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Do, 26.03.2009
TV | Wer mit dem Teufel reitet
Einer kommt durch2 Sterne
Der Krieg wird als ein sinnloses Massengemetzel dargestellt, wobei die Grenzen zwischen Freund und Feind fließend sind. Es wird wild drauf los geballert und heftig gestorben. Und damit man den Glauben an die Menschheit nicht ganz verliert, lässt man das Ganze zuckersüß happyenden. Zuvor war es noch zu einer ziemlich kuriosen und nicht ganz komikfreien Zwangsheirat (unter dem Motto ’Nicht-doch-doch’) zwischen dem knuffigen Tobey Maguire und Jewel gekommen. Es geht sicher nicht um die Aufarbeitung eines Kapitels der amerikanischen Geschichte, sondern um das Leid von betroffenen Zivilisten in Zeiten des Krieges. Und wenn man Glück hat und durchkommt – so die Message – dann kriegt man auch noch als Belohnung eine hübsche Frau. Na ja!? Nun ist ja Ang Lee ein durchaus renommierter Regisseur, aber was er uns damit angetan hat ist schwer nachzuvollziehen. Und selbst der Titel hilft auch nicht weiter.
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Mi, 25.03.2009
TV | Der weite Ritt - Director's Cut
Späte Heimkehr4 Sterne
Der heimkehrende Cowboy Peter Fonda wird nach 7 Jahren von der verlassenen Ehefrau nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Aber sehr sensibel wird die erneute Annäherung geschildert. Dann muss er sich zwischen einer gewachsenen Männerfreundschaft und dem gerade wiedergefundenen Glück im trauten Heim entscheiden. Die Zeit zwischen den handlungsarmen Szenen wird durch wunderschöne fast elegische Bilder und einem gut dazu passenden Soundtrack überbrückt. Peter Fonda hat 1971 einen außergewöhnlichen Western abgeliefert. – völlig off-mainstream – bleibt er bis zum finalen Showdown konsequent. Ein optischer und akustischer Leckerbissen für Leute, die es ruhig mögen und die sich bei den üblichen Western mit viel Geballer und Happyend langweilen.
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Di, 24.03.2009
TV | Die Faust im Nacken
Liebe zwischen Meucheln und Moral4 Sterne
Nicht nur die hervorragenden Schauspieler allen voran Marlon Brando, auch nicht die spannende Story machen allein den Reiz dieses über 50 Jahre alten Film aus, sondern das zeitlose Thema: die Gier nach Macht und Geld. Gerade jetzt wieder ein brisantes Thema. Die knallharte s/w Fassung beeindruckt durch die geballte Dramatik, in der sowohl Platz ist für eine wenn auch nur ansatzweise gefühlvolle Lovestory, der die Erfüllung im Film versagt bleibt, als auch für die Symbolik der Tauben, die sich durch den ganzen Film zieht. Es ist außerdem ein positives Beispiel für die Übertragung des Titels ins Deutsche; eigentlich “Hafenkante“. Die ’Faust im Nacken’ hingegen umfasst das ganze Spektrum dieses Melodrams viel besser.
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Sa, 21.03.2009
TV | Heute trage ich Rock!
Schule mal anders4 Sterne
Isabelle Adjani ist wieder da, und wie. Als tablettenabhängige Lehrerin dreht sie den Spieß um und hält Literaturunterricht mit gezogenem Revolver. Sie spielt dabei auf der ganzen Klaviatur ihres schauspielerischen Könnens: mal die Leidensfähige (wie in “Die Geschichte der Adèle H.“) in Tränen aufgelöst, dann die coole Rotzfreche (wie in Ein mörderischer Sommer), die sich dem Jargon ihrer Schüler anpasst. Dabei wird die Spannung hoch gehalten, denn nur wer die Schusswaffe in der Hand hält, hat das Sagen und die Personen wechseln. Das tragische Ende dieses Schuldramas wird mit wackeliger Handkamera gezeigt. Vielleicht soll man wie die Beteiligten (hier auch die Zuschauer) nicht so ganz genau sehen, was da dann doch blitzschnell vor sich geht. Ein hochbrisanter Film mit einer großartigen Isabelle Adjani.
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Do, 19.03.2009
TV | Just a Kiss
Ein Sieg der Liebe3 Sterne
Es werden alle Hindernisse aufgetürmt, alle Probleme aufgezeigt und ausdiskutiert, die einer multikulturellen Verbindung im Wege stehen. Casim, der Pakistani, verliebt sich in Roisin, eine katholische Musiklehrerin. Die Macht einer pakistanischen Familie und die eventuellen Konsequenzen ihres Auseinanderbrechens werden detailliert geschildert. Ihre getreuen Clan-Mitglieder wirken sogar bei einer soap-mäßigen Performance mit, um die Liebenden auseinander zu bringen. Aber der Gipfel ist hier die Haltung der katholischen Kirche als Aufsichtsbehörde einer Konfessionsschule. Und als selbst der liberale Rektor klein bei geben muss, bleibt am Ende nur die geniale Flucht in eine ironische Anti-Liebeserklärung der beiden. Altmeister Ken Loach hat einen sehr differenzierten, teilweise sogar lustigen Film über ein ernstes Thema gemacht. Sehenswert.
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Do, 19.03.2009
TV | Hallam Foe - Aus dem Leben eines Außenseiters
Ein schräger Vogel3 Sterne
Wenn es das Wesen einer Groteske ist, nur halbe Sachen zu machen, dann ist das eine ganz tolles Beispiel. Die Hauptfigur ist ein Spanner und Außenseiter, der im höchsten Maße ödipiert. Er versucht die verhasste Stiefmutter umzubringen – holt sie aber wieder aus dem Wasser. Er verliebt sich in die seiner Mutter ähnliche, bindungsunfähige Personalchefin. Als das schief, geht sagt sie „Komm doch in fünf Jahren wieder mal vorbei.“ Das Boot als corpus delicti hat ein Leck, er macht es überflüssigerweise einfach nur größer. Das alles wird in düsteren, zwischen äußerst dunklen bis unerkennbaren Bildern geschildert. Keineswegs langweilig, aber halt grotesk.
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Di, 17.03.2009
TV | Mörder ohne Erinnerung
Mörder mit Gefühlen4 Sterne
Ein Berufskiller wird zum Racheengel an den eigenen Auftraggebern, nachdem er den Mord an einer zwölfjährigen nicht ausführen will. Er macht eigentlich die Arbeit der Polizei. Und so bekommt man im Verlauf der Handlung das Gefühl, dass abgesehen vom jungen, sympathischen Kommissar und seinem Assistenten der gejagte Mörder der einzig Gute ist, der ja auch mit der Polizei irgendwie zusammenarbeitet. Er schafft Gerechtigkeit nicht Recht in einem Umfeld, das nur so strotzt von Korruption, von Seilschaften und bestechlichen Beamten. Jan Decleir überzeugt als Mörder mit Gefühlen in dem unheimlich spannenden Thriller.
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So, 15.03.2009
TV | The Killing Fields - Schreiendes Land
Freundschaft in Zeiten des Krieges4 Sterne
Der erste Teil ist trotz der Actionszenen der schwächere. Er enthält z. B. langatmige Passagen, wie man einen Pass fälscht. Stellenweise kann dann auch schon mal der Überblick verloren gehen. Der zweite Teil überzeugt allerdings. Die unmittelbare Brutalität in einem Umerziehungslager der Roten Khmer bleibt ebenso in Erinnerung wie die Flucht des zu Recht oscarprämierten Hauptdarstellers H. S. Ngor über symbolträchtige Berge von Skeletten auf den ’Killing Fields’. Natürlich geht es auch um Objektivität der Kriegsberichterstattung. Das emotionsgeladene Happy End der beiden Hauptakteure von John Lennons ’Imagine’ untermalt drückt etwas auf die Tränendrüse, aber sonst ist der Film immer noch sehenswert.
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Fr, 13.03.2009
TV | Die drei Tage des Condor
Die CIA und der Kampf ums Öl4 Sterne
Regisseur Sydney Pollack und Hauptdarsteller Robert Redford vertraten ähnliche politische Meinungen. Und so kam dieser Polit-Thriller zustande, in dem es um interne Machenschaften bei der CIA geht. „Sandkastenspiele“ als Kriegsvorbereitung, bei denen Unbeteiligte ihr Leben verlieren. Die damalige Nähe zu ’Watergate’ und der in unserer Zeit geführte Irak-Krieg um Öl verleihen dem Film eine fast zeitlose Bedeutung. Die langen Dialoge erschienen damals (1975) wohl notwendig, um das Thema klar rüberzubringen. Dafür entschädigt aber die offene Liebesbeziehung zwischen dem Helden und der wunderschönen, blutjungen Faye Dunaway. Es gelingt mit langer Kameraeinstellung, vielen ruhigen Phasen und auch hitchcockmäßigen Erschreckern eine spannungsgeladene Atmosphäre herzustellen.
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Fr, 13.03.2009
TV | Gabrielle - Liebe meines Lebens
Liebe kälter als der Tod3 Sterne
Ein sehr anstrengender Film, der dem Zuschauer viel abverlangt an Verständnis und Einfühlungsvermögen. In äußerst dunklen Farben gehalten zeigt er eine Gesellschaft, die in Konventionen erstarrt ist und in der das Wahren der Form alles bedeutet. Es geht in diesem Ehedrama um Verlassen und Wiederkehr in einer menschlich erkalteten, fast leblosen Umgebung. In langen Dialogen wird die Echtheit von Gefühlen überprüft. Isabelle Huppert spielt überzeugend emotionslos die ausbrechende Ehefrau und bietet wohl den kältesten und statischsten Geschlechtsverkehr der Filmgeschichte.

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Krimi mal anders5 Sterne

Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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