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Mi, 06.05.2009
TV | Jane Austens Verführung
Ablehnung und Zustimmung3 Sterne
Es ist nicht die glamouröse, oscarprämierte Verfilmung, aber sie ist grundsolide gemacht, handwerklich passabel und schauspielerisch überzeugend. Natürlich ist inzwischen die Verfasserin der Vorlage weitgehend bekannt. Man weiß, man muss sich auf lange Dialoge einstellen und darf keine von Stunts durchsetzte Action erwarten. Aber so war das Leben anfangs des 19. Jahrhunderts nun mal. Die Ehe galt als das einzige und erstrebenswerteste Ziel aller weiblichen Wesen. Und da ist kein Platz für Komik oder Klamauk. Man sollte hier von Beginn an sein Augenmerk hauptsächlich auf die beiden zu Verbandelnden richten (Amanda Root und Ciaran Hinds). Anders als sonst bei Austen werden sie nicht gelenkt und verkuppelt, sondern gehen selbst auf einander zu. In aller Stille, aber beharrlich. Hier wird niemand ’verführt’, sondern ’überredet’ (so der Originaltitel!). Ein ausgezeichnetes Beispiel für den Bildungsauftrag des Films.
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Mi, 06.05.2009
TV | Hearts in Atlantis - Das Rätsel eines Sommers
Der Junge und der alte Mann5 Sterne
Dass Scott Hicks ein echter Könner ist, wissen wir spätestens seit ‘Shine’. Hier ist ihm ein kleiner, aber feiner Film gelungen, in dem eine gewisse Atmosphäre durch nostalgische Rückblenden, den begleitenden Kommentar aus dem Off, die gängige Musik der 60er Jahre und die alles dominierende Figur von Anthony Hopkins geschaffen wird. Er adelt den Film. Besonders seine deutsche Synchronstimme verleitet zu einem genussvollen Zurücklehnen. Die Freundschaft zwischen einem Elfjährigen und einem geheimnisvollen Untermieter, der hellseherische Fähigkeiten hat, ist mehr als nur ein pubertäres Phänomen. Das Erwachsenwerden und der erste unschuldige Kuss werden sehr gefühlvoll dargestellt und mit dem Überlebenskampf der Mutter (eindrucksvoll komplex Hope Davis) kontrastiert. Und die nur verschwommen angedeutete Thriller-Komponente bringt auch noch etwas Spannung mit sich. Sollte man gesehen haben.
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Di, 05.05.2009
TV | Vincent, François, Paul und die anderen
Das wahre Leben3 Sterne
Die Hauptdarsteller sind die Crème de la Crème des französischen Films der 70er Jahre.( Montand, Piccoli, Reggiani und der noch junge Depardieu u.a.) Und mit diesen grandiosen Typen konnte Sautet 1974 einen Film machen, der keinen Anfang und kein Ende hat, ohne Höhepunkt auskommt und nichts Spektakuläres zu bieten hat. Es ist nur eine Momentaufnahme der Gesellschaft. Hier gibt es Frustrationen, enttäuschten Hoffnungen, Zusammenbrüche und Eheprobleme. Man lebt in einem Freundeskreis und ist doch allein. Man trifft sich, redet miteinander, versucht sich einfach durchzuschlagen. Es ist weder ein farbenfrohes noch ein hoffnungsvolles Bild, das uns gezeigt wird. Aber so ist vielleicht das Leben eben.
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Di, 05.05.2009
TV | Killing Me Softly
Blinder Sex2 Sterne
Regisseur Chen Kaige hat in seiner Heimat so tolle Filme abgeliefert, aber was er hier in den USA gedreht hat, ist ein oberflächlicher Sex and Crime Thriller. Nach der dauerhaften Poporgie am Anfang mimt Joseph Fiennes vorübergehend den gefährlichen Macho, bis in der finalen Prügel- und Tötungsszenerie eine bis dato Unverdächtige Natascha McElhone als Mörderin aus dem besagten Hut gezogen wird. Und dann verläuft alles im Sande . . . Echte Spannung kommt kaum auf und die oft hüllenlose Heather Graham reißt’s auch nicht wirklich raus.
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Mo, 04.05.2009
TV | Ein starker Abgang
Der Misanthrop4 Sterne
Die beiden Hauptdarsteller Bruno Ganz und Monica Bleibtreu sind wohl die profiliertesten lebenden deutschen Schauspieler. Aber auch die kleineren Rollen sind exzellent besetzt. Es ist ein Genuss den geschliffenen Dialogen der beiden zu folgen, die sich ein grandioses verbales Duell liefern. Mit Witz und subtiler Ironie reiben sie sich aneinander und offenbaren erst einmal ihre kratzbürstigste Seite. Wie sie sich menschlich näher kommen – und den Titel bestätigen - ist äußerst beeindruckend. Und sogar eine politische Aussage hat in den Gesprächen ihren Platz. Damit die Lesereise des Schriftstellers nicht langweilig wird, hat man noch eine Love Story mit Verlieben, Verlieren und Wiederfinden eingebaut. Ein seltenes Juwel des deutschen Fernsehens, an dem auch Ranicki seine Freunde hat.
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Mo, 04.05.2009
TV | Zimt und Koriander
Voll der Hypnos nix Lucullus2 Sterne
Die Bilder sind schön anzuschauen und auch der politische Hintergrund: die Vertreibung der Griechen aus der Türkei wäre ein Anlass zum Film. Es werden auch ansatzweise vereinzelt recht gute Szenen gezeigt mit interessanten filmischen Ideen. Wahrlich keine lustigen im Sinne einer Komödie. Aber unterwegs kommt irgendwie Regisseur und Drehbuchautor der Rote Faden abhanden. Alles wird zerfleddert und löst sich in Langeweile auf. Die Familiengeschichte wird unübersichtlich, versinkt gar in langen Monologen im patriotischen Sumpf, was eher pathetisch daherkommt. Und wenn man durchgehalten hat und am Ende wenigstens auf eine erfüllte Liebesgeschichte hofft, wird man bitter enttäuscht. Trotz der Auszeichnungen kann mich dieser Film überhaupt nicht überzeugen. Schade.
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Mo, 04.05.2009
TV | Après vous - Bitte nach Ihnen ...
Gutmensch wird belohnt4 Sterne
Ein netter Liebesfilm, der seine Geschichte, die in der Restaurant-Szene angesiedelt ist, mit viel Witz und Charme erzählt. Die Hauptdarsteller allen voran Daniel Auteuil, sowie Sandrine Kiberlain und José Garcia sind absolut überzeugend. Die Spannung kommt von der Art und Weise wie die Story dargeboten wird. Teilweise in der Tradition der echten Verwechslungskomödie gemacht, schrammt man immer haarscharf an der Aufklärung des Rätsels vorbei und erfährt neue Details, die einen sowohl bestärken als auch verunsichern können, zu wem denn diese Blanche gehört. Selbst wenn man das Happy End ahnen kann, bereitet der Film viel Freude beim anschauen. Locker, lustig – am Ende wird der Gutmensch belohnt.
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Fr, 01.05.2009
TV | Der Tag des Falken
Ein Sieg der Liebe5 Sterne
Ein wunderschönes Märchen für Erwachsene, nicht nur wegen der bezaubernden Michelle Pfeiffer. Auch ihr liebender Partner, normalerweise eher Rutger – Hau-drauf – Hauer ,gibt hier den gefühlvollen Ritter. Die mittelalterliche Fabel, die ans Herz geht, wird durch magisch-schöne Bilder transportiert. Besonders der Tag-Nacht Wechsel und die Verwandlung Mensch – Tier ist filmisch gelungen. Die Nebenfiguren (u.a. Matthew Broderick) bringen Witz und zusätzliche Action. Und wer kann schon die Botschaft negieren, dass am Ende die große Liebe siegt und alle weltlichen Hindernisse überwindet? Ein sehenswerter Wohlfühl-Film, den man immer wieder gern anschaut.
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Di, 28.04.2009
TV | Vier Freunde
Fun Fun Fun4 Sterne
Es ist eine Parabel ohne die rosarote Brille auf das Erwachsenwerden der Flower Power Kids mit Demos for Peace und Beach Partys. Sie sind auf Orientierungssuche und bemüht, ihren Weg zu finden; ohne sich festzulegen, wollen sie die ganze Welt umarmen. Dabei überschreiten sie Grenzen und erfahren auch sexuelle Freiheit. Die vier jungen Männer und eine junge Frau sind mehr als nur symbolisch eng mit einander verbunden. Der Verlust der Unschuld überkommt die vier gleichzeitig wie ein Donnerschlag, den man so schnell nicht vergisst. Ebenso wie den Schock bei der Hochzeit, der immerhin in seiner Tragik vorher kurz angedeutet wird. Danach geht’s getrennt durch ein tiefes Tal der Tränen. Zeitbezüge bilden die Mondlandung und diverse Kennedy-Porträts. Letztendlich finden alle einen Platz in der Gesellschaft und sind erwachsen geworden. Mit viel Verständnis und Einfühlungsvermögen hat Arthur Penn dieser Generation ein Denkmal gesetzt.
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So, 26.04.2009
TV | Der Zauber von Malèna
Malträtierte Schönheit5 Sterne
Mit allen seinen Filmen hat uns Giuseppe Tornatore verzaubert. Hier ist ihm ein ganz besonderer Film gelungen. Mit Monica Bellucci in der Hauptrolle hat er eine umwerfend schöne Frau gefunden, die aber hier auch durch ihr schauspielerisches Talent überzeugt. Was die bigotte Dorfgemeinschaft ihrer Schönheit antut, ist in unvergessliche Bilder umgesetzt. Dass ganz nebenbei der Faschismus in Italien kritisch beleuchtet wird ist ebenso von Bedeutung wie die Vergötterung durch den pubertierenden Jungen. Äußerst unterhaltsam die Umsetzung seiner sexuellen Sehnsüchte in s/w Szenen aus filmischen Klassikern der Antike oder dem wilden Westen. Um die Perfektion zu vollenden kommt auch noch Komik mit hinzu. Die Musik von Ennio Morricone rundet diesen grandiosen Film wunderbar ab und so wirkt der Zauber von Malena auch auf die Zuschauer.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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