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So, 10.01.2010
TV | Die Tote am See
Horror in den Wäldern4 Sterne
Der Film ist ein Beleg dafür, dass man auch mit ganz konventionellen Mitteln immer noch Hochspannung erzeugen kann. Als einziges Hilfsmittel neben wackeliger Handkamera ist ein Klangteppich unterlegt. Ansonsten bauen die Bilder und die Story gekonnt Spannung auf. Und auch die Schauspieler schenken sich nichts. Man spürt förmlich wie an der Schraube immer wieder eine Umdrehung weitergestellt wird. Aus der langen Reihe der Survival-Filme ragt dieser in mehrfacher Hinsicht heraus. Vor allem wegen einer einleuchtenden Lösung, die gut vorbereitet, in ihrer Prägnanz kurz und bündig überzeugt. Gute alte skandinavische Krimitradition, erneut gekonnt wie eh und je.
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Sa, 09.01.2010
TV | Eine italienische Hochzeit
Der Bruder der Liebe3 Sterne
Eine wunderschöne Romanze. Wir erleben der Anfang dieser zweigleisigen Liebesgeschichte mit und ahnen das Happy End. Somit kann man sich voll den Emotionen hingeben und die Story genießen: mit dem nicht so hübschen, schüchternen jungen Mann mitleiden (schauspielerisch hervorragend Giovanni Ribisi) und die Oberflächlichkeit des gutaussehenden Bruders erfahren, herrliche Bilder, jede Menge nette Italiener, die nach Australien ausgewandert sind und die schöne Rosetta (Amelia Warner) bewundern. Aber es gibt auch gute Einblendungen als Träume oder als Lesevergnügen verpackt. Ein Film für Tage, an denen es einem nicht so gut geht.
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Sa, 09.01.2010
TV | 25 Stunden
Good-Bye New York3 Sterne
Der Titel bezieht sich auf die Zeit zwischen der Verurteilung und dem Antritt der Haftstrafe. Ein wie immer überzeugend souveräner Edward Norton (Monty) verabschiedet sich von seinem bisherigen Leben und bringt noch einiges zuvor in Ordnung. Typisch für Spike Lee sind die präzise gezeichneten Charaktere, wie der Kommissar - hier mal einer mit Ironie - oder Montys irischer Kumpel, der sich Vorwürfe macht, seiner Freundesrolle nicht gerecht geworden zu sein. Er hätte das Abgleiten in den kriminellen Sumpf eigentlich verhindern müssen. Beides und das eigenwillige Ende machen den Unterschied zum Mainstream aus: Lee spielt mit dem Gedanken, ob man sich nicht der Haftstrafe durch Flucht entziehen sollte. Eine Idee, die gar nicht mal so abwegig wäre. Das bietet beim Abspann Gelegenheit zur Diskussion, nachdem man sich zuvor aber darüber verständigt hat, ob Monty nun hat oder nicht…
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Sa, 09.01.2010
TV | Live Flesh - Mit Haut und Haar
Wenn das Fleisch zittert3 Sterne
Almodovar präsentiert uns ein komplexes Beziehungsgeflecht, an dessen Anfang und an dessen Ende eine Geburt steht. Dazwischen gibt es jede Menge Sex and Crime. Wie das erzählt wird ist zwar amüsant, aber man braucht manchmal schon einen Plan, um das Verhältnis der einzelnen Figuren zu einander nachvollziehen zu können, vor allem wenn vor der Kamera über etwas gesprochen wird, was nur die beteiligten Akteure wissen. Aber wie das bei einer Farce so ist, darf man nicht so genau hinschauen. Im Zentrum der Aktionen steht die Liebe: die nehmende und die gebende, von männlicher wie von weiblicher Seite her gesehen. Da gibt es Machtspielchen, Treulosigkeit, Verletzungen, Lustgewinn und Frusterfahrung. Gut gemachte Unterhaltung, wenn ’das Fleisch zittert’.
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Mi, 06.01.2010
TV | Nach der Hochzeit
Folgen der Liebe4 Sterne
Nach der Hochzeit der Kinder, die sich als Schuss in den Ofen entpuppt, wird eine Lawine losgetreten, die alles, was bisher unter den Teppich gekehrt worden ist, aufdeckt. Alle Leichen im Keller der Beziehungen werden als Licht gezerrt. Am Anfang steht eine missglückte Beziehung mit Folgen. Was dann folgt, ist eine sehr komplexe Schilderung der menschlichen Verantwortlichkeiten dafür. Die Dialoge und Reaktionen der Figuren sind absolut überzeugend und bewegen sich in einem Netz aus unerfüllter oder wieder möglicher Liebe, finanzieller Wiedergutmachung, verletztem Stolz und charakterlicher Weiterentwicklung zum Besseren hin. Beeindruckend erzählt, kommt keine Depression auf, denn in jeder Krise steckt auch eine Chance, die von den Betroffenen ergriffen wird…
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Di, 05.01.2010
TV | Schwarze Narzisse
Nonnen im Himalaja1 Stern
Ein etwas angestaubter Film aus dem Archiv der vierziger Jahre, als Hollywood auf der Fernostwelle schwamm. Deshalb auch die malerische Bergkulisse des Himalaja. Die Romane von Pearl S. Buck weckten damals das Interesse für China und richteten das Augenmerk der Kinogänger auf diese ganze Region. Vieles kommt uns heute recht betulich vor und die Figuren sind ziemlich klichéhaft. Sie pendeln mit ihren Aktionen zwischen einem heiligen Mann und einer Art Wildhüter hin und her. Der engelgleiche Gesichtsausdruck von Schwester Oberin Deborah Kerr dominiert zwar die Szene, wirkt aber eher einschläfernd. Der einzige Lichtblick ist die noch ganz junge Jean Simons, die als Einheimische etwas Exotik einbringt. Die abtrünnige Nonne wirkt heute etwas lächerlich mit ihrem diabolischen Blick. Trotzdem gab’s damals zwei Oscars. Nicht für die Schauspieler, die Regie oder das Drehbuch - wirklich nicht - sondern für Kamera und Ausstattung.
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Di, 05.01.2010
TV | Das schwarze Buch
Mata Hari4 Sterne
Es ist ein Versuch der Aufarbeitung der holländischen Geschichte: der Film spielt Ende des zweiten Weltkrieges als das Land von den Nazis besetzt war. Hier gerät eine Jüdin (beeindruckend die hübsche Carice van Houten!) in die Lage für die eigenen Landsleute zu spionieren. Sie gerät ins Zwielicht von Nazihure oder nationaler Agentin, Kollaborateurin oder Widerstandkämpferin. Es entwickelt sich ein spannender Anti-Kriegsfilm mit viel Sex und Blut. Beide Seiten werden beleuchtet und es zeigt sich, dass nicht nur ideologische Gründe das Motiv zum Handeln sind. Hier wie da ist es die Gier, die die Akteure antreibt. Gier nach Reichtum, nach Sex, und nach Macht. Mit überraschenden Wendungen wird gekonnt an der Spannungsschraube gedreht. Man erkennt, dass man in solchen Zeiten niemandem trauen darf. Und auch das titelgebende Buch taucht erst ganz am Ende auf. Spannung pur, die auch noch Sinn macht.
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Mo, 04.01.2010
TV | An ihrer Seite
Ein Bär kommt über den Berg4 Sterne
Der deutsche Titel und der des Originals verdeutlichen die ganze Bandbreite der Problematik mit Alzheimerpatienten. Je nach Blickwinkel will man ’an der Seite’ des geliebten Menschen bleiben und ist doch genau genommen ’ewig weit weg von ihm’, weil er gedanklich in einer anderen Welt lebt. Es ist ein beachtenswertes Regiedebüt von Sarah Polley, die wir bis dato nur als tolle Schauspielerin kannten. Sie hat einen sehr emotionalen aber auch informativen leisen Film abgeliefert, der auf äußerst einfühlsame Weise die Situation von beiden Seiten der Betroffenen beleuchtet und darüber hinaus auch noch ein Signal der Hoffnung setzt. Man erlebt die unerwarteten Krankheitsschübe, die Hilflosigkeit der Angehörigen, aber auch deren Unmut, wenn alles etwas zuviel wird. Ein Winterfilm, nicht nur in Bezug auf die Jahreszeit, in der er spielt, sondern er betrifft auch den Winter des Lebens. Julie Christie in einer ihrer beeindruckendsten Altersrollen.
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So, 03.01.2010
TV | Head in the Clouds
Kopf in den Wolken4 Sterne
Der deutsche Titel trifft eigentlich nur auf die erste Hälfte des Films zu, denn da treibt Charlize Theron ihre Spielchen mit den Männern. Und auch der Originaltitel ’Kopf in den Wolken’ ist zwar recht blumig, geht aber am Kern des Films vorbei. Denn es ist schon gut gemacht wie Regisseur John Duigan aus dem lockeren Lotterleben der dreißiger Jahre die Kurve kriegt zu einem spannenden Agententhriller, der vom Spanischen Bürgerkrieg bis hin zum von den Deutschen besetzten Paris spielt und die Resistance thematisiert. Und Charlize Theron beweist wieder einmal, dass sie nicht nur eine der schönsten Frauen der Welt ist, sondern eine erstklassige Schauspielerin mit Charakterstärke. Gelungen scheint mir auch der Schluss: man weiß, aber muss nicht sehen.
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Sa, 02.01.2010
TV | The Good Girl
Provinz oder weite Welt3 Sterne
Der Film nimmt uns mit in die triste Eintönigkeit der Provinz, wo nichts passiert, alles in festen, immer gleichen Bahnen abläuft und nur Gerüchte die spießigen Geister hin und wieder aufschrecken. Wenn man hier nicht wegkommt, um hinter dem Horizont die grenzenlose Freiheit zu finden, ergeht es einem so wie Justine (Jennifer Aniston) - hier überraschend anders. Sie wird zur Ehebrecherin, Hure, Komplizin bei einem Verbrechen und mitschuldig am Tod eines Freundes. Aber wie der Titel klarstellt, ist sie im Grunde „ein braves Mädchen“. Aus dieser kognitiven Diskrepanz bezieht der Film seine Spannung und erregt Anteilnahme für Justine, eine klassische Anti-Heldin. Es ist ein unterhaltsames Gesellschaftsdrama auch mit ironischen Facetten, das mit seiner Ehrlichkeit besticht und mit seiner Hoffnungslosigkeit überzeugt.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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