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Sa, 04.04.2009
TV | House of Flying Daggers
Ende einer Kriegerin4 Sterne
Der Regisseur ist nicht nur der bekannteste sondern wohl auch der beste Vertreter des chinesischen Kinos. Er zeigt wie viel die fernöstliche Kampfkunst mit dem Tanz gemeinsam hat. Eine Liebesgeschichte ist thematisch passend eingebaut, in der die süße Zhang Ziyi zwei Nebenbuhlern die Köpfe verdreht. Mit aufwendigen Kostümen ausgestattet und in wunderschöne Farben getaucht beeindruckt besonders der Tanzkampf im Bambuswald und der Endkampf im Schneetreiben. Die beeindruckenden Bildkompositionen – auch verlangsamt – trösten über das fehlende Happy End hinweg. Der Film hebt sich wohltuend vom Müll ab, der einen Großteil dieses Genres ausmacht. Es ist nicht nur was für Martial Art Fans.
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Sa, 04.04.2009
TV | Der Seemann und die Nonne
Ab auf die Insel1 Stern
Der Film, der zeitlich zwischen African Queen (1951) und Two Mules for Sister Sara (1970) – (dt Titel. Ein Fressen für die Geier) liegt, kommt an beide nicht ran. Weder von der Story her noch von der Action. Der Titel reicht als Inhaltsangabe vollkommen aus. In schier endlosen Dialogen arbeiten sich die beiden Hauptdarsteller Robert Mitchum und Deborah Kerr zwar ab, können das Kammerspiel aber auch nicht zum Hingucker machen. Immerhin hat John Huston Regie geführt. Zum Glück müssen wir das erwartete Happy End nicht mit ansehen. Und können mit „The End“ den ganzen Film auch gleich vergessen.
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Do, 02.04.2009
TV | Die Geschichte der Dienerin
Ein Baby - so Gott will3 Sterne
Volker Schlöndorff ist ja ein Spezialist und Könner von Literaturverfilmungen. Hier hat er vor allem auf die Karte Melodram gesetzt, dann auf Science-Fiction. Den Aspekt Gesellschaftssatire streift er nur marginal. Dabei läge hier der eigentliche Reiz. Die autoritäre Diktatur wird von gläubigen Fundamentalisten regiert. Das ist doch immer noch ein brisantes Thema angesichts der Äußerungen des reisefreudigen Papstes. Schlöndorff stellt das Thema wie gewohnt sehr distanziert dar. Lediglich die beiden menschlich gezeichneten Figuren (Natascha Richardson und Aidan Quinn) sind belebende Farbtupfer und bringen auch etwas Spannung. Inhaltlich drängt sich ein Vergleich zu ’1984’ auf, wo es kein Happy End gibt. Hier bleibt das Ende offen, verschwommen, etwas blutleer. Kein Wohl-Fühl-Film.
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Mi, 01.04.2009
TV | Alamo Bay
Rassismus und Sex4 Sterne
Altmeister Louis Malle hat ein sehr komplexes Drama geschaffen. Hier wird mal der Rassismus vor dem Hintergrund von sexuellem Kohldampf beleuchtet, und ein Überleben in einem harten wirtschaftlichen Konkurrenzkampf der vom Niedergang bedrohten Fischereiindustrie. Letztlich geht es sogar um Integration oder Ausgrenzung. Die Spannung wird behutsam aber kontinuierlich aufgebaut und eskaliert zwangsläufig in einem Krieg der Alteingesessenen gegen die neu ins Land gekommenen Vietnamesen. Der wandlungsfähige Ed Harris überzeugt ebenso wie die optisch noch unverbrauchte Amy Madigan. Ein wichtiger und packender Film, dem leider die ganz große Anerkennung versagt blieb.
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Di, 31.03.2009
TV | Departed - Unter Feinden
Mafia contra CIA5 Sterne
Mögen sie in Frieden ruhen: the Departed – die Verschiedenen, die Verstorbenen, die die abgereist sind ins Jenseits. Es ist wohl einer der spannendsten Thriller in Bestbesetzung (Leo, Matt und Jack) überhaupt. Schon die Ausgangssituation ist so angelegt, dass es nach der Einleitung zu knistern beginnt. Und dies wird aufrechterhalten, weil die Handlung jede Minute entweder in brutale Gewalt umschlagen kann oder die Tarnung auffliegt mit tödlichen Folgen. Und dann kommt das Unglaubliche: ein furioses Finale, in das man von einem Schocker in die nächste Überraschung stolpert, nur um dann wieder geschockt zu werden, weil man glaubt alles sei schon gelaufen. Eine atemberaubende Gewaltspirale in der wirklich viele ins Jenseits abreisen. Nichts für schwache Nerven.
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Mo, 30.03.2009
TV | Die Fälschung
Die Medien und der Krieg2 Sterne
Ein Journalist, der aus der Midlife Crisis seiner Ehe als Kriegsberichterstatter nach Beirut geht und dort mit einer Einheimischen vorübergehend etwas anfängt, ist die Ausgangsposition dieser Literaturverfilmung. Es soll gleichzeitig die gnadenlose Vermarktung von Gräueltaten durch die Medien gegeißelt werden. Die Sinnsuche des Protagonisten gerät dabei etwas oberflächlich und auch die Explosionen und Kriegsszenen als Hintergrundkulisse lassen keine Spannung aufkommen. Bruno Ganz von zwei Grazien (Schygulla/von Weitershausen) eingerahmt, bemüht sich redlich den intellektuellen Anspruch aufrecht zu erhalten. Doch das Ganze wirkt etwas unentschlossen und halbherzig gemacht und berührt den Zuschauer nicht wirklich.
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So, 29.03.2009
TV | Schrei in der Stille
Keine Chance,keine Zukunft4 Sterne
In verstörend schönen Bildern wird eine morbide Welt gezeigt; bizarr, skurril und schockierend. Inmitten von Schrott und verfallenen Häusern wird die Geschichte aus der Sicht es Siebenjährigen (Seth) erzählt und wir werden auf einen Horrortrip mitgenommen, den man so schnell nicht vergisst. Die herzlose Mutter quält ihn, sein Vater bringt sich um, In so einer Umgebung kann man nur wie der deutsche Titel es ausdrückt am Ende einen Schrei in der Stille zum Himmel schicken. Aber auch der Originaltitel hat seine Berechtigung „Die schimmernde Haut“. Die bekommt man, wenn man beim Atombombenabwurf dabei war, wie Seths Bruder Cameron (Viggo Mortensen). Man kann den Film als Märchen verstehen, das alle möglichen Ängste thematisiert, wie zum Beispiel die vor dem Sex, vor dem Tod oder vor der nuklearen Katastrophe. Gleichzeitig aber vom tiefen Wunsch erfüllt ist, geliebt zu werden.
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So, 29.03.2009
TV | Die Stunde der Komödianten
Tod auf Haiti4 Sterne
Dieser Polit-Thriller ist ein Klassiker in mehrfacher Hinsicht. Nicht nur wegen der Starbesetzung (u.a. Taylor/Burton), sondern auch als Beispiel für eine gelungene Literaturverfilmung und außerdem ein spannendes vor allem menschlich bewegendes Drama. Die Allgemeingültigkeit des Themas verleiht dem Film zeitlosen Wert. Man spürt die Macht und die Grausamkeit einer tyrannischen Diktatur. Bemerkenswert hierbei ist, dass der Ort der Handlung (Haiti) und auch der Diktator (Duvalier – Papa Doc)namentlich erwähnt werden und historisch verbürgt sind. Es scheint, als ob man in einer Diktatur nur überleben kann, wenn man eine angepasste Rolle spielt, am besten die des Komikers, der auf Distanz bleibt. Und wenn man dann doch menschliche Größe und Mut besitzt und sich einmischt, kann es fatale Folgen haben. Doch nicht jeder ist ein Held.
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Fr, 27.03.2009
TV | Eine Farm in Montana
Kommt ein Reiter daher1 Stern
Der grosse Regisseur Alan J. Pakula hat einen Heimatfilm gedreht, denn das Beeindruckendste ist die Landschaft. Die Handlung ist vorhersehbar und trotz dreier bekannter Schauspieler (Jane Fonda, James Caan und Jason Robards) kommt der Film nicht richtig in die Gänge. Da hilft auch ein gekonnter Schocker in der Endphase nicht. Meistens jagen die Cowboys hinter den Rindern hinterher. Lediglich die Figur, die Richard Farnsworth als alter, treuer Helfer verkörpert, hebt sich etwas vom restlichen Einerlei ab.
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Fr, 27.03.2009
TV | Man muss mich nicht lieben
Tango statt Sex3 Sterne
Als der Fünfzigjährige Jean-Claude, den das Leben wirklich nicht verwöhnt hat (geschieden, Herzschwäche, Beruf: Gerichtsvollzieher), den Tanz entdeckt und in Francoise eine um zwanzig Jahre jüngere, kongeniale Partnerin findet, kommt Licht in sein düsteres Leben. Beide vergessen dann den jeweiligen grauen Alltag, den jeder von ihnen hinter sich herschleift und verschmelzen, werden eins beim durchschlagenden Rhythmus und der faszinierenden Musik des Tangos. Das Verhältnis der beiden wird durch Blicke, verstohlenes Händedrücken und den Tanz in einem gespannten Schwebezustand gehalten und kommt ohne Sex aus. Wenn beide über die Tanzfläche gleiten kann man den Genuss am Gesichtsausdruck von Francoise ablesen. Alle Sinne werden befriedigt, sie taucht quasi in ihn ein. . . Ein leiser, sinnlicher Film, der Lust auf Tango macht.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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