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Mo, 26.09.2016
TV | Die Rückkehr der glorreichen Sieben
Kalter Kaffee2 Sterne
Selten unterscheidet sich eine Fortsetzung eines Erfolgsfilms so diametral von diesem im negativen Sinn wie hier. Zumal wenn man die ersten Glorreichen kennt, langweilt man sich zu Tode, lange bevor die erste Kugel einen Guten oder Bösen niederstreckt. Als schmückendes Beiwerk gibt es hier Folklore wie Stierkampf, Hahnenkampf und Flamenco. Yul Brynner trägt als Leader wieder die Fackel ins Gefecht. Sein Gegenspieler Francisco (Emilio Fernandez) hat längst nicht das Format von Eli Wallach. Er wirkt hier eher wie ein Senior, dem man aus dem Altersheim Urlaub gegeben hat. Und die anderen wie Robert Fuller (als der treue Vin), Warren Oates (als Weiberheld Colbee), Claude Akins (als Frank) oder Virgilio Teixeira (als Louis) bleiben blass ohne Konturen. Wenn man nicht aufpasst kann man Chico mit Manuel verwechseln. Da hat man es bei Petra (Elisa Montes) schon einfacher, denn es gibt nur eine Frau (wieder!). Der große Fernando Rey versucht als Padre mit Worten Vertrauen aufzubauen und kann das Niveau wenigstens etwas anheben. Die schwachen Ballerszenen wiederholen immer wieder nur ein stereotypisches Bild: ein Schuss – ein Sturz mit dem Pferd. Peng – Salto… Lediglich die Musik von Elmer Bernstein und Yul Brynner als Chris gewährleisten Kontinuität. Dessen Schlusssatz sagt allerdings alles. Völlig ohne Zusammenhang gesteht er plötzlich Vin ‘Ich bin ein Verlorener.‘ Verloren vielleicht in den Archiven zwischen ‘Rache‘ und ‘Todesritt‘. K.V. Sie und wir brauchen keine Rückkehr.
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So, 25.09.2016
TV | Die glorreichen Sieben
Sieben gegen vierzig4 Sterne
Ein Kultklassiker aus den 60er Jahren, der richtungsweisend für ganz verschiedene Filme wurde. Auch der Score von Elmer Bernstein wurde vom Ohrwurm zum Dauerbrenner und die Glorreichen Sieben fast alle zu Leinwandlegenden. Die Musik akzentuiert die Handlung. Mal ist sie triumphal sprunghaft, dann wieder einschmeichelnd leise. Außer dass dieser Western nach einem klar strukturierten Drehbuch abläuft, ist er sowohl unheimlich spannend als auch überhaupt qualitativ hochwertig. Akt 1: Situation in einem mexikanischen Dorf. Bandoleros unter Calvera (Eli Wallach) rauben und plündern. Hinführung zu den ersten drei Helden: Chris (Yul Brynner, der Anführer), Vin (Steve McQueen) und Chico (der Halbstarke Horst Buchholz). Rekrutierung der übrigen. Akt 2: Vorbereitung auf den zu erwartenden Angriff der Bandoleros: Schießübungen, Mauerbau, Netze und Fallen stellen. Anlass zu Komik: Chico als Torero und Liebhaber. Akt 3: erstes erfolgreiches Finale mit den Banditen, 40 gegen 7. Eine ruhige Zwischenphase: Warten, Angst der Bauern, Gespräche über Sinn des Tötens als Job. Waffen beschaffen, Lee (Robert Vaughn) als traumatisierter Saloncowboy. Akt 4: Überraschender Überfall von Calvera nach Verrat. Das Blatt wendet sich zu Ungunsten der Sieben. Freier Abzug ohne Waffen. Akt 5: Rückeroberung des Dorfes, nur drei überleben. Chico bleibt bei seiner Liebe Rosenda Monteros, der einzigen Frau im Film. Die ersten Drei sind auch die letzten Drei. Die Bauern bestellen wieder das Feld, Chris und Vin ziehen weiter. Sie sind ‘wie der Wind‘. Formal ausgewogen ist der Film ein Highlight für den Western. Die Darsteller sind echte wiedererkennbare Typen. Die überzeugen alle, nur Horst Buchholz beeindruckt noch etwas mehr. Seine Rolle gibt eben mehr her und er füllt sie mit jugendlichem Übermut glänzend aus. Yul Brynner schreitet fast schwebend durchs Gelände. Herrlich! Diese Klassik kommt ohne Grausamkeiten und übertriebenen Härte aus.
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Sa, 24.09.2016
TV | Wie angelt man sich einen Millionär?
Tschicki, Tütü und Pola3 Sterne
Sie heißen Tschicki (Lauren Bacall), Tütü (Betty Grable) oder Pola (Marilyn Monroe) und wollen alle, was der Titel des Films ihnen vorgibt. Obwohl sie alle anfangs ihr Unternehmen starten ohne Liebe im Visier zu haben und nur Dollars zählen, gelingt es am Ende nur Tschicki den großen Coup zu landen. Sie ahnt nicht, wie reich Tom (Cameron Mitchell) wirklich ist. Tütü ist schwer verliebt in den Förster Eben (Rory Calhoun) und Polas Auserwählter Freddie (David Wayne) ist Steuerflüchtling, der hätte was auf der Hohen Kante, muss aber erst noch rankommen. So landet keine von ihnen mit unlauteren Absichten im Hafen der Ehe. Phasenweise ist Tschicki die herbe Schönheit, berechnend und eiskalt. Tütü, die alte Quasselstrippe, verliert sich erst noch zwischenzeitlich an einen verheirateten Mann (Fred Clark) und Pola, blind wie ein Maulwurf findet in Freddy ihr Pendant. Sie hat mit ihrer extremen Kurzsichtigkeit die amüsantesten Auftritte. Sie rennt dabei schon mal gegen Wände, weil sie da eine Tür vermutet oder sie stolpert oder begrüßt den falschen Mann. Freddie ist von der ‘ Brillenschlange‘ begeistert. Sie gibt dem Film einen Hauch von Screwball Comedy. Die Dialoge sind amüsant. Dafür ist Nunnally Johnson verantwortlich, einer der ganz großen Drehbuchautoren Hollywoods. Und es gibt jede Menge Situationskomik z.B. wenn sich Wohnungsbesitzer Freddie selbst aussperrt, im Regen stehen muss und von Fenster zu Fenster huscht. Und wenn am Ende alle drei mit ihren Männern in einem Diner sitzen, haut es die Mädels glatt vom Hocker, als sie die Wahrheit über ihre Ehemänner erfahren. Leichte Unterhaltung aus den 50 Jahren.
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Sa, 24.09.2016
TV | Jimmy P.
Der kranke Indianer3 Sterne
Beinahe ein Zweipersonen Stück, das nicht nur realitätsbezogen ist - ein wahrer Fall - sondern auch über ein profundes Drehbuch verfügt, das den kaum greifbaren Stoff detailliert und mit viel Sensibilität vorstellt. Darüber hinaus lebt das Drama vom Gegensatz der beiden großartigen Hauptdarsteller: der Indianer Jimmy als Patient (Benicio Del Toro) und sein Psychoanalytiker George Devereux (1908-1985) (Mathieu Amalric), ein echter Pionier der Ethnopsychoanalyse. Von den Symptomen des Krankheitsbildes werden Kopfschmerzen, ein Flimmern vor den Augen, das fast zur vorübergehenden Erblindung führt, sowie Hörverlust erwähnt. Die Ärzte tun das als Schizophrenie ab. Dabei verfolgen ihn Schuldkomplexe ‘Ich bin ein Mann, der Frauen sterben lässt‘. Dr. Devereux geht neue Wege, lässt ihn von seinen Träumen und von seiner Kindheit erzählen. Schon bald findet er heraus, dass sich bei Jimmy alles immer um drei Problemkreise dreht: Angst, Sex und Lügen. Für Außenstehende nicht immer einfach nachzuvollziehen, wie Jimmys Beschwerden durch die Gespräche mit dem Arzt verschwinden. Hinzu kommt ein lebhaftes soziales Umfeld, das die Handlung inhaltlich bereichert. So hat Jimmy eine Tochter, deren Mutter verstorben ist und Dr. Devereux hat ein Verhältnis mit der verheirateten Madeleine (Gina McKee). Die berät ihn und bleibt doch unabhängig, kommt nur zu Besuch. Einleuchtend ist ihre logische Verknüpfung nach dem Babuschka-Prinzip: ‘Du packst die Seele ins Herz, das Herz in den Geist, den Geist in den Körper und den Körper in die Person‘. Der Arzt konstatiert eine bis dahin unbenannte Krankheit – wir sind kurz nach dem 2. Weltkrieg – ‘Seelenschmerz‘. Mit viel Freud’schen Ansätzen und viel Empathie heilt er den Indianer. Der Film ist ein Wagnis, aber ein gelungenes.
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Fr, 23.09.2016
TV | All Is Lost
Der alte Mann und das Boot3 Sterne
Diese 106 Minuten sind nur etwas für Robert Redford Fans oder Segelfreaks. Sie sind nichts für Happy End Fetischisten. Aber die sind ja durch den Titel bereits vorgewarnt. Dieser Ein-Mann-Film beginnt mit dem Ende und schildert dann die letzten acht Tage des Helden. Nach der Havarie mit einem herrenlos umhertreibenden Container folgt fast eine Anleitung zum Überlebenstraining für in Seenot geratene Einhandsegler. Fast alles, was einem da passieren kann durchlebt der coole Robert Redford mit seinem ungebrochenen Lebenswillen. Aufgeben ist für ihn ein Fremdwort. Er bekommt das leckgeschlagene Boot auch wieder flott, bevor der nächste Sturm dräut. Tanker fahren vorbei, Haie umkreisen die Schlauchinsel, eine Flaschenpost wird abgesetzt. Wir sind am Anfang vom Ende. Ein versuchter SOS Ruf der ‘Virginia Jean‘ So ist der Name des Bootes und eine frustrierter Schrei: ‘Verdaaamt!!!‘ Sind die einzigen gesprochenen Worte des Films. Das Rettungsboot fängt Feuer. Robert versinkt wie Leo in der Titanic. Doch, obwohl bereits abgesoffen, sieht er plötzlich einen Lichtstrahl und driftet nach oben. In einer solchen Situation hätten die Monty Pythons gerufen ‘Ein Wunder! Ein Wunder!‘ Soll das etwa Roberts Himmelfahrt andeuten? Längen sind unverkennbar und Robert Redford agiert glaubwürdig als echter Seemann. Wen’s interessiert!?
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Do, 22.09.2016
TV | Space Cowboys
Oldies im All2 Sterne
Das ist nicht Clint Eastwood bester Film, aber die Hommage an seine Spießgesellen ist doch recht unterhaltsam. Allerdings müssen wir uns durch einen langweiligen Anfang quälen mit viel Fachjargon, das man nicht versteht. Das Ende ist dann wiederum recht belanglos, wenn man mal von der Tragik, dass einer im Weltraum bleibt absieht, aber im Mittelteil ist es richtig lustig. Der Titel weist nochmal auf die alte Westernmasche hin: die Jungs werden einzeln umworben und angeheuert. Einer ist Prediger (James Garner), einer Achterbahnbauer (Donald Sutherland) und einer Kunstflieger (Tommy Lee Jones). Alle stehen unter Clints Kommando. Im Mittelteil von Projekt ‘Dädalus‘ geht es um die medizinische Untersuchung. Hier punktet Donald Sutherland mit seiner extremen Kurzsichtigkeit beim Training hat er Probleme mit seinem Gebiss. Alle kokettieren mit ihrem Alter. Passend zu einer veralteten Technik sehen wir gealterte Astronauten. Aber die Jungs haben Charme. Obwohl Amis und Russen anfangs zusammenarbeiten entpuppt sich das im Weltall als Illusion. Tommy Lee Jones, der sich als einziger Junggeselle in die einzige Frau der Umgebung, die Projektleiterin Sara (Marcia Gay Harden) verliebt, wird zum Märtyrer, weil die Russen doch etwas hinterhältig waren. Nicht zu vergessen ist die Frau von Clint Eastwood (Barbara Babcock), mit der er gerade etwas auf der Waschmaschine tut, als die Rekrutierer anklopfen. Folglich reagiert er äußerst ungehalten auf die Unterbrechung, was Barbara - als sie gegangen waren – mit dem Satz kommentiert ‘Am Umgang mit Gästen sollten wir noch arbeiten, Frank‘. Eastwood ist um Authentizität bemüht, wobei er nicht immer in die 12 trifft. Aber wen schert das schon, wenn man gut unterhalten wird – zumindest von siebzig Prozent des Films.
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Do, 22.09.2016
Kino | The Light Between Oceans
Test für Leidensfähige3 Sterne
Ein kinderloses, junges Ehepaar, das als Leuchtturmwärter auf der Insel Janus lebt, findet nach mehreren vergeblichen Versuchen ein Kind zu bekommen, ein Baby, das in einem Boot angespült wird. Isabel (Alicia Vikander) beschwört ihren Mann Tom (Michael Fassbender), es als ihre eigene Tochter Lucy auszugeben. Jahre spätere trifft Tom die leibliche Mutter Hannah (Rachel Weisz) von Lucy. Es wird eine moralische und juristische Lawine losgetreten, bei der niemand glücklich wird und die von Melodramatik nur so trieft. Regisseur Derek Cianfrance fährt voll die emotionale Schiene. Da spielen bei Tom Schuld und Sühne, die Liebe zu Isabel oder die Liebe zu seinem Beruf mit all den Dienstvorschriften eine Rolle. Isabels Leiden beginnt erst als Hannah auftaucht und ihr die Justiz Mann und Kind wegnimmt, dem auch noch eine Verurteilung wegen Mordes droht. Tom und Isabel verlieren fast ihre große Liebe für einander, finden sich dann aber doch noch. Und am Ende besucht Lucy ihren ‘Vater‘ und bringt auch noch ein Baby mit… Das ist Gefühlskino pur. Da bleibt keine Taschentuch ungenutzt. Der Plot ist fast schon überladen mit menschlicher Tragik, eine echte Tragödie im klassischen altgriechischen Sinn. Ausweglos. Es gibt keine Lösung oder einen Ausweg aus dem Dilemma. Fehlt hier etwa ein Gott, der ein Machtwort sprechen könnte. Aber selbst der würde keinen Frieden bringen können. Den Figuren bleibt nur eines übrig: unendliches schier unerträgliches Leid. Echtes Mutterglück kämpft gegen Wunschdenken an und Lucy leidet unter Elternlosigkeit. Die guten Darsteller transportieren einen erdrückenden Stoff. Und doch wollten letztlich keine tiefgehenden Emotionen so richtig greifen, weil die Handlung sich zerfasert, in viele kleine, neue Kriegsschauplätze, den Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle taucht und zur Distanz zwingt. Es blieb ein fades Gefühl übrig.
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Mi, 21.09.2016
TV | Ich.Darf.Nicht.Schlafen.
Schlafen heißt Vergessen4 Sterne
Der deutsche Titel ist fast ein bisschen pfiffiger als der des Originals. Besonders die Punkte zwischen den Wörtern. Und es klingt nach einem kategorischen Imperativ. ‘Bevor ich einschlafe‘ hat einen nüchternen Ansatz. Hier wird lediglich festgestellt, wann Christine (Nicole Kidman) den vergangenen Tag abspeichert. Rowan Joffe, der alte Könner, hat den gefühlt hundertsten Amnesie-Streifen gemacht. Nur hier vergisst Christine jedes Mal, wenn sie einschläft erneut alles. Es entwickelt sich ein durchaus spannender Psychothriller, wobei die Tatsache schon stutzig macht, dass sich Ehemann Ben (Colin Firth) und der Psychiater Dr. Nasch (Mark Strong) nur einmal kurz begegnen. Als Ben brutal wird, outet er sich als Bösewicht. Geschickt eingestreute Retros dröseln die Vergangenheit auf. Dabei spielt der angebliche Tod des Sohnes Adam ebenso eine Rolle, wie die Scheidung von Ben und Christine. Auch Freundin Claire (Anne-Marie Duff) und der behandelnde Psychiater legen teils falsche, teils vorübergehende Fährten. Tragen aber zur Spannung bei, weil man inzwischen niemanden mehr traut. Und da hat das Drehbuch noch ein As im Ärmel. Vor dem doppelten Ben kann sich Christine nur mit einem Bügeleisen retten. Letzte Aufklärung gibt es am Krankenbett mit Dr. Nasch und einem unbekannten Dritten, dem wirkliche Ben, der dem falschen sehr ähnlich sieht. Letztes Wort hat Adam. Viel Routine, manches kann man frühzeitig erahnen und trotzdem ist es spannend nicht nur weil die Kidman selten so aggressiv war wie hier. Die Prügelei mit Ben ist knallhart. Die Spannung kann sich entladen, nachdem sie zuvor in die Höhe geschossen war.
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Di, 20.09.2016
TV | Die Gewaltigen
Männerfreundschaft im Härtetest4 Sterne
Der deutsche Titel huldigt den beiden Leinwandikonen John Wayne (Taw) hier mit ungewohnter deutscher Synchronstimme und Kirk Douglas (Lomax). Das Original bezieht sich auf die ‘Gepanzerte Kutsche‘, die am Ende im Mittelpunkt steht. Die Handlung ist eigentlich Nebensache, wichtiger ist, dass die zwei selten so flotte Sprüche gedroschen haben wie hier. Z.B. zielen beide auf zwei Halunken: Kirk ‘Meiner lag zuerst flach‘, John ‘Dafür war meiner länger‘. Das Outfit bietet zusätzliche Komik, wenn z.B. beide morgens den Colt über der pinkfarbenen langen Unterhose tragen. Der Bösewicht Mr Pierce (Bruce Cabot) hat Taw von seiner Ranch vertrieben und betreibt eine Goldmine. Als Taw ihm einen Besuch abstattet, meint er ‘Bin bei mir selbst zu Besuch‘. Taw und Lomax überfallen den Goldtransport mit Nytroglycerin und die Apachen machen zusätzlich Druck. Die ganze Zeit hauen sich Taw und Lomax ironische Bemerkungen um die Ohren wie die Kesselflicker ihr Werkzeug. Lomax liebäugelt gelegentlich sogar mit dem Gedanken auftragsgemäß Taw umzubringen. Im Chaos des Finales wird Feingold mit Mehl vermischt. Lomax fragt sich, ob er bei den Indianern eine Bäckerei eröffnen sollte. Und wie in einer runden Komödie nachdem es heftig gekracht hat und fast alles zu Potte gegangen ist, sind am Ende alle happy: Taw hat das Gold, Lomax die Pferde und der junge Sprengstoffexperte Billy (Robert Walker Jr.) hat Blondie (Valora Noland). Ikonographisch und ironisch ein Riesenwesternspaß.
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Mo, 19.09.2016
TV | Keine Gnade für Ulzana
Ulzanas Rachefeldzug4 Sterne
Robert Aldrich, der Klassiker wie ‘Vera Cruz‘ oder das ‘Das dreckige Dutzend‘ (Erster Teil) gemacht hat, aber auch Psychodramen wie ‘Wiegenlied für eine Leiche‘ oder medienkritische wie ’Große Lüge Lylah Clare‘ war an der Kinokasse nicht immer erfolgreich, dazu waren seine Filme zu anspruchsvoll. Aber er hat - aus der Distanz betrachtet - stets intelligentes, spannendes und sehr vielseitiges Kino gemacht. Hier verlässt er wieder die gewohnten Trampelpfade. Ein Western, der bei der üblichen Verfolgungsjagd von Armee und Apachen, ein Strategiespielchen entwickelt. Der erfahrene Scout McIntosh (Burt Lancaster) verfolgt mit dem Greenhorn Lt. De Buin (Bruce Davison) den Titelhelden (Joaquin Martinez). Die Verfolger versetzen sich in die Denkweise von Ulzana und versuchen seinen nächsten Schritt zu antizipieren. Dabei ist ihnen der Apachen Scout Ke-Ni-Tay (Jorge Luke) besonders hilfreich, weil er die indianische Denkweise verinnerlicht hat. So gelingen erste Erfolge. Aldrich verzichtet darauf, die Gräueltaten der Apachen spektakulär ins Bild zu rücken. Man ahnt das gnadenlose Grauen. Stattdessen diskutieren De Buin und McIntosh über die Gründe für das Verhalten der Indianer, fragen sich ‘ Warum tun die das?‘ oder ‘Sind die Weißen die besseren Menschen?‘ Ein ungewöhnlicher Schluss schildert eine Patt Situation, in der es keinen Sieger gibt. Beide Kontrahenten verlieren alles außer ihrer Ehre. Selbst der Held bleibt allein zurück und bereitet sein Ende gedanklich vor. Die Kavallerie an sich siegt natürlich und bleibt weiterhin ein Erfolgsmodell. Ein solches Ende ist ungewöhnlich und gefällt nicht jedem. Anspruchsvolle Unterhaltung aus den 70er Jahren, die unbequem und ungeglättet bleibt und durch ihre kompromisslose Andersartigkeit zeitlose Geltung bekommt.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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