Do, 23.04.2009TV | Mystic RiverDas Leben ist ungerechtWeitgehend überschätztes Machwerk von Clint Eastwood, trotz prominenter Besetzung (Sean Penn, Kevin Bacon, Tim Robbins). Bei dem vorhersehbaren Ende werden wir durch eintönige Polizeiarbeit gelangweilt. Die Einstellungen sind stereotyp und wenig abwechslungsreich. Die Story ertrinkt in Tränen, mitunter unterbrochen von emotionalen Schreikrämpfen oder Partien in einem schwer verständlichen Flüsterton. Und am Ende sehen sich alle die noch leben bei einer nationalen Show-Parade wieder. Sie vereint in den USA offenbar Gut und Böse und es wird alles vergeben und vergessen. Schwamm drüber! | |
Do, 23.04.2009TV | Tödliche GedankenFast davongekommenKult-Regisseur Alan Rudolph hat einen spannenden Thriller abgeliefert. Zwischen den beiden explosiven Typen Demi Moore (wie fast immer schauspielerisch überzeugend) und Bruce Willis (nur kurz aber eindrucksvoller Macho) ermittelt in aller Seelenruhe Harvey Keitel und zieht seine logischen Folgerungen und die Ermittlungsfäden. Wie die eigentlich einfache Story erzählt wird, hält die Spannung am kochen. Und da geht es nicht nur um Gedanken sondern um handfeste Taten. Aber das genialste ist der Schluss. Die Morde werden nicht wie bei Agatha Christie oder Columbo verbal aufgeklärt, der Täter überführt, sondern Demi Moore betritt einen Raum, in dem alle Akteure sitzen und sie schaut sich beeindruckt bedeutungsvoll um, indem die Kamera das Ganze umkreist. Und sie und die Zuschauer wissen: das war’s. Ja das ist Kult. | |
Mi, 22.04.2009TV | Echte Frauen haben KurvenNestfllüchterDer Titel sollte wohl als Publikumsmagnet wirken und es gibt auch tatsächlich eine Szene, die das Thema anschaulich verdeutlicht. Aber eigentlich geht es – und das macht 80% des Films aus – um die Selbstfindung eines Teenagers in der Pubertät, erste sexuelle Erfahrung, die Arbeit in der Textilfabrik der Schwester und das Verlassen des elterlichen Nestes. Es stellt sich die Frage, ob bei einem Studium eines Mitgliedes der ganze Familienverband auseinander bricht.
America Ferrera spielt überzeugend dieses kluge Moppelchen, das sich dann doch durchringt mit einem Stipendium aufs College zu gehen. Wie gesagt: nicht schlecht, aber Thema verfehlt.
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Di, 21.04.2009TV | CaramelSi belleDies ist ein echter Mädels-Film, nicht nur weil fast nur Frauen auftreten, sondern auch das Geschehen im Beauty Saloon ’Si belle’ eigentlich nicht die Männer interessiert. Es reicht vom schrillen Casting bis zu einer fast rührseligen, unerfüllten Altersliebe. Und die etwas wirre Lilly sorgt zusätzlich für Komik.
Männer spielen zwar auch eine bedeutsame Rolle, aber eher zwischen den Zeilen. Mit viel Liebe zeichnet die Regisseurin ein Bild der Frauen im Nahen Osten mit ihren Problemen, die sich aus der Diskrepanz zwischen Tradition und Moderne ergeben. Bei den typischen Frauenthemen können aber auch die Männer mitlachen – über die Frauen und auch über sich selbst. Es wird so erzählt, dass man erst nach und nach alle Details erfährt, und so das Geschehen mit Interesse verfolgt. Nett gemacht mit Witz und Gefühl.
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Di, 21.04.2009TV | Mr. Ripley und die Kunst des TötensMr Murchison Under GroundEin echter Patricia Highsmith heißt für Spannung ist gesorgt und überraschende Wendungen gibt’s genug. Und weil es in der Kunstszene spielt, gibt’s genügend durchgeknallte Typen, die lockere Komik verbreiten, wie zum Beispiel Alan Cumming. Sogar der Mann von Scotland Yard Tom Wilkinson kommt mit viel Ironie daher und hätte den Mörder des Mr. Murchison (Willem Dafoe) auch fast erwischt. Cumming und Wilkinson verleihen dem Ganzen einen gewissen Charme und stehen für britischen Humor.
Eine Krimi-Satire, wenn man an den Schluss denkt und sich damit abfindet, dass der Mörder (Barry Pepper) nicht nur davon kommt, sondern auch noch mit dem Blondchen (Jacinda Barrett) belohnt wird, das es faustdick hinter den Ohren hat. Mit viel Tempo inszeniert und recht unterhaltsam.
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So, 19.04.2009TV | Vaya con Dios - Und führe uns in VersuchungZurück ins LebenEin nettes Filmchen. Leichtes Sommerkino. Das Ende ist vorhersehbar. Die Komik wirkt manchmal etwas aufgesetzt. Die etwas zu lang geratenen Autofahrten sollen wohl das Roadmovie betonen. Es gibt halt Längen. Und weil die drei Mönche auf ihrem Weg zurück ins Leben nur eine arg dürftige Story hergaben, hat man noch die pseudo-kriminelle Jagd nach einer wertvollen Handschrift eingebaut. Das Einzige was hinhören lässt sind die Gesänge der Mönche und fürs Auge Daniel Brühl. Der schaut so schön. | |
Sa, 18.04.2009TV | Vom Atmen unter WasserFamilie SchrecklichDies ist kein Spielfilm, sondern ein Lehrfilm für das Hauptstudium in Psychologie Thema „Trauerarbeit“. Eine Fallstudie, die in Hauptseminar erörtert werden kann. Die Schauspieler – allen voran Andrea Sawatzki - liefern eine professionelle Leistung ab, aber es kommt keine Spannung auf. Die Dialoge sind geprägt von profunder Sachkenntnis, die den Zuschauer nicht unbedingt berührt. Man stöhnt nur immer wieder „Mein Gott ist das schlimm!“ Die schreckliche Realität, in der die Figuren leben, lässt Unwohlsein aufkommen. Der Titel suggeriert das Unmögliche, das Leben in den Griff zu kriegen. ’Und am Ende sehen wir betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen.’ | |
Fr, 17.04.2009TV | Die Kinder des Monsieur MathieuDie Macht der MusikDie Geschichte, wie der Musiklehrer aus schwer erziehbaren Jungs im wahrsten Sinne des Wortes Chorknaben macht, geht ans Herz. Sie wird zwar in etwas naiver schwarz-weiß Malerei erzählt, bezieht von daher aber auch eine leise Komik. Die Hauptrolle spielt natürlich die Musik, genauer gesagt die Chormusik oder der Gesang dieser Knaben. Der geht wahrlich ins Ohr. Das bekannteste Thema wird aber auch ständig als Hintergrund bemüht. Als dann aus der hoffnungsvollen Freundschaft zur allein erziehenden Mutter seines Solisten nichts wird, ist man mit Monsieur Mathieu (Gérard Jugnot) enttäuscht und leidet mit ihm. Daran lässt sich ablesen, ob man und wenn ja wie sehr man vom Film ergriffen ist. Ein echtes Feel-Good Erlebnis. | |
Mi, 15.04.2009TV | Maria voll der GnadeMaria voll mit DrogenEs gibt viele Filme über Drogenkuriere, auch ’Maultiere’ oder ’Schlucker’ genannt, aber selten ist einer so gnadenlos und detailgenau an der Realität wie dieser. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass man hier auch sieht, wie die prekäre wirtschaftliche Situation die jungen Dorfbewohnerinnen in Kolumbien dazu zwingt, diesen Trip zu machen. Ohne zu werten wird fast dokumentarisch erzählt und dennoch kommt Spannung auf, bis zum überraschenden Ende. Hier nimmt die letzte, lange Einstellung Bezug auf den Titel: die madonnenhaft-schöne Catalina Sandino Moreno (mit Recht oscarnominiert!) läuft vor der Kamera her, möglicherweise in ein neues Leben.
Ein wichtiger Film weil er informativ ist, unterhaltsam, weil spannend gemacht und anschauenswert, weil die Botschaft in schönen Bildern transportiert wird.
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Mi, 15.04.2009TV | Das 11. GebotMordlüsterne LiebeDer Film gestattet eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten. Der Originaltitel ’The King’ bezieht sich wohl auf den Namen des Hauptdarstellers (Gael Garcia Bernal)’Elvis’. Vom religiösen Inhalt her könnte man aber auch auf Gott im Himmel als den König schließen.
Und das 11. Gebot? Gibt’s das überhaupt? Oder steht es jenseits der bekannten zehn? Lautet es etwa: ’Du sollst keinen Mitwisser und nicht deine Schwester töten’ oder ’Begehe keinen Inzest’?
Mit fundamentalistischer Konsequenz wird hier eine sündhafte Gewaltspirale losgetreten, an deren Ende als Erlösung der Wunsch steht, Frieden mit Gott zu machen. Man ist geschockt, denn man hat in eine Welt geblickt, die Lichtjahre von der unseren entfernt ist.
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Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.