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Do, 01.09.2016
Kino | Lautlos im Weltraum
Wälder im Weltraum4 Sterne
Ein Sciencefiction Märchen über die Umwelt (‘Ökotopia‘), das uns aufrütteln soll. Ein Klassiker inzwischen. Es gibt in diesem reinen Männerfilm kein Happy End, sondern nur einen richtungsweisenden Schluss. Die Erde ist ohne Bäume und nur das Raumschiff ‘Valley Forge‘ ist das letzte Biotop, das riesige Wälder am Leben erhält. Putzig hoppeln Hasen über die Wiesen und Leguane krabbeln umher. Das ganze System wird von vier Mann Besatzung betreut: dem Ökologen Lowell (Bruce Dern in seiner verantwortungsvollsten Rolle) und drei hirnlosen Rüpeln. Lowell wird von drei goldig umherwatschelnden Robotern unterstützt, die zwar noch nicht sprechen können, aber zum Zocken reicht es allemal. Da können sie sogar schummeln. Als nur noch zwei Roboter übrig sind, gibt Lowell ihnen Namen: Dewey und Huey. Das Projekt soll aufgegeben werden. Da macht Lowell nicht mit. Er begeht sogar einen Mord, sprengt Kapseln ab und bleibt mit Huey und Dewey allein zurück. Als er von der Erde entdeckt wird, löst er das Problem auf eine heroische Art und Weise. Es geht ja nicht um ihn. So kann er Dewey mit dem gesamten Wissen über den Erhalt der Flora allein in eine unbekannte Zukunft entschwinden lassen. Als ‘guter Amerikaner‘ wird er zum Märtyrer. Musikalisch wird der Plot von der ‘Umweltaktivistin‘ Joan Baez unterstützt. Die zeitlose Problematik wird ihren Wert behalten, obwohl der Film nicht viel Spektakuläres bietet. Es sind ja noch die frühen 70er Jahre. Vielleicht beeindruckt optisch die Durchfahrt durch die Ringe des Saturns. Auch wenn einem das Ende nicht gefällt, man muss es akzeptieren.
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Mi, 31.08.2016
TV | POKA heißt Tschüss auf Russisch
Georg & Lena wandern aus3 Sterne
Es ist nicht einer der Filme, mit denen zu Zeiten von Glasnost der Riese von Oggersheim Tausende aus Osteuropa in die BRD lockte. Da steckt zu viel Realismus drin. Zusammen mit dem ganzen Clan wandert der junge Lehrer Georg (Pavlo Pasha Antonov) und seine Familie in den ‘Goldenen Westen‘ aus. Der erste Teil zeigt das Leben in Kasachstan. Da geht so Manches seinen sozialistischen Gang. Georgs Familie spricht gebrochen Deutsch und der Direktor der Kolchose verabschiedet sich nach einem Fest von ihnen mit ‘Sieg Heil!‘ Georg verliebt sich in Lena (Natalia Belitski) dessen Tochter. Die wird schwanger, Blitzhochzeit, Ausreise. Mit viel Einfühlungsvermögen und durchaus Sinn für die Realität wird die Geschichte hier weitererzählt. Es gibt jede Menge Schwierigkeiten Fuß zu fassen, Arbeit zu finden und sich dem westlichen Lebensstil anzupassen. Lena gelingt es besser. Sie wohnen in einer Turnhalle, ihre Ehe gerät in eine Krise, Georgs Vater stirbt. Auch die anderen Russland Deutschen gehen auf Distanz zu ihnen. Mit dem Ende der Liebe ist auch der Aufenthalt im Westen beendet. Lena gibt auf und geht zurück. Georgs Traum ist ebenfalls geplatzt. Sie treffen sich in der Heimat…Das hätten sie früher haben können. Die Erkenntnisse werden überzeugend rübergebracht. Hier ist eben alles anders und niemand hat hier nur auf Georg und Lena gewartet. Regisseurin Anna Hoffmann schrieb auch das Drehbuch, das von der Zweisprachigkeit der Darsteller lebt. Für die Deutschen sind sie die Russen und für die Russen die Deutschen. ‘Poka‘ zu sagen wird verständlich, wenn von ‘Welcome‘ nichts zu spüren ist. Es ist nun mal so, wie es ist.
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Di, 30.08.2016
TV | Der Krieg der Knöpfe
Schlappschwänze gegen Hosenscheißer4 Sterne
Das Original von Yves Robert hat mit seiner s/w Fassung einen eigenen Charme und ist inzwischen zum Klassiker des Jugendfilms geworden. Hier herrscht Kleinkrieg zwischen den Jungs von Longeverne und Velrans. Anfangs testen sie die Wirkung von Schimpfwörtern, indem sie sie den Kleinsten, der sie nicht versteht, zu Erwachsenen sagen lassen, z.B. ‘Hosenscheißer‘ Das geniale ist die Kriegsführung. Und die eskaliert von Beschimpfungen über Fechtduelle bis hin zu Demütigungen. Man droht den ‘Feinden‘ die Zipfel abzuschneiden, um einen Fuchs zu fangen seine Höhle ‘vollzufurzen‘ oder als Entehrung schneidet man den Jungs von Velrans alle Knöpfe ab. Als Husarenstreich kämpfen die Longeverner auch schon mal nackt. Um an Geld zu kommen fangen sie Frösche und Schlangen oder sammeln Pilze, bauen sich sogar eine Hütte. Als aufgeklärte Franzosen reden sie sogar über Demokratie und Republik. Sie wären die großen Sieger gewesen, gäbe es nicht einen Verräter in ihren Reihen, der sich daraufhin als Monarchist outet. Er wird rigoros bestraft. Der Anführer der Longeverner Lebrac (André Treton) ist eine etwas tragische Gestalt. Er wird von seinem Vater regelmäßig verprügelt und landet am Ende sogar in einem Heim. Ironischerweise trifft er hier den Anführer der Jungs aus Velrans, dem es ähnlich ergangen ist. Der heimliche Star aber ist der kleine ‘Hut‘ (le Petit Gibus). Martin Lartigue verzaubert mit seinen großen Augen und seiner lebhaften Mimik die Zuschauer. Ein Satz von ihm, den er immer wieder sagt ‘Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich gar nicht mitgegangen‘, wird fast zu einem geflügelten Wort. Eine typische Jungengeschichte mit viel Empathie erzählt, die die Jahrzehnte überdauert.
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Mo, 29.08.2016
TV | Romeo Must Die
Romeo muss nicht sterben4 Sterne
Der Titel weist auf den Shakespeare Stoff hin. Aber auch ohne die größte Liebestragödie aller Zeiten zu kennen, kann man den ersten Film von Andrzej Bartkowiak durchaus genießen. Der Titel versteht sich eher als Anordnung, wird aber gottseidank nicht in die Tat umgesetzt. Aber es ist schon mal ein Hin Horcher, der Aufmerksamkeit erregt. Das Drama ist ein Bandenkrieg zwischen Chinesen und Afroamerikanern. Dabei ist die Lovestory eigentlich sekundär. In mafiösen Verhältnissen geht es primär ums Geschäft, ums Drogengeschäft und um die Frage wer hat die Macht auf der Straße? Gegen Ende kommen sich dann Trish (Aaliyah, †2001) und Han (Jet Li) – die Newcomerin und der Superstar - etwas näher. Sie sind sich nicht unsympathisch, sagen wir’s mal so. Das Hauptaugenmerk des Regisseurs richtet sich aber auf die spektakulären Stunts. Wer diese luftigen Schaukämpfe à la Kung-Fu mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Hier beeindruckt vor allem Han, dem es bei seinen feurig fliegenden Einsätzen gelingt, nicht nur die Gegner auszuschalten, sondern sie auch ganz unfreiwillig zu einem Striptease zwingt. Da haben sie dann alle Hände voll zu tun und müssen ihre Kronjuwelen bedecken. Wenn es ein gemischtes Doppel wird und Trish und Han gemeinsam kämpfen, bekommt ihre Darbietung tänzerische Qualitäten. An der schier unendlichen Zahl der Erschossenen hätte das Genie von der Insel sicherlich nichts auszusetzen. Ihm ging es Anfang des 17. Jahrhunderts allerdings hauptsächlich um die Unmöglichkeit der Liebe hier in dieser bösen Welt, nicht um den Kampf, ums Sterben allerdings dann doch wieder. Und da treffen sich Bartkowiak und Shakespeare. Beide wollen unterhalten. Und das gelingt ihnen auch. Aus dem Umfeld des Pärchens beeindruckt ganz unprätentiös Trishs Vater (Delroy-Oblivion-Lindo), dem in der deutschen Synchro Volker Lechtenbrink seine markante Stimme leiht.
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Mo, 29.08.2016
TV | Hüter der Erinnerung - The Giver
Farbe & Erinnerung4 Sterne
Phillip Noyce hat zwar keine völlig originäre Science Fiction Story in Bilder umgesetzt, aber die Anleihen kann man vernachlässigen, wenn man dem hohen Unterhaltungswert erliegt. Die Kenntnis der Romane von Aldous Huxley und George Orwell stört nicht weiter. Zumal Noyce optisch noch über sie hinausgegangen ist und einen Pleasantville- Effekt eingearbeitet hat, d.h. durch Erkenntnis von s/w zu farbigen Bildern gelangt. Hier leben wir in einer sterilen Welt ohne Schmerz, Lüge oder Gefühle. Ein autokratischer Rat herrscht über die Gesellschaft. An seiner Spitze steht die Chefälteste (Meryl Streep). Eine Welt ohne Liebe, ohne Gefühle, aber auch ohne Schmerz und ohne Hunger. Der Auserwählte Jonas (Brenton Thwaites) wird vom ‘Giver‘ (Originaltitel!) (Jeff Bridges) ausgebildet. Und der lässt seine Erinnerungen einfließen. Jonas liebt seine Freundin Fiona (Odeya Rush), obwohl er gar nicht weiß, was Liebe ist. Die Probleme die Jonas bekommt, werden recht unterhaltsam geschildert mit Farbspielereien als Retros, darunter sogar aktuelle Bilder aus den Nachrichten. Doch es gibt auch Tötung in diesem Staat. Dann wird man freigesetzt. Jonas bricht aus und flieht, leichte Dramatik kommt auf. Als er die Grenze der Erinnerung erreicht hat, stapft er durch eine grandiose Winterlandschaft. Es ist dieselbe, die er zuvor im Traum gesehen hat. Hier singt man gerade Weihnachtslieder. So klingt der Film wie ein Märchen aus. Jonas wird nicht vernichtet, die Chefälteste bleibt am Drücker. Es gibt hier kein entweder oder, nicht einmal ein richtiges Happy End. Es ist einfach intelligente Unterhaltung, anspruchsvolles Kino technisch perfekt gemacht.
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So, 28.08.2016
TV | Border Run - Tödliche Grenze
Nix wie weg!2 Sterne
Regisseurin Gabriela Tagliavini hat sich zwei Promis geschnappt (Sharon Stone und Billy Zane) und vieles von dem, was man so kennt, von der häufig frequentierten Grenze zwischen Mexiko und den USA zusammengetragen. Die übrigen Darsteller sind Nobodys, was nicht mal negativ gemeint ist. Immer wieder ist diese Grenzproblematik für Filme interessant. Auch die anderen Filme beruhten auf Tatsachen, aber meistens hat man ja was draus gemacht oder zumindest steckte eine klare Idee dahinter. Hier ist leider nichts davon zu sehen. Die zwei Promis sind Geschwister. Sie sucht ihn und findet ihn auch. Nur muss sie zuvor noch ein paar handfeste Abenteuer mit Schleppern und Drogenschmugglern bestehen. Und weil das spannungsmäßig nicht viel hermacht, kommt rohe Gewalt zum Einsatz. Der Schmuggel läuft über die üblichen Mulis (Originaltitel). Auch Sharon wird mit den kleinen weißen Kugeln vollgepumpt. Anfangs sah es so aus, als wäre es eine Vergewaltigung. Es folgt der überraschende Rollentausch am Ende: die vermeintlich Guten sind die Bösen und der Bruder hatte undercover gearbeitet. Bei den etwas unübersichtlichen Schusswechseln erwischt es natürlich nur die Bösen. Aber wie sagt doch der Volksmund so schön ‘Angeschossene leben länger‘ oder so ähnlich. Gut, dass man alles nach 90 Minuten überstanden hat. Nur Sharon Stones schwarzer Wuschelkopf hat mich noch einige Zeit verfolgt. Erinnert irgendwie an das Haupt der Medusa. Der deutsche Titel weist den Weg: es ist zum Davonlaufen!
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Di, 23.08.2016
TV | A Chinese Ghost Story - Die Dämonenkrieger
Ein chinesisches Märchen4 Sterne
Auch wenn es hier Geister und Dämonen gibt, gefällt mir der Originaltitel doch besser. In diesem Märchen kämpfen für, gegen und mit einander zwei unterschiedliche Helden: der Steuereintreiber (Yu Shaoqun) und der Dämonenjäger (Louis Koo). Beide verlieben sich in eine schöne Dämonin Nie (Liu Yifei). Für ein Märchen gibt es außer der Liebe sogar noch einen beachtenswerten Inhalt: die Suche nach Wasser. Was dem Zuschauer hier geboten wird ist optisch einfach überwältigend, mit actionreichen Kampfszenen vom Feinsten, Animation mit fernöstlicher Exotik, mit vielen Symbolen und einer Love Story, die letztendlich ein Lächeln hervorruft, weil man sagen kann ‘Und wenn sie nicht gestorben sind…‘ Trotz des ganzen Budenzaubers bleibt die Logik nicht auf der Strecke. Die dämonischen Mädels haben einen Sireneneffekt mit Vampirwirkung, der Zauberstab hat etwas von Rubiks Würfel und wenn Stichwunden auf Nies Rücken im Handumdrehen verheilen, ist das einfach zauberhaft. Ebenso wie ihre Dämonengestalt als kleiner weißer Wüstenfuchs, der gerne Bonbons lutscht. Das Finale ist lang und besonders eindrucksvoll, weil die Zweikämpfe auf mehreren Ebenen stattfinden. Die Baumkönigin Laolao (Kara Hui) muss sich gleichzeitig mit zwei Dämonenjägern herumbalgen, auch Nie gegehrt auf und auch der Steuereintreiber setzt ihr zu. Diese wilden Kampfszenen werden durch lyrische Passagen mit Glühwürmchen abgebremst oder Laoaos weiße Haare werden zu Schlangen. Am Ende zwinkert uns Wilson Yip zu ‘Alles ist nur eine Illusion‘, aber eine schöne und äußerst unterhaltsame. Da hat sich doch das Remake gelohnt.
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Mo, 22.08.2016
TV | Ender's Game
Endspiel?2 Sterne
Was für ein Popanz für ein Sci-Fi Abenteuer der hohlen Art. Nur technischer Schnickschnack bis zum Abwinken. Angehäuft mit einer ‘Schwarzen Pädagogik‘ der schlichten Art übertreffen sich die Akteure im ernst bis grimmig Schauen. Lediglich Harrison Ford als Colonel Hyrum Graff darf mal ein paar Sekunden einen altersmilden Gesichtsausdruck zeigen. Da wird er glatt übertroffen von Ben Kingsley als Mazer Rackham. Der Arme hat sich auch noch das Gesicht bis zu Unkenntlichkeit anmalen lassen müssen. Der Plot ist aus dem Versatzstückkasten des Weltraumschrotts: mit einer Mischung aus Boot Camp und Kadetten Drill werden Helden ausgebildet. Und der größte von ihnen ist der Titelheld Ender (Asa Butterfield). Egal ob im ‘gestreiften Pyjama‘ oder bei ‘Hugo Cabret‘ er gewinnt stets die Herzen der Zuschauer mit seinen wunderschönen großen Augen. Darin spiegelt sich Mut und Entschlossenheit, aber auch Trauer und Tränen. Abigail Breslin und Hailee Steinfeld müssen das Gegengewicht zum männlichen Vollpotential bilden. Die Feinde sind Insektoide, die einer Gottesanbeterin ähneln und treten erst ganz am Ende auf. Sie stammen noch aus der Zeit als solche Wesen als Ameisen oder Spinnen über die Leinwand huschten. Der Name Formicula erinnert noch an ihre Vorfahren. Hier heißen sie natürlich ‘Formics‘. Der sympathische Held Ender wurde natürlich gelinkt und segelt in eine vielversprechende Zukunft. Mann war das spannend!? Schon schlecht, wenn man so weit von der Romanvorlage abweicht. Ja, die Helden werden halt auch alt: der Ben und der Harrison .K.V.
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Sa, 20.08.2016
TV | Traitor - Zwischen den Fronten
Mit Härte und Verständnis4 Sterne
Regisseur Nachmanoff hat sein gut recherchiertes Drehbuch überzeugend umgesetzt. Der komplexe Sachverhalt ist mit detailgenauen Einzelheiten gespickt. Ein fast symmetrischer Aufbau vom Beginn einer Terroristenkarriere - vom ersten Attentat bis zu einer verantwortungsvollen Position - von Samir (großartig Don Cheadle) und den fortschreitenden Ermittlungen des FBI Agenten Roy Clayton (durchaus ebenbürtig Guy Pierce). Die Komplexität erlaubt es, dass Bombenbau, Geldflüsse aber auch ganz persönliche Aspekte wie Verwandte oder die Freundin des islamistischen Terroristen Chandra (Archie Panjabi) auftreten. Die Spannung wird erhöht, nachdem man erfährt, dass Samir Kontakte zum Verfassungsschutz hat (Doppelagent). Hier kommt Carter (Jeff Daniels) ins Spiel, einer derer, die auf der Strecke bleiben. Die Gespräche kreisen um den Spagat zwischen Held und Terrorist, zwischen Agent der Guten und dem Werkzeug des Teufels. (Titel!) Und sie sind so präzise, dass nichts an Spannung verloren geht. Die Sehweise der Terroristen verdeutlichen Sätze des ‘Emirs‘ wie ‘Terrorismus ist Theater und Theater braucht Publikum. Hier ist es das amerikanische Volk.‘ Und es gibt auch Sätze wie ‘Der Krieg ist der kleinere Dschihad, der Versuchung zu widerstehen und richtig zu leben ist der größere Dschihad.‘ Eine überraschend Wendung bringt noch eine weitere Erhöhung der Spannung: Samirs genialer Plan kann zwar nicht verhindern, dass ein Bus in die Luft gesprengt wird (von über 20 geplanten), aber er kann die Zahl der Opfer minimieren. Die Qualität der Handlung wird durch Samirs Skrupel erhöht und findet nach dem Finale ein ehrenwertes Ende, in dem sich Samir und Roy noch einmal treffen, beide sind Söhne von Predigern. Beide verabschieden sich mit einem Koranzitat. Samir: ‘Wenn du einen Unschuldigen tötest, ist es, als hättest du die ganze Menschheit getötet‘. Roy ‘Rette ein Leben und es ist, als hättest du die ganze Menschheit gerettet‘. Salem Aleikum! Spannend, wichtig und sehr gut.
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Mi, 17.08.2016
TV | Moby Dick - Teil 1
Vergleich Barker(45%) - Huston(85%)2 Sterne
Wenn man diese Fernsehproduktion von Mike Barker sieht, drängt sich einem sofort die legendäre von John Huston (1956) auf und es kann keine zwei Meinungen darüber geben, dass Barker dem großen John nicht annähernd das Wasser reichen kann. Das liegt nicht nur daran, dass die gefühlt hundertste Neuverfilmung andere Akzente setzt wie den Einbau von Ahabs Ehefrau (Gillian Anderson) – auch eine Frauenrolle im reinen Männerfilm - , auch nicht an der albernen Gummi Wal Attrappe, mit dem völlig unnatürlichen Kopf. Die Handlung zerfasert zusehends. Starbuck (Ethan Hawke) driftet zwischen Meuterer als Menschenfreund und Tierliebhaber hin und her. Kleine Scharmützel innerhalb der Mannschaft sowie Stubbs (Eddie Marsan) Revolte werden überbetont und verdecken den Blick auf die entscheidende Frage: Geht’s um Öl für die Lampen der Welt und d.h. Gewinn für die Crew oder um Ahabs ganz persönliche Rache. Hinzu kommt, dass in Barkers Film Ahab von William Hurt gespielt wird. Er macht auf freundlichen älteren Herrn, der halt ein Ziel verfolgt, während bei John Huston Gregory Peck Ahab perfekt als grimmigen, hasserfüllten Besessenen spielt, mit martialischen Gesichtsausdruck. In der älteren Fassung, die auf Unterwasserbilder verzichtet, sind die Einstellungen vom auftauchenden Wal überzeugender. Und das atemberaubende Finale ist unerreicht. Bei Barker sieht es nach wildem Aktionismus aus und John Hustons Bilder nicht so sehr nach Studio. Auch dramaturgisch ist die ältere Fassung der Neuverfilmung überlegen: Ahabs später erster Auftritt, der Klang seines Holzbeines etc. sowie sein letztes Winken aus dem Jenseits – an den Wal getuckert – ist schon besser als die Barker Version, wo William Hurt unter Wasser vom Moby Dick Gassi geführt wird. Auf diese Neuverfilmung hätte man verzichten können.

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Gut gemacht. Gute Schauspieler.Es ist ein schöner Zeitvertreib. Gern auch über Mediathek.

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