Mi, 01.02.2017TV | DüsenjägerSchürzenjägerTrotz aller Boni für die 50er Jahre, es ist Em I Es Te!!!
Mit diesem Film hat der deutsche ‘Emigrant‘ Josef von Sternberg 1957 bewiesen, dass Hollywood das Etikett ‘Traumfabrik‘ zu Recht verdient. Der Film ist - wie der Titel verrät – im Pilotenmilieu angesiedelt. Wenn es im Englischen möglich wäre, würde als Titel auch ganz gut ‘Schürzenjäger‘ passen.
Fliegerass Colonel Jim Shannon (John Wayne) verliebt sich mitten im Kalten Krieg in ein Pendent der Gegenseite: Anna Marladovna (Janet Leigh). Man muss versuchen ernst zu bleiben, wenn die zwei Turteltauben diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs ihren Schabernack miteinander treiben. Dabei sind einzig und allein die Luftaufnahmen der beiden Flieger das Anschauen wert. Und natürlich machen die das mit ihren Düsenjägern so wie Mutti zum Einkaufen in die Stadt fährt. Vielleicht ein Verdienst von Produzent Howard Hughes. Geheimnisverrat steht im Fokus des Interesses der Militärs auf beiden Seiten. Und da haben die Amis wieder die besseren Karten, denn Jim gibt nur überholte Informationen weiter. Der ist doch kein Verräter!? Und zur Absicherung heiratet Jim Anna oder Anna Jim, damit sie nicht ausgeliefert wird. Die Andeutung vom KO Tropfen Einsatz bei Jim mit späterer Demenz gehört wieder in die Schmunzelecke. Und wie in den 50er Jahren üblich, sind die Eheleute so prüde, dass nur allein die Rede von Annas Negligé bereits der höchste Schärfegrad ist. Und damit gibt’s noch einen netten Gag. Nachdem Anna kurz leicht lasziv auf dem Bett gelegen hatte, macht sie als es ernst wird einen Hechtsprung aus dem Fenster (im Parterre!). Jim behält nur ihre seidene Pluderhose in der Hand. War wohl nix!? Wie der ganze Film. Einer der schlechtesten mit John Wayne, den es gibt. | |
Di, 31.01.2017TV | VermisstDer amerikanische FreundEiner der beeindruckend zeitlosen Klassiker von Costa-Gavras, dem Politfilmer unter den Regisseuren der 70er und 80er Jahre.
Es gelingt mittels eines preisgekrönten Drehbuchs innerhalb der ersten 15 Minuten eine atmosphärisch Dichte entstehen zu lassen, in der Angst und Unsicherheit in diesem sudamerikanischen Land herrschen: Übergriffe des Militärs auf Passanten, Schüsse, Verfolgungsjagden…die durchwühlte Wohnung von Beth (Sissy Spacek) und Charly Horman (John Shea) und als treibende Kraft Ed Horman (Jack Lemon), der seinen verschwundenen Sohn Charles sucht. (Mir hat besonders der Schimmel gefallen, der durch die Straßen von Santiago läuft. Ein Symbol der nicht zu bremsenden Freiheit.)
Man muss den historischen Hintergrund in Chile in den 70er Jahren nicht unbedingt kennen, um das Drama zu verstehen. Die USA waren für den Sturz es sozialistischen Präsidenten Allende mit verantwortlich und unterstützten die Putschisten, gegen die Ed Horman ankämpft.
Beeindruckend vor allem Jack Lemon in einer für ihn unbekannten Rolle. Er durchleidet Höllenqualen als Vater und muss sich auf der Suche nach seinem Sohn auch noch mit der Schwiegertochter auseinandersetzen, deren politische Einstellung er anfangs überhaupt nicht teilt. Doch Ed und Beth kommen sich näher. Klar, dass es hier kein Happy End geben kann. Es gelingt Costa-Gavras die Betroffenheit der Zuschauer mit diesem Ende in Wut und Zorn zu verwandeln. Für viele westliche Politiker war das Regime von Pinochet damals oft ein Indikator für ihr Verhältnis zur Demokratie. (‘Wie hältst du’s mit Pinochet?‘). Der tritt nicht auf, aber man spürt ihn.
Der Film bezieht klar und eindeutig Stellung. So war es in den 80er Jahren nötig, diese demokratiefeindliche Militärdiktatur in die Öffentlichkeit zu zerren und an einem wahren Fall zu zeigen, wie sie wirklich tickte. Da passt es auch ins Bild, dass Ed Horman, die Überführung seines Sohnes nach den USA auch noch bezahlen musste.
Beim wiederholten Anschauen kann man auch noch die filmtechnischen Highlights genießen.
Kino für die Ewigkeit. | |
So, 29.01.2017TV | Source CodeMurmeltier trifft auf MatixDen Titel muss man ja nicht verstehen, man kann einfach der temporeichen Action folgen. Da rauschen dann zwar so ganz nebenbei Begriffe wie die Quantentheorie oder die ‘parabolische‘ Differentialrechnung an uns vorbei. Eins wird im Laufe des Films klar: das menschliche Gehirn funktioniert angeblich noch acht Minuten nach dem Tod des Besitzers. Darauf baut der Plot auf und schickt Sean / Colter (Jake Gyllenhaal) für diese Zeit immer wieder durch ein Zugabteil – wie weiland das ewig grüßende Murmeltier. Und dabei existiert er inner- oder außerhalb einer Matrix. Und bewahrt New York vor einem Atomschlag durch einen Terroristen (ein herrlicher Nerd und Weichei). Die Spannung kommt von der Ungewissheit und wenn man Sean in der Auflösung am Ende sieht, wie er da so ohne Unterleib im Sarg mit Fensterchen liegt, bevor Mrs. Goodwin (Vera Farmiga) ihm den Strom abdreht oder nicht abdreht – sind wir nicht sonderlich gerührt. Sie ist noch für die wenigen menschlichen Momente zuständig, die man so annäherungsweise erahnen kann. Aber da verweilen wir nicht länger, denn da wartet ja schon Seans Belohnung auf ihn: die schnuckelige Christina (Michelle Monaghan), die ihm den ganzen Film schon hinterer geschlappt ist.
Eine krude Mischung aus allerlei Unverständlichem wird mit viel Cybertechnik verbraten. Die Figuren bleiben eindimensional. Da reicht Vera Farmigas bedeutungsschwangerer, trauriger Augenaufschlag nicht. Und das drangehängte Happy End ist so selbstverständlich wie die abschließende Frage des Zuschauers ‘Wie jetzt???‘
Im Film ist der ‘Quellencode‘ zwar ein Erfolg, aber der Film als Ganzes wohl eher weniger. Um ergriffen zu werden, muss man einfach verstehen. Was man nicht nachvollziehen kann, lässt einen dann doch wohl eher kalt. | |
Sa, 14.01.2017TV | Linda Lovelace - PornostarUp and DownEin Tatsachenbericht, der durchaus glaubwürdig dokumentiert, wie ein unbedarftes Mäusle ins Pornogeschäft gerät. Diese beeindruckende Ensemble-Leistung, von diversen Stars unterstützt, (James Franco z.B.) beleuchtet nicht nur den verhängnisvollen Weg auf die Schiefe Bahn, sondern auch wie man da wieder rauskommt.
Deutliche Hinweise gibt es auf das Elternhaus. Hier überzeugt besonders Sharon Stone in der Mutterrolle. Sie verdeutlicht die Nachwirkungen ihrer Erziehungsmethoden in Bezug auf ihre Tochter und bevor ihr Einsichten und Fehlverhalten auffallen, ist sie erst mal sprachlos. Der andere Brennpunkt in der Ellipse von Lindas Leben ist ihr Zuhälter Chuck (Peter Sarsgaard). Er kann sie mit brutaler Gewalt lange Zeit einschüchtern. Beide folgen für eine gewisse Zeit dem Lockruf des Geldes.
Ein kritischer Blick wird auch auf die Pornoindustrie geworfen, die nicht nur dem Mammon verfallen ist, sondern mit mafiösen Methoden zu ihrem Geld kommt. Interessanterweise wird hier dann auch mal der Louis bestraft, d.h. körperlich gezüchtigt.
Von Anfang an versteht man die Lust der Girlys mal etwas zu erleben. Sie glauben in aller Unschuld an die große Liebe und erfahren erst Jahre spätere, was häusliche Gewalt bedeutet. Da ist es einer von Chucks Fehlern, dass er Lindas Gesicht verbeult. Damit wird sie für das Gewerbe unbrauchbar und das ruft wiederum die Geldgeber auf den Plan.
Intensiv gestaltet und gespielt mit einem Funken Hoffnung. Auch das ist Realität. | |
Sa, 14.01.2017Kino | Rio Grande OVFamilientreffenDer dritte und letzte Teil der Kavallerietrilogie ist der familientauglichste. Will sagen wenig Western, dafür aber viel Gefühl und Spaß für die ganze Familie. Die wenigen Schießereien mit den Indianern sind eigentlich Nebensache. Hauptsächlich geht es um Vater und Mutter Yorke (John Wayne und Maureen O’Hara) und ihren Sohn Jeff (Claude Jarman jr.). Die Männer wollen sich ihre Sporen in der Armee verdienen, Mutter Kathleen will Jeff freikaufen. Die siegreiche Armee ist ihre große Rivalin. Doch die Männer sind so erfolgreich, dass Mutter York am Ende keine Einwände mehr hat.
Neben Emotionen gibt es viele Gesangseinlagen, die auch dazu führen, dass die Yorkes sich näherkommen. Daneben sind viele narrative Elemente für den Plot prägend. Einzige Aktion ist die Befreiung der von den Indianern entführten Kinder. Und dass Kirby York von einem Pfeil getroffen wird, den sein Sohn Jeff heldenhaft herauszieht. Das Faktotum Quincannon (Victor McLaglen) ist für die Komik zuständig. Er ist auch neben John Wayne für den Zusammenhalt der Reihe verantwortlich.
Nichts für harte Western Fans. Dafür gibt es Lagerfeuerromantik. Ein sanfter Film aus dem sanften Westen. Das traurige Ende einer Trilogie. Wenn man die ersten beiden Teile gesehen hat, kann man sich den Rio Grande auch noch antun. | |
Fr, 13.01.2017TV | Kingsman - The Secret ServiceBond für ArmeDer Versuch einer Persiflage auf James Bonds Abenteuer. Dabei ist die Handlung vom 007 Plot so weit entfernt wie der unglaubliche Tod des Hauptdarstellers Collin Firth vom Ewigen Leben von 007.
Man kann sich zu einem Ratespielchen animieren lassen, wer die meisten Anleihen zuerst entdeckt. Da findet man dann schießende Regenschirme nur ohne Q, dafür aber Posen und Utensilien.
Colin Firth als Galahead überrascht mit flotten Stunts. Dagegen gibt sich Samuel L. Jackson als Valentine eher als Witzfigur denn als Oberbösewicht. Passt auch ins Bild. Die Ausbildung der Kingsmen nimmt breiten Raum ein und ist recht unterhaltsam. Michael Caine (als ‘King Arthur‘) ist eifrig bemüht ernst dreinzublicken, wirkt aber etwas verloren. Ganz amüsant sind auch die Schlagzeilen aus der ‘SUN‘: ‘To Pee or not To Pee‘. Es reicht nicht ganz an John Le Caré heran, auch wenn der Scheider aus London kommt. Mittendrin sinkt die Spannung etwas ab, die Gags werden lauer und die Handlung vor allem gegen Ende unübersichtlicher. Sie zerfasert zwischen dem familiären Hintergrund von Galahads Nachfolger Eggsy (Taron Egerton) und der Rettung der Welt. Beim Ende im Gefängnis mit der Prinzessin sind wir wieder bei James und werden beim Abspann mit ‘Pomp and Circumstances‘ von Edward Elgar entlassen. Viel Schatten und ein bisschen Licht. Darf man halt nicht so eng sehen. | |
Fr, 13.01.2017TV | Bel AntonioSchmach & ImpotenzDer Film stammt zwar aus den 60er Jahren und spielt in Sizilien, hat jedoch nach unserem heutigen Verständnis etwas Patina angesetzt. Die liegt auf den Figuren, nicht auf deren Einstellungen. Er bietet dennoch einen Einblick in eine Gesellschaft, in der die Ehefrauen tief katholisch und die Männer rechte Hallodris sind, die ins Bordell gehen, um ihr Mütchen zu kühlen. Harry Heine hätte über sie gesagt ‘das Frauenzimmer, das schweigend sich zu Bette legt‘ (und alles über sich ergehen lässt). Diese verkarstete Gesellschaft redet nicht darüber, was im Schlafzimmer passiert, aber hat ein Auge drauf, wenn sich nach Jahr und Tag kein Nachwuchs einstellt.
Hier haben der schöne Antonio (Marcello Mastroianni) und Barbara (Claudia Cardinale) geheiratet. Ihm lagen bis dato die Frauen in Rom scharenweise zu Füßen. Doch seit er Barbara kennt liebt er nur sie.
Sehr behutsam führt uns Regisseur Mauro Bolognini an dieses Thema heran. Das soziale Umfeld wird treffend beschrieben – eine Milieustudie. In langen Dialogen wird der Standpunkt der Schwiegerväter (u.a. Pierre Brasseur) dargelegt und der der katholischen Kirche. Die Liebenden kommen kaum zu Wort. Barbaras Ängste und Antonios Verzweiflung halten den Druck der Gesellschaft nicht aus. Der Vorwurf der Impotenz steht im Raum, neben Schande und Familienehre. Die nicht vollzogene Ehe wird mit kirchlichem Segen geschieden. Barbara heiratet einen reichen Adligen und Antonios Dienstmädchens Santuzza (Patriza Bini) wird schwanger. Die Gesellschaft jauchst und frohlocket, Antonio heiratet Santuzza. ‘Innerlich weint er immer noch um Barbara.‘
Eine verklemmte Machogesellschaft zerstört eine große Liebe, die nicht ihren Maßstäben folgt. Das heißt das oberste Ziel einer Ehe sind die Kinder. Diese Ansicht teilen heute nicht mehr sehr viele Menschen. Glück sieht heute wohl anders aus.
Darstellerisch ein Genuss, wenn man den Staub von der Hülle gepustet hat. | |
Sa, 07.01.2017TV | AgniezskaTanz mit MadameEine Sozialstudie wie sie heute ganz alltäglich sein kann. Die Titelfigur (Karolina Gorczyca) wird aus der polnischer Haft entlassen und verdingt sich in München als Domina im Escort Service von Madame (Hildegard Schmal). Realistisch wortkarg erzählt, nichts für Voyeure, kann man die Brutalität des Jobs erkennen. Neben ihren Bindungen an ihre Heimat (Bruder) laviert Agnieszka zwischen Madame und Manuel, einem Bub, der ihr beim Schwarzfahren aus der Klemme geholfen hatte. Madame outet sich Agnieszka gegenüber als Lesbe. Doch die erkennt ‘Du hast keine Seele.‘
Bemerkenswert ist ihre Rache an einem abartigen Freier. Sie sucht ihn auf und stellt ihn im wahrsten Sinne des Wortes vor seiner Frau bloß. Demütigung dein Name ist Frau!
Agnieszka signalisiert ihrer Umgebung, dass es keine Erbhöfe gibt. So verpfeift sie Manuel nach einem gemeinsamen Kaufhausklau. Manches Klischee kommt zum Tragen wie das Öffnen einer Bierflasche mit den Zähnen oder das Messerstichspiel zwischen den Fingern einer gespreizten Hand.
Ihr kleinerer Bruder steht plötzlich vor ihrer Tür. Beide stehen kurz darauf am Flughafen. Ende. Wahrscheinlich fliegen sie nach Hause. Der Ausflug in den goldenen Westen hat sich nur bedingt gelohnt. Karolina Gorczyca spielt ihre Rolle eiskalt, dabei ähnelt sie gelegentlich optisch Charlize Theron, nur härter im Ausdruck.
Keine große Sache dieser kleine Film, aber auch kein Ärgernis. Als Nachwuchsarbeit aber schon beachtlich. | |
Fr, 06.01.2017TV | Die 27. EtageTrugbilderThematisch und vom Spannungsaufbau her gesehen ein zeitloser Klassiker. Über Dreiviertel des Films glaubt man, David Stillwell (Gregory Peck) leidet unter Gedächtnisverlust. So wie es schon hundertmal vorgekommen ist. Erst am Ende wird es deutlich, dass es um seine Formel geht, durch die nukleare Strahlung neutralisiert werden kann und hinter der ein Großkonzern her ist. David war wohl ein Physikochemiker, der sie entwickelt hat.
Mit Mord und Totschlag wird Davids Gedächtnislücken auf die Sprünge geholfen. Gleich am Anfang gibt es einen symbolträchtigen Blackout und einen Fenstersturz. Hat David seinen Chef Charles Calvin (Walter Abel) ermordet? Er versucht sich mit Detektiv Caselle (Walther Matthau) zu erinnern. Herrlich wie die Trugbilder (Originaltitel) in Davids Gedächtnis erscheinen: vorher und nachher: Vielmehr geschieht noch außen herum um die zentrale Handlung: David liest ‘Die dunkle Seite des Geistes‘, ein kleines Mädchen kocht für David und seine frühere Freundin Shela (Diane Baker) pantomimisch Kaffee.
In einem ersten Teil wird eine Entwicklung geschildert, die zwischen Schein und Sein oszilliert, zwischen Wahrheit und Trugbild. Eine kurze Liebesgeschichte bringt Entspannung, wobei nicht ganz klar wird, welche Rolle Shela wirklich spielt. Im dritten Teil schießt die Spannung erst richtig durch die Decke: David ist auf der Flucht. Die Erinnerungen kommen bruchstückhaft wieder, werden auch psychologisch erklärt: Sein Gedächtnis versagte, weil er einen Schock erlitten hatte, sein Bewusstsein wurde verletzt. Und dann gibt es ja noch den Major (Leif Erickson). Er steht an der Spitze einer menschenverachtenden Organisation, die über Leichen geht, um Profit zu machen. (‘The Future is Here‘). Für ihn sind Menschen bloß Zahlen, wie Ameisen.
Ein Showdown versammelt alle wichtigen Akteure in einem Raum. Wir erfahren was wirklich geschah. Ganz kurz und blitzschnell. Schon vorher gab es bereits immer mal wieder Retros, die betonten oder erläuterten Zusammenhänge.
Genial bis ins kleinste Detail. Edward Dmytryk hat 1965 einen Film geschaffen, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Manche sehen hier eine Verarbeitung seiner persönlichen Erfahrungen in der McCarthy Ära. | |
Mi, 04.01.2017Kino | The EastJanes LösungLeider wird diesem großartigen und wichtigen Film nicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Er behandelt ein Thema, das uns alle angeht und dabei topaktuell ist: Chemische Großkonzerne vergiften die Umwelt und verdienen Milliarden auf Kosten der Menschen. Hier wird in spannender Spielfilmmanier erzählt, wie eine Organisation (‘Hiller Brood‘) für ihre Kunden aktiv wird, damit sie keinen Schaden erleiden. Sie beobachten auch ganz allgemein die Gegner der großen Wirtschaftsunternehmen. Ganz offiziell mit Antennen zum FBI. Zu diesem Zweck wird Jane (Brit Marling) under cover in THE EAST eingeschleust, eine Gruppe von Ökoterroristen. Das ist ein pfiffiger Ansatz.
Atmosphärisch dicht wird die Lebensweise dieser Leute beschrieben: sie leben in den Wäldern von Lebensmitteln deren Frischedatum abgelaufen ist, weiden auch schon mal ein totes Reh aus, essen mit Zwangsjacke, um die gegenseitige Hilfe zu demonstrieren und veranstalten Taufe ähnliche Waschungen im Fluss. Es sind keine Spinner. Im Gegenteil, sie sind brandgefährlich. Jane kann jederzeit enttarnt werden. Das wäre ihr Tod. So bleibt die Spannung hoch. Sie erarbeitet sich aber gedanklich eine eigene Position. Der zentrale Satz ist ‘Woran liegt es, das die Selbstgerechtigkeit bei Widerstandsgruppen so hoch ist?‘ Wir sehen zwei riskante Aktionen von The East.
Man muss dem Film zugutehalten, dass er bis zum Schluss unparteiisch bleibt. Er geißelt die Rücksichtslosigkeit der Konzerne und entlarvt die mörderischen Methoden der Ökoterroristen. Dann verliebt sich Jane auch noch in den Guru der Gruppe Benji (Alexander Skarsgard), obwohl sie zu Hause einen Freund hat, einen ganz lieben. Aber auch Sharon (Patricia Clarkson) vom Vorstand von Hiller Brood, die die ganze Aktion angeleiert hat, bleibt ironisch distanziert. Aber Action gibt’s.
Das Waldlager wird vom FBI geräumt, Jane fährt mit Benji zur Grenze. Sie hat die Agentenliste, die er will – erst mal verschluckt und dann…? Was für ein tolles Ende…
Sollte man gesehen haben. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.