ist auch der letzte Satz im Film. Und in diesem Spannungsbogen entwickelt Louis Malle eine Internatsgeschichte, die im 1943 von den Deutschen besetzten Frankreich spielt. Vier Fünftel sind nicht nur Lausbubengeschichten, sondern enthalten auch eine Fülle von Hinweisen auf das Finale der letzten Viertelstunde. Nur mit dem Wissen im Hinterkopf kann man die Anspannung der Buben und ihrer Betreuer nachvollziehen. Das Meisterhafte an diesem Werk ist die Machart. Die behutsame, detailgesteuerte Anhäufung von Hinweisen schafft eine Atmosphäre der Angst, die selbst von Zwölfjährigen verstanden wird und die aus Vermutung Gewissheit, aus kindlicher Unbekümmertheit heraus Folgen erahnen lässt, wie sie an sich nur Erwachsene erkennen können. Und das ohne jegliche musikalische Untermalung während der Endphase. Eindrucksvolle Stille, in der ein Blick zum Verrat genügt. | |
Sa, 01.05.2010TV | Fever PitchFußballwahnFür eine echte Komödie fehlt der Witz. Das kann Nick Hornby(Romanvorlage und Drehbuch) inzwischen besser. Und die Beziehung, um die es hier geht, ist unglaubwürdig, vor allem das Happy End. Die Frau (Ruth Gemmell) kommt hier besonders schlecht weg. Es wird der Eindruck erweckt als seien Fußballfans selbst noch im reiferen Alter Kindsköpfe und laufen mit einem Tunnelblick durchs Leben. Sie sind emotional stark behindert und beziehungsunfähig. Das Jahr besteht nur aus der Spielzeit der Liga und Sieg oder Niederlage sind ein Anlass zum Besäufnis. Die Beziehungen zum anderen Geschlecht werden nur als sexuelles Ventil gesehen, und völlig cool und verantwortungslos abgehandelt. Frauen sollten auch Fans sein, möglichst von Arsenal London. Der Beruf ist Nebensache, Aufstiegschancen unwichtig. Und selbst wenn das alles stimmen würde, wem soll da hier der Spiegel vorgehalten werden? Selbst eingefleischte Fußballfans reißt das nicht vom Hocker. | |
Fr, 30.04.2010TV | Sportsmann des JahrhundertsDer PfahlsitzerEs geht um den Pfahlsitzsport. Das allein ist das Kuriose an dem Film. Kaum jemand hat davon gehört. Natürlich muss da auch noch etwas Butter bei die Fische. Soll heißen eine Handlung drum herum. Natürlich ist es eine Liebesgeschichte, mit einem reichen Bösewicht als Gegengewicht. Dann kommt noch etwas Klassenkampf der Arbeiter hinzu, damit die sozialkritische Komponente nicht leer ausgeht. Die Figuren sind zwar liebevoll gezeichnet, können aber letztendlich nicht überzeugen. Fast alles bleibt an der Oberfläche, nichts berührt oder ergreift einen wirklich. Und manche Aktionen wirken allerdings auch etwas dilettantisch und enthalten unfreiwillige Komik. Je länger man der Handlung folgt, desto distanzierter sieht man zu. Ganz vergessen die Rahmenhandlung, die dem Titel folgend den Sportsmann des Jahrhunderts ausfindig machen soll. Wäre das ironisch gemeint, dann ist das das zweite Kuriosum. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.