Di, 14.04.2009TV | Prestige - Meister der MagieMagisches DuellUm 1900 gibt es einen tödlichen Wettstreit zweier Magier, wer der Bessere ist. Zwischen beiden agiert Scarlett Johansson etwas unentschieden und kann dem Spektakel ebenso wenig Glanz verleihen wie die anderen Darsteller (Hugh Jackman, Michael Caine). Erstens nutzen sich die Effekte durch die auf der Bühne dargebotenen Wiederholungen ab und zweitens ersteht das Double/Zwillingsbruder so oft immer wieder neu, dass man am Ende noch eine Auferstehung des anderen erwartet. Die Zeit der großen Zauberkünstler ist halt seit David Copperfield vorbei. | |
Mo, 13.04.2009TV | GothicGenialer HöllentripDas historisch und literarisch verbürgte Zusammentreffen der beiden Dichterfürsten der englischen Romantik Lord Byron und Shelley nebst Gemahlin Mary dient Regisseur Ken Russel nur als Vorwand für einen genialen Höllentrip, auf dem es nur so wimmelt von Geistern und Dämonen. Sowohl für die Akteure als auch für die Zuschauer vermischen sich Realität und Wahnvorstellungen. Die optischen Schocker verfehlen auch heute ihre Wirkung keineswegs. Sie ziehen uns durch die Suggestivkraft der Bilder in einen teilweise grauenhaften Strudel der Emotionen. Gelungen ist auch der Rahmen für diesen Gruselevent: anfangs sind es Zaungäste oder Fans in historischen Kostümen aus dem 19. Jahrhundert, am Ende Touristen von heute. Immer noch ein Klassiker des Genres. | |
Mo, 13.04.2009TV | Die KatzeEnde einer großen LiebeEin subtiles Psychoduell eines alten Ehepaares dessen Liebe erkaltet ist. Wortlos leben sie neben einander her – Zettel statt Worte. Er (Jean Gabin) hängt an einer Katze, sie (Simone Signoret) hasst die Nebenbuhlerin. . . .
Um sie herum werden alle Häuser abgerissen- die Welt zerbricht - und ihnen droht die Zwangsräumung an ihrem Lebensende. . . Hier steht das Minespiel der beiden großartigen Hauptdarsteller im Mittelpunkt. Sie, die ihn immer noch liebt, leidet unter der Situation. Er will nur seine Ruhe haben und wehrt jede Annäherung vehement ab. In liebevollen Rückblenden wird die Geschichte ihrer großen Liebe nacherzählt. Ein Tiefpunkt in einer menschlichen Beziehung. Miteinander geht’s nicht, aber ohne einander auch nicht. Das ist eben das Aus schlechthin. . .
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Sa, 11.04.2009TV | BarabbasIch glaube also bin ichMan kann es eine Literaturverfilmung nennen, wenn jemand wie Christopher Fry 1961 das Drehbuch geschrieben hat. Er sammelte viele Schnipsel aus der Antike und legte sie um die Figur des Barabbas herum. Ein bisschen Spartakus, ein bisschen Ben Hur und ein bisschen Quo vadis gut durchgemischt. Die Reihe namhafter Leinwandgrößen, angeführt vom immer wieder beeindruckenden Anthony Quinn und spektakuläre Bilder eines monumentalen Ringens um den wahren Glauben heben dieses antike Bibelepos ins obere Drittel der Sandalenfilme. Mit einem Unterschied: es gibt im Gegensatz zu den oben genannten keine Lovestory. Ein Film, der zu Ostern gehört, wie das Ei zum Hasen. | |
Do, 09.04.2009TV | Die Nacht der SonnenblumenDas Leben ist ungerechtDas Besondere an dem Krimi ist die Erzählweise. Sie hält die Spannung aufrecht. Es werden mehrere Handlungsstränge geschickt miteinander verknüpft, die beim Zuschauer eine ganze Reihe von Aha-Erlebnissen auslösen. Die brutal geschilderte Vergewaltigung am Anfang ist nur so eine Art Starter. Dann folgen überraschende Wendungen: Unschuldige werden schuldig, die Obrigkeit hat auch Dreck am Stecken und in einer Atmosphäre wachsenden Misstrauens zwischen allen Akteuren kommt es zu einem unerwarteten Ende, bei dem der Text eines Liedes Interpretationsmöglichkeiten liefert. Letztlich hängt man bei der Frage nach Recht oder Gerechtigkeit. Ein Krimi der anderen Art – nicht unspannend. | |
Mi, 08.04.2009TV | Die PlayboysShakespeare auf dem DorfeDas ganze Ausmaß dieser Dramödie spiegelt sich in der Figur des Dorfpolizisten Hegarty (hervorragend Albert Finney) wieder. Er verleiht dem Film Tiefgang und verhindert, dass das Komödiantische die Oberhand gewinnt. In der Auseinandersetzung um die Vaterschaft wird er zum kunstvollen Bastler, täuscht aber auch pyromanische Delikte vor.
Der Ausgang der Lovestory (Robin Wright und Aidan Quinn)ist vorhersehbar, doch ist sie in ein Dorfidyll der späten 50er Jahre eingebettet, mit der spießigen Atmosphäre des erzkatholischen Irlands dieser Zeit, in der eine fahrende Theatertruppe als Konkurrenz zum aufkommenden Fernsehen nur als Klamauk durchgehen kann. Man ist sich nicht sicher, ob man lachen oder weinen soll.
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Di, 07.04.2009TV | Lang lebe Ned Devine!Auf die Iren!Der Film ist vom ersten bis zum letzten Gag eine wunderbare Liebeserklärung an Irland und die Lebenseinstellung der Leute, die auf der Insel leben.
Sie sind listig, fromm, lyrisch begabt, in der Liebe manchmal etwas sperrig, trinkfreudig, aber immer wahnsinnig sympathisch. Dabei ist das Ausbezahlen eines Lottogewinns fast Nebensache. Die ganze Dorfcrew ist hervorragend gecastet und wirkt durchaus authentisch, allen voran Ian Bannen, der wohl bekannteste Vertreter neben David Kelly. Bei der spaßigen Story vergisst man fast die tolle Musik, die im Laufe des Films zum Ohrwurm wird und die in eine wunderschöne Landschaft eingebettet ist.
Ein Muss nicht nur für Irland-Fans.
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Di, 07.04.2009TV | Der Bauch des ArchitektenKampf an drei FrontenDer titelgebende Architekt (Brian Dennehy in seiner beindruckendsten Rolle) kämpft um seine Frau, mit den Widerwärtigkeiten eine Ausstellung zu machen und mit seiner Gesundheit. Es ist Greenaways unprätentiösester Film: normal erzählt, keine Kunstsprache, keine komplexen optischen Aufreger und dennoch eigentlich nur etwas für Kunstfreaks oder Architekturstudenten. Der strenge, oft altarmäßig anmutende Bildaufbau schafft außerdem noch Distanz – viele Einstellungen zeigen die Akteure in weiter Ferne. Und selbst das irgendwie unausweichliche Ende nimmt man hin, wie eine Unfallmeldung in der Tagesschau.
Ich fand nur so viele kritische Anmerkungen, weil ich weiß was Greenaway sonst noch gedreht hat und das war deutlich besser.
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So, 05.04.2009TV | Stolz und VorurteilRomantik purJoe Wright hat den Roman von Jane Austen hervorragend in Bilder umgesetzt und eine heute zeitgemäße Fassung davon geschaffen. Dabei gelingen ihm sogar ironische Untertöne und gesellschaftskritische Ansätze.
Er lässt uns in die Welt des beginnenden 19. Jahrhunderts eintauchen. Eine Welt, in der es das einzige Ziel heiratsfähiger Mädchen ist, ’unter die Haube zu kommen’. Großartige Kostüme und bezaubernde, von Sonnenlicht durchflutete Landschaften lassen diese ferne Welt wieder auferstehen. Aus der Vielzahl der hochkarätigen Schauspieler ragen Keira Knightley und der wunderschön melancholisch dreinschauende Matthew Macfadyen besonders heraus. Aber auch der kurze, äußerst eindrucksvolle Auftritt von Dame Judi Dench trägt zum Gelingen bei. Die ruhige, verständnisvolle Art von Familienoberhaupt Donald Sutherland schwebt über allem; und ihm ist es außerdem vergönnt, den finalen Joke abzulassen. Gelungen! Man seufzt „Ach schade, schon!“, wenn das vorhersehbare Happy End endlich kommt.
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So, 05.04.2009TV | Die CommitmentsSoul vom working-class NachwuchsWas den meisten Musikfilmen fehlt hat dieser: eine gute Story. Es geht um den Aufbau einer Band. Und so bezieht er seine Attraktivität hauptsächlich aus der Soulmusik, die die Nachwuchsmusiker produzieren, und aus der gelungenen Situationskomik. Die Chorusgirls sind echte Originale und total glaubwürdig. Die Atmosphäre eines Arbeiterviertels in Dublin kommt voll rüber. Hauptdarsteller Andrew Strong war eine Entdeckung in der Musikszene. Er röhrt die Songs dem Zuschauer quasi unter die Haut. Toller Soundtrack. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.