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Mo, 16.02.2009
Kino | Dialog mit meinem Gärtner
Pinselhuber und Gartenbauer3 Sterne
Der Titel ist Inhaltsangabe. Viel mehr passiert auch nicht in der Männerfreundschaft zweier älterer Herren. Der eine (Daniel Auteuil) ist Künstler, genannt ’Pinselhuber’, der andere(Jean-Pierre Durrousin) pensionierter Bahnangestellter und Hobbygärtner, genannt ’Gartenbauer’. Schön anzuschauen, aber auf die Dauer etwas langatmig. (100 Minuten!). Es sollen wohl die gegensätzlichen Charaktere sein, die den Film tragen: ein schlichter, pragmatischer Arbeiter und der Intellektuelle, der um Form und Farbe ringt. Die beiden Hauptdarsteller überzeugen zwar schon, aber so recht unterhaltsam wird es nicht. Selbst der Abstecher in Amors Reich oder die plötzlich auftauchende Tochter sind nicht wirklich der Bringer. Es ist nicht ärgerlich den Film anzuschauen, man darf nur nichts erwarten.
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Fr, 13.02.2009
TV | The War Zone
Die schlimmste aller Höllen4 Sterne
Dass Tim Roth ein toller Schauspieler ist, wissen wir seit langem. Aber dass ihm mit seiner ersten Regiearbeit gleich so ein beeindruckender Film gelingt, überrascht schon. Mit vorwiegend in schwarz und blau gehaltenen Bildern erzählt er von Kindesmissbrauch in der Familie, von einem krankhaft perversen Vater und der zunächst verstörten Hilflosigkeit der Kinder. Und er erzählt schockierend direkt. Mit subtilem Gespür für das Unglaubliche lässt er uns in die Abgründe menschlicher Abartigkeiten blicken. Insofern ist der Originaltitel noch geschmeichelt. Es ist eigentlich schlimmer als die schlimmste Hölle was wir da sehen müssen. Einer der Schlüssel zu diesem Drama ist am Schluss die Frage des Bruders an die Schwester:“Und was machen wir jetzt?“ Dies verleiht dem Film eine höchst brisante gesellschaftliche Relevanz. Denn letztendlich gibt es auch unter Fachleuten keine einhellige Meinung, wie man dem Problem beikommen kann. Leider. Ein Muss für Hartgesottene.
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Fr, 13.02.2009
TV | Esmas Geheimnis
200 € und die Wahrheit4 Sterne
Man ahnt schon sehr bald, was Esmas Geheimnis ist. Aber als es dann endlich aus ihr herausbricht, kommt es doch wie ein Schock. Die Regisseurin Jasmila Zbanic hat einen beeindruckenden Film über die Verzweiflung traumatisierter Frauen des Serbienkrieges abgeliefert. Besonders der zutiefst traurige, leere Blick der Hauptdarstellerin Mirjana Karanovic bleibt noch lange im visuellen Gedächtnis. Sie bringt es auf den Punkt „Männer sind Tiere.“ Die Message des Films wird in ihrer Wirkung einerseits noch durch die eigentlich unmögliche, zart inszenierte Love Story zwischen Esma und Pelda verstärkt, andererseits durch das Klagelied der Frauen, das den stimmungsvollen Rahmen bildet.
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Mo, 09.02.2009
TV | Lügen der Liebe
Lügen aus Liebe3 Sterne
Eigentlich eine ganz banale Story, aber der Erzählstil ist sensationell. Im Laufe der Handlung werden immer weitere Aspekte aufgezeigt, sodass man erst am Ende mit viel Konzentration durchblickt. Wenn überhaupt. Im Wesentlichen geht es um vier Hauptakteure: Monica Bellucci - die Schöne-, dann Vincent Cassel – der Gehetzte -, Romane Bohringer – die Unentschlossene – und ein geheimnisvoller Daniel – der Verschmähte. Sie alle weben an einem Gespinst, in dem sie sich selbst verfangen und das aus Lügen besteht. Alle lügen aus Liebe. Der Film legt ein ganz schönes Tempo vor, sodass Konzentration angesagt ist. Bei Zeitsprüngen helfen andere Frisuren. Die 110 Minuten vergehen wie im Flug.
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Sa, 07.02.2009
TV | Caravaggio
Gewalttätig und wunderschön zugleich4 Sterne
Die Filme von Derek Jarman sind ohnehin nichts für jedermann. Dieser besonders nicht, weil er dem Zuschauer ziemlich viel abverlangt. Obwohl zeitlich im Barock angesiedelt, sieht man ein Motorrad oder eine Schreibmaschine. Und es gibt viel nacktes männliches Fleisch zu sehen. Es fließt sogar Blut und die drei Hauptdarsteller Nigel Terry, Sean Penn und die wilde Tilda Swinton spielen wie der Regisseur mit ihrer Bi-Sexualität, wobei sei eine bemerkenswerte schauspielerische Leistung abliefern. Aber das entscheidende ist die Tatsache, dass Farbe und Atmosphäre genau den Ton der Gemälde des Malergenies treffen. In jedem Bild kommt die Farbe schwarz vor und so beginnt auch der Film, der 1968(sic!) ein revolutionärer Volltreffer war, mit dem Auftragen von schwarz. Es verwundert nicht, wenn eine rote Fahne geschwungen wird und Sätze fallen wie „Lang lebe der Zweifel. Durch den Zweifel kommt die Einsicht“. Ein Genuss für Kunstkenner und Liebhaber.
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Fr, 06.02.2009
TV | Pearl Harbor
Nationalistische Kriegs-Schmonzette1 Stern
Nach den ersten 90 Minuten wecken uns die Pyrotechniker wieder auf. Es kracht nun und knallt, dass der Bildschirm qualmt. Die Handkamera zeigt wie immer verwackelte Bilder. Wunderschöne rot-gelb-schwarze Explosionen sind zu sehen. Eine Materialschlacht der Extraklasse. Fast hätte man die Lovestory vergessen. Dann gewinnen die beiden Freunde die Luftschlacht über Hawaii im Alleingang und spenden auch noch Blut hinterher. Aber sie haben nicht nur im Krieg gekämpft, sondern auch noch um dieselbe Frau. Nach der Schlacht drücken Choralgesänge aufs Gemüt. Und es gibt noch einen geheimen Auftrag! Einer fällt, der andere kriegt die unentschlossene Frau inklusive Kind vom anderen. Unglaublich! Wir werden aber nicht entlassen, bevor man uns versichert, dass die Amerikaner die Größten sind – eigentlich unbesiegbar wie ihr früherer Präsident George W. Bush.
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Do, 05.02.2009
TV | 1492 - Die Eroberung des Paradieses
Paradies und Hölle4 Sterne
Ein bildgewaltiges Seefahrer-Epos, weitgehend historisch korrekt wiedergegeben, spiegelt grandios den Geist des ausgehenden 15. Jahrhunderts (z. B. Scheiterhaufen für Ketzer). Hochkarätig besetzt an der Spitze mit Gérard Depardieu und der göttlichen Musik von Vangelis wird der Zuschauer über zwei Stunden an den Bildschirm gefesselt. Ja, so ungefähr hätte es gewesen sein können. Gleich die Anfangsszene überzeugt, dass die Erde rund sein muss. Die Dialoge beinhalten die wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und imperialen Gründe für die Entdeckungsfahrten. Ridley Scott zeigt uns Columbus als Visionär, der Erfolg hat und dann letztlich doch scheitert, ohne das familiäre Umfeld zu vernachlässigen. Einzig der Showdown zwischen dem Guten und dem Bösen wirkt etwas fehl am Platze. Aber sonst bringt uns der Film Geschichte in äußerst unterhaltsamer Form nahe.
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Mi, 04.02.2009
TV | Das zweite Leben des Monsieur Manesquier
Der Gangster und der Pensionär4 Sterne
Der Film lebt aus der Spannung der beiden gegensätzlichen Typen heraus. Jean Rochefort, der Grandseigneur des französischen Films, hier als pensionierter Lehrer und Johnny Hallyday, der (eigentlich Altrocker) nicht viele Filmrollen übernommen hat, aber wenn, dann meistens mit sehr eindrucksvoller Wirkung, hier als Bankräuber. Jeder der beiden möchte in die Rolle des anderen schlüpfen. Es gelingt Patrice Leconte bravourös diese Transformation glaubhaft darzustellen. Vor allem der mehrdeutige Schluss, der, obwohl eigentlich klar, doch verschiedene Interpretationen zulässt. Es sind zwei Männer, denen die Suche nach dem eigenen, wahren Ich gelingt, und zwar über die Notwendigkeit zur absoluten Ehrlichkeit. Damit das intellektuelle Problem nicht zu trocken präsentiert wird, gibt es aber auch taschenphilosophische Aphorismen zum Schmunzeln, wie z.B. „Rache ist die Gerechtigkeit des Unglücks“ oder „Nichts vergisst man so schnell wie den Gärtner“. Ein leiser Film, mit sanfter Musik und von Volker Lechtenbrink die sonorste Stimme des deutschen Fernsehens.
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Di, 03.02.2009
TV | Ghost Dog - Der Weg des Samurai
Killer mit Herz4 Sterne
Forest Whitaker ist ’Ghost Dog’, ein Auftragskiller mit Herz, der ins Visier der Mafia gerät. Streng folgt er den Anweisungen aus dem Handbuch für Samurai. Es sind Weisheiten für alle Lebensbereiche, mit philosophischem Einschlag: “Form ist Leere, Leere Form“ oder „Nichts geschieht ohne Grund“. Die Kapitelausschnitte geben dem Film eine stringente Form. Neben ironischen Seitenhieben auf dämliche Gangster und faschistoide Jäger fließt auch noch ziemlich viel Blut. Am Ende steht konsequenterweise ein finaler Showdown: der freundschaftlichste Mord der Filmgeschichte. Er findet in einem rechtsfreien Raum statt. Sieger ist der Boss, aber es gibt keine Untergebenen mehr. Eine zusätzliche Qualität erhält der Film durch die kleine Pearline, die wie Ghost Dog gerne liest und mit ihm Bücher austauscht z.B. ’Rashomon’ und den Eisverkäufer mit seinen Verständigungsschwierigkeiten. Es ist der gefälligste Jarmusch – Film, nicht nur wegen der Farbe, sondern wegen der Story.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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