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So, 11.04.2010
TV | Der Date Profi
Schurkenschule2 Sterne
Der Originaltitel ist etwas aussagekräftiger: ’Eine Schule für Schurken’, denn das Ziel der Ausbildung ist es, ein rücksichtsloser, egoistischer Macho zu werden, dem in Zukunft alles gelingt, weil er sich alles einfach nimmt. Dass es dazu etwas fragwürdiger Methoden bedarf, ist klar und manche Episoden sind auch etwas an den Haaren herbeigezogen. Man ahnt den Fake schon bald (erinnert sich an ähnliche Spielchen aus anderen Filmen), auch das Ende der Love Story. Trotzdem ist es mittelprächtige Unterhaltung, die im Abspann noch zur Höchstform aufläuft und schmunzelnd den ironischen Zeigefinger hebt.
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Fr, 09.04.2010
TV | Irisches Intermezzo
Auf nach Irland4 Sterne
Es ist eine solide Literaturverfilmung. Drei Film-Ikonen (Rampling, Ustinov, Noiret, Fred Astaire nur am Rande) agieren in wunderschöner Landschaft und bieten immer noch gute Unterhaltung. Und wenn es um Irland geht (leider nennt man seine Bewohner hier ’Irländer’), darf auch ein gehöriger Schuss Folklore nicht fehlen. Aber das wirkt keineswegs störend, im Gegenteil… Den Titel des Originals ’Ein lila (malvenfarbenes) Taxi’ versteht nur, wer den Roman von Michel Déon gelesen hat. Für die drei Hauptfiguren ist es ein Zwischenspiel in ihrem Leben, in dem es ständig neue Optionen gibt, wobei manche, liebgewonnenen beibehalten werden. Man lebt nur für den Augenblick, genießt das Jetzt in vollen Zügen. Jeder ist ständig damit beschäftigt, glücklich zu sein. Abgesehen von der stummen Anna (toll Agostina Belli), die merkt es nur nicht. Es macht immer noch Spaß, ihnen dabei zuzusehen, optisch, emotional und lukullisch mit ihnen zu schwelgen.
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Do, 08.04.2010
TV | Hamaca Paraguaya - Eine Hängematte in Paraguay
Ein Anti-Film0 Sterne
Vier Charakteristika machen aus diesem Streifen dann doch schon wieder etwas Besonderes: es passiert so gut wie nichts, die statische Kameraeinstellung wechselt fast nie, man kann im ständigen Halbdunkel fast nichts erkennen und die spärlichen, sich wiederholenden Dialoge drehen sich um das Wetter, einen bellenden Hund und die eventuelle Heimkehr des Sohnes aus dem Krieg. So gesehen ist es eigentlich gar kein Film, nicht einmal ein vertontes Bilderbuch. Vielleicht ein Versuch die absolute Leere darzustellen, das Nichts als Gegenpol zu dem Etwas. Da ist fast nichts Lebendiges mehr - also etwa das Leben nach dem Tod? Die stille Reglosigkeit der dunklen Wolken? Kann man das Warten sichtbar machen? Doch das geschieht eigentlich nur im Kopf, das ist eine Einstellung. Und wenn man überhaupt keine Erklärung findet, dann sagt man „Es ist eine Parabel!“
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Di, 06.04.2010
TV | Angel - Ein Leben wie im Traum
Traurig im Paradies2 Sterne
Es ist schon ein heftiger Kostümschinken. Dabei sollte es doch um den Aufstieg und Niedergang einer Trivialschriftstellerin (Romola Garai) gehen, die aus bescheidenen Verhältnissen kommt und sich in einen nicht anerkannten Maler quasi als Antipode verliebt, der sie später betrügt. Viele Themen werden angesprochen: die Weltkriegsproblematik: Held oder Pazifist. Macht der Wohlstand satt und träge? Kann man Glück kaufen oder es wenigstens festhalten? Ein außereheliches Kind taucht auf. Krankheit und Selbstmord lassen sich nicht verhindern, ebenso wenig wie Einsamkeit. Alles bleibt letztlich doch an der Oberfläche der monomentalen Ausstattung hängen und hinterlässt einen herben Geschmack. Man pilchert von Event zu Event. Immerhin war ja ganz schön was los in diesem tristen Leben in einem Dornröschen-Schloss, das ’Paradies’ heißt. Vielleicht leben ja Schriftsteller so abgehoben von der Realität, leiden am schuldlos selbstverschuldeten Unglück.
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Di, 06.04.2010
TV | Die Teuflischen
Das Biest muss sterben4 Sterne
Der Zuschauer sieht den Mord von der Vorbereitung bis zur Ausführung und die Spannung bleibt. Erst besteht sie weiterhin wegen der beiden unterschiedlichen Frauen (toll die Signoret und die Clouzot). Mal zögert die eine, mal droht die andere das Ganze abzubrechen. Eine krank und schwächlich, die andere robust und willensstark. Mit dem Auftauchen des alten, äußerst liebenswerten Kommissars entsteht ein neues Spannungsgeflecht, bei dem man der Aufklärung entgegenzittert, weil man ahnt und immer mehr Gewissheit bekommt. Und dann am Ende die überraschende Wende, nachdem unsere Nerven aufreibend strapaziert worden waren mit quietschende Türen und raffiniertem Licht- und Schattenspiel. Diese Wende diente mehreren anderen Krimis als Vorlage: innerhalb eines Trios entsteht ein Mord und die beiden Übriggebliebenen werden aus Gegenspielern zu Verbündeten, die ein abgekartetes Spiel geplant hatten.
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Fr, 02.04.2010
TV | Fromme Lüge
April3 Sterne
Der deutsche Titel ist ganz schön provokativ im Gegensatz zum Original. Da hat man einfach den Vornamen der Novizin genommen ’Avril’. Besser als manch anderer Film, der dieses Thema behandelt wird hier sachte aber beharrlich darauf hingewiesen, das das wahre Leben doch nicht hinter Klostermauern stattfindet. Neben dem einfachen Vergleich kommen hier noch eine heimliche Mutterschaft und eine Geschwistersuche hinzu. Vierfünftel des Films bieten brauchbare Unterhaltung. Es wird nachvollziehbar dargestellt in welcher Rückständigkeit eine erwachsene Frau lebt, die die Realität der Außenwelt zum ersten Mal erblickt, ohne die Sinnfrage übermäßig zu strapazieren. Nach überraschenden Wendungen treibt es den Film auf der Zielgrade in eine sowohl optisch als auch sinnvoll ansprechende Richtung. Doch dann überdreht er und zerschlägt damit viel bis dato geschaffenes, glaubwürdiges Porzellan.
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Fr, 02.04.2010
TV | Rückkehr der Störche
Versuchte Wurzelsuche2 Sterne
Die Doppelbedeutung des Titels wirkt ein wenig aufgesetzt. Da genügen ein, zwei Sätze der Oma nicht, um ihre eigene Rückkehr mit der der Störche zu vergleichen. Außerdem gelingt es nicht, irgendeinen Tiefgang zu erreichen. Man kann das Bemühen des Regisseurs zwar spüren; aber es bleibt beim Versuch. Die Handlung streicht so an der Oberfläche entlang, die Figuren bleiben blass und was so als Pseudo-Roadmovie daherkommt kann letztendlich nicht überzeugen. Man hat da eine ganze Menge hineingestopft, was unausgegoren ist: Flüchtlinge, Selbstfindung, Liebe, mal ein Leben lang mal im Wechsel, selbst die Mafia wird bemüht. Aber das Schlimmste ist das verquaste Happy End, das weder Zuschauer noch Akteure zufrieden stellt.
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Di, 30.03.2010
TV | Blood Diamond
Leo im Chaos3 Sterne
Edward Zwick hat ein ganz passables Drama über Blutdiamanten und Kindersoldaten abgeliefert. Es kracht oft und lange in diesem Streifen und Leo rennt unbeschadet durch Explosionen und Feuergefechte, ohne vorerst! ernsthaft verletzt zu werden. Man sieht das Chaos in Afrika, spürt die permanente Unsicherheit und erfährt etwas über die vielen Parteien, die hier viel Geld verdienen. Die Botschaft des Films versucht die Realität wieder zu spiegeln : es wird immer so weiter gehen; daran lässt sich leider nichts ändern; die Kleinen bleiben auf der Strecke und die Großen machen sich nicht die Finger schmutzig, die sahnen nur kräftig ab. Und manche Kleine wie Leonardo di Caprio erliegen dann doch dem Trugschluss, sie seien die Größten. Ein insgesamt lohnender Blick auf Afrika, wenn auch durch die Hollywood-Brille etwas geschönt. Bis auf die überflüssige, herbe Love Story geht alles dann eigentlich doch viel zu glatt.
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Fr, 26.03.2010
TV | Vier Minuten
Zucht und Ordnung kontra Genie5 Sterne
Es ist einer der besten deutschen Spielfilme der letzten Jahre. Mit zwei überragenden Hauptdarstellerinnen (Monica Bleibtreu, Hannah Herzsprung), die sich als Antipoden ergänzen und an einander reiben. Beide agieren auf Augenhöhe und beide leiden unter ihrer Vergangenheit. Mit ungeheuerer Vitalität und Lebenskraft tritt die eine auf, die mit ihrer brachialen Gewalt auch vor Selbstverstümmelung nicht Halt macht. Die andere kommt mit dem preußischen Ideal von Zucht und Ordnung daher. Ihre raue Schale offenbart schon bald den weichen Kern. Dabei geht es aber doch eigentlich um Musik! Das Geniale ist aber nicht nur der schlichte Titel, der nur dem etwas sagt, der den Film gesehen hat, sondern die zweite Ebene, die bis in die NS Vergangenheit zurückreicht. Und drittens gibt es so ganz nebenbei eine kritische Schilderung der Zustände in Strafvollzug. Und - das ist bei diesem ernsten Thema wirklich erstaunlich - es gibt komische Szenen zum Lachen. Und dann das furiose Finale! So eine Musik hat man so bisher noch nie gehört. Chris Kraus hat seiner Klavierlehrerin mehr als nur ein Denkmal gesetzt. Geschliffene Dialoge treffen oft ins Schwarze, wie z. B. bei der Begegnung vor dem entscheidenden Konzertauftritt: Vater: „Ich wünsche dir viel Glück Jenny.“ Jenny: „Ich wünsche, dass du bald stirbst.“ Die Ausdruckskraft überwältigt und die emotionale Tiefe schafft Ergriffenheit bis an den Rand der Taschentuchbox.
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Do, 25.03.2010
TV | Ichi - Die blinde Schwertkämpferin
Die schöne Amazone2 Sterne
Konventionell erzählt und spannungsarm auch weil die Kampfszenen nicht überzeugen. Die Tatsache, dass die Hauptfigur nicht sehen kann, kommt nur unzureichend rüber. Da gibt’s Besseres. Ichi ist halt nur schön. Ihre Geschichte beinhaltet nichts Ungewöhnliches. Ebenso wie die ihres Partners, der anfangs ziemlich dämlich daherkommt und erst am Ende ein gewisses Format erlangt. Optisch überzeugen nur einzelne wenige Einstellungen, andererseits liegt viel im Dunkeln. Eine allgemein übliche Samurai-Story: einer soll für ein Dorf kämpfen. Alles läuft viel zu glatt. Die einzelnen Charaktere bleiben blass und die Welt ist klar geteilt in Gut und Böse. Das vorhersehbare Ende gerät dann doch etwas zu melodramatisch. Und genau wie der kleine Junge, der zuvor das seltsame Trio vervollständigte, und der Ichi am Ende nachwinkt, während sie hinter den Hügeln verschwindet, weinen wir ihr keine Träne nach.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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