Do, 15.12.2016TV | Anfang 80Kurze ErfüllungDer Film zehrt von drei großartigen Hauptdarstellern, die altersmäßig nicht besser gecastet werden können (Ostermayer ist wirklich so alt!) und einem durchaus realistischen Drehbuch. Die eigenständige Handlung ist nicht geschönt, sondern packt einen tief bei den Emotionen. Der allgemeine Hype über die Oldies, die es nochmal wissen wollen, ist hier nicht ausschlaggebend. Aber ein Vergleich drängt sich schon auf. Es ist nicht wie auf Dresens ‘ Wolke 9‘, eher wie in Hanekes ‘Liebe‘ – und doch anders. Die Situation ist neu: Rosa (Christine Ostermayer) ist todkrank, (Krebs). Sie hat noch ein halbes Jahr zu leben. Sie verliebt sich trotzdem oder gerade deshalb in den gleichaltrigen Bruno (Karl Merkatz). Und der ist seit Jahrzehnten mit Herta (Erni Mangold) verheiratet.
Alles läuft so wie bei den sechzig Jahre Jüngeren, wenn sie sich verlieben: ganz zärtlich und mit viel Gefühl. Nur dass hier beide dem Ende entgegen gehen. Besonders die letzte Phase wird äußerst intensiv geschildert mit Schmerzen und Schreien, aber auch mit Marihuana. Rosa sagt ‘Wir schaffen es nicht mehr.‘ Darauf Bruno ‘Wir haben es geschafft.‘ Er wird entmündigt, bleibt aber wehrhaft. Sie sieht den Vorteil des Alters darin, dass man ‘unsichtbar wird.‘ Man wird nicht mehr wahrgenommen, nicht für voll genommen, zu einem quasi rechtlosen Wesen degradiert.
Das macht betroffen und nachdenklich. Da halten uns Ertl und Hiebler einen Spiegel vor. Ohne Bitterkeit, aber mit einer Träne im Knopfloch. | |
Fr, 09.12.2016TV | Der letzte Zug von Gun HillDie Bahn bringt'sEin Edelwestern aus der Zeit als diese Filme angesagt waren (50er Jahre). Zwei Superhelden Matt (Kirk Douglas) und Craig (Anthony Quinn) liefern sich ein Duell. Aber das ist nicht der Grund, warum John Sturges einen tollen Film gemacht. Dass eine alte Männerfreundschaft auf die Probe gestellt wird ist ja nichts Neues oder, dass ein großartiger Vater einen missratenen Sohn hat. Auch die Rache ist ein oft verwendetes Motiv. Für die Zeit mehr als provokant ist die Tatsache, dass eine Frau vergewaltigt und ermordet worden ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es eine Indianerin (Ziva Rodann) ist. Also ein Wesen, das in der Achtungsskala bei vielen Zeitgenossen (vielleicht bis heute) unterhalb der eines Hundes rangiert. Und Catherine ist die Frau von Marshall Matt. Zwecks Spannungserhöhung hat das Drehbuch noch eine Frau eingebaut. Linda (Carolyn-Addams-Jones), eine frühere Geliebte von Craig, die Matt bewundert.
Hier stehen sich auch zwei Väter gegenüber. Craigs Sohn Rick (Earl Holliman) ist der Übertäter. Matt hat auch einen Sohn, der den Mord mit ansehen musste.
Ein Thema von zeitloser Gültigkeit, das in Westernmanier abgearbeitet wird. Geiselnahme und Hotelbrand erhöhen die Spannung bis das (der) Gute endlich siegt und in besagten Zug steigt. Ein Ende, wie man es nicht anders erwartet hätte. Doch was da Douglas und Quinn abliefern ist edel und durchaus akzeptabel. Kein Kitsch, kein Klamauk. Ohne Pathos einfach gradlinig echt. So möchte man halt gut unterhalten werden. | |
Do, 08.12.2016TV | SalvadorTod des ErzbischofsDie etwas unübersichtliche Lage in diesem Land hat Oliver Stone in ein klar strukturiertes Gerüst gekleidet. Für uneingeweihte Zuschauer ist es allerdings nicht immer leicht zu differenzieren, was Fakt ist und was ein Argument der damaligen Reagan Administration. Unstrittig bleibt die Tatsache, dass mit der persönlichen Komponente der Film einen hohen Unterhaltungswert hat. Richard Boyle (großartig James Woods) ist Reporter und Lebenskünstler. Beides braucht man wohl um hier zu überleben. An seiner Seite Doc Rock (James Belushi), der ihm nur widerwillig folgt. Ihr Verhältnis und das zu den einheimischen Mädels lässt Emotionen aufkommen. Besonders Richards große Liebe (quasi seine Zweitfrau) Maria (Elpidia Carrillo) bildet den tragischen Rahmen der Handlung.
Die USA (Ronald Reagan) unterstützten die oligarchische Regierung mit Militärberatern, Waffen und Geld. Es kam in den 70er und 80er Jahren zu einem Volksaufstand. Die Guerillas (FMLN) kämpften über ein Jahrzehnt gegen die nationalistische Militärjunta, eine korrupte Plutokratie von Washingtons Gnaden. Folglich musste ja die Gegenseite wie im Kalten Krieg üblich Kommunisten sein.
Der Film fährt ganz dicht an der Realität und dokumentiert nicht nur die übliche Willkür und Unsicherheit im Land, sondern zeigt auch die Ermordung des Erzbischofs Romero (März 1980). Bei Auseinandersetzungen mit den gefürchteten Todesschwadronen kommen auch NGO Mitarbeiter (Cynthia Gibb) zu Tode oder Richards Freund John (John Savage) der mit seiner Kamera auf Flugzeuge ‘schießt‘. Auch die Medien und der Botschafter der USA (Michael Murphy) werden differenziert geschildert. Die finale Flucht von Richard und Maria zur Grenze kommt mit der Spannung an Hitchcocks ‘Zerrissenen Vorhang‘ ran: Festnahme, Bestechung, Freilassung, Verhaftung, Trennung. Nur dass es hier kein Happy End gibt, sondern nüchtern werden Fakten von der Zukunft der Betroffenen nachgereicht. Ein Dokument über einen fast vergessenen Kriegsschauplatz des Kalten Krieges. Spannend, bewegend, wichtig. | |
Mi, 07.12.2016TV | DreckskerleInteraktionskinoClaire Denis, die auf vielen Filmfestivals zu Hause ist, hat hier quasi einen interaktiven Film gemacht. Man muss aufpassen und mitmachen, dann wird man ganz allmählich in der Handlungsgeflecht eingeführt. Es ist nicht der Guckkasten, der den Zuschauer rundum informiert, sondern es sind bruchstückhafte, optische Randnotizen. Der Plot, der aus vielen Handlungssträngen besteht, wird so zerstückelt und mit Lücken versehen, sodass wir manches überhaupt nicht sehen, anderes nur ganz kurz. Manchmal sehen wir das Endergebnis z.B. eines Autounfalls und wissen Bescheid. Ungewohnt ist nur, dass die Regisseurin den Zuschauer nicht an der Hand nimmt und ihm alle Einzelheiten zeigt. Die langen Einstellungen lassen genügend Zeit um das Fehlende zu ergänzen. So hangeln wir uns von Erkenntnis zu Erkenntnis von einem Aha zum nächsten. Einmal weist ein Hemd, das aus dem Fenster geworfen wird, den Weg zu einer obsessiven Liebe, wie die von Marco (Vincent Lindon) und Raphaëlle (Chiara Mastroianni). Im Hintergrund zieht der ‘Pate‘ Edouard Laporte (Michel Sobur) die Fäden. Sein kleiner Sohn Joseph wird entführt, Markos Nichte ebenfalls.
Und dann hat das Drehbuch noch eine Überraschung in petto. Klar dass Monsieur Laporte, von dem Verhältnis seiner Freundin zu Marko wusste. Bei der finalen Konfrontation benutzt sie seinen Revolver. Wenn sie schießt, muss man schon genau hinschauen. Außerdem kann sich zwischen den Zuschauern eine rege Diskussion entwickeln über die gezeigte Action und das, was nicht genau zu sehen war. Da kommt keine Langeweils auf. Ebenso wenig wenn Markos Nichte Justine (Lola Créton) nur mit high heels bekleidet auf der Straße um ihren Vater trauert. | |
Mi, 07.12.2016TV | Araf - Im NiemandslandFrauen in der TürkeiIn diesem modernen Gesellschaftsbild der Türkei steht Zehra (Neslihan Atagül) zwischen ihrem gleichaltrigen Freund Olgun (Baris Hacihan) und Mahur (Özcan Deniz) einem Trucker reiferen Alters. Yesim Ustaoglu, eine der bemerkenswertesten türkischen Regisseurinnen, die mit schon öfters mit lyrischen Titeln Aufmerksamkeit erregte bringt hier das Schicksal einer jungen Frau auf die Leinwand. Lange, wortlose Passagen kennzeichnen den Film und beleuchten ganz nebenbei die Rolle der Frau in der heutigen Türkei. Hier sind es die Ehefrauen mittleren Alters. Sie schmeißen den Haushalt und versuchen die Familie zusammenzuhalten.
Zehras Treiben mit Mahur wird jugendfrei erzählt, ohne Worte und ohne nackte Haut zu zeigen. Ihre daraus folgende Fehlgeburt auf der Toilette des Krankenhauses ist grenzwertig realistisch. Da zeigt die Regisseurin sowohl Mut als auch Feingefühl. Mahur hat sich natürlich verzogen und Zehra alleingelassen. Ausführlich wird auf die Lethargie eingegangen, in die sie danach verfällt. Sie kann nicht darüber reden, was ihr da passiert ist. Vielleicht ist sie aber auch noch zu jung und zu unerfahren, um das alles zu begreifen, was sich da so um sie herum und mit ihr ereignet hat? Ihre Mutter ist ihr keine Hilfe und ihre Freundin (Nihal Yalzin), die ein gleiches Schicksal erlebt hatte, kann ihr nur zur Abtreibung raten. Der Briefwechsel mit Olgun, der sie immer noch heiraten will, führt zu einer Bollywood-Lösung in der LVA. Ist das etwa der Weg zurück in die ‘Schöne Neue Welt‘? Für mich trifft hier die moderne Realität auf wertkonservative Restauration. Die gesellschaftlichen Zwänge obsiegen. Das Fernsehen macht’s möglich. Oder soll es etwas dazwischen sein ‘Somewhere in Between‘? Oder das ‘Fegefeuer‘ d.h. die Vorhölle?! | |
Di, 06.12.2016TV | CirclesKettenreaktionDer Film schildert eine grausame Realität wie sie sich im Jugoslawien Krieg 1993 abgespielt hat, und zwar unter Zivilisten. Das Leben ist gekennzeichnet von der ganzen Palette der Emotionen: angefangen von Liebe und Hass, geht es weiter über Brutalität und Feindschaft um schließlich bei Hilfeleistung und Menschlichkeit zu enden. Betroffen davon sind Mutter und Sohn, Vater und Sohn sowie zwei Liebende. Und die Religion spielt auch keine ganz unwichtige Rolle. Besonders eindringlich wirkt die Tatsache, dass die Folgen einer abscheulichen Handlung wie hier noch 12 Jahre später nachwirken. Und über alle Beteiligte ein Netz werfen, aus dem es kein Entkommen gibt. Das Schicksal verbindet das Leben von Menschen miteinander, die durch die Lebensumstände zu erbittertsten Feinden werden, aber auch zu reuevollen Einsichten gelangen könnten. Laiendarsteller bieten eine durchaus realistische Handlung.
Von den einzigen zwei Gutmenschen bezahlt Marko seine Zivilcourage mit dem Leben, Haris wird gottseidank bloß zusammengeschlagen, sein Freund Nebojsa, ein Chirurg, überwindet sich und rettet dem üblen Schläger Todor das Leben, kann von ihm aber keine Einsichten erwarten. Er hält ihm vor „Abschaum bleibt Abschaum“ und bekommt als Antwort „Feigling bleibt Feigling.“ Hinzu kommen Erpressung, Drohungen etc. Markos Vater baut eine Kapelle und lehnt jegliche Hilfe vom Sohn eines der damaligen Übeltäter ab. Ein Unfall schafft eine menschliche Annäherung.
Dieses komplexe Geflecht hat Regisseur Srdan Golubovic eindringlich gestaltet. Er sieht das Leben –siehe Titel – so wie wenn ein Stein ins Wasser fällt und konzentrische Kreise entstehen. Viele Kreise von einem Stein verursacht. So grausam kann das Leben sein. Unbedingt sehenswert. | |
Di, 06.12.2016TV | Lauf Junge laufSrulik oder Jurek?Pepe Danquart, der alte ‘Schwarzfahrer‘ erzählt hier eine wahre Geschichte. Es ist die von Jurek (großartig verkörpert von Andrzej Tkacz und seinem Zwillingsbruder Kamil), ein jüdischer Junge aus Warschau, der während der letzten Kriegsjahre die Verfolgung durch die Nazis überlebt. Auf seiner Odyssee macht er mehrmals Halt bei Bauern, wo er für eine Mahlzeit arbeitet. Hier hilft ihm besonders die warmherzige Partisanenfrau Magda (Elisabeth Duda). Beide leiden unter Albträumen ihrer traumatischen Erinnerungen. Er lernt alles über die christliche Religion. Nur die Beschneidung kann er nicht rückgängig machen.
Bei der Arbeit für Gutsbesitzerin Herman (Jeanette Hain) verliert er die rechte Hand. Er wird später behaupten, es war Adolf Hitler. Beim Bauern Kowalski findet er eine dauerhafte Bleibe, bis ihn eine jüdische Organisation, die sich um Waisenkinder kümmert. ausfindig macht.
Jetzt muss Jurek eine folgenschwere Entscheidung treffen: jüdisches Waisenkind oder christlicher Stiefsohn?
Die Authentizität der Lebensgeschichte des Yoram Fridman wird in einem Epilog angehängt, der das weitere Leben dieser jüdischen Familie beinhaltet. Der Titel ist der lebensrettende Befehl von Jureks Vater, der sich für seinen Sohn selbst opfert.
Der Krieg und der Naziterror werden nur soweit erwähnt, wie es unbedingt nötig ist, um die Atmosphäre der Zeit zu beleuchten. Das Schicksal dieses Jungen steht im Mittelpunkt. Pepe Danquart erzählt es teils packend, teils anrührend und lässt auch schon mal lyrische Passagen mit einfließen. Und ganz dezent wird auch darauf hingewiesen, dass es von polnischer Seite nicht nur Widerstand gegen die Nazis gab.
Ein toller Film, gekonnt gemacht und immer noch wichtig. Und vor allen frei von jeglichem Hollywood Schmonzes. | |
Sa, 03.12.2016TV | Dark CountryEnde mit FragezeichenAm Ende sagen die überraschten Zuschauer: ‘Schade!‘
Ein durchaus spannender, gut gemachter Mysteryhorror mit zwei beeindruckenden Darstellern. Der Mann (Dick) ist der Regisseur Thomas Jane höchst persönlich, seine Ehefrau Ginna spielt Laureen German. Ein frisch verheiratetes Paar. Zwei Dinge zeichnen den Film bis kurz vor seinem Ende aus: zum einen stützt sich der Plot auf nachvollziehbare Logik – bis kurz vor Schluss – und zum anderen enthalten die Dialoge tiefgehende Reflexionen über den begangenen Mord, Gewissensbisse, Optionen und gegenseitige Vorwürfe. Also ein klasse Drehbuch für 95% des Films. Außerdem hat der Film auch einen packenden Aufbau: erst die Schärfe, dann der Schocker. Dick und Ginna treiben es nach der Hochzeitsnacht fast noch während der Fahrt, wobei der Tacho ihr Lusttempo anzeigt.
Gut eingebaut Ginnas Vergangenheit, die Dick ja nicht kennen kann. Auch ihre Trennung ist trotz Versöhnung akzeptabel. Sogar als der Polizist Tompson (Ron Perlman) auftaucht, sind wir noch dabei. Doch dann kommt das Ende, das man nur versteht, wenn man den Beipackzettel gelesen hat. Da hat sich Regisseur Thomas Jane selbst umzingelt und ins Knie geschossen. Der Überfahrene?, der Ermordete?, der Ehemann?, der Mörder?, der Fahrer?: alles eine Person oder wie? Hat sich Dick eventuell selbst überfahren und ermordet? Klar, dass Ginna nicht tot ist, oder?
Wie kann man mit so einem Ende einen recht brauchbaren Film so vergeigen? Es gibt gar kein Ende, keine Lösung, keine Aufklärung, nur Fragezeichen. Es ist einfach nur Schluss und wir sitzen in einem Land im Dunkeln. Schade. | |
Fr, 02.12.2016TV | Mit den Augen eines DiebesTarek, Lila und MalakMan kann den Film quasi als Fortsetzung von Najwa Najjars Erstlingswerk ‘Granatäpfel und Myrrhe‘ sehen.
Beide sind packend mit lyrischen Elementen. Und beide Filme zeigen, dass das palästinensische Problem nicht nur eins aus dem Nahen Osten ist. Ausgehend von der Situation in dieser Gegen der Welt handeln sie aber von Liebe, Hass, Korruption und Rache und wie der ganze Rattenschwanz von Emotionen noch so heißt.
Hier kommt Tarek (Khaled Abol Naga) aus israelischer Haft. Seine Frau ist tot, er sucht seine Tochter Malak. Wir sind mitten in dieser Atmosphäre von israelischen Schikanen der Angst wie z.B. die Passkontrollen.
Mit zwei gekonnt eingespielten und gut verteilten Retros erzählt die Regisseurin Tareks Vorgeschichte. Jetzt findet der ehemalige Scharfschütze Arbeit als Installateur und bemerkt die Näherin Lila (Souad Massi) und ihre zwei Kinder. Ist die Tochter seine eigene? Um Lila buhlt noch der Großkopferte Arbeitgeber der Gegend Abu Anas. Besonders der Tempowechsel kennzeichnet die Handlung. Heftige Rededuelle wechseln mit kontemplativen Momenten, wenn Lila über Tarek nachdenkt oder den verletzten verbindet. Es geht letztlich um das ewige Problem der Gegend: Wasser. Abu Anas hat linke Dinger gedreht. Und wie Tarek am Ende Abu Anas den angeblichen Wohltäter entlarvt ist spannend erzählt. Aber auch die Annäherung zwischen Tarek und Lilas Kids wird einfühlsam geschildert. Malak demonstriert ihre Eigenständigkeit mit vorgehaltener Pistole beim Showdown. Ein lyrisches Ende erwartet uns. Besser als der finale Kuss. Lila findet Blumen auf ihrer Nähmaschine und lächelt.
Technisch gekonnt gemacht, spannend erzählt mit einer Story, die überall spielen könnte, wenn man sich den israelisch-palästinensischen Konflikt wegdenkt. Aber dann wird der Titel bedeutungslos. Toll! | |
Do, 01.12.2016Kino | Eine Geschichte von Liebe und FinsternisTrauer und LeidDas Beste an diesem Film ist noch der lyrische Titel und den hat Natalie Portman ja wohl der Romanvorlage von Amos Oz entnommen.
Was den Inhalt betrifft, so wäre treffender gewesen ‘eine Geschichte von Trauer und Leid‘. Eng an die Romanvorlage angelehnt nimmt die Krankheit der Mutter Fania (Portman) großen Raum ein. Unerklärt, vielleicht unerklärbar.
Es ist eine Dokumentation über die Zeit der Staatsgründung von Israel aus der ganz individuellen Sicht einer Familie mit Betonung einer engen Mutter – Sohn Beziehung, die beinahe ödipale Züge trägt. Mehrere historische Aufnahmen aus dieser Zeit sowie originale Drehorte sollen die Authentizität belegen. Damit ist auch leicht zu begründen, warum dem Film jegliche Spannung fehlt. Das wird noch weiter hintertrieben durch die etwas gespreizten Dialoge, die oftmals recht pathetisch daherkommen, sowie die lockere Szenenfolge. Hier geht es recht inkohärent von einer in die nächste. Sie wirken trotz ihrer singulären Qualität wie Perlen auf einer Schnur aufgefädelt. Auffällig ist die immer wiederkehrende Betonung der überdurchschnittlichen Intelligenz des jungen Amos (Yonatan Shiray) sowie die Tatsache, dass er häufig das Bett mit seiner Mutter teilt. (Ödipus!?) Die meisten anderen Figuren bleiben ohne Konturen. Lediglich einmal blitzt für Sekunden eine menschliche Regung bei Tisch auf zwischen Fania und ihrer Schwiegermutter. Die Retrospektiven mit anderen Darstellern in bereits gesehenen Szenen machen etwas betroffen, entgleiten aber letztlich dem Zuschauer wie ein Stück Eis in der Hand. Die Traumsequenzen bieten etwas Ruhe vom düsteren Ambiente.
Vom Ansatz her aller Ehren wert ist Portmans Debüt filmisch nicht so recht gelungen. | |
Sa, 12.07.2025 von antoniawarda
richtig schlechte Sendung, man kann nicht wirklich mitraten, weil die Aufgaben für den Zuschauer ...
Sa, 14.06.2025 von Rozenbaum
Gute Themen, aber warum müssen alle Gästinnen grell überschminkt sein . Zu viel BotOx, zu viel ...
Fr, 30.05.2025 von Coa60
Die Sterne sind für die satirische Kritik am Hebammengesetz. Ansonsten fand ich die Sendung nur ...
Sa, 17.05.2025 von Kunstart.net
1. Klone haben (Kindheits-)Erinnerungen implantiert, damit sie nichts hinterfragen, nicht davon ...
Sa, 19.04.2025 von frge
Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.