Mo, 25.05.2009TV | HammettWim Wenders Schwarze SerieEin früher Wim Wenders Film. Er setzt nicht nur dem titelgebenden Krimiautor ein filmisches Denkmal, indem er ihn als praktischer Ermittler und als Schreiberling auftreten lässt. Darüber hinaus ist ihm eine eindrucksvolle Hommage an den Film noir gelungen. Für Wenders eine Art Fingerübung für spätere großartige Filme. Die Handlung ist nicht unbedingt innovativ. Freunde des Genres können genüsslich bekannten Mustern folgen. Viel interessanter ist das Wie. Obwohl in Farbe, ist schwarz dominant, mit viel Schatten und unausgeleuchteten Ecken. Alle Zutaten der schwarzen Serie sind vorhanden: Verfolgungsjagden, Prügeleien, Mord und Unterwelt sind vertreten. In Frederic Forrest hat er einen überzeugenden Hauptdarsteller gefunden. In locker munteren Dialogen ist auch noch Platz für Humor z.B. “Und was machen wir mit der Frühlingsrolle da oben?“ Nicht nur für Genrefans. | |
Mo, 25.05.2009TV | Hinter der SonneEnde einer FehdeEin durchaus lobenswerter Versuch, die Sinnlosigkeit der Blutrache darzustellen. Er ergeht sich aber weitgehend in schönen folkloristischen Bildern aus der Zirkuswelt. Die entscheidenden Szenen sind so dunkel, dass man die Handlung nur schemenhaft erkennen kann. Wenn ich es richtig gesehen habe, ist der ’Kleine’, der eigentlich völlig unbeteiligt war, am Ende umgekommen. Und was macht der größere Bruder am Strand? Soll die Erklärung etwa lauten ’Kommissar Zufall’ hilft am Ende, dass das Morden nicht weitergeht oder ist ein anderer Ausweg, man folgt seiner großen Liebe?
Schön anzuschauen. Ein ernstes Thema, das man so nicht ernst nehmen kann.
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So, 24.05.2009TV | Schwarzer SchmetterlingDer Mörder ist der Kommissar?Selten ist der Zuschauer so überzeugend und vor allen Dingen so lange (fast 4/5 des Films) in die Irre geführt worden wie in diesem Film. Die Spannung baut sich sehr langsam auf. Dazu gehört auch die Landschaft, die ganz dicht bewaldet ist, die Lage des einsamen Hauses und vor allem der furchteinflössende Mörder / Kommissar Eric Cantona. Und am Beginn der Auflösung des Rätsels meint man der Zug geht in Richtung Science Fiction: verlangsamte Kamerafahrt, verfremdeter Ton. Menschen sind unverwundbar, andere stehen von den Toten wieder auf. . . Der Zuschauer wundert sich. Während der restliche Plot noch enthüllt wird, erinnert man sich an einzelne kurze Szenen oder Sätze, die man in der spannungsgeladenen Handlung übersehen bzw. überhört hatte. Ein sehenswerter französischer Thriller, den man auch noch beim zweiten Mal anschauen genießen kann. | |
Sa, 23.05.2009TV | Heirat nicht ausgeschlossenIrland ist tollDer etwas dämliche deutsche Titel wird dem Film nicht gerecht. (Klingt fast nach Heimatfilm). Und er wurde ein Jahr vor dem langlebigen ’Ned Devine’ gedreht. Der Vergleich drängt sich auf, weil man viele bekannte Gesichter wieder trifft, obwohl er ein ganz anderes Thema hat: im Mittelpunkt steht ein Verkuppelungs-Festival und die Suche nach den irischen Wurzeln eines amerikanischen Senators. Das bietet genügend Stoff für viele humorvolle Szenen.
Der Film ist wie der andere eine Werbung für Irland. Man sieht ein Land, in dem trinkfeste, sangesfreudige, fröhliche Menschen in einer wunderschönen Landschaft leben. Hauptdarstellerin Janeane Garofalo trägt auf ganzer Strecke und ist Garant für kurzweilige, emotionale Unterhaltung. Und schließlich gibt es am Ende auch noch eine handfeste Überraschung. Man kann in die irische Atmosphäre genüsslich eintauchen und sich einfach wohlfühlen.
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Sa, 23.05.2009TV | Boulevard der DämmerungTot im PoolEs ist wohl Billy Wilders ernstester und düsterster Film, mit dem er uns aber keineswegs schocken will. Deshalb nimmt er auch das Ende vorweg: ein Toter kann nicht über seinen eigenen Tod berichten. Höchstens aus dem Jenseits. Gloria Swanson spielt die abgehalfterte Diva, die der Frust in den Wahnsinn treibt unnachahmlich. Und auch William Holden als erfolgloser Schriftsteller, der von ihr ausgehalten wird überzeugt als lässiger aber keineswegs herzloser Lover. Außerdem sehen wir Filmlegenden wie Cecil B. DeMille und Buster Keaton.
Was den Film darüber hinaus zu einem der ganz Großen macht, ist, dass er noch eine andere Ebene hat: es setzt humorvolle und ironische Seitenhiebe auf das alte Hollywood. Und er findet einen akzeptablen Schluss, nachdem uns zuvor Erich von Strohheim (selbst Regisseur) eine überraschende Wendung geboten hat. Wilders technische Meisterschaft zeigt sich in der Kameraeinstellung der Leiche im Pool. Ein Klassiker eben, der auch nach fast 60 Jahren sehenswert bleibt.
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Fr, 22.05.2009TV | La mala educación - Schlechte ErziehungDer MakelMit vielen überraschenden Wendungen verwirrt uns der Regisseur Almodovar bis man fast den Faden verliert. Aber andererseits erreicht er dadurch auch eine gewisse Spannung, die trägt. Der Vorwurf: Missbrauch von Buben trifft die katholische Kirche schwer und wird heute von ihr immer noch wenn möglich totgeschwiegen. Sicherlich sind diese Jungen für den Rest ihres Lebens gebrandmarkt.
Es geht Almodovar nicht darum nachgewiesen, warum man nach solchen Jugenderlebnissen folgerichtig schwul werden muss – also vielleicht um eine persönliche Rechtfertigung - sondern er will wohl eher eine Diskussion anstoßen, die letztlich auch die Frage nach dem Sinn des Zölibats beinhaltet.
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Do, 21.05.2009TV | Meuterei auf der BountyBöser KapitänDer Klassiker von 1935 ist immer noch besser als alle Remakes. Nicht nur weil die Story spannend erzählt wird und die Schauspieler – besonders Charles Laughton – überzeugen. Es gelingt echte Charaktere auf die Leinwand zu bringen: vom psychopatischen, sadistischen Kapitän Bligh über den freiheitsliebenden Offizier Christian (Clark Gable) bis hin zum Schiffskoch, der für den Spaß zuständig ist. Und auch das Ende stellt alle zufrieden. Die musikalische Untermalung weist auf das Alter des Films hin – inklusive des Schlusschores “Britannia rule the waves“ und die Südseeromantik wirkt heute überzuckert. Zeitlos bleibt die Darstellung der Frage verschiedener Erziehungsstile sowie das ’personal management’ von Angestellten. Gute Unterhaltung mit Qualitätsanspruch. | |
Do, 21.05.2009TV | FlandernSpuren des Krieges’Flandern’ steht oft als Synonym für die Schlachten des 1.Weltkrieges, für Grabenkrieg und Materialschlacht, für die ’Paternoster-Kette des Todes’ oder die ’Blutpumpenstrategie’ der Heerführer. Hier sehen wir eine Landschaft, die im Matsch zu versinken droht. Meist ist es nasskalt oder Raureif überzieht die Äcker. Der Himmel ist grau, die Wolken hängen tief. Die Menschen sind wortkarg und verschlossen. Sex findet ohne Emotionen im Gebüsch statt. Wenn man von hier in den Krieg zieht, kann es eigentlich nicht schlimmer kommen. Doch weit gefehlt. In fast dokumentarischen Szenen erleben wir die Gräueltaten auf beiden Seiten der Front.
Die über weite Strecken langgezogene, wortlose Darstellung beeindruckt durchaus, stellt jedoch eine Herausforderung an unsere Sehgewohnheiten dar. Man wird wieder daran erinnert, welche Spuren der Krieg in der menschlichen Seele hinterlässt.
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Mi, 20.05.2009TV | Das Mädchen, das die Seiten umblättertSpäte RacheEin leiser Film, bei dem es um Musik geht. Doch die ist nur das Medium, das die eigentliche Geschichte transportiert. Der Regisseur Denis Dercourt ist ein Kenner und Könner klassischer Musik, die er eindrucksvoll einsetzt. Ein für Außenstehende fast unbedeutender Vorfall, der zu Beginn die Karriere des kleinen klavierspielenden Mädchens zerstört und am Ende in einem subtilen Racheplan endet, bildet den ganzen Spannungsbogen des Films. Und nach so viel Bach und Mozart ist es nur zeitgemäß passend, dass die eine Partnerin (Cathérine Frot) der unerfüllbaren Liebe in Ohnmacht fällt.
Nicht nur für Freunde klassischer Musik ist der Film sehenswert, sondern wegen der über weite Strecken hinweg stummen Passagen, in denen nur vielsagende Blicke gewechselt werden(beeindruckend Neuentdeckung Déborah Francois) bis hin zur wortlos angebotenen Lösung, die dann doch manchem etwas zu konstruiert und seicht vorkommen mag.
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Di, 19.05.2009TV | Agenten der NachtBogey jagt NazisDer halbseidene Gangster, Humphrey Bogart, jagt eine geheime Nazi-Organisation in New York. Der Film, der 1942 gedreht wurde, sollte wohl als Aufklärungs- und Anti-Hitler Film auf den Markt kommen. Die US Amerikaner werden mit den Ideen der Nazis in einem Schnellkurs vertraut gemacht und lernten, dass es das KZ Dachau gibt. Der Film ist allerdings nur noch von mittelmäßiger Spannung und kann uns heute lediglich durch seine eigenartig humorvollen Einlagen ein müdes Lächeln entlocken. Ein Gutes hatte er zu seiner Zeit: vielen damals emigrierten Schauspielern diente er als Broterwerb. Nur für Bogey und Lorre-Fans ein Muss. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.