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So, 06.11.2016
TV | So spielt das Leben
Harmloser Spaß2 Sterne
Wie das Leben so spielt, also nichts Neues. Trotz der überdeutlichen Vorhersehbarkeit und gespickt mit Klischees machen es die beiden Hauptdarsteller Katherine Heigl (Holly) und Josh Duhamel (Eric) zu einer flotten, anspruchslosen Komödie, die aber nie ärgerlich ist. Mehr Ironie hätte nicht geschadet. Sie kommen zu einem Baby wie die Jungfrau zum Kind und raufen sich zusammen. Die Lacher kommen vom vielleicht leidgeprüften Wiedererkennungswert der betroffenen Zuschauer. Da gehören Sätze wie ‘Babys pinkeln überall hin und stinken nach Pisse‘ einfach dazu oder ‘Du hast Scheiße im Gesicht.‘ Seine Unfähigkeit beim Wickeln entschuldigt er mit ‘Ich muss ja keinen BH öffnen.‘ Es ist durchaus realistisch wenn sie ihren Frust in einer Flasche Rotwein ertränkt und er vorübergehend ein ‘Arschloch‘ ist. Ebenso wie die Tatsache, dass der Sex zu kurz kommt, wenn ein Baby im Haus ist. Auch den Rat der Nachbarn kennt man, wenn es darum geht, das Baby am Weinen zu hindern. Hier profiliert sich lediglich die leicht ödipale Melissa McCarthy. Damit noch etwas mehr an Handlung hineinkommt, geht Eric nach Phoenix und Holly bandelt halbherzig mit dem Kinderarzt Sam (Josh Lucas) an. Und der verabschiedet sich überraschend einsichtig ja fast verständnisvoll. Na ja!? Falls das Leben so spielt, ist das eher selten. Aber deswegen schaut man sich ja den Film an.
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Do, 03.11.2016
TV | Die Anfänger
Großes Fragezeichen2 Sterne
Diese Komödie ist eher zum Heulen. Die beiden Hauptdarsteller Francois Cluzet (Antoine) und Guillaume Depardieu (Fred) plagen sich durch einen Alltag mit kleinen Betrügereien, viel Alkohol und das ohne Erfolg, nicht mal bei den Mädels. Sie reden nur darüber. Die Situationskomik ist meistens platt, die Dialoge belanglos, der ganze Plot ohne Witz und Charme. Anfangs hat Pierre Salvadori noch ein paar Regieeinfälle: wenn z.B. Francois versucht einen Brief zu schreiben oder ganz ungewöhnlich die Maklerin die Wohnung aufräumt sogar putzt, aber ansonsten wird’s flach und sandig. Von den Mädels bleiben “die Verschwiegene“ Judith Henry und Marie Trintignant auch recht farblos. Es passiert halt einfach auch nichts. Die Jungs hängen nur ab. Da berührt es einen schon sonderbar, dass sich Antoine nach einer bürgerlichen Existenz sehnt und weil er das nicht erreicht, depressiv wird. Dennoch spielt er am Ende mit den Kids der Nachbarschaft fröhlich lachend Fußball, als sei nichts gewesen. Die Eltern wettern mal drauf los, bleiben sonst aber unauffällig. Ebenso bleibt die Frage nach dem Sinn des Films: eine Komödie die keine ist und der Plot ist eine einzige Schlaftablette, denn man kennt das ja alles irgendwoher. Nichts wird irgendwie erzählt, als dass es auch nur den Anflug von Interesse wecken könnte. Vielleicht ist es ja eine Gebrauchsanweisung zum Abhängen für Loser oder halt für ‘Anfänger‘, die so etwas vorhaben. Mit der Absicht ‘Schau ‘mer mal, dann seh’n ‘mer schon. Filmtitel mit Anfängern gibt es übrigens bereits wie Sand am Meer. Glatte Zeitverschwendung.
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Mi, 02.11.2016
TV | Oliver Twist
Eine Erfolgsgeschichte4 Sterne
Von den 100 gefühlten Verfilmungen des Romans von Charles Dickens ist die von Roman Polanski (2005) nicht die Schlechteste. Der Stoff hat wohl seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts (1909) bis heute immer wieder Filmemacher interessiert. Und noch ist kein Ende abzusehen. Dieser Film wird der Romanvorlage vollauf gerecht. Die Sozialkritik des Autors und die unbarmherzige und gnadenlose Gesellschaft der Zeit sind eindrucksvoll herausgearbeitet. Gut, dass Polanski den Antisemitismus weggelassen hat und mehr auf Spannung à la Hitchcock setzt. Hier gilt die Message Calvins: ‘Am Reichtum des Einzelnen kann man ablesen, ob Gott einen liebt und da Gott die Armen offenbar nicht liebt, warum soll der Staat oder die Gesellschaft tun?‘ Für Waisenkinder gab es nur das Armenhaus d.h. die Sklaverei. Mitten im Europa des frühen 19. Jahrhunderts. Besonders das verwirrende Gewusel der Straßenszenen Londons ist beeindruckend. Die düstere Atmosphäre in braun-dunkelgrün gehalten wirkt besonders, wenn man den Kontrast zum farbenfreudigen Landleben dagegenhält. Die (Unter)Welt des Oliver Twist (Barney Clark) wird von ganz fiesen Typen verkörpert, deren schmutzige Gesinnung an ihrer Kleidung gut zu erkennen ist: verkommen und verdreckt. Allen voran der Mörder Bill Sykes (Jamie Foreman) sowie sein Spezi Toby Crackit (Mark Strong). Die wenigen Guten, die bei Dickens nie fehlen dürfen sind Liz Smith als gute Alte sowie Nancy (Leanne Rowe) als Gangsterliebchen mit Herz. Nicht zu vergessen sein Ziehvater Mr. Brownlow (Edward Hardwicke), der Oliver am Ende in eine rosige Zukunft geleiten wird. Typisch Dickens! Alle werden schauspielerisch überragt vom grandiosen Ben Kingsley als Fagin. Er laviert zwischen beiden Lagern: Geldgierig auf der einen Seite, ein Herz für Kinder auf der anderen. So hat Polanski einen sozialkritischen, spannenden Krimi gemacht, der fast vergessen lässt, wie alt die Romanvorlage ist. Eine gelungen Literaturverfilmung.
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Di, 01.11.2016
TV | Mein Freund Harvey
Brownie oder Puca3 Sterne
Nur wer sich in der keltischen Sagenwelt auskennt, weiß was ein Puca ist: ein Troll oder Gnom, der gut oder böse sein kein, der den Menschen Streiche spielt oder ihnen hilft. Liebevoll werden sie auch Leprechaun, Brownies oder einfach Puk genannt. Aus diesem mythologischen Füllhorn hat Henry Koster die Figur eines überdimensional großen weißen Hasen genommen. Er heißt Harvey und James Steward zieht als Elwood P. Dowd mit ihm um die Häuser. Aber wie es bei Kobolden so ist: nur Elwood sieht ihn. Er lebt nach der Devise ‘Man muss im Leben entweder clever oder freundlich sein.‘ Weil ersteres nicht in Frage kommt, ist Elwood einfach ein sehr netter Mann. Eine herrlich altmodische (1950) Komödie mit vielen Verwechslungen, Missverständnissen und Einbildungen die durch jede Menge schrullige Käuze konstant spaßig bleibt. Verschiedene Liebesgeschichten entwickeln sich am Rande wie z.B. die zwischen Dr. Sanderson (Charles Drake) und Schwester Kelly (Peggy Dow, eine echte Konkurrenz für die damals unheimlich populäre Doris Day). Myrtle Mae (Victoria Horne) die Tochter des Hauses soll an den Mann gebracht werden. Ihr stellt der Krankenpfleger Wilson (Jesse White) nach, der permanent die falschen Patienten einzuliefern versucht. Alles voran Elwoods Schwester Veta (Oscar für Josephine Hull), die wir schon aus ‘Arsen und Spitzenhäubchen‘ kennen. Gute deutsche Synchro unterstützt die Situationskomik: So sagt Wilson bevor er Veta in die ‘Klapskiste‘ einliefern will ‘Sie sind auch ein bisschen Tütü. Kommen sie mit rein, da können sie Blumen von der Tapete pflücken.‘ Das Phänomen Harvey muss sich am Ende jeder selbst erklären. Henry Koster gibt nur Hinweise. Sieht man Harvey nur nach einigen Whiskeys oder ist er eine Ausrede für die eigene Schusseligkeit, wenn man (Veta) z.B. sein Portemonnaie verlegt hatte. Man kann ihn auch gut für alles verantwortlich machen, was im Leben daneben geht. Herrlich einfacher Spaß.
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Mo, 31.10.2016
TV | Exodus: Götter und Könige
Moses gegen Ramses3 Sterne
Ein biblischer Sandalenfilm, recht frei nach dem Alten Testament. Ridley Scott hat nur so viel Bibel wie nötig hineingepackt. Dafür gibt es aber eine eindrucksvolle Landschaft, bombastische Denkmäler und wuchtiges Schlachtengetümmel. Kleinigkeiten sind historisch nicht korrekt wie der Galgen, er erst in der frühen Neuzeit angewendet wurde und die Sprechchöre “Moses, Moses!“ klingen echt nach einer Demo des 20. Jahrhundert. Diese bildgewaltige Auseinandersetzung ist genau wie der Untertitel verrät ein Machtkampf zwischen Moses (Christian Bale inzwischen zum Mann gereift) und Ramses (Joel Edgerton): Götter gegen Könige bzw. welcher Gott ist stärker. Wenn der Gott von Moses die ägyptischen Kinder in einer Nacht umkommen lässt, nennt ihn Ramses ‘Mörder‘. Das ist eine durchaus legitime Konfrontation, ganz abgesehen von der Frage Monotheismus gegen Polytheismus. Drehbuch und Regie ging es aber wohl vorrangig um eine Wiedergutmachung des klassischen Hollywoodschinkens mit Charlton Heston. Was in der Version von 1956 noch als Wunder à la Walt Disney gezeichnet werden musste wie die Teilung des Roten Meeres wird hier zu einer Monsterwelle, die auf eine Seenplatte zurollt. Zwar auch digital gemacht, wirkt aber natürlicher. Aber es gibt auch ganz nette Einfälle wie Gott in Gestalt eines altklugen Knaben oder der Absturz der ägyptischen Armee auf einem schmalen Bergpfad durch einen Erdrutsch. Manche Sätze wirken ausgesprochen modern weil griffig wie z.B. ‘Hör auf wie ein König zu reden. Du bist keiner.‘ Die zehn Plagen werden kurz aber durchaus eindrucksvoll abgearbeitet. Doch dann schlägt Hollywood voll zu: Liebe mit Hochzeit (Maria Valverde) und Wiedervereinigung nach getaner Arbeit. Berühmte Frauen von der Leinwand sekundieren dem Helden: Hiam Abbass, die Legende aus dem Nahen Osten spielt die Mutter von Moses, Segourney Weaver die Frau des Pharao. Ganz kurz nur die Iranerin Golshifteh Farahani (Alles über Elly) sowie Tamara Fitzgerald (Brassed Off). Am Ende ertrinkt die Handlung in Puderzucker mit Honig. Das was nicht nötig. Gibt Minuspunkte.
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So, 30.10.2016
TV | Family Business
Die McMullens3 Sterne
Es ist ein Heidenspaß den McMullens zuzuschauen, wie sie einen Bruch planen, der natürlich in die Hose geht. Auch was sie da versuchen zu stehlen ist relativ unwichtig. Jesse (Sean Connery), Vito (Dustin Hoffman) und Adam (Matthew Broderick) sind die drei alterprobten Kleinganoven aus der Bronx. Der Reiz wird erhöht wenn man weiß, dass diese drei Opa, Sohn und Enkel sind. Sidney Lumet, der von Haus aus eher für Problemfilme steht wie die ‘12 Geschworenen‘ oder der ‘Pfandleiher‘ hat hier mal eine Komödie gemacht, die in Nostalgie schwelgt – das besorgen die beiden Alten Vito und Jesse - und die mit viel Ironie daherkommt. Wenn Vito tobt, fragt die Sekretärin ‘Ist das die sogenannte Midlife Crisis?‘ oder ‘Du warst besser drauf, als wir noch gebumst haben.‘ Und damit man nicht Job und Privates miteinander vermischt: ‘Man soll da nicht hinscheißen, wo man isst‘. Und wenn ihre schwarzen Strumpfmasken nicht richtig sitzen, werden die ordentlich zurechtgerückt. Der Junior Adam wird gefasst, der Clan rauft sich zusammen und hilft, zieht sich über den Tisch, erstattet Anzeige. Dabei geraten schon mal die Väter Jesse und Vito an einander, bezüglich der besseren Vaterschaft. Auch wenn Opa Jesse am Ende das Zeitliche segnet, wird es nie melodramatisch. Hier kommt ein Schuss Irland pur zum Tragen. Bei der Beerdigung gibt es Bier und den Song ‘Danny Boy‘. Schmunzeln verabschiedet sich die Crew, wenn am Ende Vater Vito und Sohn Adam bekräftigen, dass in ihrem ganzen Leben das Beste der gemeinsame Einbruch war. So kommen auch sie sich wieder näher. Und wie am Anfang feiern alle am Ende wieder gemeinsam das Passah Fest. Nur diesmal ohne Opa Jesse. Eine Komödie zum Entspannen. Die drei sind toll, schlagen auch schon mal richtig zu und beweisen, dass sie das Herz am rechten Fleck haben. Schön. Locker und mit viel Alterscharme.
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So, 30.10.2016
Kino | The Girl on the Train
Zwei Erinnyen4 Sterne
Eine sehr komplexe Geschichte um Seitensprünge, seelische Verletzungen, um Rache und unerfüllte Sehnsüchte. Letztendlich geht es wie immer zwischen Männlein und Weiblein um Macht. Hier agieren drei Frauen: Rachel (Emily Blunt), eine Alkoholikerin ist Ausgangspunkt der Geschichte. Sie ist die Frau im Zug. Dann ist da Anna (Rebecca Ferguson), die wie Griseldis bei Courths-Mahler die Ehe erduldet bis ihr der Kragen platzt. Und schließlich noch Megan (Haley Bennett), die alles vernascht, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, egal ob Psychiater Dr. Abdic (Edgar Ramirez) oder Ehemann Tom, der mal zu Rachel gehört hatte und jetzt mit Anna verheiratet ist. Nennen wir sie die Nymphomanin. Neben Scott (Luke Evans) ist noch Tom (Justin Theroux) der dritte Mann im Bunde. Er ist der Bösewicht und muss für seine Untaten bezahlen. Scott ist eigentlich nur ein Lückenbüßer wegen der Symmetrie. Lange Zeit werden wir durch Rachels Blackouts auf die falsche Spur gesetzt. Unscharfe Beobachtungen erhöhen die Spannung. Immer wieder fährt der Zug am Haus von Anna und Tom vorbei. Jedes Mal glaubt man ihn oder sie auf der Terrasse oder durch ein Fenster erkannt zu haben. Bis Rachel und Anna sich Tom vornehmen. Wie die drei griechischen Erinnyen agieren die zwei (die dritte wurde ja ermordet). Nach all dem psychologischen Unterbau wird es am Ende recht blutig. Hier kommen Splatter-Fans fast auf ihre Kosten. Die drei Mädels, allen voran Emily Blunt, spielen umwerfend gut. Selbst die Ermittlungen leitet eine Frau: Sergeant Riley (Allison Janney). Sie gehört in die Schublade ‘Hundeschnauze‘ mit Herz. Tate Taylor hat einen spannenden Film gemacht, der von ideal gecasteten Darstellern geprägt wird. Emotionales Mitraten erwünscht.
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Sa, 29.10.2016
TV | Weiße Bestie
Der "Weiße Hund"3 Sterne
Ein Killerhund läuft der Schauspielerin Julie (Kristy McNichol) vors Auto. Was anfangs nach einer einfachen und glatt polierten Tiergeschichte aussieht, entwickelt sich zu einem Antirassismus-Dressur-Drama. Denn der große “weiße Hund“ war abgerichtet worden, um Schwarze anzufallen. Die Umerziehung zurück in den alten Naturzustand des Tieres gelingt fast. Trainer Keys (Paul Winfield) ein Farbiger und Carruthers (Burl Ives), ein Weißer, arbeiten dran. Sie versuchen, so das Einschläfern zu verhindern. Interessant wird es aber erst, als der Besitzer sich meldet. Er outet sich vor seinen Kindern als waschechter Rassist. Er hatte den Hund so dressiert. Der bekommt zwar seine Unschuld zurück, bleibt aber bei wechselnder Konfrontation immer noch leicht verwirrt. Sam Fuller, der Altmeister, zeigt erstaunlich einfühlsam verschiedene Reaktionen des Tieres. Als ihm im freien Gehege als finale Genealprobe Keys und Carruthers entgegengehen, greift er den Weißen an – quasi als Bestrafung für die Dressur früherer Jahre. Da muss Keys ihm dann doch den Gnadenschuss geben. So bleibt die Story letztendlich realistisch, auch wenn es Tierpsychologen und Tierfreunden nicht gefällt. Allemal besser als die lange Zeit im Raum stehende Lassie-Lösung. Der französische Titel bezieht noch klarer Position ‘Dressiert um zu Töten‘. Und Ennio Morricone lieferte die kaum wahrnehmbare Musik. Erstaunlicherweise wurde an dem Original viel herumgeschnitten und neu synchronisiert. Eine Fassung verlegt den Ort sogar nach Beverly Hills. Warum wohl?
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Sa, 29.10.2016
TV | Sweet Sixteen
Verkorkste Jugend4 Sterne
Liam ist für seine 15-plus schon ein ganz schönes Früchtchen. Hat aber ganz typisch im Sinne des Regisseurs einen guten Kern. Ken Loach ist wieder ein ganz großartiger Film gelungen. Hier versucht Liam (Martin Compston) mit kleinen kriminellen Aktivitäten nicht nur zu überleben, sondern seine kaputte Mutter Jean (Michelle Coulter), die im Knast sitzt, in ein anständiges Leben zu führen. Seine Schwester Chantelle (Annmarie Foulton) hat einen kleinen Sohn Cal und wurstelt sich so an der Seite des großen Bruders durchs Leben. Die überaus überzeugenden Dialoge hat wieder Kens Drehbuchautor Paul Laverty geliefert und uns für das Milieu zwingende Situationen vorgeführt. Liam ist viel cleverer als sein Freund Pinball (William Ruane). Der ist einfach dumm wie Brot und hält sich mit Autodiebstahl über Wasser. Reitet sich so sehenden Auges in den eigenen Schlamassel. Liam wagt sich ans große Geschäft mit der örtlichen Mafia ran. Der Versuch für Mutter Jean einen Wohnwagen zu kaufen scheitert und selbst eine vornehme Wohnung verlässt die drogenabhängige Frau. Es scheint ein Teufelskreis zu sein. Liam bezieht Prügel von allen Seiten und benutzt schließlich das Messer, dass ihm der große Gangster mal geschenkt hatte, als er bei einem fiktiven Mord seine Zuverlässigkeit beweisen musste. Man kann nachvollziehen in welchen Denkbahnen sich die Gedankenwelt der Kids bewegt. Immer mit dem Kopf durch die Wand und hinter jedem Argument wartet eine Faust. Und Liam zeigt auch Kante gegenüber dem Stiefvater, dem Großvater und dem besten Freund. Sein Umfeld zieht ihn immer wieder runter und rein ins Verbrechen. Selbst Chantelle nimmt er in den Würgegriff, weil er sich nicht anders zu helfen weiß. Am Ende läuft er am Strand entlang, bekommt einen Anruf von Chantelle. Glückwunsch: er ist sechzehn! Die Polizei sucht den jetzt Strafmündigen. Die folgenden Details können wir uns denken. Erschütternd ehrlich.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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